Rechtsprechung
| BGH, 21.11.1995 - VI ZR 329/94 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- ciper.de
Aufklärung über mögliche Gefahren
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823
Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht
Kurzfassungen/Presse (2)
- AG Zahngesundheit (Leitsatz/Kurzmitteilung)
Aufklärungspflicht über Behandlungsalternativen
- rechtinco.de (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1996, 776
- MDR 1996, 366
- VersR 1996, 233
Wird zitiert von ... (24)
- BSG, 04.04.2006 - B 1 KR 5/05 R
Krankenversicherung - Kostenerstattung - sozialrechtlicher Herstellungsanspruch - …
Allerdings wäre bei einem Behandlungsverfahren, das regelmäßig im stationären Bereich erfolgt, ausnahmsweise aber von einem vereinzelten Leistungserbringer ambulant erbracht wird, schon im Rahmen der medizinisch erforderlichen Aufklärung zu erwarten, dass der Behandler auf die Alternative der stationären Behandlung hinweist (zur Aufklärungspflicht bei Behandlungsalternativen vgl näher zB BGH, Urteil vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - NJW 1996, 776 f). - BGH, 14.06.2005 - VI ZR 179/04
Verurteilung des Krankenhausträgers, der einem Notfallpatienten 1985 …
Die Aufklärungspflicht setzte keine sichere Kenntnis in Fachkreisen davon voraus, daß HIV-Infektionen transfusionsassoziiert auftraten; angesichts der erheblichen Beeinträchtigungen, die mit einer HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung einhergehen, genügte für das Entstehen einer Aufklärungspflicht schon die ernsthafte Möglichkeit der Gefahr (vgl. Senatsurteil vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - VersR 1996, 233). - BGH, 15.02.2000 - VI ZR 48/99
Umfang der Aufklärung bei Schutzimpfung von Kindern
bb) Allerdings muß der Arzt den Patienten nach der Rechtsprechung des Senats dann auf die Möglichkeit einer anderen Behandlung hinweisen, wenn ernsthafte Stimmen in der medizinischen Wissenschaft gewichtige Bedenken gegen eine zum Standard gehörende Behandlung und die damit verbundenen Gefahren äußern (Urteil vom 27. September 1977 - VI ZR 162/76 - VersR 1978, 41, 42; vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - VersR 1996, 233).
- BGH, 13.06.2006 - VI ZR 323/04
Arztrecht - Aufklärungspflicht bei Anwendung von neuer medizinischer Methode
Im Allgemeinen besteht eine Aufklärungspflicht nur dann, wenn ernsthafte Stimmen in der medizinischen Wissenschaft auf bestimmte mit einer Behandlung verbundene Gefahren hinweisen, die nicht lediglich als unbeachtliche Außenseitermeinungen abgetan werden können, sondern als gewichtige Warnungen angesehen werden müssen (Senatsurteile vom 12. Dezember 1989 - VI ZR 83/89 - VersR 1990, 522, 523 und vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - VersR 1996, 233 m.w.N.;… OLG Oldenburg, VersR 2006, 517 mit NZB-Beschluss des Senats vom 31. Januar 2006 - VI ZR 87/05 - aaO;… Geiß/Greiner, aaO, Rn. 46;… Steffen/Dressler, aaO, Rn. 391). - BGH, 14.09.2004 - VI ZR 186/03
Arztrecht - Aufklärung bei Zwillingsschwangerschaft
Hiernach ist eine Unterrichtung über eine alternative Behandlungsmöglichkeit erforderlich, wenn für eine medizinisch sinnvolle und indizierte Therapie mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten (vgl. Senatsurteile BGHZ 102, 17, 22; 144, 1, 10; vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - VersR 1996, 233). - BGH, 06.07.2010 - VI ZR 198/09
Verfahrensrecht - Aufklärung bei ärztlicher Behandlung und Sachverständige
Ist es dem behandelnden Arzt nicht bekannt und muss es ihm auch nicht bekannt sein, etwa weil es nur in anderen Spezialgebieten der medizinischen Wissenschaft diskutiert wird, entfällt eine Haftung des Arztes mangels Verschuldens (vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 1989 - VI ZR 83/89 - VersR 1990, 522, 523; vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94 - VersR 1996, 233; Kurzbegründung im Nichtannahmebeschluss des Senats vom 26. September 1995 -VI ZR 295/94 -zum Urteil des OLG Düsseldorf VersR 1996, 377, 378;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 6. Aufl., C Rn. 46;… Laufs/Katzenmeier/Lipp-Katzenmeier, Arztrecht, 6. Aufl., V B Rn. 24). - BGH, 19.10.2010 - VI ZR 241/09
