Rechtsprechung
| BVerfG, 17.11.2009 - 1 BvR 2192/05 |
Volltextveröffentlichungen (8)
- lexetius.com
- Betriebs-Berater
GG Art. 3 Abs. 1
Übergangsregelungen vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren verfassungswidrig - Bundesverfassungsgericht
- IWW
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Übergangsregelungen vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren sind verfassungswidrig
- kohlhammer.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Vereinbarkeit einer Teilregelung des § 36 Abs. 3 und Abs. 4 Körperschaftsteuergesetz ( KStG ) in der Fassung des Steuersenkungsgesetzes vom 23. Oktober 2000 (BGBl I Seite 1433) mit Artikel 3 Abs. 1 GG; Rechtfertigung der Hinnahme eines Verlusts des Körperschaftsteuerminderungspotentials mit dem Prinzip notwendiger und damit zulässiger Typisierung in Massenverfahren
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
GG Art. 3 Abs. 1
Übergangsregelungen vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren verfassungswidrig
Kurzfassungen/Presse (8)
- Betriebs-Berater (Pressemitteilung)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren bei der Körperschaftsteuer verfassungswidrig // Körperschaftsteuer mit dem Gleichheitssatz nicht verein
- Betriebs-Berater (Kurzinformation)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren verfassungswidrig
- Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren bei der Körperschaftsteuer mit dem Gleichheitssatz nicht vereinbar
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Verfassungswidrige Umstellung auf das Halbeinkünfteverfahren
- wkdis.de (Pressemitteilung)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren bei der Körperschaftsteuer mit dem Gleichheitssatz nicht vereinbar
- ebnerstolz.de (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren bei der Körperschaftsteuer sind verfassungswidrig
- ebnerstolz.de (Pressemitteilung)
Übergangsregeln vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren bei der Körperschaftsteuer unvereinbar mit Gleichheitssatz
- lto.de (Kurzinformation)
Umgliederung bei Systemwechsel von Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren ist verfassungswidrig
Sonstiges (9)
- nwb.de (Verfahrensmitteilung)
KStG § 36, KStG § 37, GG Art 3 Abs 1, GG Art 14
Anrechnungsverfahren; Eigenkapital; Halbeinkünfteverfahren; Körperschaftsteuer; Rückwirkung; Steuerreform; Steuersystem; Systemumstellung; Umgliederung; Verfassung - bundesrat
(Verfahrensmitteilung)
- brak.de
(Schriftsatz aus dem Verfahren)
Stellungnahme der Bundesrechtsanwaltskammer zur Verfassungsbeschwerde der Prüftechnik D.B. AG
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG v. 17.11.2009 - 1 BvR 2192/05 (Übergangsregelungen vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren sind verfassungswidrig)" von RA/StB Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Wassermeyer, original erschienen in: DB 2010, 425.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 17.11.2009, AZ.: 1 BvR 2192/05 (Unvereinbarkeit der Übergangsregeln von Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren mit dem Gleichheitssatz)" von WP/StB Prof. Dr. Ulrich Prinz, original erschienen in: GmbHR 2010, 368 - 377.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 17.11.2009, Az.: 1 BvR 2192/05 (Übergangsregelungen vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren verfassungswidrig)" von RA Dr. Frank Balmes, original erschienen in: BB 2010, 870 - 874.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Kommentar zum Beschluss des BVerfG vom 17.11.2009, Az.: 1 BvR 2192/05 (Übergangsregelung vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren mit dem Gleichheitssatz nicht vereinbar)" von StB Klaus Korn, original erschienen in: NWB 2010, 641.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Unternehmensbesteuerung und Verfassung im Lichte der jüngsten Rechtsprechung des BVerfG - Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 17.11.2009 zur Verfassungswidrigkeit von Umgliederungsverlusten" von Prof. Dr. Klaus-Dieter Drüen, original erschienen in: DStR 2010, 513 - 517.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Das Ende des Fiskalspiels mit dem Körperschaftsteuer-Guthaben - Das Bundesverfassungsgericht pfeift ab" von RA/FAStR Dr. Burkhard Binnewies, original erschienen in: GmbHR 2010, 408 - 412.
Verfahrensgang
- FG München, 09.09.2004 - 7 K 2991/03
- BFH, 31.05.2005 - I R 107/04
- BVerfG, 17.11.2009 - 1 BvR 2192/05
- BVerfG, 19.08.2010 - 1 BvR 2192/05
- BFH, 17.03.2011 - I R 6/10
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGE 125, 1
- BB 2010, 870
- DB 2010, 425
- DÖV 2010, 446
Wird zitiert von ... (38)
- BVerfG, 10.10.2012 - 1 BvL 6/07
Vertrauensschutz in den Fortbestand einer steuerrechtlichen Regelung
1. § 8 Nr. 5 GewStG steht im Zusammenhang mit dem Systemwechsel im Körperschaftsteuerrecht vom früheren Anrechnungsverfahren zum sogenannten Halbeinkünfteverfahren (vgl. BVerfGE 125, 1 [2 ff.]; 127, 224 [227 ff.]).Damit hat der Gesetzgeber die Auswirkung des im Zuge des Systemwechsels im Körperschaftsteuerrecht (vgl. BVerfGE 125, 1 [2 ff.]) durch das Steuersenkungsgesetz vom 23. Oktober 2000 (BGBl I S. 1433) neu gefassten und später mehrfach geänderten § 8b KStG auf die Gewinnermittlung im Gewerbesteuerrecht korrigiert.
Der im Jahr 2001 vollzogene Systemwechsel im Körperschaftsteuerrecht (vgl. dazu BVerfGE 125, 1 [2 ff.]) bietet ebenfalls keinen Rechtfertigungsgrund für das rückwirkende Inkraftsetzen des § 8 Nr. 5 GewStG.
- BFH, 20.04.2011 - I R 65/05
Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung zur Umgliederung des verwendbaren …
Nachdem das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Regelungen zum Übergang vom Anrechnungsverfahren in das Halbeinkünfteverfahren für zumindest teilweise verfassungswidrig befunden hatte (BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BFH/ NV 2010, 803), wurde § 36 KStG i. d. F. des StSenkG durch das JStG 2010 geändert.Diese gesetzliche Regelung schließt an den BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803 an, mit dem das BVerfG die zuvor geltenden Vorschriften in § 36 Abs. 3 und 4 KStG i. d. F. des StSenkG für mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar befunden hatte.
a) Bei dieser Würdigung geht der Senat von dem BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803 zu § 36 KStG i. d. F. des StSenkG aus.
In dieselbe Richtung könnte die Bemerkung des BVerfG deuten, dass eine Realisierung der aus vEK abgeleiteten Körperschaftsteuerguthaben ohnehin "nur dann möglich" sei, "wenn handelsrechtlich zulässige Gewinnausschüttungen erfolgen" (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 4. b cc); das könnte nämlich als Hinweis darauf zu verstehen sein, dass nach der Vorstellung des BVerfG eine Verrechnung von negativem nicht belastetem und positivem belastetem vEK generell nicht notwendig ist, um einer übermäßigen Nutzung des aus dem positiven vEK gespeisten Körperschaftsteuerguthabens zu begegnen.
Das wiederum habe maßgeblich vom Bestand eines negativen EK 02 abgehangen; ein solches wirke nämlich im Anrechnungsverfahren "wie eine handelsrechtliche Ausschüttungssperre", da das laut Gliederungsrechnung vorhandene Eigenkapital "nur in Höhe des vorhandenen bilanziellen Eigenkapitals zu Ausschüttungen" habe "verwendet werden" können (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 5. b 1. Abs.).
"Soweit indessen ein negativer Bestand des EK 02 allein durch die Technik der ... Umgliederung des EK 45 in EK 40" entstanden sei, beruhe ein sich darauf ergebender Verlust an Körperschaftsteuerminderungspotenzial nicht auf der Fiktion der Vollausschüttung und könne er "daher nicht mit dieser Annahme gerechtfertigt werden" (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 5. b 2. Abs.).
Vielmehr wird die genannte Deutung zusätzlich dadurch gestützt, dass das BVerfG in seiner gesamten Argumentation stets nur die Umgliederung des EK 45 in das EK 40 und deren Folgen im Blick hat (z. B. BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 4. a 1. Abs. und B. I. 4. b cc 3. Abs. zu alternativen Lösungen, dort unter B. I. 4. a 2. Abs. zur Erreichung des Gesetzeszwecks, dort unter B. I. 4. b cc 1. Abs. zu Praktikabilitätsfragen, dort unter B. I. 4. b dd 2. Abs. zur Zügigkeit des Übergangs).
Nur diese Problematik ist auch im Schrifttum unter dem Stichwort "EK 45-Umgliederungsfalle" - vom BVerfG als "sogenannte 'EK-02-Falle'" bezeichnet (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 5. c bb 4. Abs.) - diskutiert worden (…z. B. Bauschatz in Gosch, Körperschaftsteuergesetz, 2. Aufl., § 36 Rz 121;… Lornsen-Veit in Erle/ Sauter, Körperschaftsteuergesetz, 3. Aufl., § 36 KStG Rz 65; Prinz, GmbH-Rundschau 2001, 125, 131).
Und schließlich führt das BVerfG aus, dass die Klägerin des bei ihm geführten Verfahrens von einer Verrechnung von "originärem" negativem EK 02 nur in geringem Umfang betroffen sei (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 5. b 3. Abs.); das wäre nicht verständlich, wenn es über die Folgen der Umgliederung hinaus auch die Verrechnung eines negativen EK 02 generell hätte beanstanden wollen.
Insoweit muss erneut nicht näher erörtert werden, ob das in belastetem vEK angelegte "Körperschaftsteuerminderungspotential" dem Eigentumsbegriff des Art. 14 GG unterfällt (ebenso schon Senatsurteil in BFHE 210, 256, 260, BStBl II 2005, 884, 886; BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter A. III. 3.3. Abs.).
Das folgt zum einen daraus, dass das BVerfG zwar verschiedene Varianten einer möglichen verfassungskonformen Regelung erörtert hat (BVerfG-Beschluss in BFH/ NV 2010, 803, dort unter B. I. 4. a 1. Abs. und B. I. 4. b cc 3. Abs.), die aber jeweils im Ergebnis nur auf einen Verzicht auf die Umgliederung gemäß § 36 Abs. 3 KStG i. d. F. des StSenkG hinauslaufen.
- BFH, 10.08.2011 - I R 39/10
Verfassungswidrigkeit des § 3 SolZG 1995 n. F. in Bezug auf das …
Hierbei wurde die von der Kapitalgesellschaft entrichtete Körperschaftsteuer auf die Einkommensteuer des Anteilseigners angerechnet (§ 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes 1997 - EStG 1997 -), um eine Doppelbelastung durch Körperschaftsteuer und Einkommensteuer zu vermeiden (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, 1).Es entstand also bei Gewinnthesaurierung bis zum Zeitpunkt der Ausschüttung des belasteten Eigenkapitals auf der Ebene der Gesellschaft ein Körperschaftsteuerminderungspotential, das sich nach der Höhe dieser Steuersatzdifferenz bestimmte (vgl. im Einzelnen BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1).
bb) Das BVerfG hat durch Beschluss in BVerfGE 125, 1 § 36 Abs. 3 und 4 KStG 1999 i. d. F. des Steuersenkungsgesetzes insoweit als mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar angesehen, als diese Regelung bei einzelnen Unternehmen zu einem Verlust von Körperschaftsteuerminderungspotential führt, der bei einer anderen Ausgestaltung des Übergangs ohne Abstriche an den gesetzgeberischen Zielen hätte vermieden werden können.
Er gilt für ungleiche Belastungen wie auch für ungleiche Begünstigungen (vgl. BVerfG-Beschlüsse vom 9. Dezember 2008 2 BvL 1, 2/07, 1, 2/08, BVerfGE 122, 210, 230; in BVerfGE 125, 1, 17).
Aus ihm ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen für den Gesetzgeber, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (vgl. BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 120, 1, 29; vom 14. Oktober 2008 1 BvR 2310/06, BVerfGE 122, 39, 52; in BVerfGE 125, 1, 17, ständige Rechtsprechung).
Der Grundsatz der gleichen Zuteilung steuerlicher Lasten (vgl. BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 120, 1, 44, 125; in BVerfGE 125, 1, 17 f., m. w. N.) verlangt eine gesetzliche Ausgestaltung der Steuer, die den Steuergegenstand in den Blick nimmt und mit Rücksicht darauf eine gleichheitsgerechte Besteuerung des Steuerschuldners sicherstellt.
Ausnahmen von dem jedenfalls für die Ertragsteuern und damit auch für die Körperschaftsteuer geltenden Gebot gleicher Besteuerung bei gleicher Ertragskraft bedürfen eines besonderen sachlichen Grundes (vgl. BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 116, 164, 180 f.; in BVerfGE 120, 1, 45; in BVerfGE 125, 1, 17 f.).
Art. 3 Abs. 1 GG ist jedenfalls dann verletzt, wenn sich ein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung oder Gleichbehandlung nicht finden lässt (vgl. BVerfG-Urteil vom 6. März 2002 2 BvL 17/99, BVerfGE 105, 73, 110; BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1, 18, m. w. N.).
Bei der Bestimmung der Bindung des Gesetzgebers an den Gleichheitssatz räumt das BVerfG dem Gesetzgeber bei der Umstrukturierung komplexer Regelungssysteme stets einen besonders weiten Spielraum bei der Ausgestaltung der Übergangsvorschriften ein (vgl. BVerfG-Urteil vom 8. Februar 1977 1 BvR 79, 278, 282/70, BVerfGE 43, 242, 288 f.; BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1, 17, m. w. N.), sodass er möglicherweise auch eine für die Steuerpflichtigen nachteiligere Regelung hätte treffen können.
- BFH, 22.08.2012 - I R 9/11
Sog. Mindestbesteuerung nicht verfassungswidrig - Abschnittsbesteuerung - …
Dabei liegt es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (zu dieser z. B. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, 1, BGBl I 2010, 326), dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko für den einkommenswirksamen Abzug des Verlustes erhöht, da "naturgemäß keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu können" (Senatsurteil in BFHE 225, 566, BStBl II 2010, 1061; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167). - FG Niedersachsen, 26.08.2011 - 7 K 192/09
Steuerrecht - Bauerrichtungsvertrag unterliegt nicht der Grunderwerbsteuer!
Das Gleichbehandlungsgebot gilt für ungleiche Belastungen wie auch für ungleiche Begünstigungen (…vgl. BVerfG-Beschlüsse vom 9.12.2008 2 BvL 1, 2/07, 1, 2/08, BVerfGE 122, S. 210, 230; vom 17.11.2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, S. 1, 17).Aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen für den Gesetzgeber, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (…vgl. BVerfG-Beschlüsse vom 15.1.2008 1 BvL 2/04, BVerfGE 120, S. 1, 29;… vom 14.10.2008 1 BvR 2310/06, BVerfGE 122, S. 39, 52; BVerfGE 125, S. 1, 17).
Der Grundsatz der gleichen Zuteilung steuerlicher Lasten (…vgl. BVerfG-Beschlüsse vom 15.1.2008 1 BvL 2/04, BVerfGE 120, S. 1, 44, 125; vom 17.11.2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, S. 1, 17 f.) verlangt eine gesetzliche Ausstattung der Steuer, die den Steuergegenstand in den Blick nimmt und mit Rücksicht darauf eine gleichheitsgerechte Besteuerung des Steuerschuldners sicherstellt.
Ausnahmen von dem geltenden Gebot gleicher Besteuerung bei gleicher finanzieller Leistungsfähigkeit bedürfen eines besonderen sachlichen Grundes (…vgl. BVerfG-Beschlüsse 21.6.2006 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, S. 164, 180 f.;… vom 15.1.2008 1 BvL 2/04, BVerfGE 120, S. 1, 45; vom 17.11.2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, S. 1, 17 f.).
Art. 3 Abs. 1 GG ist jedenfalls dann verletzt, wenn sich ein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung oder Gleichbehandlung nicht finden läßt (…vgl. BVerfG-Urteil vom 6.3.2002 2 BvL 17/99, BVerfGE 105, S. 73, 110; BVerfG-Beschluss vom 17.11.2009 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, S. 1, 18).
- BVerfG, 12.10.2010 - 1 BvL 12/07
Pauschaliertes Abzugsverbot für Betriebsausgaben nach § 8b Abs. 3 Satz 1 …
§ 8b KStG ist Teil des so genannten Halbeinkünfteverfahrens, das im Jahr 2001 das bis dahin im Körperschaftsteuerrecht geltende Anrechnungsverfahren (näher dazu vgl. BVerfG, Beschluss vom 17. November 2009 - 1 BvR 2192/05 -, DStR 2010, S. 434) abgelöst hat. - FG Köln, 09.03.2010 - 13 K 64/09
Musterverfahren zu Erstattung des SolZ bei Körperschaftsteuerguthaben
aa) Der Gleichheitssatz gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln (vgl. die Entscheidungen des BVerfG zur Verfassungsmäßigkeit des § 32c EStG [BVerfG-Beschluss vom 21. Juni 2006 2 BvL 2/99, BVerfGE 116, 164], zur Gewerbesteuer [BVerfG-Beschluss vom 15. Januar 2008 1 BvL 2/04, BVerfGE 120, 1] und zu den körperschaftsteuerrechtlichen Umgliederungsregelungen [BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BFH/NV 2010, 803]).Art. 3 Abs. 1 GG ist jedenfalls dann verletzt, wenn sich ein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst wie einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung oder Gleichbehandlung nicht finden lässt (vgl. dazu insgesamt die Nachweise bei BVerfG, BFH/NV 2010, 803).
Aus der Entscheidung des BVerfG zur Verfassungsmäßigkeit der Übergangsregeln vom Anrechnungsverfahren zum Halbeinkünfteverfahren vom 17. November 2009 (1 BvR 2192/05, BFH/NV 2010, 803) ergibt sich nichts anderes.
Das BVerfG hat seine Entscheidung vom 17. November 2009 (1 BvR 2192/05) nur auf die Verletzung des Art. 3 Abs. 1 GG gestützt, der BFH in der von der Klägerin angeführten Entscheidung vom 8. November 2006 I R 69, 70/05, I R 69/05, I R 70/05, BStBl II 2007, 662) diese Frage dagegen ausdrücklich offengelassen und maßgeblich darauf abgestellt, dass die Einführung des Moratoriums (§ 37 Abs. 2a KStG) zumindest kein unverhältnismäßiger Eingriff in eine Eigentumsposition war und damit wenigstens als Inhalts- und Schrankenbestimmung zulässig war.
- BFH, 26.08.2010 - I B 49/10
Sog. Mindestbesteuerung bei endgültigem Ausschluss der Verlustverrechnung …
Dabei wird es auch innerhalb der gesetzgeberischen Typisierungsbefugnis (z. B. BVerfG-Beschluss vom 17. November 2009 1 BvR 2192/05, BGBl I 2010, 326) liegen, dass die zeitliche Streckung des Verlustvortrags das Risiko für den einkommenswirksamen Abzug des Verlustes erhöht, da "naturgemäß keine Gewissheit besteht, die Verluste in Zukunft verrechnen zu können" (Senatsurteil in BFHE 225, 566; BFH-Beschluss in BFHE 214, 430, BStBl II 2007, 167). - OVG Nordrhein-Westfalen, 25.05.2011 - 17 A 772/07
Vereinbarkeit einer Anknüpfung des Beitragsrechts an den Gewerbeertrag mit den …
Rspr., s. BVerfG, Beschlüsse vom 12. Oktober 2010 - 1 BvL 12/07 -, juris Rn. 52, 82; vom 28. September 2010 - 1 BvR 1660/08 -, juris Rn. 10 m.w.N.; vom 06. Juli 2010 - 1 BvL 9/06 und 1 BvL 2/08 -, juris Rn. 80; vom 17. November 2009 - 1 BvR 2192/05 -, juris Rn. 87; vom 26. Oktober 2004 - 2 BvR 246/98 -, juris Rn. 5; vom 08. Oktober 1991 - 1 BvL 50/86 -, juris Rn. 40.Dabei setzt eine zulässige Typisierung unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes voraus, dass sie sich realitätsgerecht am typischen Fall orientieren muss, BVerfG, Beschlüsse vom 12. Oktober 2010 - 1 BvL 12/07 -, juris Rn. 52; vom 17. November 2009 - 1 BvR 2192/05 -, juris Rn. 87; vom 26. Oktober 2004 - 2 BvR 246/98 -, juris Rn. 5, die mit der Typisierung verbundenen Härten nur unter Schwierigkeiten vermeidbar sein, lediglich eine verhältnismäßig kleine Zahl von Personen betreffen dürfen und der Verstoß gegen den Gleichheitssatz nicht sehr intensiv sein darf.
BVerfG, Beschlüsse vom 28. September 2010 - 1 BvR 1660/08 -, juris Rn. 10; vom 06. Juli 2010 - 1 BvL 9/06 und 2/08 -, juris Rn. 80; vom 04. April 2001 - 2 BvL 7/98 -, juris Rn. 42; vom 14. Juni 1994 - 1 BvR 1022/88 -, juris Rn. 80; vom 08. Oktober 1991 - 1 BvL 50/86 -, juris Rn. 40; vom 08. Februar 1983 - 1 BvL 28/79 -, juris Rn. 39. S.a. BVerfG, Beschluss vom 17. November 2009 - 1 BvR 2192/05 -, juris Rn. 87, wonach die Vorteile der Typisierung "im rechten Verhältnis" zur der mit ihr notwendig verbundenen Ungleichheit der Belastung stehen müssen.
BVerfG, Beschluss vom 17. November 2009 - 1 BvR 2192/05 -, juris Rn. 78; vom 15. Januar 2008 - 1 BvL 2/04 -, juris Rn. 130 ff.; Beschluss vom 17. März 2011 - 1 BvR 3255/08 -, juris Rn. 5; vgl.a. BVerwG, Urteil vom 26. April 2006 - 6 C 19.05 -, juris Rn. 22.
- BVerfG, 06.04.2011 - 1 BvR 1765/09
Keine verfahrensrechtliche Schlechterstellung bei der Gewährung von Kindergeld …
Das hieraus folgende Gebot, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln, gilt für ungleiche Belastungen und ungleiche Begünstigungen (vgl. BVerfGE 79, 1 [17]; 110, 412 [431]; 121, 108 [119]; 121, 317 [370]; 122, 210 [230]; 125, 1 [17]; stRspr).Aus dem allgemeinen Gleichheitssatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmal unterschiedliche Grenzen, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (vgl. BVerfGE 110, 274 [291]; 117, 1 [30]; 120, 1 [29]; 122, 39 [52]; 125, 1 [17]; stRspr).
- BSG, 20.07.2011 - B 13 R 52/10 R
Waisenrentenanspruch - Weitergewährung - Teilnahme an einem Europäischen …
- FG Rheinland-Pfalz, 06.09.2012 - 4 K 1970/10
Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen
- BFH, 23.02.2011 - I R 20/10
Keine Aufrechnung gegen ein Körperschaftsteuerguthaben im Insolvenzverfahren - …
- BFH, 09.05.2012 - X R 30/06
Schuldzinsenabzug nach § 4 Abs. 4a EStG im Veranlagungszeitraum …
- FG München, 18.09.2012 - 7 K 2684/10
Verstoß des Abzugsverbots für negativen Aktiengewinn aus Investmentfond gegen …
- BFH, 12.07.2012 - IV R 39/09
Gewinn aus der Veräußerung des nach Formwechsel entstandenen …
- FG Köln, 12.04.2011 - 13 K 3136/04
- BSG, 11.05.2011 - B 6 KA 2/10 R
Vertragsarzt - Zulassung für mehrere Fachgebiete - Abrechnung des jeweiligen …
- BSG, 09.02.2011 - B 6 KA 12/10 R
Medizinisches Versorgungszentrum - keine Begrenzung auf höchstens zwei …
- FG Münster, 14.11.2012 - 10 K 3207/11
Finanz- und Abgaberecht
- BFH, 01.06.2006 - I R 12/05
Revisionsbegründung
- FG Münster, 01.09.2011 - 9 K 5772/03
Bestätigung des Vorlagebeschlusses des Gerichts v. 2.3.2007 an das BVerfG: …
- BFH, 23.02.2011 - I R 38/10
Keine Aufrechnung gegen ein Körperschaftsteuerguthaben im Insolvenzverfahren
- BFH, 05.05.2010 - I B 179/09
Grundsätzliche Bedeutung: Übergang zum UmwStG 1995 n. F. - Verfassungsmäßigkeit …
- FG Baden-Württemberg, 07.07.2011 - 3 K 4368/09
Verfassungsmäßigkeit des § 15b EStG; rückwirkende Anwendung auf eine …
- LAG Nürnberg, 09.03.2010 - 7 Sa 430/09
Annahmeverzug; ersparte Aufwendungen; Anrechnung; Ungleichbehandlung
- OVG Nordrhein-Westfalen, 12.01.2012 - 1 A 1799/11
Rechtmäßigkeit einer unverrückbaren Altersgrenze für Richter nach Maßgabe des § 3 …
- BFH, 12.07.2012 - IV R 12/11
Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12. 07. 2012 IV R 39/09 - Ermittlung des …
- FG Köln, 09.03.2010 - 13 K 3181/05
Gesetzliche Neuregelung der kommunalen Querfinanzierung verstößt nicht gegen …
- FG Köln, 16.04.2008 - 13 K 3868/06
Ausschluss der verrechenbaren Verluste aus der Gewinnermittlung des …
- FG Niedersachsen, 13.09.2012 - 6 K 51/10
Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags
- FG Hamburg, 02.11.2011 - 1 K 208/10
Gewerbesteuer: Mindestbesteuerung ist verfassungsgemäß - Verhältnis …
- FG Düsseldorf, 13.07.2010 - 6 K 4585/07
- FG Berlin-Brandenburg, 25.03.2010 - 12 K 8366/05
(Systemübergreifender Verlustrücktrag: Erhöhung des EK 02 unter Geltung des …
- FG München, 28.11.2006 - 6 K 1071/03
Verfassungsmäßigkeit der körperschaftsteuerlichen Umgliederungsregelungen; …
- BFH, 17.03.2011 - I R 6/10
- FG Nürnberg, 24.05.2011 - 1 K 443/10
Bescheid über die Festsetzung des Körperschaftsteuerguthabens stellt keinen …
- FG Schleswig-Holstein, 07.06.2012 - 1 K 69/12
Auszahlung eines Körperschaftsteuerguthabens in jährlichen Raten über einen …
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