Rechtsprechung
| BGH, 08.05.1996 - XII ZR 8/95 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Jurion
- archive.org
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Anforderungen an die Individualisierung des Anspruchs in einem Mahnbescheid
Kurzfassungen/Presse
- recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1996, 2152
- MDR 1996, 932
- FamRZ 1996, 853
- Rpfleger 1996, 467
Wird zitiert von ... (47)
- BGH, 27.11.2003 - VII ZR 288/02
Architekten & Ingenieure - Wann beginnt Verjährung einer Honorarschlussrechnung?
Daran ändert nichts, daß die Sache nicht alsbald an das Landgericht abgegeben worden ist (BGH, Urteil vom B. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152). - BGH, 30.11.1999 - VI ZR 207/98
Verfahrensrecht - Verwertung von verfahrensunabhängigen Zeugenaussagen
Zur Unterbrechung der Verjährung muß der Anspruch durch seine Kennzeichnung von anderen Ansprüchen so unterschieden und abgegrenzt werden können, daß er über einen Vollstreckungsbescheid Grundlage eines Vollstreckungstitels sein kann und dem Schuldner die Beurteilung möglich ist, ob er sich gegen den Anspruch zur Wehr setzen will oder nicht (st. Rspr., vgl. z.B. BGH, Urteile vom 17. Dezember 1992 - VII ZR 84/92 - NJW 1993, 862, 863; vom 28. Oktober 1993 - IX ZR 21/93 - NJW 1994, 323, 324; vom 18. Mai 1995 - VII ZR 191/94 - NJW 1995, 2230, 2231 und vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95 - NJW 1996, 2152, 2153).Wann diesen Anforderungen genüge getan ist, kann nicht allgemein und abstrakt festgelegt werden; vielmehr hängen Art und Umfang der erforderlichen Angaben im Einzelfall von dem zwischen den Parteien bestehenden Rechtsverhältnis und der Art des Anspruchs ab (vgl. BGH, Urteile vom 5. Dezember 1991 - VII ZR 106/91 - NJW 1992, 1111 und vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95 - aaO).
Die insoweit erforderliche Substantiierung eines Schadensersatzanspruchs kann im Laufe des Rechtsstreits beim Übergang in das streitige Verfahren nachgeholt werden, und zwar auch dann noch, wenn der Anspruch ohne die Unterbrechungswirkung des Mahnbescheids bereits verjährt gewesen wäre (vgl. hierzu BGH, Urteile vom 7. Juli 1978 - I ZR 134/76 - WM 1978, 1296, 1297; vom 2. März 1979 - I ZR 29/77 - VersR 1979, 764 und vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95 - aaO).
Voraussetzung für die Fortdauer der Unterbrechungswirkung ist es, daß im Laufe des Rechtsstreits aufgegliedert wird, aus welchen Teilbeträgen von Forderungen sich die geltend gemachte Klagesumme zusammensetzt, so daß die gebotene Bestimmtheit des Klageantrags nachträglich herbeigeführt wird (vgl. BGH, Urteil vom 3. April 1996 - VIII ZR 315/94 - NJW-RR 1996, 885, 886; siehe hierzu auch BGH, Urteil vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95 - aaO).
- BGH, 17.10.2000 - XI ZR 312/99
Mahnbescheid mit mehreren Forderungen: Als Titel nur bei hinreichender …
Er muß durch seine Kennzeichnung von anderen Ansprüchen so unterschieden und abgegrenzt werden, daß er Grundlage eines der materiellen Rechtskraft fähigen Vollstreckungstitels sein und der Schuldner erkennen kann, welcher Anspruch oder welche Ansprüche gegen ihn geltend gemacht werden, damit er beurteilen kann, ob und in welchem Umfang er sich zur Wehr setzen will (vgl. BGH, Urteile vom 5. Dezember 1991 - VII ZR 106/91, WM 1992, 493, 494; vom 28. Oktober 1993 - IX ZR 21/93, WM 1994, 33, 35; vom 18. Mai 1995 - VII ZR 191/94, WM 1995, 1413, 1414; vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153 und vom 30. November 1999 - VI ZR 207/98, WM 2000, 686, 687 f.).In einem solchen Fall wird die Verjährung aller im Mahnbescheid ausreichend bezeichneten Einzelforderungen bis zur Höhe des geltend gemachten Teilbetrages unterbrochen (vgl. auch BGH, Urteile vom 19. November 1987 - VII ZR 189/86, WM 1988, 278, 279 und vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153).
