Rechtsprechung
| BFH, 06.09.2006 - XI R 26/04 |
Volltextveröffentlichungen (8)
- lexetius.com
EStG i. d. F. des StEntlG 1999/2000/2002 § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff., § 10d Abs. 1 Sätze 2 ff., Abs. 2 Sätze 2 ff., Abs. 3
- Simons & Moll-Simons
EStG i.d.F. des StEntlG 1999/2000/2002 § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff., § 10d Abs. 1 Sätze 2 ff., Abs. 2 Sätze 2 ff., Abs. 3
- IWW
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung (von 1999 bis 2003)? - Vorlage des BFH an BVerfG wegen Verletzung des Gebots der Normenklarheit - Änderung der Rechtsprechung
- NWB SteuerXpert START
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Vorlage der Mindeststeuerregelung an das BVerfG wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarheit
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Vorlage der Mindeststeuerregelung an das BVerfG wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarkeit
- Kommunikation & Recht(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Vorlage der Mindeststeuerregelung an das BVerfG wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarkeit
Kurzfassungen/Presse (6)
- meyer-koering.de (Kurzinformation)
Mindeststeuer der Jahre 1999 - 2004 verfassungswidrig?
- wkdis.de (Pressemitteilung)
Vorlage an das BVerfG - Mindestbesteuerung im Jahr 1999 verfassungswidrig
- kanzlei-klumpe.de
, S. 10 (Kurzinformation)
BFH hält die Regelungen zur Mindestbesteuerung (§ 2 Abs. 3, § 10d EStG) für verfassungswidrig
- anwaltskanzlei-menzel.de (Kurzinformation)
Regelung zur Mindestbesteuerung im Jahr 1999 nach BFH verfassungswidrig
- ebnerstolz.de (Kurzinformation)
Verfassungsmäßigkeit des beschränkten Verlustausgleichs
- steuertipps.de (Kurzinformation und Auszüge)
Mindeststeuer war verfassungswidrig
Sonstiges (6)
- nwb.de (Verfahrensmitteilung)
EStG § 2 Abs 3 J: 1999, GG Art 2, GG Art 3 Abs 1, GG Art 14, GG Art 20
Halbteilungsgrundsatz; Leistungsfähigkeit; Mindestbesteuerung; Nettoprinzip; Verfassungsmäßigkeit; Verlustabzug; Verlustverrechnung; Vertrauensschutz - wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Der BFH zum Grundsatz der Normenklarheit - Appell und gleichzeitig Hilferuf an den Steuergesetzgeber!" von Dipl.-Finw. Karl-Heinz Günther,, original erschienen in: EStB 12/2006, 457 - 459.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Praxis- und Beraterhinweis zur Entscheidung des BFH vom 06.09.2006, Az.: XI R 26/04 (Verfassungswidrigkeit der Mindestbesteuerung im Jahr 1999)" von Dipl.-FW Wilfried Apitz, original erschienen in: EStB 2006, 439.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Der Anspruch auf Normenklarheit im Steuerrecht und seine Durchsetzung im Gesetzgebungs- und Rechtsschutzverfahren" von Univ. Prof. DDr. Hans Georg Ruppe, original erschienen in: DStR 2008, 20 - 25.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Verfassungswidrigkeit der Mindestbesteuerung - Anmerkungen zum BFH-Beschluss v. 6.9.2006 -XI R 26/04" von RiBFH a.D. Ulrich Hutter, original erschienen in: NWB 2007, 3339 - 3342.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Verfassungswidrigkeit der Mindestbesteuerung a. F. - Kommentar zum Beschluss des BFH vom 6.9.2006" von Dipl.-Vw./StB Karl-Fr. Kohlhaas, original erschienen in: DStR 2006, 2240 - 2243.
Verfahrensgang
- FG Münster, 11.02.2004 - 7 K 5227/00
- FG Hessen, 22.09.2004 - 2 K 1686/01
- BFH, 06.09.2006 - XI R 26/04
- BFH, 17.01.2007 - XI R 50/04
- BVerfG, 12.10.2010 - 2 BvL 59/06
- BFH, 18.01.2011 - IX R 72/04
- BFH, 09.03.2011 - IX R 70/04
- BFH, 09.03.2011 - IX R 72/04
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 214, 430
- NJW 2006, 3808 (Ls.)
