Rechtsprechung
| BGH, 22.02.2000 - VI ZR 100/99 |
Bandscheibenprolaps
§ 823 Abs. 1 BGB, Arzthaftung, grds. Aufklärungspflicht über Möglichkeit einer Vermeidbarkeit der Operation und konservativer Behandlung bei bloß relativer Indikation;
§ 402 ZPO, Berücksichtigung von vorgelegter Fachliteratur, die dem Sachverständigengutachten widerspricht
Volltextveröffentlichungen (5)
- lexetius.com
BGB § 823 Aa
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823
Aufklärungspflicht bei relativer Operationsindikation - Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (3)
- rechtinco.de (Leitsatz)
- rechtsanwalt-zach.de
(Leitsatz)
- finanztip.de (Kurzinformation)
Ärztliche Aufklärungspflicht bei alternativen Behandlungsmöglichkeiten
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 2000, 1788
- MDR 2000, 700
- VersR 2000, 766
Wird zitiert von ... (20)
- BGH, 06.05.2003 - VI ZR 259/02
Arztrecht - Ärztlicher Behandlungsfehler
Es hätte die abweichende Erklärung von Prof. Dr. S. nicht unbesehen übernehmen dürfen, sondern wäre gehalten gewesen, diesen Widerspruch - etwa durch gezielte Nachfrage bei der mündlichen Anhörung des gerichtlichen Sachverständigen - abzuklären (vgl. Senatsurteile vom 2. Juni 1987 - VI ZR 174/86 - VersR 1987, 1238; vom 2. März 1993 - VI ZR 104/92 - VersR 1993, 749 f.; vom 14. Dezember 1993 - VI ZR 67/93 - VersR 1994, 480, 482; vom 10. Mai 1994 - VI ZR 192/93 - VersR 1994, 984 f.; vom 22. Februar 2000 - VI ZR 100/99 - VersR 2000, 766 f. und vom 27. März 2001 - VI ZR 18/00 - VersR 2001, 859 f.). - OLG Karlsruhe, 08.12.2004 - 7 U 163/03
Verfahrensrecht - Klagen gegen mehrere einfache Streitgenossen
aa) Das Landgericht geht im Ansatz zutreffend von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus, dass der Patient über Alternativen der vom Arzt vorgesehenen Behandlung aufzuklären ist, wenn es mehrere medizinisch indizierte und übliche Behandlungsmethoden mit unterschiedlichen Risiken und Erfolgschancen gibt, sodass der Patient eine echte Wahlmöglichkeit hat (BGH NJW 2000, 1788, 1789 = VersR 2000, 766, 767).Dann nämlich bestehen im Sinn der vom Landgericht zitierten Entscheidung des BGH in NJW 2000, 1788 mehrere medizinisch indizierte und übliche Behandlungsmethoden und eine echte Wahlmöglichkeit für den Patienten.
- OLG Dresden, 28.02.2002 - 4 U 2811/00
Schmerzensgeld
Mit dieser Erklärung wurde ihr nicht deutlich gemacht, dass die Fortsetzung der Therapie eine echte Behandlungsalternative gewesen wäre, über die hätte aufgeklärt werden müssen (BGH NJW 2000, 1788, 1789).Ergänzend wird auf eine Entscheidung des BGH (NJW 2000, 1788) verwiesen, wonach es schon für das Jahr 1990 Hinweise in Gutachten und Literatur auf eine konservative Therapie als echte Alternative zur Bandscheibenoparation (Teilhemilaminektomie bei Bandscheibenprolaps L 5/S 1) gegeben hat.
- OLG Köln, 01.06.2005 - 5 U 91/03
Arzthaftung - Aufklärung über Behandlungsalternativen bei Tumoroperation
Behandlungsalternativen liegen vor, wenn es mehrere medizinisch indizierte und übliche Behandlungsmethoden gibt, die unterschiedliche Risiken oder Erfolgschancen haben (BGH NJW 1992, 2354; NJW 1997, 1637; NJW 1998, 1784; NJW 2000, 1788; OLG Köln VersR 1999, 1484). - OLG Köln, 23.10.2002 - 5 U 4/02
Alleinige Haftung des die Ambulanz betreibenden Chefarztes
Über derartige Behandlungsalternativen ist grundsätzlich aufzuklären (vgl. etwa BGH NJW 2000, 1788; OLG Köln VersR 1999, 1484). - OLG Köln, 27.04.2005 - 5 U 254/02
Arzthaftung - Operationsbericht durch mitwirkende Oberärztin - Umfang der …
Über Behandlungsalternativen ist aufzuklären, wenn sie gleichwertige Chancen, aber andersartige Risiken bieten (BGH NJW 1987, 2291; NJW 2000, 1788; OLG Hamm VersR 1993, 102; OLG Köln VersR 1999, 1484). - OLG Karlsruhe, 10.07.2002 - 7 U 159/01
Arzthaftung: Ärztliche Pflicht zur Aufklärung über Materialkombinationen bei der …
Dann muss der Patient selbst prüfen können, was er an Belastungen und Gefahren im Hinblick auf möglicherweise unterschiedliche Erfolgschancen der verschiedenen Behandlungsmethoden auf sich nehmen will (BGH VersR 1988, 179, 180; BGH VersR 1996, 233; BGH NJW 2000, 1788, 1789). - OLG Karlsruhe, 09.10.2002 - 7 U 107/00
Arzthaftung: Pflicht zur Aufklärung über Behandlungsalternativen
Also war die Operation nur relativ indiziert, weil sie durch die bloße Punktion der Zyste - jedenfalls zunächst - vermieden werden konnte, so dass für die Patientin eine echte Wahlmöglichkeit bestand (vgl. BGH NJW 2000, 1788, 1789). - OLG Stuttgart, 08.01.2002 - 14 U 70/01
Arzthaftung: Rechtzeitigkeit der Aufklärung über die Operationsrisiken; …
Dies gilt auch, wenn eine Operation durch eine konservative Behandlung vermieden werden kann oder erst nach deren erfolgloser Vorschaltung indiziert ist (BGH VersR 2000, 766). - OLG Koblenz, 23.04.2003 - 1 U 857/02
Zum Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch wegen eines ärztlichen …
Zwar besteht grundsätzlich eine Pflicht zur Aufklärung über eine konservative alternative Behandlung, wenn diese sinnvoll und möglich ist und so die Operation vermieden werden kann (BGH, NJW 2000, 1788). - OLG Karlsruhe, 26.11.2003 - 7 U 63/02
Arzthaftungsprozess: Verfahrensfehlerhafte Ablehnung eines verspäteten Antrages …
- OLG Karlsruhe, 07.04.2010 - 7 U 114/09
Verfahrensrecht - Anhörung einer Partei: Gericht muss auch andere Partei anhören
- OLG Karlsruhe, 26.09.2001 - 7 U 92/99
Arzthaftung - Aufklärungspflicht - Behandlungsalternativen - Darlegungslast des …
- OLG Hamm, 12.05.2010 - 3 U 134/09
Klageabweisung von Arzthaftungsansprüchen wegen den Anforderungen entsprechender, …
- OLG Jena, 01.06.2010 - 4 U 498/07
Haftung für Behandlungsfehler nur bei Ursächlichkeit des Schadens
- OLG Hamm, 01.12.2003 - 3 U 128/03
Anforderungen an die ärztliche Aufklärung vor einer Achillessehnenoperation
- OLG Brandenburg, 31.03.2011 - 12 U 44/10
Vorschieben eines unzerkaut verschluckten Fleischstücks in den Magen als grober …
- OLG Köln, 09.04.2003 - 5 U 218/02
- OLG Hamm, 04.04.2001 - 3 U 155/00
- OLG Stuttgart, 18.01.2002 - 14 U 70/01
