Rechtsprechung
| BGH, 27.01.1997 - II ZR 123/94 |
Verluste vor Eintragung
§ 11 GmbHG, Vor-GmbH, einheitliche Gründerhaftung (Verlustdeckungshaftung einerseits und Verlustdeckungshaftung bei Scheitern der Eintragung andererseits), grds. keine Außenhaftung der Gründergesellschafter
Volltextveröffentlichungen (10)
- Alpmann Schmidt
GmbHG § 11
- Deutsches Notarinstitut (Volltext, Word-/PDF-format)
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Vor-GmbH: Unbeschränkte Innenhaftung der Gesellschafter für Anlaufverluste bei Aufgabe der Geschäftstätigkeit und Nichteintragung
- betriebsraete.de
- Institut für Deutsches und Europäisches Unternehmensrecht
Unbeschränkte Verlustdeckungs- und Vorbelastungs- (Unterbilanz-)haftung der Gesellschafter der Vor-GmbH als Innenhaftung
- opinioiuris.de
Verluste vor Eintragung
- uni-konstanz.de
§ 11 GmbHG
Verlustdeckungs- und Vorbelastungshaftung bei der Vor-GmbH - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
GmbHG § 11
Haftung der Gesellschafter einer Vor-GmbH; Rechtsnatur der Verlustdeckungshaftung - Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Haftung der Gesellschafter einer Vor-GmbH
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Unbeschränkte Innenhaftung der Gesellschafter einer Vor-GmbH
Kurzfassungen/Presse (3)
- Deutsches Notarinstitut (Kurzinformation/Zusammenfassung)
GmbHG § 11
Änderung der BGH-Rechtsprechung zur Verlustdeckungshaftung - gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz)
Gesellschafter, Gesellschaftsrecht, Gründung, Gründungshaftung, Haftung, Handelsregister, Innenhaftung, Vorgesellschaft
- streifler.de (Kurzinformation)
Verlusthaftung
Sonstiges
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Verjährung eines Verlustdeckungsanspruchs einer Vor-GmbH bei Fälligkeit vor dem 14.12.2004" von RA Stefan Schmid, original erschienen in: GmbHR 2008, 653 - 654.
Verfahrensgang
- BGH, 04.03.1996 - II ZR 123/94
- BGH, 27.01.1997 - II ZR 123/94
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 134, 333
- NJW 1997, 1503
- NJW 1997, 1507
- NJW-RR 1997, 1256 (Ls.)
- ZIP 1997, 679
- MDR 1997, 665
- DNotZ 1998, 142
- NJ 1997, 389
- WM 1997, 820
- BB 1997, 905
- DB 1997, 867
- JR 1998, 103
Wird zitiert von ... (77)
- BFH, 07.04.1998 - VII R 82/97
Haftung der Gesellschafter einer vermögenslosen Vor-GmbH nach Aufgabe der …
b) Die Frage, ob die Vorgründungsgesellschaft als unechte Vorgesellschaft zu qualifizieren ist, hat nach der nunmehr geltenden Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 27. Januar 1997 II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht --ZIP-- 1997, 679, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1997, 1507), der sich das Bundesarbeitsgericht --BAG-- (Urteile vom 22. Januar 1997 10 AZR 908/94, NJW 1997, 3331, und vom 27. Mai 1997 9 AZR 483/96, NJW 1998, 628) sowie das Bundessozialgericht --BSG-- (Beschluß vom 31. Mai 1996 2 S (U) 3/96, KTS 1996, 599) angeschlossen haben, entscheidungserhebliche Bedeutung dafür, ob und in welchem Umfang der Gesellschafter einer Vorgesellschaft für die Verbindlichkeiten der gescheiterten GmbH i.G. persönlich in Haftung genommen werden kann.Der BGH hat mit Beschluß (Vorlage an den Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes) vom 4. März 1996 II ZR 123/94 (NJW 1996, 1210) und Urteil in BGHZ 134, 333, NJW 1997, 1507 seine bisherige Rechtsprechung (vgl. BGH-Urteile vom 9. März 1981 II ZR 54/80, BGHZ 80, 129, 144; vom 7. Mai 1984 II ZR 276/83, BGHZ 91, 148, 152) zur Haftung der Gesellschafter der Vor-GmbH (unmittelbare persönliche Gesellschafterhaftung, aber beschränkt auf die übernommene und noch nicht geleistete Stammeinlage) aufgegeben und festgelegt, daß die Vorgesellschafter für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft zwar unbeschränkt, aber nur mittelbar in Form einer Innenhaftung einstehen müßten.