- DVBl 2006, 1581
- BB 2006, 2506
- DB 2006, 2439
- K&R 2006, 2506
- BStBl II 2007, 167
Wird zitiert von ... (49)
- BVerfG, 12.10.2010 - 2 BvL 59/06
Vorlage des Bundesfinanzhofs zur "Mindestbesteuerung" nach dem …
In dem Verfahren zur verfassungsrechtlichen Prüfung, ob § 2 Abs. 3 Sätze 2 bis 8, § 10d Abs. 1 Sätze 2 bis 4, Abs. 2 Sätze 2 bis 4, Satz 5 Halbsatz 2, soweit auf Sätze 2 bis 4 verweisend, und Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarheit (Art. 20 Abs. 3, Art. 19 Abs. 4 des Grundgesetzes) verfassungswidrig sind, - Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs vom 6. September 2006 - XI R 26/04 - hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat - unter Mitwirkung der Richterinnen und Richter Präsident Voßkuhle, Broß, Osterloh, Di Fabio, Mellinghoff, Lübbe- Wolff, Gerhardt, Landau am 12. Oktober 2010 beschlossen:.Die dagegen erhobene Klage führte zum Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs vom 6. September 2006 - XI R 26/04 - (BStBl II 2007, S. 167 ff. = BFHE 214, 430 ff.).
a) Soweit der Bundesfinanzhof in diesem Zusammenhang in Anknüpfung an das Schrifttum Bedenken gegen einzelne Begriffe formuliert (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [173] = BFHE 214, 430 [443 f.]), können diese zwar durchaus Anlass zur Kritik geben.
b) § 2 Abs. 3 Sätze 4 und 5 EStG können zwar ebenfalls im Hinblick auf ihre Formulierung bemängelt werden (vgl. BFH BStBl II 2007, S. 167 [173 f.] = BFHE 214, 430 [443 ff.]).
Probleme der Komplexität dieser Vorschriften beschreibt der Vorlagebeschluss jedoch im Wesentlichen nur allgemein auf einer abstrakten Ebene (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [174 f.] = BFHE 214, 430 [446 ff.]).
Die Vorlage beschränkt sich darauf, zwei der im Schrifttum vertretenen Auffassungen in ihrem Ergebnis wiederzugeben, ohne auf die Problematik und die möglichen Auslegungen näher einzugehen (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [174] = BFHE 214, 430 [446], unter Verweis auf Stapperfend, a. a. O., S. 338 f.).
Der Vorlagebeschluss geht auf die Normstrukturen nicht ein, sondern belässt es dabei, die Komplexität der Sätze 6 und 7 im Allgemeinen zu umschreiben (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [174 f.] = BFHE 214, 430 [446]).
c) Das gilt auch für die Ausführungen zu § 10d EStG (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [175] = BFHE 214, 430 [447 f.]), der die Grundstrukturen des § 2 Abs. 3 EStG im Rahmen des periodenübergreifenden Verlustausgleichs sinngemäß fortführt.
Zwar bezeichnet der Vorlagebeschluss mit der unübersichtlichen Verweisungstechnik und der Vielzahl der durchzuführenden Rechenschritte (vgl. BStBl II 2007, S. 167 [173 ff.] = BFHE 214, 430 [443 ff.]) weitere Gesichtspunkte, die im Hinblick auf die Problematik der Normenklarheit von Bedeutung sein können.
- BFH, 22.08.2012 - I R 9/11
Sog. Mindestbesteuerung nicht verfassungswidrig - Abschnittsbesteuerung - …
Darüber hinaus hat der XI. Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 6. September 2006 XI R 26/04 (BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167) hervorgehoben, dass die sog. Mindeststeuer durchaus den Schutzbereich des Art. 3 Abs. 1 GG berühre; auch wenn in mehreren summarischen Verfahren nach § 69 Abs. 2 und 3 FGO wegen der die Veranlagungszeiträume übergreifenden Wirkung des Art. 3 Abs. 1 GG die Norm als verfassungsgemäß angesehen worden sei, sei nicht zu verkennen, dass die Begrenzung des vertikalen Verlustausgleichs (im dortigen Streitfall durch § 2 Abs. 3 EStG 2002) trotz der Streckung der Verlustverrechnung nicht nur bei einer kleinen Zahl von Steuerpflichtigen mit gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu nennenswerten Belastungsunterschieden führen könne.Dabei liegt es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (zu dieser z. B. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, 1, BGBl I 2010, 326), dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko für den einkommenswirksamen Abzug des Verlustes erhöht, da "naturgemäß keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu können" (Senatsurteil in BFHE 225, 566, BStBl II 2010, 1061; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167).
