Rechtsprechung
| BVerfG, 17.12.2001 - 2 BvE 2/00 |
Volltextveröffentlichungen (8)
- lexetius.com
- DFR
Pofalla II
- openjur.de
- Bundesverfassungsgericht
- Alpmann Schmidt
- NWB SteuerXpert START
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
GG Art. 46 Abs. 2
Anforderungen an die Entscheidung über die Aufhebung der Immunität eines Abgeordneten - Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (4)
- lexetius.com (Pressemitteilung)
Pofalla gegen Bundestag und Bundestagspräsident erfolglos
- Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)
Pofalla gegen Bundestag und Bundestagspräsident erfolglos
- lifeandlaw.de (Pressemitteilung)
Pofalla gegen Bundestag und Bundestagspräsident erfolglos
- rp-online.de (Pressemeldung)
Grenzen der Immunität von Abgeordneten: Urteil im Fall Pofalla erwartet
Besprechungen u.ä. (3)
- staatsrecht.info (Entscheidungsbesprechung)
Die Immunität der Bundestagsabgeordneten (Dr. Johannes Rux; JA 2002, S. 552-554)
- staatsrecht.info
(Fallbesprechung - aus Ausbildungssicht)
Zur Reichweite der Immunität von Bundestagsabgeordneten (Dr. Johannes Rux; JA 2002, 552)
- nrw.de
(Entscheidungsbesprechung)
Immunität
Sonstiges
- wikipedia.org (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)
Ronald Pofalla
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGE 104, 310
- NJW 2002, 1111
- DVBl 2002, 193
- NVwZ 2002, 1102 (Ls.)
Wird zitiert von ... (19)
- OVG Berlin-Brandenburg, 26.09.2011 - 3a B 5.11
Immunität; Aufhebung der Immunität; Dauer der Immunität; Privatklage; …
Obwohl die vom Kläger begehrte Entscheidung über die Aufhebung der Immunität einer Abgeordneten eine Maßnahme im Rahmen der Parlamentsautonomie ist, die nach Art. 46 Abs. 2 GG durch das Verfassungsrecht geprägt wird, liegt hier - anders als bei einem Organstreitverfahren eines Abgeordneten gegen die Aufhebung der Immunität (vgl. BVerfGE 104, 310) - eine Streitigkeit nichtverfassungsrechtlicher Art vor.Die Aufhebung der Immunität eines Abgeordneten ist eine Maßnahme im Rahmen der Parlamentsautonomie, die der Bundestag grundsätzlich in eigener Verantwortung trifft (BVerfGE 104, 310 [332]; vgl. BVerfGE 102, 204 [235]).
Über die Genehmigung der Durchführung von Strafverfahren gegen seine Mitglieder entscheidet das Parlament daher grundsätzlich in eigener Verantwortung (BVerfGE 104, 310 [332]).
Der Kern dieser Entscheidung beruht nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 104, 310 [332]) auf einer Interessenabwägung zwischen den Belangen des Parlaments und den Belangen anderer hoheitlicher Gewalten.
Die Immunität nach Art. 46 Abs. 2 GG dient dem Schutz des Parlaments (BVerfGE 104, 310 [328]).
Zwar hat das Bundesverfassungsgericht den einzelnen Abgeordneten aus Art. 46 Abs. 2 GG in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG einen Anspruch darauf zugestanden, dass sich das Parlament bei der Entscheidung über die Aufhebung der Immunität nicht - den repräsentativen Status des Abgeordneten grob verkennend - von sachfremden, willkürlichen Motiven leiten lässt (BVerfGE 104, 310 [325]).
Das Bundesverfassungsgericht leitet den Anspruch nämlich nicht allein aus Art. 46 Abs. 2 GG, sondern auch aus dem durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG gewährleisteten repräsentativen verfassungsrechtlichen Status des Abgeordneten ab, der zugleich die Grundlage für die repräsentative Stellung des Bundestags ist (BVerfGE 104, 310 (338)).
Daraus folgt, dass der Bundestag bei der Freigabe der Ermittlungen auch auf die aus dem Mandat folgenden Mitwirkungsrechte des betroffenen Abgeordneten Bedacht nehmen muss (vgl. BVerfGE 104, 310 (329 f.)).
Dies entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, wonach der Bundestag nicht verpflichtet ist, im Rahmen der Abwägung die Schlüssigkeit des gegen den Abgeordneten erhobenen Tatvorwurfes zu prüfen (BVerfGE 104, 310 [333]).
- BVerfG, 04.07.2007 - 2 BvE 1/06
Abgeordnetengesetz
Sein Antrag ist nach § 64 Abs. 1 BVerfGG zulässig, wenn nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass der Antragsgegner Rechte des Antragstellers, die aus einem verfassungsrechtlichen Rechtsverhältnis zwischen den Beteiligten erwachsen, durch die beanstandete rechtserhebliche Maßnahme verletzt oder unmittelbar gefährdet hat (vgl. BVerfGE 94, 351 [362 f.]; - 99, 19 [28]; - 104, 310 [325]; - 108, 251 [271 f.]). - BVerfG, 30.07.2003 - 2 BvR 508/01
Abgeordnetenbüro
Sein Antrag ist nach § 64 Abs. 1 BVerfGG zulässig, wenn nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass der Antragsgegner Rechte des Antragstellers, die aus dem verfassungsrechtlichen Rechtsverhältnis zwischen den Beteiligten erwachsen, durch die beanstandete rechtserhebliche Maßnahme verletzt oder unmittelbar gefährdet hat (vgl. BVerfGE 94, 351 ; 99, 19 ; 104, 310 ).Der Genehmigungsvorbehalt für die strafrechtliche Verfolgung von Abgeordneten nach Art. 46 Abs. 2 GG dient vornehmlich dem Parlament als Ganzem und gewährt dem einzelnen Abgeordneten nur einen Anspruch darauf, dass sich das Parlament bei der Entscheidung über die Aufhebung der Immunität nicht von sachfremden, willkürlichen Motiven leiten lässt (vgl. BVerfGE 104, 310 ).
- VerfGH Nordrhein-Westfalen, 29.07.2005 - VerfGH 8/05
Antrag im Organstreitverfahren wegen Immunitätsaufhebung erfolglos
Demgegenüber leitet das BVerfG aus den vergleichbaren Regelungen des Art. 46 Abs. 2 i.V.m. Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ab, der einzelne Abgeordnete habe einen Anspruch darauf, dass sich das Parlament bei der Entscheidung über die Aufhebung der Immunität nicht - den repräsentativen Status des Abgeordneten grob verkennend - von sachfremden, willkürlichen Motiven leiten lasse (vgl. BVerfGE 104, 310, 325 ff.).Bei dieser Abwägung kommt dem Landtag ein weiter Entscheidungsspielraum zu (vgl. BVerfGE 104, 310, 332).
Nur in einem solchen Fall würde der Landtag durch Aufhebung der Immunität sich die sachfremden Erwägungen der Strafverfolgungsorgane zu eigen machen und dadurch selbst willkürlich handeln (vgl. BVerfGE 104, 310, 332 ff.).
- BVerfG, 28.04.2005 - 2 BvE 1/05
Rechte eines einzelnen Abgeordneten im Organstreitverfahren
Sein Antrag ist nach § 64 Abs. 1 BVerfGG zulässig, wenn nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass die beanstandete Maßnahme Rechte des Antragstellers, die aus dem verfassungsrechtlichen Rechtsverhältnis zwischen den Beteiligten erwachsen, verletzt oder unmittelbar gefährdet (vgl. BVerfGE 94, 351 ; 99, 19 ; 104, 310 ; 108, 251 ). - BVerfG, 01.10.2008 - 1 BvR 2733/04
Rechtsschutzbedürfnis für eine Verfassungsbeschwerde
- VerfGH Rheinland-Pfalz, 19.08.2002 - VGH O 3/02
Verwendung von Fraktionszuschüssen - Öffentlichkeitsarbeit
Strafrechtliche Verfolgungsmaßnahmen gegen einen Abgeordneten sind bereits als solche geeignet, ihn in der ungestörten Wahrnehmung seiner parlamentarischen Aufgaben zu behindern (vgl. BVerfG, DVBl. 2002, 193 [195]; BayVerfGH, N.F. 11, 146 [157]). - VerfGH Sachsen, 03.12.2010 - 12-I-10 Die Abgeordneten repräsentieren in ihrer Gesamtheit das Volk und nehmen die Rechte des Landtags in der Gesamtheit seiner Mitglieder wahr (vgl. BVerfG, Urteil vom 13. Juni 1989, BVerfGE 80, 188 [218]; Urteil vom 17. Dezember 2001, BVerfGE 104, 310 [329]).
- VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 30-I-11 Die Abgeordneten repräsentieren in ihrer Gesamtheit das Volk und nehmen die Rechte des Landtags in der Gesamtheit seiner Mitglieder wahr (vgl. BVerfG, Urteil vom 13. Juni 1989, BVerfGE 80, 188 [218]; Urteil vom 17. Dezember 2001, BVerfGE 104, 310 [329]).
- VerfG Brandenburg, 20.02.2003 - VfGBbg 112/02
Mangels Antragsbefugnis im Organstreitverfahren unzulässiger Antrag der …
Auch für Organstreitverfahren gilt der allgemeine Prozessgrundsatz, dass die Anrufung des Gerichts ein Rechtsschutzbedürfnis voraussetzt (vgl. etwa BVerfG, Urteil vom 17. Dezember 2001 - 2 BvE 2/00 -, http://www.bverfg.de, Abs. 83 und Beschluss vom 14. Oktober 1992 - 2 BvE 14/90 - BVerfGE 87, 207, 209;… Clemens, in: Umbach/Clemens, BVerfGG, Mitarbeiterkommentar, 1992, § 63, 64 Rn. 169 ff.;… Bethge, in: Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, BVerfGG Kommentar, Stand 21. Ergänzungslieferung Juli 2002, § 64 Rn. 94 ff.;… Benda/Klein, Verfassungsprozessrecht, 2. Aufl. 2001, Rn. 1033). - VerfGH Bayern, 06.06.2011 - 49-IVa-10
Organstreitverfahren: Schriftliche Anfragen zu sog. Resonanzstudien
- VerfGH Sachsen, 03.12.2010 - 77-I-10
- VerfGH Sachsen, 03.12.2010 - 17-I-10
- VerfGH Sachsen, 14.01.2011 - 87-I-10
- VerfGH Saarland, 03.12.2007 - Lv 12/07
Möglichkeit der Abberufung eines Präsidiumsmitgliedes bei Austritt aus der …
- VerfGH Thüringen, 02.02.2011 - VerfGH 20/09
Staats- und Verfassungsrecht, Organstreitverfahren; Organstreitverfahren; …
- VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 35-I-11
- VerfGh Saarland, 31.10.2002 - LV 1/02
- VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 31-I-11
Sie betreiben juristische Internetseiten?