Rechtsprechung
| BGH, 22.06.2005 - VIII ZR 214/04 |
Volltextveröffentlichungen (7)
mehr- IWW
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Adressat des Widerrufs eines Widerrufsvergleichs
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Verfahrensrecht - Widerruf eines Prozessvergleichs
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (2)
- info-m.de (Leitsatz)
Prozessvergleich: Genügt für den Widerruf eine Erklärung gegenüber dem Gericht?
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Widerruf eines Prozessvergleichs: Gegenüber Gericht oder gegenüber Prozessgegner? (IBR 2005, 1254)
Sonstiges
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Der Widerrufsvorbehalt im Prozessvergleichsvertrag" von Ass. Stephanie Uta Gilfrich, original erschienen in: MDR 2006, 1145 - 1149.
Zeitschriftenfundstellen
- NJW-RR 2005, 1323
- MDR 2005, 1429
- FamRZ 2005, 1740
- IBR 2005, 1254
Wird zitiert von ... (6)
- BGH, 30.09.2005 - V ZR 275/04
Verfahrensrecht - Wem gegenüber muss Prozessvergleich widerrufen werden?
Für die Beantwortung der Frage, wem gegenüber der in einem Prozessvergleich vorbehaltene Widerruf zu erklären ist, kommt es vorrangig auf eine in dem Vergleich getroffene Bestimmung an (…BGH, Urt. v. 15. Januar 1980, I ZR 60/78, NJW 1980, 1753, 1754; Urt. v. 22. Juni 2005, VIII ZR 214/04, Umdruck S. 7, zur Veröffentlichung bestimmt; BAG NJW 1998, 2844, 2845; BVerwGE 92, 29, 30).a) Im Anschuss an das Reichsgericht (RGZ 161, 253, 255) hat der Bundesgerichtshof in älteren Entscheidungen die Auffassung vertreten, der Vorbehalt des Widerrufs gehöre zum sachlich-rechtlichen Teil eines Prozessvergleichs, sodass bei Fehlen einer Vereinbarung über die Empfangszuständigkeit der Widerruf als empfangsbedürftige Willenserklärung nach § 130 BGB wirksam nur dem Vergleichspartner gegenüber erklärt werden könne (…BGH, Urt. v. 19. Januar 1955, IV ZR 160/54 - LM BGB § 130 BGB Nr. 2 S. 2;… Urt. v. 20. Februar 1958, II ZR 257/56, ZZP 71, 454, 455; offen gelassen nunmehr vom VIII. Zivilsenat, vgl. Urt. v. 22. Juni 2005, VIII ZR 214/04, Umdruck S. 7, zur Veröffentlichung bestimmt); jedoch hat er eigens darauf hingewiesen, dass die Annahme einer Empfangszuständigkeit des Gerichts durch stillschweigende Vereinbarung möglich sei (…BGH, Urt. v. 20. Februar 1958, aaO).
Dieser Hinweis hat in der Praxis vielfach zu der Annahme derartiger stillschweigender Vereinbarungen geführt (etwa OLG Düsseldorf NJW-RR 1987, 255, 256; OLG Köln NJW 1990, 1369; OLG Brandenburg NJW-RR 1996, 123; vgl. auch BGH, Urt. v. 22. Juni 2005, VIII ZR 214/04, Umdruck S. 7 ff.; BAG AP ZPO § 794 Nr. 1; BSGE 24, 4, 6).
a) Der Prozessvergleich ist ein Vertrag, der eine Doppelnatur aufweist (BGHZ 16, 388, 390; 28, 171, 172; 41, 310, 311; 79, 71, 74; 80, 389, 392; 128, 320; 323; 142, 84, 88;… BGH, Urt. v. 15. Januar 1980, I ZR 60/78, NJW 1980, 1753, 1754; Urt. v. 22. Juni 2005, VIII ZR 214/04, Umdruck S. 7, zur Veröffentlichung bestimmt).
- BGH, 29.04.2009 - IV ZR 201/06
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend den Abschluss einer …
Das nachträgliche Verhalten der Parteien kann zwar den objektiven Vertragsinhalt nicht mehr beeinflussen, hat aber Bedeutung für die Ermittlung des tatsächlichen Willens und das tatsächliche Verständnis der an dem Rechtsgeschäft Beteiligten (BGH, Urteil vom 22. Juni 2005 - VIII ZR 214/04 - NJW-RR 2005, 1323 unter II 2 a m.w.N.). - BGH, 10.06.2010 - Xa ZR 3/07
Bauvertrag - Schadensersatzanspruch wegen mängelbedingten Stillstands
Auch wenn das nachträgliche Verhalten der Parteien den objektiven Vertragsinhalt nicht mehr beeinflussen kann, kann es Bedeutung für die Ermittlung des tatsächlichen Willens und das tatsächliche Verständnis der an dem Rechtsgeschäft Beteiligten haben (BGH, Urt. v. 22. Juni 2005 - VIII ZR 214/04, NJW-RR 2005, 1323, 1324 Tz. 18).
- BVerfG, 17.07.2008 - 2 BvR 2340/06 cc) Das Amtsgericht verkennt darüber hinaus bei der Anwendung der §§ 133, 157 BGB, dass die Angaben auf einer nach Vertragsschluss erstellten Rechnung allenfalls Rückschlüsse auf den tatsächlichen Willen und das tatsächliche Verhalten der an dem Rechtsgeschäft Beteiligten zulassen, nicht aber den objektiven Erklärungswert einer für den Vertragsschluss maßgeblichen Willenserklärung zu bestimmen geeignet sind; für das Vorliegen und den Inhalt einer solchen Willenserklärung kommt es vielmehr auf die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses erkennbaren Umstände an (vgl. BGH…, Urteil vom 24. Juni 1988 - V ZR 49/87 -, NJW 1988, S. 2878 [2879]; Urteil vom 22. Juni 2005 - VIII ZR 214/04 -, NJW-RR 2005, S. 1323 [1324];… Busche, in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Aufl. 2006, § 133 BGB Rn. 5).
- LAG Düsseldorf, 13.08.2009 - 13 Sa 1673/08
Vergütungsabrede eines Chefarztes in einem kirchlichen Krankenhaus
Das nachträgliche Verhalten der Parteien kann zwar den objektiven Vertragsinhalt nicht mehr beeinflussen, hat aber Bedeutung für die Ermittlung des tatsächlichen Willens und das tatsächliche Verständnis der an dem Rechtsgeschäft Beteiligten (BGH 22. Juni 2005 - VIII ZR 214/04 - NJW-RR 2005, 1323). - LAG Düsseldorf, 13.04.2010 - 3 Sa 906/09
Arztvergütung in kirchlichem Krankenhaus bei dynamischer Verweisung auf Tarifwerk …
Von daher ist die Annahme des Klägers gerechtfertigt, dass von den Vertragsparteien eine dynamische Verweisung gewollt war (vgl. zur Mitberücksichtigung des nachträglichen Verhaltens auch BGH, Urteil v. 22.06.2005 - VIII Z R 214/04, NJW-RR 2005, 1323), welche auch für die Zukunft eine sich stets automatisch vollziehende Erhöhung der Vergütung des Klägers ohne jeweils erneute Gehaltsverhandlungen ermöglichen sollte.