Die Gläubiger der Vorgesellschaft können die Gesellschafter grundsätzlich nicht unmittelbar persönlich wegen der Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch nehmen, sondern müssen sich an die Vorgesellschaft halten (BGH in BGHZ 134, 333, NJW 1997, 1507, 1509).
Die Gesellschafter haften jedoch nicht gesamtschuldnerisch, sondern im Verhältnis ihrer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung für die bei der Vorgesellschaft begründeten Verbindlichkeiten (zur eingehenden Begründung verweist der Senat auf das BGH-Urteil in BGHZ 134, 133, NJW 1997, 1507 unter II. 1. der Gründe).
Eine Ausnahme vom Grundsatz der Innenhaftung der Gesellschafter hält der BGH dann für geboten, wenn die Vorgesellschaft vermögenslos ist, es sich um eine Ein-Mann-Vor-GmbH handelt oder wenn weitere Gläubiger nicht vorhanden sind (vgl. BGH in BGHZ 134, 133, NJW 1997, 1507 unter II. 2 a.E. der Gründe); d.h. in Fällen, in denen eine Inanspruchnahme der Vorgesellschaft offensichtlich aussichtslos oder unzumutbar ist.
Allein darauf gründet sich die rechtliche Anerkennung, die bereits weitgehend GmbH-Recht zur Geltung bringt (vgl. auch BGH in BGHZ 134, 133, NJW 1997, 1507 unter II. 1. a der Gründe).
Zwar hat der BGH erwogen, wegen der Schwierigkeit, verläßliche tatsächliche Feststellungen über die Aufgabe der Eintragungsabsicht zu treffen, auch in diesen Fällen nur einen als Innenhaftung ausgestalteten Verlustdeckungsanspruch zu gewähren (Vorlagebeschluß vom 4. März 1996 II ZR 123/94, NJW 1996, 1210); er hat diese Frage in der Entscheidung in BGHZ 134, 133, NJW 1997, 1507, unter II. 3. der Gründe aber ausdrücklich dahinstehen lassen (vgl. auch Anm. Goette, DStR 1997, 628).
- BGH, 27.09.1999 - II ZR 371/98
Haftung der Gesellschafter einer GbR: Ausschluß oder Beschränkung möglich?
Der möglicherweise aus dem Auftreten als "GbR mbH" oder einer ähnlichen Bezeichnung ersichtliche Wille der Gesellschafter, nur mit ihrem Anteil am Gesellschaftsvermögen zu haften, vermag angesichts dieses Grundgedankens der geltenden Rechtsordnung eine Beschränkung der Haftung auf das Gesellschaftsvermögen ebensowenig herbeizuführen wie das Auftreten für eine Vor-GmbH als "GmbH" oder "GmbH i.G." (BGHZ 134, 333, 335). - OLG Dresden, 26.02.2001 - 2 U 2766/00
Gesamtvollstreckungsverfahren; Insolvenzverfahren; Innenhaftung; Vorgesellschaft; …
Zudem verbietet der Zweck des § 13 GenG eine Ausdehnung der Haftungsbeschränkung auf das Gründungsstadium einer Genossenschaft, weil ansonsten die Eintragung in das Genossenschaftsregister allein noch den Zeitpunkt der Umwandlung der Vor-Genossenschaft in eine juristische Person dokumentierte (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [336]).(1.2) Dem hiermit verbundenen Gleichlauf der Verlustdeckungshaftung im Gründungsstadium juristischer Personen des Privatrechts (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 ff.; zur Vor-AG: OLG Karlsruhe ZIP 1998, 1961; Wiedemann, ZIP 1997, 2029) stehen die strukturellen Unterschiede zwischen der GmbH sowie der Aktiengesellschaft einerseits und der Genossenschaft andererseits nicht entgegen, da diese nicht haftungsspezifisch sind.
(2.1) Die Firmierung der Gemeinschuldnerin als "e.G. i.G." vermag den Haftungsumfang nicht zu beeinflussen, da sich die im Hauptbegehren verfolgte Klageforderung nicht auf eine originäre rechtsgeschäftliche Verpflichtung des Beklagten, sondern auf seine Einstandspflicht für Verbindlichkeiten der Vor-Genossenschaft stützt (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [336]).
aa) Der spezifischen körperschaftlichen Struktur der Gemeinschuldnerin kann allein durch eine interne Ausgleichsverpflichtung Rechnung getragen werden (vgl. BSG NZG 2000, 611 [612];… Beuthien, Genossenschaftsgesetz, 13. Aufl., § 13 Rn. 4; zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [339]).
Bei allen anderen Fallgestaltungen ist hingegen den Gläubigern eine eigenverantwortliche Geltendmachung eines Innenhaftungsanspruchs vereitelt, da dieser mit dem Scheitern der Eintragung entsteht und erst mit dem Liquidationsbeginn bzw. der Insolvenzeröffnung fällig wird (vgl. für Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [341];… Hachenburg/Ulmer, GmbHG, 8. Aufl., § 11 Rn. 95).
Auch lassen sich nur durch einen internen Verlustdeckungsanspruch Berechnungsschwierigkeiten ausschließen (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [341]), was letztlich allen Beteiligten zu Gute kommt.
(2.2) Bei der Interessenabwägung spricht weiterhin für eine Innenhaftung, dass die Mitglieder einer Vor-Genossenschaft in der Regel an deren Geschäftsführung wenig beteiligt sind und sich bei einer direkten Inanspruchnahme durch die Gläubiger umfangreiche Informationen für eine sachgerechte Rechtsverteidigung erst beschaffen müssten (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [340]).
(2.3) Schließlich führt die Innenhaftung des Vor-Genossen zu einer weitgehend homogenen Haftungskonzeption und einem damit verbundenen Gewinn an Rechtseinheitlichkeit, da in der Rechtsprechung zwischenzeitlich anerkannt ist, dass auch die Gesellschafter einer Vor-GmbH sowie die Aktionäre einer Vor-AG zumindest in der Regel einer internen Verlustdeckungspflicht unterliegen (vgl. zur Vor-GmbH: BGHZ 134, 333 [338 ff.]; zur Vor-AG: OLG Karlsruhe ZIP 1998, 1961).
- BGH, 07.07.2003 - II ZB 4/02
Gesellschaftsrecht - Wiederverwendung eines leer gewordenen Gesellschaftsmantels
Die reale Kapitalaufbringung als zentrales, die Haftungsbegrenzung auf das Gesellschaftsvermögen rechtfertigendes Element ist sowohl bei der Mantelverwendung als auch bei der Aktivierung einer Vorratsgesellschaft nicht nur durch die registergerichtliche Präventivkontrolle, sondern weitergehend auf der materiell-rechtlichen Haftungsebene durch entsprechende Anwendung des Haftungsmodells der Unterbilanzhaftung (vgl. BGHZ 80, 129, 140; 105, 300, 303; 134, 333) sicherzustellen.Neben der Unterbilanzhaftung ist auch eine Handelndenhaftung analog § 11 Abs. 2 GmbHG in Betracht zu ziehen, wenn vor Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung die Geschäfte aufgenommen werden, ohne daß dem alle Gesellschafter zugestimmt haben (vgl. BGHZ 134, 333, 338).
- BSG, 08.12.1999 - B 12 KR 10/98 R
Haftung der Gesellschafter einer GmbH für rückständige Beiträge im Wege der …
Der BGH hält es nunmehr für geboten, von einer einheitlichen Gründerhaftung auszugehen, die sich in eine Verlustdeckungshaftung (bei Scheitern der Eintragung) und eine Vorbelastungshaftung (nach Eintragung) aufspaltet, jedoch auf den gleichen, der jeweiligen Gründungsphase angepaßten Anspruchsvoraussetzungen beruht (BGHZ 134, 333, 338 unter II 2 d).b) Die Innenhaftung wird den berechtigten Gläubiger- und Gesellschafterinteressen jedoch nur bei geordneten Verhältnissen der Gesellschaft gerecht, solange also die Vor-GmbH noch besteht und die Eintragung weiterhin betrieben wird oder sie sich zwar in Liquidation oder im Konkurs befindet, aber nicht masselos ist (vgl auch BGHZ 134, 333, 340 unter III 2 a; Ensthaler, BB 1997, 1209, 1211; Ulmer, ZIP 1996, 733, 736).
Der Senat stimmt daher der Rechtsprechung des BAG und des BFH zu, die unter Bezugnahme auf Erwägungen des BGH (vgl BGH NJW 1996, 1210, 1212 unter II 2 aE und 3 und BGHZ 134, 333, 341, 342 unter III 2 b und III 4) entschieden haben, daß dem Gläubiger ausnahmsweise der unmittelbare Zugriff auf das Vermögen der Gründergesellschafter gestattet ist, wenn die Vor-GmbH vermögenslos ist, insbesondere keinen Geschäftsführer mehr hat und auch ein Konkursantrag keine Aussicht auf Erfolg verspricht oder wenn weitere Gläubiger nicht vorhanden sind (BAGE 85, 94, 100 unter II 2; BFHE 185, 356, 360/361, 362/363 unter II 2 b und 3 a).
Dahingestellt bleiben kann, ob die Verlustdeckungsansprüche der Vor-GmbH und damit die Innenhaftung der Gründer erst mit dem Scheitern der Eintragung entstehen (so BGHZ 134, 333, 341 unter III 2 b;… Ulmer in Hachenburg, aaO, § 11 RdNr 95 ; aA Ulmer, ZIP 1996, 733, 738) und ob frühestens ab diesem Zeitpunkt auch eine Außenhaftung der Gründer bei Vermögenslosigkeit der Gesellschaft in Betracht kommt.
Da aber jedenfalls in Höhe von 2.536,56 DM eine unmittelbare Haftung des Klägers für die Beitragsforderung der Beklagten in Betracht kommt, wird das LSG zu prüfen haben, ob der Kläger mit der Geschäftsaufnahme der GmbH iGr einverstanden war (vgl BGHZ 134, 333, 342 unter IV).
- BGH, 06.03.2012 - II ZR 56/10
Gesellschaftsrecht - Offenlegung einer wirtschaftlichen Neugründung
Nach dem vom erkennenden Senat entwickelten Haftungsmodell besteht eine einheitliche Gründerhaftung in Form einer bis zur Eintragung der GmbH andauernden Verlustdeckungshaftung und einer an die Eintragung geknüpften Vorbelastungs-(Unterbilanz-)haftung (BGH, Urteil vom 27. Januar 1997 II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, 337 f.).Im Gegensatz zur Unterbilanzhaftung bedarf es keiner Auffüllung des Stammkapitals (BGH, Urteil vom 27. Januar 1997 II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, 334 ff.).
Bei der Verlustdeckungshaftung ist eine Durchbrechung des Innenhaftungsprinzips im Einzelfall anerkannt (vgl. BGH, Urteil vom 27. Januar 1997 II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, 341; Urteil vom 24. Oktober 2005 II ZR 129/04, ZIP 2005, 2257).
(3) Die Unterbilanzhaftung der Gesellschafter infolge von Geschäften, die vor Eintragung der GmbH vorgenommen werden, ist zwar davon abhängig, dass die durch solche Geschäfte bewirkten Vorbelastungen des Gesellschaftsvermögens mit Zustimmung der Gesellschafter begründet worden sind (BGH, Urteil vom 9. März 1981 II ZR 54/80, BGHZ 80, 129, 139 f.; Urteil vom 27. Januar 1997 II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, 335).
- BGH, 04.11.2002 - II ZR 204/00
Gesellschaftsrecht - Vorgesellschaft: Grundsätze der Verlustdeckungshaftung
Werden dementgegen die Geschäfte nach diesem Zeitpunkt fortgeführt, haben die Gründer für sämtliche Verbindlichkeiten der Vorgesellschaft, auch für die bis zum Scheitern entstandenen, nach personengesellschaftsrechtlichen Grundsätzen einzustehen (Ergänzung zu BGHZ 134, 333, 341).*).Die Grundsätze der Verlustdeckungshaftung, die nach dem u.a. auf den Vorlagebeschluß des Senats vom 4. März 1996 an den Gemeinsamen Senat der Obersten Gerichtshöfe des Bundes (II ZR 123/94, ZIP 1996, 590) entwickelten Konzept (BGHZ 134, 333 ff.; BAGE 85, 94 ff.; BAGE 86, 38 ff.; BAGE 93, 151 ff.; BFHE 185, 356; BSGE 85, 192 ff. u. 85, 200 ff.) eine Erscheinungsform der einheitlichen, regelmäßig als Innenhaftung der Gesellschafter gegenüber der Vorgesellschaft (Verlustdeckungshaftung) bzw. gegenüber der eingetragenen GmbH (Unterbilanzhaftung) ausgestalteten Gründerhaftung ist, finden keine Anwendung, soweit die Gesellschafter nach Aufgabe der Eintragungsabsicht, also nach dem Scheitern der Gründung, den Geschäftsbetrieb fortführen.
In seinem den Vorlagefall abschließenden Urteil (BGHZ 134, 333, 341) hat er sich hiervon bereits distanziert; die seinerzeit erwogene, von dem Berufungsgericht nunmehr übernommene Lösung hat in der Rechtsprechung der Obersten Gerichtshöfe des Bundes mit Recht keine Gefolgschaft gefunden.
- BSG, 08.12.1999 - B 12 KR 18/99 R
Inhalt von Beitrags- und Haftungsbescheiden, Haftung bei Genossenschaften
Dieser Grundsatz gilt so lange, wie er nicht durch das Gesetz abgeändert wird oder die Gesellschafter mit dem Vertragspartner keine vertragliche Begrenzung der Haftung herbeiführen; außerhalb der gesetzlich geregelten Fälle ist nicht etwa die Annahme einer unbeschränkten, sondern diejenige einer beschränkten Haftung begründungsbedürftig (BGHZ 134, 333, 335/336).Die Haftungsbeschränkung des § 13 Abs. 2 GmbHG, die der in §§ 2, 23 GenG entspricht, gilt vor Eintragung der GmbH nicht (BGHZ 134, 333).
Der BGH hat zur Begründung angeführt, bei einer Beschränkung der Haftung schon für die nicht eingetragene GmbH würde sich die Bedeutung der Handelsregistereintragung auf die Umwandlung der Vorgesellschaft in eine juristische Person, also einen rein formalen Aspekt beschränken (BGHZ 134, 333, 336).
e) Eine Haftungsbeschränkung der Genossen schon für die Tätigkeit der Vorgenossenschaft im Gegensatz zur unbeschränkten Haftung der Gesellschafter der Vor-GmbH kann schließlich nicht damit begründet werden, nur bei der GmbH entspreche die unbeschränkte Verlustdeckungshaftung vor Eintragung der ebenfalls unbeschränkten Unterbilanzhaftung nach Eintragung (vgl zur Unterbilanzhaftung BGHZ 80, 129; zum Gleichlauf von Verlustdeckungshaftung vor Eintragung und Unterbilanzhaftung nach Eintragung BGHZ 134, 333, 339).
Für die Vor-GmbH legt der BGH aus diesem Grunde für die Haftung der Gesellschafter ein besonderes Haftungskonzept zugrunde, das vom BAG, BFH und vom BSG übernommen worden ist (BGHZ 134, 333; BAGE 85, 94; 86, 38; BFHE 185, 356;… Urteil des Senat vom 8. Dezember 1999 - B 12 KR 10/98 R, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen).
- BAG, 25.10.2007 - 8 AZR 917/06
Betriebsübergang - Kündigung - Vergütungsansprüche
Davon ist eine Ausnahme zu machen, wenn es sich um eine vermögenslose Vor-GmbH (BGH 27. Januar 1997 - II ZR 123/94 - BGHZ 134, 333 = AP GmbHG § 11 Nr. 10; BAG 22. Januar 1997 - 10 AZR 908/94 - BAGE 85, 94 = AP GmbHG § 11 Nr. 9 = EzA § 11 GmbHG Nr. 2) oder wie im Streitfalle um eine Einmann-Vor-GmbH (…BGH 4. März 1996 - II ZR 123/94 - AP GmbHG § 11 Nr. 6 und 27. Januar 1997 - II ZR 123/94 - aaO;… zustimmend: BAG 22. Januar 1997 - 10 AZR 908/94 - aaO) handelt. - BAG, 25.01.2006 - 10 AZR 238/05
Haftung der Gesellschafter einer Vor-GmbH
Hinweise des Senats: Fortführung von BGH 27. Januar 1997 - II ZR 123/94 - AP GmbHG § 11 Nr. 10; BAG 15. Dezember 1999 - 10 AZR 165/98 - BAGE 93, 151; 4. April 2001 - 10 AZR 305/00 - EzA GmbHG § 11 Nr. 6.aa) Nach der nunmehr übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, des Bundesfinanzhofs und des Bundessozialgerichts, welche auch vom Senat geteilt wird, haften die Gesellschafter einer Vor-GmbH für alle Verbindlichkeiten der Vor-Gesellschaft grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligung am Gesellschaftsvermögen (BGH Vorlagebeschluss 4. März 1996 - II ZR 123/94 - AP GmbHG § 11 Nr. 6; 27. Januar 1997 - II ZR 123/94 - AP GmbHG § 11 Nr. 10; BAG 22. Januar 1997 - 10 AZR 908/94 - BAGE 85, 94; 15. Dezember 1999 - 10 AZR 165/98 - BAGE 93, 151; 4. April 2001 - 10 AZR 305/00 - EzA GmbHG § 11 Nr. 6; BSG 8. Dezember 1999 - B 12 KR 10/98 R - BSGE 85, 192; BFH 7. April 1998 - VII R 82/97 - BFHE 185, 356).
Da in diesen Fällen die Eröffnung der Durchgriffsmöglichkeit keine Abwicklungsschwierigkeiten mit sich bringe, sei der unmittelbare Durchgriff auf die Gründungsgesellschafter ausnahmsweise zulässig (BGH 27. Januar 1997 - II ZR 123/94 - AP GmbHG § 11 Nr. 10).
- BGH, 24.10.2005 - II ZR 129/04
Gesellschaftsrecht - Kein Durchgriff auf Gesellschafter bei vermögensloser GmbH
- BGH, 13.12.2004 - II ZR 409/02
Gesellschafterwechsel in Vorgesellschaft nur durch Änderung des …
- LAG Hessen, 25.11.1997 - 15 Sa 4/96
Vor-GmbH: Gesellschafterhaftung bei fehlgeschlagener Eintragung
- BAG, 01.12.2004 - 5 AZR 117/04
Gründerhaftung eines Aktionärs
- BGH, 06.04.2009 - II ZR 277/07
Gesellschaftsrecht - Grundsätze d. Eigenkapitalersatzes gelten auch für Vor-GmbH
- BGH, 09.07.2001 - II ZR 228/99
Auslegung einer Bürgschaftsvereinbarung
- BGH, 10.12.2001 - II ZR 89/01
Gesellschaftsrecht - Haftung der Mitglieder einer Vor-Genossenschaft
- BGH, 12.07.2011 - II ZR 71/11
Gesellschaftsrecht - Neugründung einer Vorrats- oder Mantelgesellschaft: Haftung
- BGH, 18.12.2000 - II ZR 385/98
Gesellschaftsrecht - Behandlung des gescheiterten öffentl- rechtl Zweckverbandes
- BGH, 12.03.2007 - II ZR 302/05
Gesellschaftsrecht - Verschmelzung von AGs im Wege der Aufnahme
- BFH, 12.12.2007 - X R 17/05
Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums an Anteilen an einer durch Bargründung …
- BFH, 04.02.2009 - II R 41/07
Eintragung in das Handelsregister als Voraussetzung für die Beurteilung einer …
- BGH, 18.01.2000 - XI ZR 71/99
Keine Haftung gem. § 28 HGB bei Einbringung eines nichtkaufmännischen …
- BAG, 15.12.1999 - 10 AZR 165/98
Arbeit & Soziales - Gesellschafter einer Vor-GmbH haften für Beitragsschulden
- OVG Nordrhein-Westfalen, 06.12.2012 - 19 A 1582/11
- BGH, 19.03.2001 - II ZR 249/99
Gesellschaftsrecht - Haftung der Treugeber des Alleingesellschaft.vor Eintragung
- BAG, 27.05.1997 - 9 AZR 483/96
Unmittelbare und unbeschränkte Haftung der Gründungsgesellschafter einer Vor-GmbH …
- BGH, 12.06.2012 - II ZR 256/11
Nicht existente Firma: Rechtsscheinhaftung des Handelnden
- BFH, 29.08.2012 - XI R 40/10
Eine "XY-Bau-GmbH i. G." kann bei einer Adressierung des Umsatzsteuerbescheides …
- OLG Dresden, 09.08.2005 - 2 U 897/04
Insolvenz eines personalistisch strukrurierten eingetragenen Vereins, der sich …
- LSG Hessen, 29.01.1998 - L 14 KR 1101/96
Gesamtsozialversicherungsbeitrag - Haftungsumfang der Gesellschafter einer …
- OLG Bremen, 08.06.2000 - 5 U 2/00a
Haftung der Gesellschafter einer unechten Vor-GmbH
- LSG Sachsen, 13.12.2000 - L 1 KR 38/98
- OLG Brandenburg, 13.11.2001 - 1 U 53/01
Haftung des Gesellschafters einer Vorgesellschaft aus einem Kontoeröffnungsantrag
- OLG Brandenburg, 13.11.2001 - 11 U 53/01
Formularmäßige Übernahme der Haftung bei Kontoeröffnung in den AGB einer Bank
- OLG Köln, 20.12.2001 - 18 U 138/01
Aufrechnung eines Gesellschafters gegen den Anspruch der Vorgesellschaft aus …
- OLG Köln, 20.12.2001 - 18 U 152/01
Aufsichtsrat der Vor-Aktiengesellschaft
- BAG, 20.01.1998 - 9 AZR 593/96
Nachhaftung des früheren Geschäftsführers
- OLG Koblenz, 27.06.2001 - 9 U 1511/99
Durchgriffshaftung bei GmbH & Co KG in Gründung
- LAG Köln, 20.06.2003 - 4 Sa 128/03
Haftungsdurchgriff bei der GmbH; Anforderungen an eine Berufungsbegründung
- BAG, 25.10.2007 - 8 AZR 918/06
Betriebsübergang - Kündigung - Vergütungsansprüche
- BAG, 25.10.2007 - 8 AZR 920/06
Betriebsübergang - Kündigung - Vergütungsansprüche
- BAG, 25.10.2007 - 8 AZR 921/06
Betriebsübergang - Kündigung - Vergütungsansprüche
- BAG, 25.10.2007 - 8 AZR 919/06
Betriebsübergang - Ausbildungsvergütung
- BGH, 18.12.2000 - II ZR 384/98
Rechtsfähigkeit eines im Gründungsstadium befindlichen kommunalen Zweckverbandes; …
- FG Brandenburg, 02.07.2003 - 2 K 1666/01
Körperschaftsteuerpfllicht einer Vorgesellschaft, deren Gründung scheitert; …
- FG Brandenburg, 08.06.2006 - 6 K 2841/03
Fehlende Einheit zwischen Vorgesellschaft und eingetragener GmbH
- OLG Hamm, 29.05.2002 - 8 U 140/01
- LSG Berlin-Brandenburg, 28.03.2006 - L 12 AL 10/04
Haftung der Gesellschafter einer GmbH für die Winterbau-Umlage
- FG Mecklenburg-Vorpommern, 09.01.2002 - 1 K 202/00
Haftung der Gesellschafter einer Vorgesellschaft; Abgrenzung: Echte oder unechte …
- OLG Zweibrücken, 17.05.2004 - 7 U 13/03
- LAG Thüringen, 14.11.2000 - 5 Sa 55/99
Betriebsübergang nach § 613 a BGB; Zeitpunkt des Betriebsübergang und …
- LG Dresden, 14.09.1998 - 8 O 195/98
- LAG Hessen, 07.08.2001 - 2 Sa 106/01
Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts als deren Arbeitnehmer; …
- SG Dresden, 30.06.2004 - S 18 KR 587/04
- KG, 07.12.2009 - 23 U 24/09
Unterbilanzhaftung einer Vorrats-GmbH bei vollständig eingezahltem Stammkapital
- OLG Stuttgart, 20.09.2000 - 20 U 87/99
Haftung der GmbH-Gründungsgesellschafter - Schuldübernahme - Verpflichtung …
- OLG Koblenz, 28.11.2000 - 3 U 1562/99
Haftung der Gesellschafter einer später nicht eingetragenen Vor-GmbH
- KG, 18.05.2004 - 1 W 7349/00
Notargebühr: Höhe der Notargebühr bei Beurkundung der Gründung einer GmbH durch …
- LAG Berlin, 21.01.2005 - 8 Sa 2064/04
Haftung der Gesellschafter einer Vor-GmbH
- LSG Berlin-Brandenburg, 25.02.2009 - L 21 R 187/08
AVItech; VEB Gaskombinat "Fritz Selbmann" Schwarze Pumpe; Energiewerke Schwarze …
- OLG Oldenburg, 02.04.2001 - 11 U 39/00
GmbH in Gründung: Handelndenhaftung für Verträge bei späterer …
- KG, 14.11.2000 - 1 W 6828/99
GmbH: keine Amtslöschung bei Geschäftsunfähigkeit des alleinigen …
- KG, 27.02.2004 - 14 U 169/02
Gesellschaftsrecht der DDR kurz vor Beitritt: Rechtsscheinshaftung einer …
- OLG Schleswig, 14.09.2004 - 5 U 86/04
Haftung des Kommanditisten bei Insolvenz einer nicht eingetragenen GmbH & Co. KG
- LAG Köln, 09.04.1999 - 11 (3) Sa 430/98
GmbH; Durchgriffshaftung; Gründungsgesellschaft; Vorgründungsgesellschaft; …
- LSG Sachsen, 08.11.2001 - L 2 B 92/00
- LSG Sachsen, 17.12.2001 - L 2 U 113/00
- LG Saarbrücken, 12.06.2009 - 13 S 65/09
- LSG Sachsen-Anhalt, 14.10.2008 - L 2 B 45/06
- OLG Frankfurt, 20.12.2010 - 20 W 388/10
Abänderung des GmbH-Gesellschaftsvertrages vor Eintragung im Handelsregister
- KG, 26.04.2012 - 23 U 197/11
Unterbilanzhaftung bei Verwendung des Mantels einer GmbH
- FG Brandenburg, 23.10.1997 - 5 K 1401/96
Haftung des Gesellschafters einer Vorgesellschaft
- LAG Köln, 26.02.2000 - 11 (3) Sa 430/98
- LSG Berlin, 20.08.2003 - L 9 KR 593/01
- LG Detmold, 12.08.1999 - 9 O 68/99
Mithaftungserklärung, Haftung der Gründungsgesellschafter einer GmbH
- LSG Baden-Württemberg, 25.07.1997 - L 4 Kr. 1317/96
Für Blogger: