Rechtsprechung
| BVerfG, 21.06.2006 - 2 BvR 750/06 |
Volltextveröffentlichungen (9)
- HRR Strafrecht
Art. 20 Abs. 3 GG; Art. 2 Abs. 1 GG; Art. 6 EMRK; Art. 13 EMRK; § 211 StGB; § 46 Abs. 2 StGB; § 78 Abs. 2 StGB; § 57a StGB
(Keine) Berücksichtigung rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung bei der Strafzumessung beim Mord (lebenslange Freiheitsstrafe; keine Umwandlung in zeitige Freiheitsstrafe; Verjährung; verfassungskonforme und konventionskonforme Auslegung; Rechtsfolgenlösung); Individualbeschwerde; Konventionsbeschwerde; Nichtannahmebeschluss. - lexetius.com
- Bundesverfassungsgericht
- IWW
- NWB SteuerXpert START
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Berücksichtigung von rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerungen bei einer Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
- Judicialis
- Judicialis
Kurzfassungen/Presse (2)
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
Besprechungen u.ä. (2)
- IWW (Entscheidungsbesprechung)
StPO: Verfahrensverzögerung - Sind lebenslange Freiheitsstrafen relativierbar?
- zis-online.com
(Entscheidungsanmerkung)
§ 211 StGB; § 78 Abs. 2 StGB
Zur Möglichkeit der Reduzierung einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung beim Mord (Staatsanwalt Priv.-Doz. Dr. Klaus Hoffmann-Holland, Mainz; ZIS 2006, 539)
Sonstiges
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zu d. Beschlüssen des BVerfG v. 21.06.2006, Az.: 2 BvR 750/06, 2 BvR 752/06, 2 BvR 761/06 (Keine Strafmilderung bei rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung bei Freiheitsstrafe wg. Mordes)" von WissAss. Dr. Karsten Gaede, original erschienen in: JR 2007, 254 - 256.
Verfahrensgang
- LG Verden, 16.12.1997 - Ks 15 Js 11802/96
- BGH, 10.02.1999 - 3 StR 460/98
- BGH, 07.05.1999 - 3 StR 460/98
- BVerfG, 25.01.2005 - 2 BvR 656/99
- OLG Celle, 21.09.2005 - 2 Ws 198/05
- BGH, 07.02.2006 - 3 StR 460/98
- BVerfG, 21.06.2006 - 2 BvR 750/06
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGK 8, 260
- NStZ 2006, 680
- JR 2007, 251
Wird zitiert von ... (16)
- BGH, 17.01.2008 - GSSt 1/07
Kompensation einer Verletzung des Rechts auf Verfahrensbeschleunigung durch …
Mit zunehmender Verzögerung des Verfahrens gerieten sie in Widerstreit zu dem aus dem Rechtsstaatsgebot abgeleiteten Grundsatz, dass die Strafe verhältnismäßig sein und in einem gerechten Verhältnis zum Verschulden des Täters stehen müsse (BVerfG - Kammer - NJW 1993, 3254, 3255; 1995, 1277 f.; NStZ 2006, 680, 681 = JR 2007, 251 m. Anm. Gaede; vgl. auch BVerfG - Kammer - NJW 1992, 2472, 2473 für das Ordnungswidrigkeitenverfahren).All dies begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. BVerfG - Vorprüfungsausschuss - NJW 1984, 967; BVerfG - Kammer - 1993, 3254, 3256; 2003, 2897, 2899; NStZ 2006, 680, 681).
Allerdings findet sich auch in Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts die Aussage, dass die Belastungen, denen der Angeklagte durch eine rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung ausgesetzt ist, den aus der Verwirklichung des Straftatbestandes abzuleitenden Unrechtsgehalt abmilderten, der dem Angeklagten als Tatschuld angelastet werde, und daher „grundsätzlich“ als Strafmilderungsgrund bei der Strafzumessung zu berücksichtigen seien (s. insb. BVerfG - Kammer - NStZ 2006, 680, 681; vgl. auch BVerfGK 2, 239, 247).
- BVerfG, 15.01.2009 - 2 BvR 2044/07
Rügeverkümmerung
Unnötige Verfahrensverzögerungen stellen nicht nur die Zwecke der Kriminalstrafe in Frage; sie beeinträchtigen auch das verfassungsrechtlich abgesicherte öffentliche Interesse an einer möglichst vollständigen Wahrheitsermittlung im Strafprozess, da die Beweisgrundlage durch Zeitablauf verfälscht werden kann (vgl. BVerfGE 57, 250 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Juni 2006 - 2 BvR 750/06 u.a. -, juris, Rn. 13). - BGH, 25.09.2007 - 5 StR 116/01
Belehrung eines Festgenommenen mit fremder Staatsangehörigkeit gemäß Art. 36 Abs. …
Die neue, vorliegend vom Senat bereits angewendete Methodik hat überdies den Vorteil, dass eine effektive Revisibilität auch einem zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Angeklagten zugute kommt, abweichend von der Lösung über die Strafzumessung, deren insoweit negative Konsequenz von der Rechtsprechung freilich gebilligt worden ist (BVerfG - Kammer - NStZ 2006, 680; BGH NStZ 2006, 346).
- BGH, 23.08.2007 - 3 StR 50/07
Rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung (Kompensationslösung; …
In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wird all dies nicht anders gesehen (BVerfG - Vorprüfungsausschuss - NJW 1984, 967; BVerfG NJW 1993, 3254, 3256; 2003, 2897, 2899; NStZ 2006, 680, 681). - BGH, 26.07.2007 - 3 StR 221/07
Tötungsvorsatz (billigendes In-Kauf-Nehmen; Todeseintritt als unerwünschtes …
Abschließend wird auf die Entscheidungen BGH NStZ 2006, 346 sowie BVerfG NStZ 2006, 680 hingewiesen. - BVerfG, 08.07.2010 - 2 BvR 2485/07
Verfassungsrechtlicher Anspruch auf ein faires Verfahren (Belehrung über das …
Deshalb bedarf es hier keiner Entscheidung, ob die Dauer des ersten Revisionsverfahrens (vgl. hierzu insbesondere BVerfGK 7, 21 ) beziehungsweise des Verfassungsbeschwerdeverfahrens (vgl. einerseits BVerfGK 8, 260 ; andererseits EGMR, Metzger v. Germany…, Urteil vom 31. Mai 2001, Beschwerdenr. 37591/97, NJW 2002, S. 2856, Ziff. 34) bei der Bestimmung der Gesamtdauer des Verfahrens zu berücksichtigen wären. - BGH, 07.02.2007 - 2 StR 518/06
"Kannibale von Rotenburg"; Inbegriff der Hauptverhandlung (Falschbezeichnung …
Zum anderen lässt die absolute Strafdrohung des § 211 StGB eine auf Schuldminderung durch unangemessene Verfahrensdauer gestützte Strafmilderung regelmäßig nicht zu (vgl. BGH NJW 2006, 1529, 1534 f.; BVerfG NStZ 2006, 680, 681). - EGMR, 03.04.2007 - 14374/03
H. W. gegen Deutschland
Nach neuerer Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gilt dieser Grundsatz für die Strafgerichte und die Staatsanwaltschaft (siehe Entscheidung vom 25. Juli 2003, 153/03, BVerfGK 1, S. 269 ff., und Entscheidung vom 21. Januar 2004, 2 BvR 1471/03, BVerfGK 2, S. 239 ff., und Entscheidung vom 21. Juni 2006, 2 BvR 750/06, 752/06 und 761/06).Folglich kann eine Berufung, eine Revision und sogar eine Verfassungsbeschwerde (siehe "Einschlägiges innerstaatliches Recht und einschlägige innerstaatliche Praxis", insbesondere die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juni 2006, 2 BvR 750/06, 752/06 und 761/06) zu dem Ergebnis führen, dass die gegen den Angeklagten verhängte Strafe gemindert oder gemildert wird oder das Verfahren aufgrund seiner Dauer sogar eingestellt wird.
- BVerfG, 21.06.2006 - 2 BvR 761/06 2 BvR 750/06 2 BvR 752/06 2 BvR 761/06.
- 2 BvR 750/06 -,.
- BGH, 25.09.2007 - 5 StR 475/02
WÜK Art. 36
Die neue, vorliegend vom Senat bereits angewendete Methodik hat überdies den Vorteil, dass eine effektive Revisibilität auch einem zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Angeklagten zugute kommt, abweichend von der Lösung über die Strafzumessung, deren insoweit negative Konsequenz von der Rechtsprechung freilich gebilligt worden ist (BVerfG - Kammer - NStZ 2006, 680; BGH NStZ 2006, 346). - OLG Saarbrücken, 18.01.2007 - 1 Ws 263/06
StPO § 153; StPO § 153 Abs. 2; StPO § 153a; StPO § 153a …
- EGMR, 22.01.2009 - 45749/06
Verletzung des Rechts auf Verfahrensbeschleunigung durch das …
- EGMR, 03.02.2009 - 22683/04
F. H. gegen Deutschland
- OLG Hamburg, 22.12.2011 - 2 Ws 140/10
Widerruf der zur Bewährung ausgesetzten Reststrafe wegen einer neuen vom …
- EGMR, 09.05.2007 - 42541/02
J. S. gegen Deutschland
- EGMR, 08.01.2008 - 38082/04
R. K. gegen Deutschland
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