Rechtsprechung
| BSG, 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R |
Volltextveröffentlichungen (6)
- lexetius.com
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Grundsicherung für Arbeitsuchende
- Bundessozialgericht
- IWW
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Wertersatz vom Jobcenter für nicht zusätzlichen Ein-Euro-Job
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II; Wertersatz für geleistete Arbeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentschädigung
Kurzfassungen/Presse (3)
- 123recht.net (Pressemeldung)
Jobcenter muss Tariflohn für unzulässigen Ein-Euro-Job erstatten // Verdienst wird aber auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet
- beck-blog (Kurzinformation)
Falsch eingesetzte Ein-Euro-Jobber müssen wie Arbeitnehmer bezahlt werden
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
Rechtswidriger Ein-Euro-Job kann Anspruch auf Wertersatz begründen
Sonstiges
- Bundessozialgericht (Terminbericht)
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Verfahrensgang
- SG Mannheim, 11.12.2006 - S 7 AS 952/06
- LSG Baden-Württemberg, 11.08.2009 - L 13 AS 419/07
- BSG, 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R
Zeitschriftenfundstellen
- BSGE 108, 116
- DB 2012, 468
Wird zitiert von ... (11)
- BSG, 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Eingliederungsleistung - Arbeitsgelegenheit …
Über einen öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch braucht das in Anspruch genommene Jobcenter nicht zunächst durch Verwaltungsakt zu entscheiden (BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 13).Werden Gelegenheiten für im öffentlichen Interesse liegende, zusätzliche Arbeiten nicht nach § 16 Abs. 1 SGB II als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gefördert, ist den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen zuzüglich zum Alg II eine angemessene Entschädigung für Mehraufwendungen zu zahlen; solche Arbeiten begründen nach § 16 Abs. 3 Satz 2 Halbs 2 SGB II kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts (vgl BSG Urteile vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, B 14 AS 101/10 R;… BSG Urteil vom 13.11.2008 - B 14 AS 66/07 R - BSGE 102, 73, 74 = SozR 4-4200 § 16 Nr. 3 S 10 mwN).
2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 14 ff, und - B 14 AS 101/10 R, RdNr 22; BSG Urteil vom 29.9.
Der erwerbsfähige Hilfebedürftige erbringt mit der Ausübung einer Tätigkeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit die für einen öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch erforderliche Leistung im anspruchsbegründenden Sinne, die als eine bewusste und zweckgerichtete Mehrung fremden Vermögens definiert ist (vgl ausführlich BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 17, unter Hinweis auf BGHZ 40, 272, 277).
2005 die Arbeitsleistung im öffentlichen Interesse veranlasst und an die Klägerin als Maßnahmeteilnehmerin vermittelt (vgl im Einzelnen: BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 19).
Die Arbeitsleistung wird vom Hilfebedürftigen in Erfüllung der Verpflichtungen aus der Eingliederungsmaßnahme dem Jobcenter zugewandt, der auch die Kosten für die Mehraufwandsentschädigung trägt (vgl BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 19).
Der Senat schließt sich der Rechtsprechung des 14. Senats des BSG insofern an, als die für diesen Erstattungsanspruch erforderliche Vermögensmehrung jedenfalls dann gegeben ist, wenn die gesetzliche Voraussetzung der Zusätzlichkeit für eine Beschäftigung im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit nicht vorgelegen hat (BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 18).
Insofern wird das LSG noch näher aufzuklären haben, ob die Klägerin der Aufforderung zur Rückmeldung nach diesem Gespräch nachgekommen ist, eine das konkrete Einsatzfeld oder die Verbindlichkeit einer Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit näher regelnde Eingliederungsvereinbarung vorgelegen (vgl zur Bedeutung einer Eingliederungsvereinbarung auch Urteile des 14. Senats des BSG vom 13.4. 2011 - B 14 AS 101/10 R, B 14 AS 98/10 R) und/oder der Beigeladene zu einem späteren Zeitpunkt eine abschließende Regelung zu einer konkret von der Klägerin zu verrichtenden Arbeitsgelegenheit getroffen hat (vgl zB BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 101/10 R, RdNr 16 ff).
Unter Berücksichtigung eines üblichen Arbeitsentgelts werden erbrachte Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach den §§ 19, 22 SGB II, die bereits geleistete Mehraufwandsentschädigung sowie die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung von dem Wert der erbrachten Arbeitsleistungen in Abzug gebracht (vgl im Einzelnen BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R, RdNr 22 ff).
- LSG Nordrhein-Westfalen, 03.05.2012 - L 7 AS 83/09
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Seine Anspruchsvoraussetzungen und Rechtsfolgen entsprechen, soweit sie nicht spezialgesetzlich geregelt sind, denen des zivilrechtlichen Bereicherungsanspruchs (BSG, Urteil vom 13.04.2011, B 14 AS 98/10 R, Rn. 14 -juris- mit weiteren Hinweisen zur Rechtsprechung; BVerwG, Urteil vom 30.11.1995, 7 C 56/93).Der durch eine rechtswidrige Gewährung bei den Dritten entstandene Vermögensvorteil ist innerhalb der Rechtsbeziehungen zwischen dem Träger der Grundsicherung und den Dritten zu klären (vgl. zum Wertersatz für geleistete Arbeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentschädigung BSG, Urteil vom 13.04.2011, B 14 AS 98/10 R).
- SG Berlin, 15.05.2012 - S 172 AS 15085/11
Grundsicherung für Arbeitssuchende - allgemeine Leistungsklage - …
Seine Anspruchsvoraussetzungen und Rechtsfolgen entsprechen, soweit sie nicht spezialgesetzlich geregelt sind, denen des zivilrechtlichen Bereicherungsanspruchs (vgl. BSG, Urteile vom 13. April 2011, B 14 AS 98/10 R, Rn. 14;… vom 28. September 2010, B 1 KR 4/10 R, Rn. 14;… vom 28. Oktober 2008, B 8 SO 23/07 R, Rn. 27;… vom 11. Oktober 1994, 1 RK 34/93, Rn. 12;… vom 8. November 2011, B 1 KR 8/11 R, Rn. 11; LSG Niedersachsen…, Urteil vom 16. Dezember 2009, L 9 AS 511/09, Rn. 25, zitiert nach juris).Ihr Vertrauen, einen rechtswidrig erlangten Vermögensvorteil gegen die Rückforderung verteidigen zu können, ist daher von vornherein nicht schutzwürdig (vgl. OVG Rheinland-Pfalz…, Urteil vom 28. November 1991, 1 A 10312/89, Rn. 24; BSG, Urteil vom 13. April 2011, B 14 AS 98/10 R, Rn. 21; für die entsprechende Problematik beim Entreicherungseinwand gemäß § 818 Abs. 3 BGB: BVerwG…, Urteil vom 12. März 1985, 7 C 48/82, Rn. 14 und 18; für § 817 Satz 2 BGB: BVerwG…, Urteil vom 26. März 2003, 9 C 4/02, Rn. 19, zitiert nach juris).
- BSG, 13.04.2011 - B 14 AS 101/10 R
Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Eingliederungsvereinbarung mit Angebot einer …
Ein solcher Anspruch kommt im Anwendungsbereich des SGB II in Betracht, wenn vom Hilfebedürftigen nach Zuweisung in eine Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentschädigung Arbeiten geleistet worden sind, die sich als rechtsgrundlos erweisen (dazu Urteil des Senats vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen; zu Arbeitsgelegenheiten nach § 19 Bundessozialhilfegesetz [BSHG] bereits BVerwGE 105, 370; Bundesverwaltungsgericht DVBl 2005, 781). - LSG Bayern, 20.12.2011 - L 11 AS 197/10
§ 16 SGB 2
Es besteht ebenso kein Anspruch des Klägers - bei entsprechender Auslegung des Klagebegehrens im Hinblick auf die "entgangene Mehraufwandsentschädigung" - auf Wertersatz im Wege des öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs (siehe dazu BSG, Urteil vom 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R; Urteile vom 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R - und - B 14 AS 101/10 R - alle juris).Ein solcher Anspruch setzt die Ausübung einer Tätigkeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit voraus, die zu einer bewussten und zweckgerichteten Mehrung fremden Vermögens führt (vgl BSG, Urteil vom 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R - und Urteil vom 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R - beide juris).
- LSG Bayern, 20.12.2011 - L 11 AS 196/10
§ 16 SGB 2
Es besteht ebenso kein Anspruch des Klägers - bei entsprechender Auslegung des Klagebegehrens im Hinblick auf die "entgangene Mehraufwandsentschädigung" - auf Wertersatz im Wege des öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs (siehe dazu BSG, Urteil vom 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R; Urteile vom 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R - und - B 14 AS 101/10 R - alle juris).Ein solcher Anspruch setzt die Ausübung einer Tätigkeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit voraus, die zu einer bewussten und zweckgerichteten Mehrung fremden Vermögens führt (vgl BSG, Urteil vom 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R - und Urteil vom 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R - beide juris).
- LSG Nordrhein-Westfalen, 14.05.2012 - L 7 AS 557/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende
(BSG, Urteile vom 13.11.2008, Az.: B 14 AS 66/07 R, vom 16.12.2008, Az.: B 4 AS 60/07 R, vom 13.04.2011, Az.: B 14 AS 101/10 R und Urteil vom 13.04.2011, Az.: B 14 AS 98/10 R). - BSG, 14.03.2012 - B 14 AS 98/11 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Einkommensberücksichtigung - …
Ein solcher Anspruch (grundlegend dazu BSG Urteil vom 13.4. 2011 - B 14 AS 98/10 R - BSGE 108, 116 = SozR 4-4200 § 16 Nr. 7) gleicht eine mit der Rechtslage nicht übereinstimmende Vermögenslage aus und verschafft dem Anspruchsinhaber ein Recht auf Herausgabe des Erlangten, wenn eine Leistung ohne Rechtsgrund oder ohne eine sonstige rechtsgrundlose Vermögensverschiebung erfolgt ist. - LSG Nordrhein-Westfalen, 19.04.2012 - L 6 AS 16/09
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch soll nach den im Zivilrecht geltenden Grundsätzen eine mit der Rechtslage nicht übereinstimmende Vermögenslage ausgleichen, die dadurch entstanden ist, dass Leistungen ohne rechtlichen Grund oder durch sonstige rechtsgrundlose Vermögensverschiebungen erlangt wurden (vgl. hierzu BSG Urt v 27.08.2011 - B 4 AS 1/10 R - juris Rn 24 mwN; v 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R - juris Rn 14 mwN). - LSG Nordrhein-Westfalen, 04.07.2012 - L 9 SO 460/11
Sozialhilfe
Dieser Rechtsprechung des BAG hat sich das Bundessozialgericht (BSG) angeschlossen (Urteil vom 13.04.2011, B 14 AS 98/10 R, BSGE 108, 116). - LSG Thüringen, 18.04.2012 - L 7 AS 846/09
