Rechtsprechung
| BGH, 03.02.1975 - II ZR 128/73 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Alpmann Schmidt
- Institut für Deutsches und Europäisches Unternehmensrecht
Haftung des GmbH-Geschäftsführers, wenn er den Firmenzusatz "mbH" nicht hinzufügt
- Jurion
Kurzfassungen/Presse (2)
- reference-global.com (Leitsatz und Auszüge)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
Anwendung der Auslegungsregel bei möglichem Handeln im fremden Namen
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 64, 11
- NJW 1975, 1166
- NJW 1975, 1511 (Ls.)
- MDR 1975, 647
- WM 1975, 441
- BB 1975, 621
- BB 1975, 623
- JR 1975, 459
Wird zitiert von ... (59)
- BGH, 29.02.1996 - IX ZR 153/95
Wirksamkeit eines durch Blankounterschrift erteilten Bürgschaftsversprechens; …
Das Berufungsgericht hat beachtet, daß auf das Unternehmen hinweisende Zusätze im Zusammenhang mit der Unterschrift im Zweifel darauf hindeuten, daß nur eine auf den Betriebsinhaber bezogene Verpflichtung übernommen wird (vgl. BGHZ 64, 11, 14 f;… BGH, Urt. v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, NJW 1990, 2678; v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, NJW 1991, 2627). - BGH, 15.01.1990 - II ZR 311/88
Person des Vertragspartners bei unternehmensbezogenen Geschäften mit einer GmbH; …
Nach dieser vom Senat in ständiger Rechtsprechung angewandten Auslegungsregel (vgl. BGHZ 62, 217, 219 ff.; 64, 11, 14 ff.; 91, 148, 152; 92, 259, 268;… Urt. v.1. Juni 1981 - II ZR 1/81, WM 1981, 873 = NJW 1981, 25, 69; v. 12. Dezember 1983 - II ZR 238/82, NJW 1984, 1347 f.) geht bei unternehmensbezogenen Geschäften der Wille der Beteiligten im Zweifel dahin, daß Vertragspartei der Inhaber des Unternehmens und nicht der für das Unternehmen Handelnde werden soll.Ein solcher Vertrauenstatbestand kann mit den bezeichneten Rechtsfolgen, wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat (vgl. BGHZ 62, 216, 222 ff.; 64, 11, 16 ff.;… Urt. v.1. Juni 1981 - II ZR 1/81, aaO.), auch dadurch begründet werden, daß der für das Unternehmen Handelnde unter Verstoß gegen § 4 Abs. 2 GmbHG mit einer Firma zeichnet, ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz hinzuzufügen, der klarstellt, daß der Firmeninhaber eine GmbH ist.
Wenn der Senat in seinem Urteil vom 3. Februar 1975 (BGHZ 64, 11, 18) ausgesprochen hat, eine Vertrauenshaftung des Geschäftsführers der GmbH wegen des von ihm geschaffenen Rechtsscheins einer persönlichen Haftung werde jedenfalls dann begründet, wenn das für die Haftung tatsächlich zur Verfügung stehende beschränkte Gesellschaftsvermögen zur Befriedigung letzten Endes nicht ausreiche, so beruht dies allein darauf, daß der Senat in dem damals zu entscheidenden Fall keinen Anlaß hatte, sich mit einem anders gelagerten Sachverhalt auseinanderzusetzen: Die unternehmenstragende GmbH befand sich im Konkurs.
Dies darzulegen und zu beweisen ist Sache des Beklagten als desjenigen, der durch Verstoß gegen § 4 Abs. 2 GmbHG den Rechtsschein erzeugt hat und dessen Rechtsfolgen nicht gegen sich gelten lassen will (vgl. BGHZ 64, 11, 18 f.;… Urt. v.1. Juni 1981 - II ZR 1/81, aaO.).
