Rechtsprechung
| BFH, 26.08.1987 - I R 144/86 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Simons & Moll-Simons
AO 1977 § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Grobes Verschulden des steuerlichen Beraters
Kurzfassungen/Presse
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
AO (1977) § 173 Abs. 1 S. 1 Nr. 2
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 151, 299
- BB 1988, 754
- BStBl II 1988, 109
Wird zitiert von ... (30)
- BFH, 17.11.2005 - III R 44/04
Immobilien - Sachverständiger übersieht wertmindernde Grundstücksbelastung
c) Ein grobes Verschulden an dem nachträglichen Bekanntwerden von Tatsachen setzt voraus, dass der Steuerpflichtige den ihm obliegenden Sorgfaltspflichten, insbesondere seiner Pflicht, die erheblichen Tatsachen in der Steuererklärung wahrheitsgemäß und vollständig anzugeben (§ 90 Abs. 1 Satz 2, § 150 Abs. 2 Satz 1 AO 1977), nicht nachgekommen ist (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, m.w.N.).Nach ständiger Rechtsprechung des BFH hat der Steuerpflichtige auch ein Verschulden seines steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererklärung zu vertreten (BFH-Urteile vom 3. Februar 1983 IV R 153/80, BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324; vom 28. Juni 1983 VIII R 37/81, BFHE 139, 8, BStBl II 1984, 2; vom 25. November 1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18, BStBl II 1984, 256;… vom 24. März 1987 X R 66/81, BFH/NV 1988, 411;… vom 28. April 1987 IX R 108/83, BFH/NV 1987, 772;… vom 3. Juni 1987 X R 61/81, BFH/NV 1988, 342; in BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109; vom 13. Juni 1989 VIII R 174/85, BFHE 157, 196, BStBl II 1989, 789;… vom 28. August 1992 VI R 93/89, BFH/NV 1993, 147, und vom 9. Mai 2001 XI R 25/99, BFHE 195, 545, BStBl II 2002, 817).
Die Zurechnung des Verschuldens des steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererklärung ist nach der Rechtsprechung --unabhängig davon, aus welchen Vorschriften der Rechtsgedanke abgeleitet wird-- deshalb gerechtfertigt, weil sich der Steuerpflichtige, der für die Richtigkeit seiner Angaben in der Steuererklärung einzustehen hat, sich dieser Verantwortung nicht dadurch entziehen darf, dass er die Ausarbeitung der Steuererklärung seinem steuerlichen Berater überträgt (BFH-Urteile in BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324; in BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, und in BFHE 163, 329, BStBl II 1991, 325).
- BFH, 09.08.1991 - III R 24/87
Grob schuldhaftes Verhalten des Steuerpflichtigen
Bei der Würdigung des Begriffs des groben Verschuldens hat das Verhalten des FA nach ständiger Rechtsprechung jedenfalls dann außer Betracht zu bleiben, wenn ein Steuerpflichtiger eine Änderung der Steuerfestsetzung zu seinen Gunsten begehrt (…vgl. BFH-Urteile vom 9. März 1990 VI R 19/85, BFH/ NV 1990, 619; vom 13. Juni 1989 VIII R 174/85, BFHE 157, 196, BStBl II 1989, 789; vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, und vom 30. Oktober 1986 III R 163/82, BFHE 148, 208, BStBl II 1987, 161, jeweils m. w. N.). - BFH, 13.06.1989 - VIII R 174/85
Verlustabzug nur auf Antrag
Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG können in der Revisionsinstanz grundsätzlich nur daraufhin überprüft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit richtig erkannt worden ist und ob die Würdigung der Verhältnisse hinsichtlich dieses individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (Urteil des BFH vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, mit weiteren Nachweisen).Denn hierdurch würde der die Kläger treffende Verschuldensvorwurf nicht ausgeräumt (…Urteile des BFH vom 30. Oktober 1986 III R 163/82, a.a.O.;… vom 3. Juni 1987 X R 61/81, BFH/NV 1988, 342; vom 26. August 1987 I R 144/86, a.a.O.).
- BFH, 21.04.1988 - IV R 215/85
Verhältnis unterschiedlicher Vorschriften über die Änderung von Steuerbescheiden
Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG können in der Revisionsinstanz grundsätzlich nur darauf überprüft werden, ob vom FG der Rechtsbegriff des groben Verschuldens richtig erkannt worden ist und ob die Würdigung der Verhältnisse hinsichtlich dieses individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (vgl. BFH-Urteil vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, m.w.N.).Nicht entscheidungserheblich ist schließlich, ob der steuerliche Berater des Klägers dem Kläger zurechenbar grob schuldhaft i.S. von § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO 1977 gehandelt hat (vgl. dazu zuletzt Urteil in BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109).
- FG Hessen, 06.12.2006 - 6 K 2836/03
Änderung; Steuerbescheid; Grobes Verschulden; Offenbare Unrichtigkeit; …
(1) Ein grobes Verschulden des steuerlichen Beraters liegt auch vor, wenn er sein Personal Arbeiten ausführen lässt, es aber grob schuldhaft nicht mit der erforderlichen Sorgfalt auswählt, einsetzt und überwacht, sodass dadurch Fehler auftreten, die dazu führen, dass Tatsachen der Finanzbehörde nicht rechtzeitig bekannt geworden sind (BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, BStBl II 1988, 109 ).Seine Sorgfaltspflichten erstrecken sich somit auf die Auswahl seiner Mitarbeiter, die Organisation der Arbeiten in seinem Büro und die Kontrolle der Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter (BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, a.a.O.) Diese Kontroll- und Überwachungspflichten beinhalten allerdings - wenn es sich um einen bewährten und für die übertragene Aufgabe qualifizierten Mitarbeiter handelt - grundsätzlich keine Verpflichtung, dessen Arbeitsergebnisse in allen Einzelheiten zu überprüfen und nachzuvollziehen.
Ob ein steuerlicher Berater jeden Entwurf seines Mitarbeiters selbst überschlägig überprüfen muss oder ob stichprobenweise Überprüfungen ausreichen, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab (BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, a.a.O. S. 110).
Ob ein steuerlicher Berater jeden Entwurf seines Mitarbeiters selbst überschlägig überprüfen muss oder ob stichprobenweise Überprüfungen ausreichen, hängt zwar von den Umständen des Einzelfalles ab (vgl. BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, a.a.O. S. 110).
- BFH, 10.08.1988 - IX R 219/84
Grobes Verschulden bei nachträglich bekannt gewordenen Tatsachen
Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG können jedoch nach ständiger Rechtsprechung - abgesehen von zulässigen und begründeten Verfahrensrügen- in der Revisionsinstanz daraufhin überprüft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit und die aus ihm abzuleitenden Sorgfaltspflichten richtig erkannt worden sind und ob die Würdigung der Umstände hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (vgl. BFH-Urteil vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, Ziff. II c aa der Gründe). - BFH, 05.12.1990 - I R 21/88 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BFH, 18.05.1988 - X R 57/82
Grobes Verschulden bei Irrtum der Buchhalterin
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zuzumutende Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 3. Februar 1983 IV R 153/80, BFHE 137, 547, 555, BStBl II 1983, 324; vom 26. August 1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109, jeweils mit Nachweisen).Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG können mangels Verfahrensrügen in der Revisionsinstanz nur darauf überprüft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit und die aus ihm abzuleitenden Sorgfaltspflichten richtig erkannt worden sind und ob die Würdigung hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (BFHE 137, 547, 555 f., BStBl II 1983, 324; BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109).
- FG Bremen, 10.12.2003 - 2 K 148/03
Grobes Verschulden bei nachträglichem Bekanntwerden eines Auflösungsverlustes …
Wird mit der Ausarbeitung der Steuererklärung ein steuerlicher Berater beauftragt, muss auch er sich um eine sachgerechte und gewissenhafte Erfüllung der Erklärungspflichten bemühen (ständige Rechtsprechung - siehe nur BFH-Urteil vom 25.11.1983 VI R 8/82, BFHE 140, 18 , BStBl II 1984, 256, m. w. N.; BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109).Grobe Fahrlässigkeit ist anzunehmen, wenn die in Pflicht genommene Person die ihr nach ihren persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zuzumutende Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (ständige Rechtsprechung - siehe nur BFH-Urteil vom 09.05.2001 XI R 25/99, BFHE 195, 545 , BStBl II 2002, 817, m. w. N.; BFH-Urteil vom 26.08.1987 I R 144/86, BFHE 151, 299, BStBl II 1988, 109; BFH-Urteil vom 03.02.1983 IV R 153/80, BFHE 137, 547 , BStBl II 1983, 324, m. w. N.).
- BFH, 09.03.1990 - VI R 19/85 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BFH, 09.11.2011 - X R 53/09
Änderung eines Steuerbescheids gem. § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO
- BFH, 27.06.1991 - V R 9/86
Hinterziehungszinsen aufgrund von Veruntreuung der Mandantengelder durch …
- BFH, 13.09.1990 - V R 110/85
Änderung der Umsatzsteuer- Festsetzung wegen neuer Tatsachen
- BFH, 12.07.2005 - X B 104/04
NZB: Zulassungsgründe
- FG München, 19.01.2004 - 13 K 2294/00
Grobe Fahrlässigkeit i.S. des § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO; Einkommensteuer …
- BFH, 17.02.2005 - X B 178/03
NZB: rechtliches Gehör
- BFH, 28.08.1992 - VI R 93/89
- BFH, 22.11.1988 - VII R 24/86
- FG Rheinland-Pfalz, 13.12.2010 - 5 K 2099/09
Eingabefehler bei Elster-Verfahren
- BFH, 28.07.2011 - IX B 47/11
Grob schuldhaftes Handeln i. S. d. § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO - Keine …
- FG Düsseldorf, 22.04.2009 - 7 K 1951/07
Abzug von Finanzierungsaufwendungen als Sonderwerbungskosten; Änderung; Neue …
- FG Köln, 12.12.1997 - 9 K 1208/96
Neue Tatsachen bei nicht beantragten Freibeträgen?
- FG Düsseldorf, 07.07.2010 - 7 K 369/10
Beschränkte Steuerpflicht; Widerstreit zwischen inländischer und ausländischer …
- FG Köln, 16.03.2000 - 6 K 2223/96
Bestandskraft der Anrechnungsverfügung bzgl. in der Schweiz
- FG München, 11.09.2009 - 10 K 2536/08
Grobes Verschulden eines Steuerberaters bei ungeprüfter Übernahme von …
- FG Thüringen, 01.04.1998 - I 82/98
Zulässigkeit einer Korrektur des Feststellungsbescheides bzw. Wiedereinsetzung in …
- FG Hamburg, 08.10.2001 - III 164/01
Zur Zulässigkeit einer Abrechnung nach § 130 Abs. 2 Nr. 4 AO
- FG Saarland, 05.09.2006 - 1 K 152/03
Grobe Fahrlässigkeit bei neuen, steuermindernden Tatsachen (§ 173 Abs. 1 …
- FG München, 29.04.2003 - 2 K 2286/02
Keine Änderung nach § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO (1977) bei grob …
- FG Bremen, 17.12.2003 - 2 K 539/02
Erhöhte Anforderungen an das Ausscheiden groben Verschuldens i.S. des § 173 …
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