Die von Vollkommer zitierten Entscheidungen des Bundesgerichtshofs betreffen entweder die nachgeholte Aufgliederung einer Teilklage, der mehrere Ansprüche zugrunde liegen (BGHZ 11, 192, 195; 112, 367, 370; BGH, Urteile vom 13. Juli 1959 - III ZR 27/58, NJW 1959, 1819, 1820; vom 22. Mai 1984 - VI ZR 228/82, NJW 1984, 2346, 2347 und vom 19. November 1987 - VII ZR 189/86, WM 1988, 278, 279) oder enthalten die Klarstellung, daß schon vor der Spezifizierung ein ausreichend bestimmter Klagegegenstand vorgelegen habe (BGH, Urteile vom 22. Mai 1967 - II ZR 87/65, NJW 1967, 2210, 2211 und vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153).
- BGH, 07.01.2008 - II ZR 283/06
Insolvenzrecht - Abtretung von Masseforderung an Insolvenzverwalter
- BGH, 10.07.2008 - IX ZR 160/07
Bauvertrag - Hinreichende Bezeichnung im Mahnbescheid
Nur dann, wenn ein solches Schriftstück dem Schuldner bereits bekannt ist, braucht es dem Mahnbescheid nicht in Abschrift beigefügt zu werden (vgl. BGH, Urt. v. 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152 f;… v. 23. Januar 2008 - VIII ZR 46/07, NJW 2008, 1220, 1221 Rn. 18). - BGH, 21.10.2008 - XI ZR 466/07
Bankrecht - Geltendmachung von Teilbetrag in Mahnbescheid: Verjährungshemmung?
Soweit der Bundesgerichtshof zu § 209 Abs. 2 Nr. 1 BGB in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung entschieden hat, dass die Verjährung aller im Mahnbescheid ausreichend bezeichneten Einzelforderungen bis zur Höhe des geltend gemachten Teilbetrages unterbrochen werde und deshalb eine Nachholung der Aufschlüsselung der Einzelforderungen im weiteren Verlauf des Verfahrens jederzeit zulässig sei (vgl. Senatsurteil vom 17. Oktober 2000 - XI ZR 312/99, WM 2000, 2375, 2377 und BGH, Urteil vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153, jeweils m.w.Nachw.), ist der erkennende Senat hieran nicht gebunden. - BGH, 23.01.2008 - VIII ZR 46/07
Mietrecht - Individualisierung eines Schadensersatzanspruchs
Die zulässige Bezugnahme auf das vorprozessuale Schreiben vom 19. März 2004, das dem Mahnbescheid nicht in Abschrift beigefügt zu sein brauchte (siehe BGH, Urteil vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, unter 2 b bb), vermittelte den Beklagten die erforderlichen Erkenntnisse, dass und wofür die Klägerin jeweils in welcher Höhe Schadensersatzforderungen erhebt. - BGH, 17.11.2005 - IX ZR 8/04
Verfahrensrecht - Rechtsbeistand muss Rechtsnachteil der Verjährung abwenden
Der Anspruch muss so gegenüber anderen Ansprüchen abgegrenzt werden, dass er Grundlage eines der materiellen Rechtskraft fähigen Vollstreckungstitels sein und der Schuldner erkennen kann, welcher Anspruch oder welche Ansprüche gegen ihn geltend gemacht werden, damit er beurteilen kann, ob und in welchem Umfang er sich zur Wehr setzen will (st. Rspr., vgl. BGH, Urt. v. 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152; v. 17. Oktober 2000 - XI ZR 312/99, NJW 2001, 305, 306). - BGH, 09.01.2001 - VI ZR 119/00
Tilgungsreihenfolge bei Sozialversicherungsbeiträgen
- BGH, 13.05.2011 - V ZR 49/10
Schadensrecht - Verjährung von Schadensersatzforderungen
aa) Auch wenn - wie hier - nur ein Teil eines Gesamtanspruchs, dessen Betrag sich aus einzelnen Positionen zusammensetzt, ohne Aufgliederung oder Bezifferung dieser Positionen im Mahnverfahren geltend gemacht wird, unterbrach dies nach dem früheren Verjährungsrecht die Verjährung, und zwar hinsichtlich sämtlicher Positionen bis zur Höhe der mit dem Mahnbescheid verlangten Gesamtsumme; die fehlende Substantiierung konnte im Laufe des streitigen Verfahrens nachgeholt werden, und zwar auch dann noch, wenn der Anspruch ohne die Unterbrechungswirkung der Zustellung des Mahnbescheids bereits verjährt gewesen wäre (BGH, Urteil vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153 mwN).cc) Dass der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in der Entscheidung vom 21. Oktober 2008 (…XI ZR 466/07, NJW 2009, 56, 57 Rn. 22) gemeint hat, wegen des neuen Verjährungsrechts nicht an die Rechtsprechung zu dem früheren Verjährungsrecht (s.o., BGH, Urteil vom 8. Mai 1996 - XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153) gebunden zu sein, und damit Zweifel an der Geltung dieser Rechtsprechung auch für die jetzige Rechtslage zum Ausdruck bringen wollte, steht das der hier vertretenen Ansicht nicht entgegen.
Denn die eher beiläufigen Überlegungen tragen das Urteil nicht, weil der dortige Sachverhalt (Geltendmachung eines Teilbetrags aus zwei Forderungen) ein anderer ist als der, welcher der Entscheidung vom 8. Mai 1996 (XII ZR 8/95, NJW 1996, 2152, 2153) zugrunde liegt (Geltendmachung eines Teils einer einzigen Forderung).
- OLG München, 08.09.2010 - 7 U 2568/10
Restriktive Anwendung des Instituts des faktischen Geschäftsführers im …
- OLG Koblenz, 11.02.2005 - 8 U 141/04
Verfahrensrecht - Verjährungshemmung trotz fehlerhaftem Mahnbescheid!
- BGH, 06.11.2007 - X ZR 103/05
Verfahrensrecht - Wann hemmt ein Mahnbescheid die Verjährung?
- KG, 23.02.2006 - 8 U 164/05
Verfahrensrecht - Wirkungen der Streitverkündung Verhältnis Mieter - Untermieter
- BGH, 21.12.2011 - VIII ZR 157/11
Rechtsmissbräuchliche Verjährungshemmung durch Mahnbescheid?
- OLG Stuttgart, 14.07.2010 - 3 U 253/08
Architekten und Ingenieure -Schadensersatz, Verjährungshemmung, Mahnbescheid
- OLG Düsseldorf, 03.05.2002 - 23 U 152/01
Steuerberaterhonorar und Steuerberaterhaftung- Pauschalvereinbarung - …
- OLG Dresden, 06.09.2006 - 2 U 813/06
Indizielle Wirkung nachvertraglichen Verhaltens; Verjährung bei Vorstandshaftung
- BGH, 11.10.2007 - IX ZR 9/06
Anforderungen an den Nachweis des Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes; Hemmung der …
- OLG Karlsruhe, 17.08.2009 - 1 U 58/09
Verjährung: Anspruchs auf Feststellung des Vorliegens einer unerlaubten Handlung
- OLG Hamm, 22.03.2002 - 30 U 183/01
Verfahrensrecht - Nachfragen wegen fristwahrender Zustellung?
- OLG Brandenburg, 27.08.2009 - 12 U 1/09
Haftung der Vorstandsmitglieder eines Vereins für nicht abgeführte …
- OLG Saarbrücken, 22.04.2008 - 4 U 584/07
Vollstreckbarkeit eines von einer BGB -Gesellschaft erstrittenen Titels im Falle …
- OLG Dresden, 28.10.2009 - 12 U 805/09
Anforderungen an die Individualisierung des Anspruchs im Mahnbescheid
- OLG Frankfurt, 01.07.2004 - 1 U 54/03
Rechtsanwälte - Anwaltlicher Beratungsfehler
- LAG Hamm, 05.12.2003 - 7 Sa 1083/03
Arbeitsverhältnis, unternehmerisches Risiko, Abschlagszahlung, Vorschussleistung, …
- OLG Köln, 12.07.2005 - 9 U 154/04
Keine Hemmung der Verjährung durch unbestimmte Bezeichnung der Hauptforderung in …
- OLG Karlsruhe, 24.01.2007 - 13 U 7/06
Kreditrecht - Verzug vor dem 01.01.2002 führt zur Verjährungshemmung
- OLG Brandenburg, 04.06.2008 - 3 U 113/07
Ansprüche auf Mieterhöhung und rückständigen Mietzins aus einem …
- OLG Köln, 12.09.2000 - 22 U 94/00
Bauvertrag - Zahlungsansprüche aus Schlussrechnung verjährt?
- OLG Dresden, 31.01.2001 - 8 U 1339/00
Verfahrensrecht - Alsbaldige Zustellung eines Mahnbescheides
- OLG Saarbrücken, 01.12.2005 - 8 U 623/04
Verjährungsrecht: Verjährung einer Zinsforderung bei …
- OLG Köln, 23.12.2010 - 19 U 60/10
Verfahrensrecht - Wann ist "demnächst" zugestellt?
- OLG Dresden, 02.12.1999 - 9 U 585/99
Abgrenzung zwischen Akquisitions- und entgeltlicher Tätigkeit eines Architekten
- OLG Düsseldorf, 19.01.2005 - 15 U 32/04
Rechtsanwälte - Haftung bei fehlerhafter Beratung auch wenn kein Schaden?
- OLG Koblenz, 24.02.2005 - 5 U 680/04
Vergütungsanspruch des Rechtsanwalts nach Kündigung des Mandats wegen …
- OLG München, 22.09.1999 - 7 U 3422/99
Ausstellung eines Schecks mit einer Währungsbezeichnung; Unterbrechung der …
- OLG Stuttgart, 07.06.2000 - 4 U 10/00
Berücksichtigung einer eingegangenen vermögensrechtlichen Verpflichtung im …
- LAG Hamm, 05.12.2003 - 7 (8) Sa 1083/03
Arbeitsverhältnis, unternehmerisches Risiko, Abschlagszahlung, Vorschussleistung, …
- OLG Celle, 01.02.2012 - 3 U 168/11
Rechtshängigkeit bei nachträglicher Klagehäufung und der Auswirkung einer erst …
- LG Münster, 30.11.2009 - 2 O 308/08
- KG, 09.09.2002 - 8 U 231/01
Keine Unwirksamkeit vertraglicher Verpflichtungen aufgrund Vermögensgesetzes; …
- OLG Düsseldorf, 16.03.2004 - 23 U 160/03
Architekten & Ingenieure - Darf Architekt VOB/B mit Auftragnehmer vereinbaren?
- LG Hamburg, 06.05.2010 - 316 O 68/09
Betriebskostenabrechnung bei Gewerberaummiete: Verjährungsbeginn für einen …
- BAG, 16.07.1998 - 8 AZR 89/97
- LG Bonn, 21.12.2010 - 10 O 302/10
- LG Bonn, 19.03.2008 - 5 S 95/07