- BGH, 31.07.2012 - X ZR 154/11
Rechtsscheinhaftung des vermeintlichen Mitinhabers
aa) Bei unternehmensbezogenen Rechtsgeschäften geht der Wille der Beteiligten im Zweifel dahin, dass der Inhaber des Unternehmens, in dessen Tätigkeitsbereich das rechtsgeschäftliche Handeln fällt, und nicht der für das Unternehmen Handelnde der Vertragspartner werden soll (vgl. BGH, Urteile vom 3. Februar 1975 - II ZR 128/73, BGHZ 64, 11, 14;… vom 15. Januar 1990, aaO unter II 1.; vom 18. Mai 1998 - II ZR 355/95, NJW 1998, 2897 unter 2 a;… vom 18. Dezember 2007 - X ZR 137/04, NJW 2008, 1214 Rn. 11; jeweils mwN).Weiterhin bezweckt dieser Auslegungsgrundsatz, jemanden, der als Stellvertreter handeln wollte, vor einer Verpflichtung als Vertragspartner zu bewahren, wenn er seine Vertreterstellung nicht ausdrücklich hervorgehoben hat, der Unternehmensbezug des Rechtsgeschäfts aber hinreichend deutlich zu erkennen war (vgl. dazu BGH, Urteil vom 3. Februar 1975, aaO).
- BGH, 12.06.2012 - II ZR 256/11
Nicht existente Firma: Rechtsscheinhaftung des Handelnden
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats, kann es zur Haftung des Handelnden kraft Rechtsscheins entsprechend § 179 BGB führen, wenn dieser im Rahmen geschäftlicher Verhandlungen oder bei Vertragsabschlüssen für eine GmbH die Firma unter Weglassen des Zusatzes "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" oder "GmbH" zeichnet (vgl. BGH, Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 128/73, BGHZ 64, 11, 16 f.; Urteil vom 7. Mai 1984 - II ZR 276/83, BGHZ 91, 148, 152;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 84/05, ZIP 2007, 908 Rn. 9, 14, 17;… Beschluss vom 22. Februar 2011 - II ZR 301/08 Rn. 2 - [...]).Dem entspricht als Ausgleich die Vertrauenshaftung dessen, der die erforderliche Aufklärung nicht vornimmt (BGH, Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 128/73, BGHZ 64, 11, 17 f.; Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 142/73, WM 1975, 742, 743; Urteil vom 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, ZIP 1981, 983, 984; Urteil vom 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, WM 1990, 600, 601 f.; Urteil vom 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, ZIP 1991, 1004, 1005).
Wenn der Beklagte zu 2 die Rechtsscheinfolgen nicht gegen sich gelten lassen will, muss vielmehr er darlegen und beweisen, dass sein Vertragsgegner die wahren Verhältnisse kannte oder kennen musste oder dass diese für ihn im konkreten Fall keine Rolle gespielt haben (BGH, Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 128/73, BGHZ 64, 11, 18 f.; Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 142/73, WM 1975, 742, 743; Urteil vom 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, ZIP 1981, 983, 984 f.; Urteil vom 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, WM 1990, 600, 602).
- BGH, 13.10.1994 - IX ZR 25/94
Darlegungs- und Beweislast bei Berufung auf Unternehmensbezogenheit einer …
Dies ist bisher nur angenommen worden, wenn entweder der Ort des Vertragsschlusses (…vgl. BGH, Urt. v. 12. Dezember 1983 - II ZR 238/82, NJW 1984, 1347, 1348; OLG Köln MDR 1993, 852, 853) oder hinreichende Zusätze in Zusammenhang mit der Unterschrift (vgl. BGHZ 64, 11, 14 f;… BGH, Urt. v. 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, NJW 1981, 2569;… v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, aaO.; v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, WM 1991, 1505) auf das betreffende Unternehmen hinwiesen, oder wenn die Leistung vertraglich für den Betrieb des Unternehmens bestimmt war (vgl. RGZ 30, 77, 78; RG JW 1921, 1309, 1310; BGHZ 62, 216, 219; OLG Stuttgart NJW 1973, 629, 630).Dann geht es nicht nur um die Frage, wer Inhaber des übereinstimmend gewollten Vertragspartners ist, sondern um die Vorfrage, wer überhaupt Vertragspartner sein soll; dafür gilt § 164 Abs. 2 BGB (vgl. BGHZ 64, 11, 15).
- BGH, 09.03.1981 - II ZR 54/80
Haftung der Gesellschafter der Vor-GmbH - Kein Vorbelastungsverbot, sondern …
Tritt eine GmbH & Co. KG im Rechtsverkehr unter einer Firma auf, die keinen Hinweis auf die Beteiligung einer juristischen Person enthält und deshalb den Eindruck erweckt, es stehe mindestens ein Gesellschafter mit seinem gesamten Privat- vermögen unbeschränkt für Geschäftsschulden ein, so kann der Geschäftsführer der Komplementär-GmbH unter Umständen einem Geschäftspartner aus veranlaßtem Rechtsschein haften (BGHZ 62, 216, 222 f; 64, 11, 17 ff). - BGH, 24.06.1991 - II ZR 293/90
Rechtsscheinhaftung bei Fortlassung des Formzusatzes
Ein solcher Vertrauenstatbestand kann nach ständiger Senatsrechtsprechung auch dadurch begründet werden, daß der für das Unternehmen Handelnde unter Verstoß gegen § 4 Abs. 2 GmbHG mit einer Firma - auch einer Sachfirma oder einer unzulässigen Firma - zeichnet, ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz hinzuzufügen, der klarstellt, daß der Firmeninhaber eine GmbH ist (vgl. BGHZ 62, 216, 222 f.; 64, 11, 16 ff.;… Urt. v. 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, WM 1981, 873;… v. 15. Januar 1990 aaO).Wird die Firma des Unternehmens gesetzwidrig ohne den klarstellenden GmbH-Zusatz gezeichnet, so kann dadurch u.U. das berechtigte Vertrauen hervorgerufen werden, der Firmeninhaber und Unternehmensträger sei keine Kapitalgesellschaft oder sonstige nur mit einer beschränkten Vermögensmasse haftende juristische Person, sondern ein Einzelunternehmer oder eine Personengesellschaft ohne Haftungsbeschränkung (so grundlegend BGHZ 64, 11, 17 f.).
- BGH, 12.07.2000 - VIII ZR 99/99
Zustandekommen eines Scheckbegebungsvertrages
aa) Bei der Auslegung des Scheckbegebungsvertrages gilt die allgemeine Regel, daß unter Berücksichtigung aller auch außerhalb der Scheckurkunde liegenden Umstände der Inhalt der Parteierklärungen zu ermitteln ist (BGH, Urteil vom 28. Januar 1992 - XI ZR 149/91, WM 1992, 567 unter II 2; BGH, Urteil vom 23. Oktober 1990 - XI ZR 113/89, NJW-RR 1991, 229 unter II 1; zum Wechselbegebungsvertrag BGHZ 64, 11, 14 ff;… siehe auch Baumbach/ Hefermehl, Wechselgesetz und Scheckgesetz, 21. Aufl., Einleitung WG Rdnr. 58;… Einleitung SchG Rdnr. 16). - OLG Düsseldorf, 30.11.2010 - 24 U 48/10
Rechtsanwälte - Anwaltsdienstvertrag: Unternehmensbezogenes Geschäft!
Nach der vom Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung angewandten Auslegungsregel geht bei unternehmensbezogenen Geschäften der Wille der Beteiligten im Zweifel dahin, dass Vertragspartei der Inhaber des Unternehmens und nicht der für das Unternehmen Handelnde werden soll (vgl. BGH, NJW 1990, 2678; BGHZ 62, 216, 219 ff.; 64, 11, 14 ff.; 91, 148, 152; 92, 259, 268; BGH, WM 1981, 873; NJW 1984, 1347).Keine Rolle spielt auch, ob der Vertragspartner den Handelnden selbst als Geschäftspartner ansieht oder nicht (…vgl. MüKo/Mayer, GmbHG, § 4 Rdn. 10 m.w.N.; BGH, NJW 1996, 1053; BGHZ 62, 216, 221; 64, 11, 15; 91, 148, 152/153; 92, 259, 268).
Die Haftung des Handelnden nach Rechtsscheinsgrundsätzen setzt aber weiter voraus, dass der Vertragspartner die wahren Verhältnisse weder gekannt hat noch hätte erkennen müssen (BGH, NJW 1981, 2569, 2570; NJW 1975, 1166).
