Rechtsprechung
| BGH, 21.04.2009 - VI ZR 304/07 |
Volltextveröffentlichungen (12)
mehr- IWW
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung an den Lastschriftgläubiger unter Abwälzung des Kreditrisikos auf die Gläubigerbank - Haftung des Lastschriftschuldners wegen sittenwidriger Schädigung i. S. des § 826 BGB - Voraussetzungen eines Sittenverstoßes und des Schädigungsvorsatzes
- NWB SteuerXpert START
- rws-verlag.de
BGB § 826
Sittenwidrige Schädigung bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung anden Lastschriftgläubiger - streifler.de
Bankrecht: BGH: Zur Annahme einer sittenwidrigen Schädigung i.S.d. § 826 BGB bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Vorliegen einer sittenwidrigen Schädigung i.S.d. § 826 BGB bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung an den Lastschriftgläubiger unter Abwälzung des Kreditrisikos auf die Gläubigerbank; Prüfung der objektiven Voraussetzungen eines Sittenverstoßes
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Sittenwidrige Schädigung bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung anden Lastschriftgläubiger
Kurzfassungen/Presse (4)
- Betriebs-Berater (Kurzinformation)
Sittenwidrige Schädigung bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Zwangskredit per Lastschrift
- zbb-online.com (Leitsatz)
BGB § 826 B, C
Sittenwidrige Schädigung bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung an den Lastschriftgläubiger - lto.de (Kurzinformation)
Sittenwidrige Schädigungshandlung gegenüber Gläubigerbank bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung
Besprechungen u.ä.
- EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)
Sittenwidrige Schädigung bei Missbrauch des Lastschriftverfahrens zur risikolosen Kreditgewährung an den Lastschriftgläubiger
Verfahrensgang
- LG Würzburg, 14.09.2006 - 14 O 1895/05
- OLG Bamberg, 05.12.2007 - 8 U 83/06
- BGH, 14.10.2008 - VI ZR 304/07
- BGH, 21.04.2009 - VI ZR 304/07
- LG Würzburg, 24.02.2010 - 14 O 1895/05
- OLG Bamberg, 20.04.2010 - 8 W 40/10
- BGH, 15.03.2011 - VI ZB 24/10
Zeitschriftenfundstellen
- NJW-RR 2009, 1207
- ZIP 2009, 1151
- NZI 2009, 624 (Ls.)
- VersR 2009, 942
- WM 2009, 1073
- DB 2009, 1291
Wird zitiert von ... (9)
- BGH, 20.07.2010 - XI ZR 236/07
Insolvenzrecht - Zur Insolvenzfestigkeit der Einzugsermächtigungslastschrift
1. Das Berufungsgericht legt der rechtlichen Einordnung des Lastschriftverfahrens aufgrund der von der Schuldnerin erteilten Einzugsermächtigung im Deckungsverhältnis die Genehmigungstheorie zugrunde, die sich in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs durchgesetzt hat (erstmals ausdrücklich Senat, Urteil vom 14. Februar 1989 - XI ZR 141/88, WM 1989, 520, 521; nachfolgend st. Rspr., siehe nur BGHZ 144, 349, 353 f.; 161, 49, 53; 162, 294, 302 f.; 167, 171, Tz. 11 f.; 174, 84, Tz. 12; 177, 69, Tz. 15; BGH, Urteil vom 21. April 2009 - VI ZR 304/07, WM 2009, 1073, Tz. 9). - OLG Köln, 26.10.2009 - 13 U 132/09
Zu den subjektiven Voraussetzungen einer sittenwidrigen Schädigung i.S. des § …
Es ist dem Lastschriftverfahren grundsätzlich immanent, trägt dem notwendigen Schutz des Schuldners im Einzugsermächtigungsverfahren Rechnung und wurde von den Kreditinstituten mit der Einführung des Lastschriftverfahrens im Interesse der Erleichterung des massenhaften Zahlungsverkehrs übernommen (vgl. zum Ganzen: BGH WM 2009, 1073 = NJW-RR 2009, 1207; BGHZ 177, 69, 73 f.; BGH NJW 1985, 847; BGHZ 74, 300; BGHZ 161, 49;… van Gelder, in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch 3. Aufl., § 57 Rn. 5-56d).Es erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Widerspruchs erheblich, was für die beteiligten Kreditinstitute mit besonderen, deutlich über das mit dem Lastschriftverfahren zwangsläufig verbundene Risiko hinausgehenden Gefahren verbunden ist (vgl. BGH WM 2009, 1073; BGHZ 74, 300;… van Gelder, aaO, § 56 Rn. 38;… Staub/Canaris, HGB, 4. Aufl., Fünfter Band, Rn. 604).
Denn der Inhaber eines Kontos, das von seiner Bank wegen einer Lastschrift belastet worden ist, muss sich vor einem Missbrauch des Verfahrens durch den Auftraggeber schützen können (BGH NJW 2005, 675; WM 2009, 1073).
Ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB erfordert nämlich nicht nur das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen sittenwidrigen Verhaltens des Anspruchsgegners in dem dargestellten Sinne, sondern darüber hinaus die Feststellung, dass der Schädiger Kenntnis von den Tatumständen hatte (oder sich dieser Kenntnis bewusst verschlossen hat), die sein Verhalten als sittenwidrig erscheinen lassen (so ausdrücklich BGH in WM 2009, 1073, Tz. 15 des juris-Ausdrucks) und entspricht den allgemein zu den subjektiven Voraussetzungen einer Haftung nach § 826 BGB entwickelten Grundsätzen (…dazu Staudinger/Oechsler, Neubearbeitung 2003, § 826 BGB Rdn. 61;… Wagner in Münchener Kommentar zum BGB, 5. Auflage, § 826 BGB Rdn. 26;… Palandt/Sprau Kommentar zum BGB, 68. Auflage 2009 § 826 BGB Rdn. 10).
Auf die Entscheidung des BGH vom 21.4.2009 (WM 2009, 1073) kann sich die Klägerin schon deshalb nicht berufen, weil ihr die mit der vorliegenden nicht vergleichbare Konstellation einer abgesprochenen Lastschriftreiterei zugrunde lag.
- BGH, 23.11.2010 - VI ZR 244/09
Umfang und Rechtsgrundlagen der Haftung eines Finanzdienstleisters wegen …
Vielmehr genügt es, wenn er dies für möglich hielt und billigend in Kauf nahm (vgl. Senatsurteile vom 17. September 1985 - VI ZR 73/84, VersR 1986, 158, 159; vom 21. April 2009 - VI ZR 304/07, VersR 2009, 942 Rn. 24 m. w. N.;… Bamberger/ Schmidt-Kessel, BGB, 2. Aufl., § 276 Rn. 6;… Palandt/ Heinrichs, BGB, 69. Aufl., § 276 Rn. 10).
- BGH, 20.12.2011 - VI ZR 309/10
Strafrecht - Abgrenzung bedingten Vorsatzes von Fahrlässigkeit
Die Annahme der - vorliegend allein in Betracht kommenden - Form des bedingten Vorsatzes setzt voraus, dass der Handelnde die relevanten Umstände jedenfalls für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen hat (vgl. Senatsurteile vom 11. Februar 2003 - VI ZR 34/02, BGHZ 154, 11, 20; vom 21. April 2009 - VI ZR 304/07, VersR 2009, 942 Rn. 24;… vom 23. November 2010 - VI ZR 244/09, VersR 2011, 216 Rn. 20; BGH, Urteil vom 26. August 2003 - 5 StR 145/03, BGHSt 48, 33, 346 f.; Beschluss vom 16. April 2008 - 5 StR 615/07, NStZ-RR 2008, 239, 240 jeweils mwN). - BVerfG, 14.04.2010 - 1 BvR 299/10
Verfassungsbeschwerde bei nicht ordnungsgemäßer Ausschöpfung des Rechtsweges bei …
Übergeht der Betroffene vorsätzlich eine gleichsam auf der Hand liegende Kenntnisnahmemöglichkeit, die jeder andere in seiner Lage wahrgenommen hätte, so ist sein Berufen auf Unkenntnis rechtsmissbräuchlich und verstößt gegen Treu und Glauben (…vgl. BGH, NJW 1993, S. 1596 [1597];… NJW 1995, S. 332 [333];… BAG, NZA 2003, S. 453, jeweils zu § 586 ZPO; BGHZ 129, 136 [175]; BGHZ 176, 281 [296]; BGH, WM S. 1989, 1047 [1048 f.]; BGH, NJW-RR 2009, S. 1207 [1209], jeweils zu § 826 BGB; BGHZ 133, 192 [198];… BGH, NJW 1998, S. 988;… BAG, NZA 2003, S. 453;… OLG Celle, NJW 1996, S. 2660;… vgl. ferner für Fälle einer sogenannten Zugangsvereitelung BGH, NJW 1998, S. 976;… BAG, NZA 2006, S. 204). - BGH, 23.11.2010 - VI ZR 245/09
Aktienrecht - "Daytrading mit Kapitalschutz" - Drittstaateneinlagenvermittlung
Vielmehr genügt es, wenn er dies für möglich hielt und billigend in Kauf nahm (vgl. Senatsurteile vom 17. September 1985 - VI ZR 73/84, VersR 1986, 158, 159; vom 21. April 2009 - VI ZR 304/07, VersR 2009, 942 Rn. 24 m.w.N.;… Bamberger/ Schmidt-Kessel, BGB, 2. Aufl., § 276 Rn. 6;… Palandt/Heinrichs, BGB, 69. Aufl., § 276 Rn. 10). - OLG Düsseldorf, 20.04.2011 - 15 U 93/09
Haftung des Geschäftsführers der Eigenkapitalvermittlerin eines geschlossenen …
Ein Schadenersatzanspruch aus § 826 BGB erfordert nicht nur das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen sittenwidrigen Verhaltens, sondern darüber hinaus die Feststellung, dass der Schädiger Kenntnis von den Tatumständen hatte - oder sich dieser Kenntnis bewusst verschlossen hat - die sein Verhalten als sittenwidrig erscheinen lassen (BGH, WM 2009, 1073). - OLG Düsseldorf, 30.04.2010 - 17 U 51/09 10.02.2005, II ZR 276/02, Rz. 3; U. vom 21.04.2009, VI ZR 304/07, NJW-RR 2009, 1207ff., Rz. 26; jeweils bei juris).
- OLG Bamberg, 02.02.2009 - 4 U 34/08
Sittenwidriger Widerspruch im Lastschriftverfahren
Durch die erklärten Widersprüche, wegen der die Klägerin der Zahlstelle die Lastschriftbeträge, denen die Beklagten widersprochen haben, zu erstatten hat, haben die Beklagten die Klägerin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, weil sie das Risiko der Darlehensgewährung ohne anerkennenswerten Grund auf die Klägerin verlagert haben ( BGH II ZR 85/78 = BGHZ 74, 300 = NJW 79, 1662 / BGH II ZR 253/78 = NJW 79, 2146; vgl. auch die "Nichtzulassungsentscheidung" BGH VI ZR 304/07 zu 8 U 83/06 OLG Bamberg ).