- BFH, 18.09.2007 - IX R 42/05
Steuerrecht - Verwenden von Mieteinnahmen zu Optionsgeschäften
Während des Revisionsverfahrens hat das FA auf Anregung des Senats im Einverständnis mit dem Kläger am 18. April 2007 den Einkommensteuerbescheid für das Streitjahr geändert und in Bezug auf die Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 3 EStG gemäß § 165 der Abgabenordnung (AO) für vorläufig erklärt (vgl. den Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. September 2006 XI R 26/04, BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167).Wegen der hinsichtlich dieser Vorschrift bestehenden verfassungsrechtlichen Bedenken (eingehend dazu BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167) braucht der Senat das Verfahren allerdings nicht nach § 74 FGO auszusetzen, bis im Verfahren vor dem BVerfG über die Vorlage des XI. Senats mit dem Aktenzeichen 2 BvL 59/06 eine Entscheidung ergeht.
- BFH, 26.08.2010 - I B 49/10
Sog. Mindestbesteuerung bei endgültigem Ausschluss der Verlustverrechnung …
Darüber hinaus hat der XI. Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 6. September 2006 XI R 26/04 (BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167) hervorgehoben, dass die sog. Mindeststeuer durchaus den Schutzbereich des Art. 3 Abs. 1 GG berühre; auch wenn in mehreren summarischen Verfahren nach § 69 Abs. 2 und 3 FGO wegen der die Veranlagungszeiträume übergreifenden Wirkung des Art. 3 Abs. 1 GG die Norm als verfassungsgemäß angesehen worden sei, sei nicht zu verkennen, dass die Begrenzung des vertikalen Verlustausgleichs (im dortigen Streitfall durch § 2 Abs. 3 EStG 2002) trotz der Streckung der Verlustverrechnung nicht nur bei einer kleinen Zahl von Steuerpflichtigen mit gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu nennenswerten Belastungsunterschieden führen könne.Dabei wird es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (z. B. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BGBl I 2010, 326) liegen, dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko für den einkommenswirksamen Abzug des Verlustes erhöht, da "naturgemäß keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu können" (Senatsurteil in BFHE 225, 566; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167).
- BFH, 25.09.2007 - XI R 39/06
Aussetzung des Verfahrens betreffend Mindestbesteuerung
Der Senat hält im Hinblick auf seinen Vorlagebeschluss vom 6. September 2006 XI R 26/04 (BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167; Az. des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- 2 BvL 59/06) eine Aussetzung des Revisionsverfahrens gemäß § 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auch gegen den Willen der Klägerin für geboten.a) Dem BVerfG liegt --worauf auch die Klägerin in ihrer Revisionsbegründung hingewiesen hat-- unter dem Az. 2 BvL 59/06 ein Normenkontrollverfahren vor, dem der Vorlagebeschluss des erkennenden Senats in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167 zugrunde liegt.
Soweit die Klägerin vorträgt, die Regelung verstoße gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 3 GG folgende Gebot der Bestimmtheit von Gesetzen, trägt sie nichts wesentlich Neues gegenüber den Gründen in dem Senatsbeschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167 vor, der seine Vorlage an das BVerfG maßgeblich auf diesen Gesichtspunkt stützt.
Der Senat hat darüber hinaus dort bereits darauf hingewiesen, dass § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff. EStG die durch Art. 3 Abs. 1 GG garantierte Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, das sog. Nettoprinzip und das Gebot der Folgerichtigkeit, den Schutzbereich des Art. 14 GG sowie den aus Art. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 1 GG abzuleitenden Schutz des Existenzminimums berührt und dass bei jeder Investition mit vorhersehbaren Verlustphasen die Verlustverrechnungsmöglichkeiten integraler Bestandteil wirtschaftlichen Kalkulierens sind (Senatsbeschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167, unter B.IV.).
Die von der Klägerin in ihrer Revisionsbegründung angeführten weiteren verfassungsrechtlichen Einwände gegen § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff. EStG sind in dem Senatsbeschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167 bereits angesprochen.
- BFH, 18.03.2009 - I R 37/08
Ausnahmsweise steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn nach § 8b Abs. 4 KStG …
Je schwerwiegendere Auswirkungen ein Gesetz hat, desto höher sind die an die Gesetzesbestimmtheit und -klarheit zu stellenden Anforderungen (vgl. BVerfG-Beschlüsse vom 3. März 2004 1 BvF 3/92, BVerfGE 110, 33, 53; vom 9. April 2003 1 BvL 1/01, 1 BvR 1749/01, BVerfGE 108, 52; vom 2. Juni 2008 1 BvR 349/04, 1 BvR 378/04, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht 2008, 1229; BVerfG-Urteil vom 19. März 2003 2 BvL 9-12/98, BVerfGE 108, 1, 20; Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. September 2006 XI R 26/04, BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167).Für den Bereich des Steuerrechts müssen nach der Rechtsprechung des BVerfG die steuerbegründenden Tatbestände so bestimmt sein, dass der Steuerpflichtige die auf ihn entfallende Steuerlast vorausberechnen kann (z.B. BVerfG-Beschlüsse vom 23. Oktober 1986 2 BvL 7, 8/84, BVerfGE 73, 388, 400; vom 12. Oktober 1978 2 BvR 154/74, BVerfGE 49, 343, 362; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167, m.w.N.).
- BFH, 31.01.2007 - VIII B 219/06
AdV; Verfassungswidrigkeit der sog. Mindestbesteuerung
Ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der für die Besteuerung hier maßgeblichen Vorschrift des § 2 Abs. 3 Sätze 2 bis 8 EStG a.F. ergeben sich aus dem BFH-Beschluss vom 6. September 2006 XI R 26/04 (BFH/NV 2006, 2351), mit dem der BFH eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) darüber eingeholt hat, ob § 2 Abs. 3 Sätze 2 bis 8 EStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 (StEntlG 1999/2000/2002) wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarheit (Art. 20 Abs. 3, Art. 19 Abs. 4 GG) verfassungswidrig ist.a) Ein sofortiger Vollzug der angefochtenen Einkommensteuerbescheide würde den nach Auffassung des XI. Senats des BFH (BFH-Beschluss in BFH/NV 2006, 2351) nicht zu rechtfertigenden Verstoß gegen den Grundsatz der Normenklarheit konkretisieren und verfestigen, obwohl die Nichthandhabbarkeit der Norm trotz Einsatzes elektronischer Datenverarbeitung letztlich mit zur Aufhebung der Regelung über die sog. Mindeststeuer ab dem Veranlagungszeitraum 2004 geführt hat (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 2006, 2351).
Da selbst die Finanzverwaltung in den Fällen, in denen aufgrund der Fiktion eines verbliebenen Ertrags praktisch die Vorgaben der Rechtsprechung des BVerfG zum Verbleiben des Existenzminimums unterlaufen werden, Aussetzung der Vollziehung gewährt (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 2006, 2351, m.w.N.), ist nicht erkennbar, inwieweit hier das öffentliche Interesse an einer geordneten Haushaltswirtschaft gefährdet sein könnte.
- BFH, 06.05.2005 - XI B 181/04
Aussetzung des Verfahrens
Mit Beschluss vom 15. November 2004 8 K 6331/01 (Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 2005, 623) hat das FG das Verfahren gemäß § 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ausgesetzt, da bei dem BFH unter dem Az. XI R 26/04 ein Musterverfahren anhängig sei, das denselben Sachverhalt betreffe.Danach kommt hier eine Aussetzung des Klageverfahrens weder wegen des beim BFH anhängigen Verfahrens XI R 26/04 noch wegen eines beim BVerfG anhängigen Musterverfahrens in Betracht.