- BGH, 28.01.1992 - XI ZR 149/91
Scheckrechtliche Verpflichtung einer Gesellschaft bei Ausstellung eines auf das …
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - BGH, 08.10.1984 - II ZR 223/83
E-f
- BGH, 18.01.1996 - III ZR 121/95
Haftung des vollmachtlosen Vertreters bei Handeln für eine nicht existierende …
- OLG Celle, 14.03.1990 - 9 U 3/89
ZPO § 518 Abs. 2, § 515 Abs. 3
- BAG, 31.01.1996 - 2 AZR 273/95
Betriebsratsanhörung
- BGH, 08.05.1978 - II ZR 97/77
Publizität des Handelsregisters; persönliche Haftung der GmbH-Geschäftsführer …
- BGH, 17.12.1987 - VII ZR 299/86
Vertragsabschluß durch Vertreter
- BGH, 09.01.1995 - II ZR 24/94
Veräußerung des gesamten Vermögens einer Kommanditgesellschaft
- BGH, 08.07.1996 - II ZR 258/95
Rechtsscheinhaftung wegen Handelns für eine juristische Person
- BGH, 19.12.1977 - II ZR 202/76
Betrieb einer Gaststätte als Grundhandelsgewerbe
- BGH, 27.04.1983 - VIII ZR 328/81
- BGH, 30.11.1993 - XI ZR 8/93
Wirksamkeit eines Wechselakzepts
- BGH, 11.12.1978 - II ZR 235/77
Mängelbeseitigungspflicht auch des persönlich haftenden Gesellschafters; …
- BGH, 12.12.1983 - II ZR 238/82
Vertretung der Bank bei Wertpapierkäufen
- OLG Brandenburg, 24.02.1999 - 3 U 154/98
- BGH, 30.06.1983 - VII ZR 185/81
Wirksamkeit von Vertragserklärungen, Voraussetzungen der Abnahme, Umfang des …
- OLG Köln, 04.02.2005 - 20 U 78/04
- OLG Naumburg, 20.09.1996 - 6 U 82/96
Rechtsscheinhaftung des GmbH-Stellvertreters
- BGH, 28.02.1985 - III ZR 183/83
- OLG Naumburg, 20.09.1996 - 6 U 82/95
Handeln für eine GmbH bei Unterzeichnung ohne GmbH-Zusatz
- BGH, 18.12.1980 - III ZR 155/79
- LG Kleve, 22.04.2010 - 6 S 142/09
Mietrecht - Haftung bei unklarer Rechtsform eines Unternehmens als Mieter
- OLG Düsseldorf, 05.11.2002 - 24 U 32/02
Zur Frage der persönlichen Haftung aus einem Mietvertrag, den der Vertreter einer …
- BGH, 06.04.1995 - III ZR 52/94
- OLG Karlsruhe, 07.04.2004 - 7 U 189/03
Stellvertretung: Voraussetzung für eine unbeschränkte persönliche …
- BGH, 23.10.1990 - XI ZR 113/89
Grenzen der Beweiswürdigung - Auslegung einer Scheckurkunde
- OLG Düsseldorf, 28.11.2002 - 23 U 263/01
Person des Vertragspartners bei betriebsbezogenen Geschäften
- BGH, 17.12.1985 - KZR 4/85
- OLG Dresden, 09.02.2005 - 8 U 2037/04
Anwendung der Grundsätze zum unternehmensbezogenen Geschäft
- OLG Düsseldorf, 09.01.2012 - 24 U 160/11
Mietrecht - Unternehmensbezogener Mietvertrag: Wer ist Vertragspartner?
- BGH, 17.04.1980 - VII ZR 120/79
Vertragsabschluß mit Vertreter
- OLG Köln, 18.08.1994 - 1 U 14/94
Haftung des zeichnenden Geschäftsführers bei ungenauer Bezeichnung des …
- BGH, 13.10.1975 - II ZR 115/74
Scheckausstellung durch Vertreter ohne Vertreterzusatz
- BGH, 16.12.1992 - IV ZR 53/92
- BGH, 09.11.1978 - II ZR 114/77
- OLG Köln, 23.11.1994 - 13 U 76/94
Unternehmensbezogener Kfz-Reparaturauftrag und Rechtsscheinhaftung
- OLG Celle, 05.02.1997 - 13 U 144/96
Vertretung bei unternehmensbezogenen Geschäften
- BGH, 18.10.1976 - II ZR 194/75
- BGH, 16.11.1978 - II ZR 12/78
- BGH, 23.09.1985 - II ZR 284/84
- ArbG Suhl, 07.01.2002 - 5 Ca 1435/01
- LG Duisburg, 28.01.2002 - 2 O 198/00
- OLG Düsseldorf, 28.11.2002 - 23 U 263/02
Werkvertrag - Objektiv unternehmensbezogenes Geschäft
- BGH, 12.06.1975 - II ZR 194/74
- BGH, 13.10.1975 - II ZR 159/74
- BGH, 03.05.1976 - II ZR 93/75
- BGH, 17.04.1978 - II ZR 18/77
- BGH, 13.10.1975 - II ZR 197/74
- BGH, 13.10.1975 - II ZR 88/75
- BGH, 13.10.1975 - II ZR 198/74
