Rechtsprechung
| BFH, 29.08.1969 - III R 86/68 |
Volltextveröffentlichungen
Kurzfassungen/Presse
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 97, 226
- NJW 1970, 1439
- BStBl II 1970, 89
Wird zitiert von ... (24)
- BFH, 22.06.2010 - VIII R 38/08
Wirksamkeit einer Klage mit eingescannter Unterschrift - Anforderungen an die …
Des Weiteren soll das aus dem Schriftformerfordernis abgeleitete Gebot einer Unterschrift des Erklärenden sicherstellen, dass das Schriftstück keinen Entwurf betrifft, sondern mit Wissen und Wollen des Erklärenden an das Gericht gesandt wurde (vgl. GmS-OGB, Beschluss vom 30. April 1979 GmS-OGB 1/78, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1980, 172; BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; Beschluss des Großen Senats des BFH vom 5. November 1973 GrS 2/72, BFHE 111, 278, BStBl II 1974, 242;… BFH-Urteil vom 17. Dezember 1998 III R 101/96, BFH/NV 1999, 967;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2002, 1597).b) Dieses Unterschriftserfordernis ist gewahrt, wenn ein Rechtsbehelf oder ein anderer sog. bestimmender Schriftsatz nach Maßgabe des § 126 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs von dem Rechtsbehelfsführer bzw. Verfasser oder seinem jeweiligen Verfahrensbevollmächtigten (BFH-Urteil vom 18. Mai 1972 V R 149/71, BFHE 106, 7, BStBl II 1972, 771) eigenhändig --handschriftlich-- unterschrieben (vgl. BFH-Urteile in BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; vom 7. August 1974 II R 169/70, BFHE 113, 490, BStBl II 1975, 194;… BFH-Beschlüsse vom 24. Januar 1994 V R 137/93, BFH/NV 1995, 312;… vom 15. Januar 2002 X B 143/01, BFH/NV 2002, 669) und mit einer solchen Unterschrift vor Ablauf der Klagefrist bei Gericht vorgelegt wurde (vgl. §§ 47 Abs. 1, 116 Abs. 2, 120 Abs. 1, 129 Abs. 1 FGO;… BFH-Beschluss in BFH/NV 2002, 1597).
aa) Für die vergleichbare Form der Unterschrift durch Verwendung eines Faksimilestempels hat die ältere BFH-Rechtsprechung grundsätzlich die Wirksamkeit der Erklärungen verneint (BFH-Urteile in BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89; in BFHE 113, 490, BStBl II 1975, 194; ebenso Bundesarbeitsgericht --BAG--, Urteil vom 5. August 2009 10 AZR 692/08, NJW 2009, 3596; vgl. aber BFH-Urteil vom 19. September 1974 IV R 24/74, BFHE 113, 416, BStBl II 1975, 199 zur Wirksamkeit einer Klageschrift in Form eines Matrizenabzugs und damit nur auf der Matrize im Original enthaltenen Unterschrift).
- BFH, 18.12.1970 - III R 32/70 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BFH, 05.11.1973 - GrS 2/72
FGO § 11 Abs. 2 S. 2, Abs. 3, § 56 Abs. 1, 2, § 120 Abs. 1; FGO …
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- BFH, 19.09.1974 - IV R 24/74
FGO § 64 Abs. 1 Satz 1
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - FG Nürnberg, 30.10.2003 - VI 344/02
Eigenhändige Unterschrift
Weiter soll damit die verläßliche Zurechenbarkeit des Schriftsatzes sichergestellt werden und gewährleistet sein, daß die Erklärung von einer bestimmten Person herrührt und diese für den Inhalt die Verantwortung übernimmt (vgl. BVerwG-Urteil in BVerwGE 81, 32 ; s. auch Senatsurteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89, sowie BFH-Urteil vom 13. Dezember 1984 IV R 274/83, BFHE 143, 198, BStBl 111985, 367).".1.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BStBl II 1970, 89; ebenso BVerwG-Urteil vom 6. Dezember 1988 9 C 40/87 Neue Juristische Wochenschrift -NJW- 1989, 1175 ) würde das Fehlen der eigenhändigen Unterschrift die Klageerhebung nur dann nicht unwirksam machen, wenn aus der Klageschrift selbst oder aus dieser beigefügten und eigenhändig unterschriebenen Schriftstücken - wie etwa aus einer gesondert geschriebenen und eigenhändig unterschriebenen, aber mit der Klageschrift zusammen eingereichten Klagebegründung oder aus einem gleichzeitig eingereichten und eigenhändig unterschriebenen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung nach § 69 Abs. 3 FGO - zweifelsfrei geschlossen werden könnte, dass die Klageschrift mit Wissen und Willen des Klägers oder dessen Prozessbevollmächtigten eingereicht worden ist.
Selbst wenn man - abweichend von dem BFH-Urteil vom 29. August 1969, BStBl II 1970, 89 >92< ("ein Irrtum über die Notwendigkeit der eigenhändigen Unterschrift wäre ein Rechtsirrtum, der keinen Wiedereinsetzungsgrund darstellt") - ausnahmsweise einen Wiedereinsetzungsgrund annehmen würde (vgl. Gräber/Koch § 56 Rz 20 "Unterschrift"), so scheitert der Antrag auf jeden Fall am Verschulden und an der Verfristung.
Ist dieses Formerfordernis bis zum Ablauf der Klagefrist nicht erfüllt, so ist keine rechtswirksame Klage erhoben (BFH-Urteil vom 29. August 1969, BStBl II 1970, 89 >92<, vgl. auch Hellwig in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung (Stand Juli 2003), § 64 FGO Rz. 5).
- FG Nürnberg, 30.10.2003 - VI 346/02
Erfordernis der eigenhändigen Unterschrift bei Klageerhebung
Weiter soll damit die verläßliche Zurechenbarkeit des Schriftsatzes sichergestellt werden und gewährleistet sein, daß die Erklärung von einer bestimmten Person herrührt und diese für den Inhalt die Verantwortung übernimmt (vgl. BVerwG-Urteil in BVerwGE 81, 32 ; s. auch Senatsurteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89, sowie BFH-Urteil vom 13. Dezember 1984 IV R 274/83, BFHE 143, 198, BStBl II 1985, 367 ).".- 1.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BStBl II 1970, 89; ebenso BVerwG-Urteil vom 6. Dezember 1988 9 C 40/87 Neue Juristische Wochenschrift, -NJW- 1989; 175) würde das Fehlen der eigenhändigen Unterschrift die Klageerhebung nur dann nicht unwirksam machen, wenn aus der Klageschrift selbst oder aus dieser beigefügten und eigenhändig unterschriebenen Schriftstücken - wie etwa aus einer gesondert geschriebenen und eigenhändig unterschriebenen, aber mit der Klageschrift zusammen eingereichten Klagebegründung oder aus einem gleichzeitig eingereichten und eigenhändig unterschriebenen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung nach § 69 Abs. 3 FGO - zweifelsfrei geschlossen werden könnte, dass die Klageschrift mit Wissen und Willen des Klägers oder dessen Prozessbevollmächtigten eingereicht worden ist.
Selbst wenn man - abweichend von dem BFH-Urteil vom 29. August 1969, BStBl II 1970, 89 >92< ("ein Irrtum über die Notwendigkeit der eigenhändigen Unterschrift wäre ein Rechtsirrtum, der keinen Wiedereinsetzungsgrund darstellt") - ausnahmsweise einen Wiedereinsetzungsgrund annehmen würde (vgl. Gräber/Koch § 56 Rz 20 "Unterschrift"), so scheitert der Antrag, auf jeden Fall am Verschulden und an der Verfristung.
Ist dieses Farmerfordernis bis zum Ablauf der Klagefrist nicht erfüllt, so ist keine rechtswirksame Klage erhoben, (BFH-Urteil vom 29. August 1969, BStBl II 1970, 89 >92<, vgl. auch Hellwig in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung (Stand Juli 2003), § 64 FGO Rz. 5).
- BFH, 17.12.1998 - III R 87/96
Investitionszulagenantrag per Telefax
Weiter soll damit die verläßliche Zurechenbarkeit des Schriftsatzes sichergestellt werden und gewährleistet sein, daß die Erklärung von einer bestimmten Person herrührt und diese für den Inhalt die Verantwortung übernimmt (vgl. BVerwG-Urteil in BVerwGE 81, 32; s. auch Senatsurteil vom 29. August 1969 III R 86/68, BFHE 97, 226, BStBl II 1970, 89, sowie BFH-Urteil vom 13. Dezember 1984 IV R 274/83, BFHE 143, 198, BStBl II 1985, 367). - BFH, 15.01.1971 - III R 127/69 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BFH, 18.05.1972 - V R 1/71 Der Mangel kann nicht durch spätere Erklärungen geheilt werden ( BFH-Urteil III R 86/68 vom 29. August 1969, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 97 S. 226, 231f, - BFH 97, 226, 231f. -, BStBl 1970 II S. 89; BVerwG-Beschluß VI B 2 u. 7.61 vom 27. Oktober 1961, Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts Bd. 13 S. 141 - BVerwGE 13, 141), es sei denn, daß nach Gewährung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand die Nachholung einer ordnungsmäßigen Klageerhebung anerkannt werden kann.
So hat der BFH in ständiger Rechtsprechung die telegrafische Einlegung der Klageschrift anerkannt; er hat auch zustimmend zur Auffassung des BVerfG in Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Bd. 15 S. 288 (291) geäußert, daß ein eigenhändig unterschriebenes Begleitschreiben zu einem nicht unterschriebenen bestimmenden Schriftsatz geeignet sein könne, die Schriftlichkeit des Schriftsatzes im Sinne des Prozeßrechts herbeizuführen ( BFH-Urteil III R 86/68 vom 29. August 1969, BFH 97, 226, BStBl 1970 II S. 89).
- BFH, 14.07.1971 - I R 15/71 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BFH, 30.05.1984 - I R 2/84
Anforderungen an die Schriftform einer Revision
- BFH, 17.12.1998 - III R 101/96
InvZul-Antrag; Übermittlung per Telefax
- BGH, 15.11.1988 - XI ZB 3/88
Unterzeichnung des Empfangsbekenntnisses
- BFH, 14.07.1971 - II S 15/71
- BFH, 24.07.1973 - IV R 204/69
- BFH, 07.08.1974 - II R 169/70
FGO § 64 Abs. 1 Satz 1
- BFH, 24.11.1971 - I R 116/71
- BFH, 14.01.1972 - III R 88/70
- BFH, 18.05.1972 - V R 149/71
- BFH, 14.07.1971 - I R 60/71
- BFH, 27.10.1972 - III B 15/72
- BFH, 10.05.1977 - VII R 86/76
BFH-EntlastG Art. 1 Nr. 1
- FG Sachsen, 20.09.2002 - 1 K 665/02
- FG Sachsen-Anhalt, 20.09.2002 - 1 K 665/02
Nicht handschriftlich unterschriebene Klage unzulässig; Haftung
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