Selbst das beim BFH anhängige Verfahren XI R 26/04, dem das Urteil des FG Münster vom 11. Februar 2004 7 K 5227/00 E (EFG 2004, 996) zugrunde liegt, ist mit dem Verfahren des Streitfalls nicht hinreichend vergleichbar; in jenem Fall liegt ein durch erhöhte Abschreibungen entstandener ("unechter") Verlust aus Vermietung und Verpachtung vor (dazu vgl. auch BFH-Beschluss vom 25. Februar 2005 XI B 78/02, juris Nr.: STRE200550470).
- BFH, 02.08.2007 - IX B 92/07
Anlagevermittlung - Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von § 2b EStG
Daher müsse das öffentliche Interesse bis zur abschließenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6. September 2006 XI R 26/04, BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167 den Vorrang haben, so dass selbst wenn der Senat die verfassungsrechtlichen Bedenken der Literatur oder des BFH teilen würde, eine Aussetzung der Vollziehung nicht in Betracht komme.c) Hinzu kommt, dass § 2b Satz 4 EStG für Verlustausgleich und Verlustabzug von positiven und negativen Einkünften aus Verlustzuweisungsmodellen die entsprechende Anwendung von § 2 Abs. 3 EStG anordnet, welcher seinerseits verfassungsrechtlichen Zweifeln unterliegt (BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167).
- BFH, 21.02.2007 - XI S 1/07
AdV: Anwendung des § 2 Abs. 3 EStG 1999
Mit Schriftsatz vom 15. Januar 2007 haben die Antragsteller unter Bezugnahme auf den Vorlagebeschluss des Senats vom 6. September 2006 XI R 26/04 (BFH/NV 2006, 2351; Az. des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- 2 BvL 59/06) nunmehr beim BFH Vollziehungsaussetzung betreffend Einkommensteuer in Höhe von 32 761, 54 EUR, Kirchensteuer in Höhe von 3 103, 71 EUR und Solidaritätszuschlag in Höhe von 1 699, 43 EUR beantragt.Der Senat hat mit Beschluss in BFH/NV 2006, 2351 dem BVerfG die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob u.a. die Regelungen in § 2 Abs. 3 Sätze 2 bis 8 EStG 1999 wegen Verletzung des Grundsatzes der Normenklarheit (Art. 20 Abs. 3, Art. 19 Abs. 4 des Grundgesetzes --GG--) verfassungswidrig sind.
Dementsprechend ist im Beschluss in BFH/NV 2006, 2351 in den Entscheidungsgründen dargelegt, dass der erkennende Senat der Auffassung ist, die Vorschrift des § 2 Abs. 3 Sätze 2 bis 8 EStG 1999 sei verfassungswidrig.
- BVerwG, 20.08.2008 - 9 C 9.07
Einkommen; Einkünfte; Einkommensteuer; Einkommensteuererlass; Kirchensteuer; …
- BFH, 19.03.2009 - IV R 59/06
Nutzung eines betrieblichen Kfz für einen weiteren Betrieb des Steuerpflichtigen …
- BSG, 05.06.2007 - B 4 RS 1/07 R
Vorlagebeschluss an das BVerfG - Verfassungsmäßigkeit unterschiedlicher …
- BFH, 27.09.2006 - X R 25/04
Berechnung des Ermäßigungshöchstbetrags nach § 35 Abs. 1 EStG
- BSG, 05.06.2007 - B 4 RS 22/07 R
Vorlagebeschluss an das BVerfG - Verfassungsmäßigkeit unterschiedlicher …
- BSG, 05.06.2007 - B 4 RS 21/07 R
Vorlagebeschluss an das BVerfG - Verfassungsmäßigkeit unterschiedlicher …
- BFH, 08.04.2009 - I B 223/08
Gewinnfeststellung bei Beteiligung einer ausländischen Familienstiftung - …
- BSG, 05.06.2007 - B 4 RS 5/07 R
Vorlagebeschluss an das BVerfG - Verfassungsmäßigkeit unterschiedlicher …
- BFH, 09.03.2011 - IX R 72/04
Verlustrücktrag eines 1999 erzielten Verlustes in den Veranlagungszeitraum 1998
- FG Hamburg, 11.09.2009 - 3 K 124/08
Einkommensteuer: Betriebsaufspaltung zwischen einer AG und ihrem …
- BFH, 01.10.2008 - II B 16/08
Zweitwohnungsteuer in Berlin: Ehemaliges Kinderzimmer als …
- BFH, 17.07.2007 - IX R 1/06
Provision einer Innendienstmitarbeiterin für die einmalige Vermittlung einer …
- BFH, 06.08.2007 - IV B 20/07
Verschmelzung von Kapitalgesellschaften auf KG
- BFH, 18.09.2007 - IX R 43/05
Verwendung von Mieteinnahmen für Optionsgeschäfte
- FG Münster, 22.02.2008 - 9 K 5096/07
Vereinbarkeit einer rückwirkenden Anwendung von § 40a Abs. 1 S. 2 Gesetz über …
- BFH, 20.06.2007 - VIII B 36/07
Auslegung einer Rücknahmeerklärung; Entscheidung über die Aussetzung der …
- BFH, 24.05.2007 - XI R 60/05
Erledigung der Hauptsache; Kostenentscheidung
- BFH, 02.08.2007 - XI B 43/07
Aussetzung des Verfahrens; Beschwerde
- FG Hamburg, 06.08.2008 - 7 K 189/06
Spielvergnügungssteuer: Ist das Hamburgische Spielvergnügungssteuergesetz …
- LG Hamburg, 23.11.2007 - 608 KLs 3/07
Zur Amtsträgereigenschaft bei Verantwortlichen öffentlich-rechtlich organisierter …
- FG München, 27.05.2008 - 13 K 2693/06
Regelungen über die beschränkte Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein …
- FG Baden-Württemberg, 07.07.2011 - 3 K 4368/09
Verfassungsmäßigkeit des § 15b EStG; rückwirkende Anwendung auf eine …
- FG Hamburg, 18.02.2008 - 3 K 212/06
Körperschaftsteuerrecht: Steuerfreiheit von Gewinnen aus der Veräußerung von …
- FG Niedersachsen, 18.02.2010 - 6 V 21/10
Zinsschranke: Ernstliche Zweifel an der Additionsregelung des § 8a Abs. 3 …
- BFH, 09.03.2011 - IX R 70/04
Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 9. 3. 2011 IX R 56/05 - Auslegung des § 2 …
- VG Saarlouis, 20.01.2009 - 3 K 268/08
Beamtenrecht; Beihilfe; Ausschluss der Beihilfefähigkeit von Wahlleistungen; …
- FG Hamburg, 06.08.2008 - 7 K 187/06
Ist das Hamburgische Spielvergnügungssteuergesetz verfassungsgemäß?
- FG Hamburg, 13.04.2010 - 2 K 9/09
Einkommensteuergesetz: Verfassungsmäßigkeit der Hamburgischen …
- FG Hamburg, 13.04.2010 - 2 K 11/09
Verfassungsmäßigkeit der Hamburgischen Spielvergnügungsteuer: Bemessungsgrundlage …
- FG Niedersachsen, 30.07.2010 - 16 K 55/10
Umsatzsteuer nach § 14c Abs. 2 Satz 2 UStG
- FG Hamburg, 17.01.2008 - 7 V 166/07
Anknüpfung der Spielvergnügungsteuer an den Spieleinsatz
- FG Hamburg, 06.08.2008 - 7 K 190/06
Ist das Hamburgische Spielvergnügungssteuergesetz verfassungsgemäß?
- FG Hamburg, 06.08.2008 - 7 K 191/06
Ist das Hamburgische Spielvergnügungssteuergesetz verfassungsgemäß?
- FG Thüringen, 23.07.2009 - 2 K 184/07
Unberechtigter Steuerausweis durch Rechnungslegung ohne Ausführung der Lieferung …
- FG Hamburg, 16.11.2007 - 7 V 142/07
AdV der Spielvergnügungsteuer wegen zum Teil
- FG Düsseldorf, 14.02.2012 - 13 K 5851/03
- FG Berlin-Brandenburg, 16.09.2010 - 12 K 8212/06
- FG Hamburg, 26.11.2007 - 7 V 180/07
Besteuerung des Spielvergnügens anhand des Spieleinsatzes als Bemessungsgrundlage
- BFH - VIII R 1/12 (anhängig)