Arzthaftung - Unbekanntes Risiko wegen Diskussion in anderem Fachbereich
War es dem behandelnden Arzt nicht bekannt und musste es ihm auch nicht bekannt sein, etwa weil es nur in anderen Spezialgebieten der medizinischen Wissenschaft aber nicht in seinem Fachgebiet diskutiert wurde, entfällt die Haftung des Arztes mangels schuldhafter Pflichtverletzung (vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 1989 - VI ZR 83/89, VersR 1990, 522, 523; vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94, VersR 1996, 233; Kurzbegründung im Nichtannahmebeschluss des Senats vom 26. September 1995 - VI ZR 295/94, zum Urteil des OLG Düsseldorf VersR 1996, 377, 378;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 6. Aufl., C Rn. 46;… Katzenmeier in Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 6. Aufl., V B Rn. 24). - BGH, 17.05.2011 - VI ZR 69/10
Arztrecht - Aufklärung bei Indikation einer Schnittentbindung
a) Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats ist eine Unterrichtung über eine alternative Behandlungsmöglichkeit erforderlich, wenn für eine medizinisch sinnvolle und indizierte Therapie mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 22; vom 15. Februar 2000 - VI ZR 48/99, BGHZ 144, 1, 10 und vom 21. November 1995 - VI ZR 329/94, VersR 1996, 233). - OLG Zweibrücken, 10.10.2000 - 5 U 8/00
Rechtsanwaltshaftung Arzthaftung Lehrkrankenhaus, akademisches Aufklärungspflicht
Es genügt vielmehr, dass ernsthafte Stimmen in der medizinischen Wissenschaft auf bestimmte, mit einer Behandlung verbundene Gefahren hinweisen (BGH, BGHR BGB § 823 Abs. 1, Arzthaftung 98). - OLG Köln, 16.01.2002 - 5 U 252/98 Grundsätzlich ist ein Arzt nur verpflichtet, über solche Risiken aufzuklären, die nach dem medizinischen Erfahrungsstand im Zeitpunkt der Behandlung bekannt sind (BGH NJW 1990, 1528 und NJW 1996, 776, 777).
In einem solchen Fall genügt es vielmehr, dass ernsthafte Stimmen in der medizinischen Wissenschaft auf bestimmte, mit einer Behandlung verbundene Gefahren hingewiesen haben, die nicht lediglich als unbeachtliche Außenseitermethoden abgetan werden können, sondern als gewichtige Warnungen angesehen werden müssen (BGH NJW 1996, 776, 777).
- OLG Dresden, 13.09.2007 - 4 U 601/06
Arzthaftung; TEP-Operation; Risikoaufklärung; Robodoc
- BSG, 21.07.2011 - B 3 KR 14/10 R
Zulässigkeit der Abgabe von Stoma-Hilfsmitteln zu Lasten der gesetzlichen …
- OLG Karlsruhe, 10.07.2002 - 7 U 159/01
Arzthaftung: Ärztliche Pflicht zur Aufklärung über Materialkombinationen bei der …
- OLG Nürnberg, 29.05.2000 - 5 U 87/00
Aufklärungspflicht des Arztes - Operation - Sterblichkeitsrate - risikoärmere …
- OLG Karlsruhe, 13.06.2001 - 7 U 123/97
Arzthaftung - Aufklärungspflicht - unbekannte Beeinträchtigungen - Befunderhebung …
- OLG Nürnberg, 27.05.2002 - 5 U 4225/00
ärztliche Aufklärungspflicht bei seltener tödlich verlaufender Krankheit …
- OLG Karlsruhe, 18.12.2002 - 7 U 143/01
Arzthaftung wegen unzureichender Operationsaufklärung: Wirksamkeit der …
- OLG Koblenz, 23.04.2003 - 1 U 857/02
Zum Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch wegen eines ärztlichen …
- LSG Berlin-Brandenburg, 16.09.2009 - L 9 KR 92/08
Kostenerstattung; Kapselendoskopie
- OLG Karlsruhe, 04.12.2002 - 13 U 10/02
Arzthaftung: Aufklärung über alternative Möglichkeiten der Versorgung kleiner …
- OLG Köln, 10.02.2010 - 5 U 120/09
Anforderungen an die Risikoaufklärung bei einer Augenoperation
- OLG Köln, 12.01.2011 - 5 U 37/10
Anforderungen an die Risikoaufklärung bei CT-gesteuerter periadikulärer …
- OLG Hamm, 26.04.1999 - 3 U 207/98
- OLG Jena, 06.03.2012 - 4 U 26/11
Zur Aufklärung und Behandlung einer LWK-2 Fraktur
Für Blogger: