Rechtsprechung
| BGH, 28.06.1985 - V ZR 43/84 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Jurion
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Wirkung eines klageabweisenden Urteils gegen einen Miteigentümer
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Rechtskrafterstreckung gegen Miteigentümer
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1985, 2825
- MDR 1986, 486
- WM 1985, 1298
- BB 1986, 159
- NVwZ 1986, 78 (Ls.)
Wird zitiert von ... (28)
- BGH, 09.04.1997 - IV ZR 113/96
Umfang der Rechtskraft des Urteils bei verdeckter Teilklage
Hat ein Kläger im vorangegangenen Prozeß nur einen Teilanspruch geltend gemacht, so erfaßt die Rechtskraft des Urteils nur diesen Teil des Anspruchs und erstreckt sich nicht auf den nicht eingeklagten restlichen Anspruch (BGHZ 34, 337, 339; 36, 365, 367; 93, 330, 334; BGH, Urteile vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84 - LM § 1011 BGB Nr. 3 unter I 2 b bb;… vom 15. Juni 1994, aaO.).Das gilt grundsätzlich auch, wenn der Kläger - wie hier - im Vorprozeß eine sogenannte verdeckte Teilklage verfolgt hat, ohne sich weitergehende Ansprüche vorzubehalten (BGH, Urteil vom 28. Juni 1985, aaO.).
bb) Die Rechtsprechung hat von diesem Grundsatz zwar Ausnahmen anerkannt (vgl. BGH, Urteile vom 28. Juni 1985 aaO.;… vom 15. Juni 1994 aaO. - vgl. im übrigen die Darstellung der Rechtsprechungsentwicklung durch Kuschmann, Festschrift für Schiedermair, 1976, S. 351, 359 ff.; Batsch, ZZP 86, 254, 256).
- BGH, 12.10.1987 - II ZR 21/87
Ermächtigung eines Gesellschafters zur Geltendmachung eines Anspruchs der …
Die grundsätzlich zu verlangende Berufung auf die Ermächtigung des Rechtsinhabers ist vor allem zum Schutz der Gegenpartei geboten, weil diese Gelegenheit erhalten muß, sich auf die besondere Art des prozessualen Vorgehens einzustellen und ihre Verteidigung entsprechend einzurichten; außerdem schützt die Offenlegung der Ermächtigung den Prozeßgegner, soweit es um die Frage der Rechtskrafterstreckung geht (…vgl. BGH, Urt. v. 30. Mai 1972 - I. ZR 75/71, a.a.O.; BGH, Urt. v. 28. Juni 1985 - V ZR 43/84, WM 1985, 1298, 1299 m.w.N.). - BGH, 27.07.2012 - V ZR 258/11
Verfahrensrecht - Wie weit geht die Rechtskraft bei Teilklagen?
Dies ist die Folge davon, dass die materielle Rechtskraft eines Urteils, die grundsätzlich jede neue Verhandlung und Entscheidung über denselben Anspruch ausschließt, nach § 322 Abs. 1 ZPO nur so weit geht, wie über die Klageanträge entschieden worden ist; wird nur ein Teilanspruch geltend gemacht, erstreckt sich die Rechtskraft nur auf diesen Teil und nicht auf den nicht eingeklagten restlichen Anspruch (BGH…, Urteil vom 9. April 1997 IV ZR 113/96, aaO; Senat, Urteil vom 28. Juni 1985 V ZR 43/84, NJW 1985, 2825, 2826).Hinzu kommen muss, dass der Klageantrag ähnlich wie in dem Fall, dass der Kläger die Höhe des Anspruchs in das Ermessen des Gerichts stellt so zu verstehen ist, dass nicht nur ein beziffertes Zahlungsverlangen geltend gemacht, sondern die Verurteilung zur Zahlung der ganzen angemessenen, vom Gericht festzusetzenden Entschädigung verlangt wird, so dass dies als Streitgegenstand anzusehen ist (BGH, Urteil vom 9. April 1997 IV ZR 113/96, BGHZ 135, 178, 182; Senat, Urteil vom 28. Juni 1985 V ZR 43/84, NJW 1985, 2825, 2826; BGH, Urteil vom 27. Februar 1961 III ZR 16/60, BGHZ 34, 337, 342).
- BGH, 29.04.2011 - V ZR 174/10
Nachbarrecht - Ausschlussfrist auch bei genehmigungsfreien Vorhaben
a) Die Verletzung nachbarschützender Bauvorschriften kann sowohl einen (quasi negatorischen) verschuldensunabhängigen Beseitigungsanspruch des Nachbarn nach § 1004 Abs. 1 Satz 1 BGB analog als auch einen auf Naturalrestitution gerichteten Schadensersatzanspruch nach § 823 Abs. 2 BGB begründen (Senat, Urteil vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84, NJW 1985, 2825, 2826).aa) Nachbarschützend sind die bauordnungsrechtlichen Normen über den Grenzabstand, denn sie dienen auch dem Interesse des Nachbarn an ausreichender Belichtung und Belüftung seines Grundstücks sowie an einem freien Ausblick (Senat, Urteil vom 30. April 1976 - V ZR 188/74, BGHZ 66, 354, 355 f.; Urteil vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84, NJW 1985, 2825, 2826 f.; Urteil vom 11. Oktober 1996 - V ZR 3/96, NJW-RR 1997, 16, 17).
- BGH, 07.12.1993 - VI ZR 152/92
Gemeinsamer Betrieb eines Erwerbsgeschäfts durch Eheleute in Gütergemeinschaft; …
aa) Eine Prozeßstandschaft könnte nur dann angenommen werden, wenn der Kläger klar zum Ausdruck gebracht hätte, ein den Eheleuten in Gütergemeinschaft - und nicht ihm allein - zustehendes Recht geltend machen zu wollen (vgl. dazu BGHZ 78, 1, 6 f.; BGH, Urteile vom 21. März 1985 - VII ZR 148/83 - NJW 1985, 1826, 1827; vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84 - NJW 1985, 2825 und vom 12. Oktober 1987 - II ZR 21/87 - NJW 1988, 1585, 1587 m.w.N.); er hätte eine Prozeßstandschaft und eine entsprechende Ermächtigung seiner Ehefrau bereits in der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Tatrichter offenlegen müssen, damit der Gegner die Art seines prozessualen Vorgehens und seiner Verteidigung hierauf in der erforderlichen Weise einrichten kann (vgl. BGH…, Urteil vom 12. Oktober 1987 - II ZR 21/87 - aaO; hierzu auch Senatsurteil vom 4. Februar 1975 - VI ZR 85/73 - VersR 1975, 518, 519). - BGH, 15.06.1994 - XII ZR 128/93
Zulässigkeit einer Teilklage
Diese zu Sonderfällen ergangenen Entscheidungen lassen aber - wie der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs bereits entschieden hat (Urteil vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84 - NJW 85, 2825, 2826) - den dargelegten Grundsatz unberührt. - BGH, 10.04.1997 - III ZR 104/96
Schadensersatzansprüche von Grundstückseigentümern wegen einer Änderung der …
Es ist bei sachgerechtem Verständnis der Anträge, die die Beteiligte zu 1 nach der Berufungsrücknahme des Beteiligten zu 2 im Berufungsverfahren gestellt hat, davon auszugehen, daß die Beteiligte zu 1 fortan in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Prozeßführungsbefugnis als Miteigentümerin (§ 1011 BGB; vgl. hierzu etwa BGH, Urteile vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84 - NJW 1985, 2825 und vom 11. Dezember 1992 - V ZR 118/91 - N 1993, 727, 728) Leistungen an sich und den Beteiligten zu 2 gemeinsam (vgl. § 432 BGB;… hierzu auch Palandt/Bassenge BGB 56. Aufl. § 1011 Rn. 2) verlangt, und zwar, wie nach dem weiteren Verfahrensablauf ebenfalls anzunehmen ist, im Einverständnis des Beteiligten zu 2 (wegen etwaiger Auswirkungen der Zustimmung eines Miteigentümers zu der Klageerhebung durch einen anderen Miteigentümer aus § 1011 BGB vgl. BGH, Urteil vom 28. Juni 1985 aaO.). - BGH, 17.06.1992 - IV ZR 183/91
Verjährungsunterbrechung bei Stufenklage
Damit hatte sie grundsätzlich nicht die Möglichkeit verloren, aufgrund besserer Einsicht später weitergehende Pflichtteilsergänzungsansprüche geltend zu machen, auch wenn sie sich dies nicht ausdrücklich vorbehielt (BGH, Urteil vom 28. Juni 1985 - V ZR 43/84 - NJW 1985, 2825, 2826 unter 2 b bb). - OLG Düsseldorf, 24.11.2010 - U (Kart) 16/10
Zinsanspruch und Hauptforderung
Ein eventuell weitergehender (Teil-)Anspruch sowie die Möglichkeit einer späteren Nachforderung sind in jenem Verfahren in prozessualer Hinsicht grundsätzlich unerheblich (vgl. zu allem: BGH Urteil vom 28.06.1985, V ZR 43/84, NJW 1985, 2825 - 2827, zitiert nach juris Tz. 30 - 32, Urteil vom 15.06.1994, XII ZR 128/93, NJW 1994, 3165 - 3167, zitiert nach juris Tz. 5 und 11; Urteil vom 15.07.1997, VI ZR 142/95, NJW 1997, 3019 - 3021, zitiert nach juris Tz. 12 - 14; Urteil vom 09.04.1997, IV ZR 113/96, BGHZ 135, 178 - 183, zitiert nach juris Tz. 12; Urteil vom 25.09.2007, X ZR 60/06 - Zerkleinerungsvorrichtung -, BGHZ 173, 374 - 384, zitiert nach juris Tz. 15 f.; OLG Koblenz, Beschluss vom 23.04.2009, 11 WF 330/09, OLGR Koblenz 2009, 560 - 561, zitiert nach juris Tz. 9; OLG Düsseldorf, Urteil vom 04.05.2006, 2 U 60/05, GRUR-RR 2006, 383 - 385, zitiert nach juris Tz. 36, 39).Mit diesem Sonderfall (vgl. : BGH, Urteil vom 28.06.1985, V ZR 43/84, NJW 1985, 2825 - 2827, zitiert nach juris Tz. 32; Urteil vom 15.06.1994, XII ZR 128/93, zitiert nach juris Tz. 11) ist der Streitfall schon deshalb nicht vergleichbar, weil dort die angemessene Höhe eines Anspruchs durch Wertung ermittelt werden musste, während es im hier zugrundeliegenden Vorprozess um einen im Umfang genau berechenbaren bzw. bestimmbaren Zinsanspruch ging (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 25.09.1978, VII ZR 281/77, NJW 1979, 720, zitiert nach juris Tz. 9 f.).
- BGH, 23.05.1989 - IX ZR 135/88
Genehmigung der Verfügung eines Nichtberechtigten
Wäre das der Fall gewesen, dann hätte das klageabweisende Urteil in diesem Verfahren vom 20. Dezember 1985 auch Rechtskraftwirkung gegen die Bank gehabt (BGH, Urt. v. 28. Juni 1985 - V ZR 43/84, WM 1985, 1298 ; v. 12. Oktober 1987 - II ZR 21/87, NJW 1988, 1585, 1586). - LG Stuttgart, 20.05.2010 - 17 O 42/10
Architekten und Ingenieure - Teilabriss des Stuttgarter HBf zulässig
- BGH, 10.04.1997 - VII ZR 266/96
- OLG München, 06.04.2005 - 7 U 4782/04
Geltendmachung der Unwirksamkeit von Beschlüssen der Gesellschafterversammlung …
- OLG München, 22.06.1993 - 25 U 6426/91
Zivilrechtlicher Nachbarschutz gegen überhöhte Grenzgarage
- OLG Zweibrücken, 24.06.1999 - 6 U 24/98
Amtspflichten der Verwaltungsbehörden bei einer außerhalb ihrer …
- VG Hamburg, 12.07.2010 - 15 K 3396/08
Planfeststellungsbeschluss für die teilweise Verfüllung des Mühlenberger Lochs …
- KG, 05.05.1993 - 24 W 3913/92
FGG § 27 Abs. 1 Satz 2; WEG § 23 Abs. 4, § 43, § 44 Abs. …
- OLG München, 26.01.1994 - 27 U 513/93
Kostenvorschuß zur Mängelbeseitigung
- LAG Düsseldorf, 28.01.2000 - 9 (14) Sa 1719/99
Lohnzahlungsklagen: Rechtskraftwirkung; Betriebsübergang: Fortgeltung von …
- OLG Nürnberg, 19.04.1995 - 9 W 1103/95
Kostenerstattung: Unzulässigkeit der Geltendmachung einer Geschäftsgebühr
- BayObLG, 18.12.2000 - 5Z RR 570/99
Wohnungseigentum
- BAG, 11.12.1990 - 3 AZR 438/89
- OLG Hamm, 25.07.1995 - 7 WF 231/95
- OLG Köln, 07.03.1997 - 19 U 119/96
Umfang der Rechtskraft bei Teilklage
- LAG Niedersachsen, 31.03.2000 - 3 Sa 2551/97
- VGH Bayern, 09.08.1994 - 20 B 92.3893
BauGB § 6 Abs. 4
- BGH, 28.10.1985 - II ZR 258/84
- BGH, 16.10.1997 - VII ZR 90/97
ZPO § 322 Abs. 2
