Rechtsprechung
| BVerwG, 29.03.2007 - 7 C 9.06 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- lexetius.com
BImSchG § 17 Abs. 1 Satz 2, § 24 Satz 1, § 40 Abs. 1, § 45 Abs. 1, § 47 Abs. 1, Abs. 2, Abs. 6, § 48a Abs. 1; 22. BImSchV § 4 Abs. 1; 35. BImSchV §§ 1 ff.; StVO § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3, Abs. 1b Nr. 5, Abs. 9; Richtlinie 96/62/EG Art. 7 Abs. 3, Art. 8 Abs. 3; Richtlinie 1999/30/EG Art. 5 Abs. 1
Feinstaubpartikel; Luftreinhaltung; Aktionsplan; Immissionsgrenzwert; Gesundheitsschutz; Gefahrenabwehr; Vorsorge; subjektives Recht; Aufgabennorm; planunabhängige Maßnahme; Planfeststellung; anlagenbezogene Schadstoffimmission; Straßenverkehrsbeschränkung; Anspruch auf Einschreiten; europarechtliche Richtlinie; Umsetzung in nationales Recht; Direktwirkung; Grundsatz der Effektivität des Gemeinschaftsrechts; Verfahrensautonomie des Mitgliedstaats; Gleichwertigkeit des Rechtsschutzes; Anspruch auf einen Aktionsplan. - Bundesverwaltungsgericht
- NWB SteuerXpert START
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Feinstaubpartikel; Luftreinhaltung; Aktionsplan; Immissionsgrenzwert; Gesundheitsschutz; Gefahrenabwehr; Vorsorge; subjektives Recht; Aufgabennorm; planunabhängige Maßnahme; Planfeststellung; anlagenbezogene Schadstoffimmission; Straßenverkehrsbeschränkung; Anspruch auf Einschreiten; europarechtliche Richtlinie; Umsetzung in nationales Recht; Direktwirkung; Grundsatz der Effektivität des Gemeinschaftsrechts; Verfahrensautonomie des Mitgliedstaats; Gleichwertigkeit des Rechtsschutzes; Anspruch auf einen Aktionsplan
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Feinstaubpartikel; Luftreinhaltung; Aktionsplan; Immissionsgrenzwert; Gesundheitsschutz; Gefahrenabwehr; Vorsorge; subjektives Recht; Aufgabennorm; planunabhängige Maßnahme; Planfeststellung; anlagenbezogene Schadstoffimmission; Straßenverkehrsbeschränkung; Anspruch auf Einschreiten; europarechtliche Richtlinie; Umsetzung in nationales Recht; Direktwirkung; Grundsatz der Effektivität des Gemeinschaftsrechts; Verfahrensautonomie des Mitgliedstaats; Gleichwertigkeit des Rechtsschutzes; Anspruch auf einen Aktionsplan
Kurzfassungen/Presse (6)
- 123recht.net (Pressebericht, 29.3.2007)
EuGH soll über Feinstaub-Streit in München entscheiden // Richter: Länder sind zu Aktionsplänen verpflichtet
- wkdis.de (Pressemitteilung)
Anspruch auf Aktionsplan zur Abwehr von Feinstaubimmissionen zweifelhaft
- Bundesverwaltungsgericht (Pressemitteilung)
Anspruch auf Aktionsplan zur Abwehr von Feinstaubimmissionen zweifelhaft
- anwalt.de (Kurzinformation)
Feinstaub: Anspruch auf Aktionsplan?
- kommunen-in-nrw.de (Kurzinformation)
Feinstaub-Immissionen
- 123recht.net (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 27.3.2007)
Beim Feinstaub heißt Recht haben noch nicht Recht bekommen // Bundesgericht verhandelt über Klagerecht eines Münchners
Vor Ergehen der Entscheidung:
Besprechungen u.ä. (2)
Sonstiges (4)
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Der Feinstaubschleier lichtet sich - rechtlich - zugleich eine Besprechung des Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts vom 29.3.2007 - 7 C 9.06, NuR 2007, S. 490 -" von Ass. Holger Wöckel, original erschienen in: NuR 2007, 598 - 602.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Feinstaub zwischen nationalem und europäischem Recht" von Prof. Dr. Felix Ekardt und Dr. Klaus Beckmann, original erschienen in: UPR 2008, 241 - 247.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerwG vom 29.03.2007, Az.: 7 C 9.06 (Anspruch auf Aufstellung von Aktionsplänen zur Luftreinhaltung bei Überschreitung von Grenzwerten für die Feinstaubbelastung)" von Prof. Dr. Matthias Ruffert, original erschienen in: JZ 2007, 1102 - 1104.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerwG vom 29.03.2007, Az.: 7 C 9.06 (Kein Rechtsanspruch auf Aktionsplan zur Luftreinhaltung)" von AR Dr. Daniela Winkler, original erschienen in: ZUR 2007, 364 - 366.
Verfahrensgang
Zeitschriftenfundstellen
- BVerwGE 128, 278
- DVBl 2007, 578 (Ls.)
- DVBl 2007, 763
- DÖV 2007, 836
- NVwZ 2007, 695
Wird zitiert von ... (25)
- BVerwG, 27.09.2007 - 7 C 36.07
Anspruch auf Verkehrsbeschränkung; Anspruch auf Minderung anlagenbezogener …
Ein Dritter, der von Überschreitungen des Immissionsgrenzwerts für Feinstaubpartikel PM10 betroffen ist, hat ein Recht auf Abwehr seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch planunabhängige Maßnahmen (im Anschluss an Beschluss vom 29. März 2007 - BVerwG 7 C 9.06 - NVwZ 2007, 695 zur Veröffentlichung in BVerwGE und Buchholz vorgesehen).Der für dessen Erlass zuständige Freistaat Bayern hat die Aufstellung eines Aktionsplans bisher - wie der Senat in seinem Beschluss vom 29. März 2007 (- BVerwG 7 C 9.06 - NVwZ 2007, 695 Rn. 15 ff.; zur Veröffentlichung in BVerwGE und Buchholz vorgesehen) festgestellt hat - rechtswidrig unterlassen.
Der in § 4 Abs. 1 der Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft - 22. BImSchV - bestimmte Immissionsgrenzwert für Feinstaubpartikel PM10 dient dem Schutz der menschlichen Gesundheit (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 23).
Ein solcher Plan ist in besonderem Maß geeignet, die erforderlichen Maßnahmen zu bündeln, für alle Träger öffentlicher Verwaltung verbindlich zu machen und damit eine Einhaltung der Grenzwerte zu erreichen (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 26).
Diese Vorschrift verpflichtet in Satz 1 die zuständigen Behörden, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Einhaltung des durch § 4 Abs. 1 der 22. BImSchV festgelegten Grenzwerts sicherzustellen (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 25).
Dem Betroffenen würde der gebotene Schutz seiner Gesundheit verweigert, wenn solche als ermessensfehlerhaft bewertet werden, weil zur Konfliktbewältigung ein Aktionsplan erforderlich sei, mangels pflichtgemäßer Aufstellung eines solchen Maßnahmen zum Schutz vor Gesundheitsbeeinträchtigung jedoch nicht getroffen werden könnten (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 33).
Unverhältnismäßige oder aus anderem Grund rechtswidrige Maßnahmen muss die Beklagte selbstverständlich nicht ergreifen (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 32).
Nicht zweifelhaft ist auch, dass zu den von Verbrennungsmotoren in die Luft emittierten Abgasen i.S.d. § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StVO (s. dazu Urteil vom 15. April 1999 - BVerwG 3 C 25.98 - BVerwGE 109, 29 ) auch Feinstaubpartikel PM10 z.B. aus Dieselruß und Asche gehören (vgl. zu alledem Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 31 f.).
Gleiches gilt für die durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Landshuter Allee (vgl. zu alledem Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 17).
Entsprechendes gilt bei immissionsschutzrechtlich nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen (§ 24 Satz 1 BImSchG, vgl. auch hierzu Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 30).
- OVG Berlin-Brandenburg, 20.10.2011 - 1 B 4.10
Oberverwaltungsgericht bestätigt die Einrichtung der Umweltzone in Berlin
Ist ein Luftreinhalte- oder Aktionsplan aufgestellt worden, hat der zuständige Träger der öffentlichen Verwaltung die dort festgesetzten Maßnahmen durchzusetzen (so ausdrücklich § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 6 Satz 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes - BImSchG - BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 32;… vgl. ausführlich Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 40 Rn. 16 und 21 a).Da der Luftreinhalte- sowie der Aktionsplan, wie das Verwaltungsgericht treffend ausgeführt hat, beide keine Rechtsnormen sind, sondern als Verwaltungsinterna in ihrer Rechtsnatur Verwaltungsvorschriften ähnlich sind, gibt es über die speziellen Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes hinaus keine Verpflichtung zu einer formellen Veröffentlichung (vgl. zur rechtlichen Einordnung der Pläne BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; OVG Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139.09 - juris Rn. 29 m.w.N. und Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 47 Rn. 47 jeweils m.w.N.).
Dabei geht das Verwaltungsgericht zu Recht davon aus, dass der Beklagte vorliegend eine Entscheidung getroffen hat, die vom Verwaltungsgericht nur eingeschränkt überprüft werden darf (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; Oberverwaltungsgericht Münster…, Beschluss vom 25. Januar 2011 - 8 A 2751/09 - ZUR 2011, 199-202, juris Rn. 26 ff.; Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 41 ff.).
Bei der Auswahl der zu treffenden Maßnahmen und der von diesen negativ Betroffenen steht der planenden Behörde ein Gestaltungsspielraum zu (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27).
Auch der Senat hat wie das Verwaltungsgericht keine Zweifel daran, dass der die hier relevanten Luftschadstoffe emittierende Kraftfahrzeugverkehr in erheblichem Umfang unmittelbar vor Ort zu den Luftschadstoffkonzentrationen beiträgt und deshalb die Verringerung des Verkehrsaufkommens von besonders stark emittierenden Fahrzeugen geeignet ist, zu einer Minderung der Luftschadstoffbelastung in den Hauptverkehrsstraßen beizutragen (vgl. für Feinstaub auch BVerwG, EUGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31; für Stickstoffdioxid auch Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 55).
Dem liegen konsensfähige wissenschaftliche Erkenntnisse und Risikobewertungen zu Grunde, und das gesundheitlich relevante Risiko der Luftschadstoffe ist durch die festgelegten Grenzwerte rechtlich verbindlich konkretisiert worden (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 23).
Auch großräumige Maßnahmen sind aufgrund der planerischen Festsetzungen nach § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 1 und 2 BImSchG möglich (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31).
- OVG Berlin-Brandenburg, 20.10.2011 - 1 B 6.10
PKW Daimler Benz 3.0 l Diesel; Erstzulassung 1982; stark emittierendes Fahrzeug; …
Ist ein Luftreinhalte- oder Aktionsplan aufgestellt worden, hat der zuständige Träger der öffentlichen Verwaltung die dort festgesetzten Maßnahmen durchzusetzen (so ausdrücklich § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 6 Satz 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes - BImSchG - BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 32;… vgl. ausführlich Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 40 Rn. 16 und 21 a).Da der Luftreinhalte- sowie der Aktionsplan, wie das Verwaltungsgericht treffend ausgeführt hat, beide keine Rechtsnormen sind, sondern als Verwaltungsinterna in ihrer Rechtsnatur Verwaltungsvorschriften ähnlich sind, gibt es über die speziellen Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes hinaus keine Verpflichtung zu einer formellen Veröffentlichung (vgl. zur rechtlichen Einordnung der Pläne BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; OVG Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 29 m.w.N. und Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 47 Rn. 47 jeweils m.w.N.).
Dabei geht das Verwaltungsgericht zu Recht davon aus, dass der Beklagte vorliegend eine Entscheidung getroffen hat, die vom Verwaltungsgericht nur eingeschränkt überprüft werden darf (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; Oberverwaltungsgericht Münster…, Beschluss vom 25. Januar 2011 - 8 A 2751/09 - ZUR 2011, 199-202, juris Rn. 26 ff.; Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 41 ff.).
Bei der Auswahl der zu treffenden Maßnahmen und der von diesen negativ Betroffenen steht der planenden Behörde ein Gestaltungsspielraum zu (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27).
Auch der Senat hat wie das Verwaltungsgericht keine Zweifel daran, dass der die hier relevanten Luftschadstoffe emittierende Kraftfahrzeugverkehr in erheblichem Umfang unmittelbar vor Ort zu den Luftschadstoffkonzentrationen beiträgt und deshalb die Verringerung des Verkehrsaufkommens von besonders stark emittierenden Fahrzeugen geeignet ist, zu einer Minderung der Luftschadstoffbelastung in den Hauptverkehrsstraßen beizutragen (vgl. für Feinstaub auch BVerwG, EUGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31; für Stickstoffdioxid auch Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 55).
Dem liegen konsensfähige wissenschaftliche Erkenntnisse und Risikobewertungen zu Grunde, und das gesundheitlich relevante Risiko der Luftschadstoffe ist durch die festgelegten Grenzwerte rechtlich verbindlich konkretisiert worden (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 23).
Auch großräumige Maßnahmen sind aufgrund der planerischen Festsetzungen nach § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 1 und 2 BImSchG möglich (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31).
- OVG Berlin-Brandenburg, 20.10.2011 - 1 B 5.10
Wohnmobil Fiat Ducato 2.0 Diesel; Erstzulassung 1994; stark emittierendes …
Ist ein Luftreinhalte- oder Aktionsplan aufgestellt worden, hat der zuständige Träger der öffentlichen Verwaltung die dort festgesetzten Maßnahmen durchzusetzen (so ausdrücklich § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 6 Satz 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes - BImSchG - BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 32;… vgl. ausführlich Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 40 Rn. 16 und 21 a).Da der Luftreinhalte- sowie der Aktionsplan, wie das Verwaltungsgericht treffend ausgeführt hat, beide keine Rechtsnormen sind, sondern als Verwaltungsinterna in ihrer Rechtsnatur Verwaltungsvorschriften ähnlich sind, gibt es über die speziellen Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes hinaus keine Verpflichtung zu einer formellen Veröffentlichung (vgl. zur rechtlichen Einordnung der Pläne BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; OVG Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 29 m.w.N. und Jarass, BImSchG, 8. Aufl., 2010, § 47 Rn. 47 jeweils m.w.N.).
Dabei geht das Verwaltungsgericht zu Recht davon aus, dass der Beklagte vorliegend eine Entscheidung getroffen hat, die vom Verwaltungsgericht nur eingeschränkt überprüft werden darf (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27; Oberverwaltungsgericht Münster…, Beschluss vom 25. Januar 2011 - 8 A 2751/09 - ZUR 2011, 199-202, juris Rn. 26 ff.; Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 41 ff.).
Bei der Auswahl der zu treffenden Maßnahmen und der von diesen negativ Betroffenen steht der planenden Behörde ein Gestaltungsspielraum zu (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 27).
Auch der Senat hat wie das Verwaltungsgericht keine Zweifel daran, dass der die hier relevanten Luftschadstoffe emittierende Kraftfahrzeugverkehr in erheblichem Umfang unmittelbar vor Ort zu den Luftschadstoffkonzentrationen beiträgt und deshalb die Verringerung des Verkehrsaufkommens von besonders stark emittierenden Fahrzeugen geeignet ist, zu einer Minderung der Luftschadstoffbelastung in den Hauptverkehrsstraßen beizutragen (vgl. für Feinstaub auch BVerwG, EUGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31; für Stickstoffdioxid auch Oberverwaltungsgericht Lüneburg…, Urteil vom 12. Mai 2011 - 12 LC 139/09 - juris Rn. 55).
Dem liegen konsensfähige wissenschaftliche Erkenntnisse und Risikobewertungen zu Grunde, und das gesundheitlich relevante Risiko der Luftschadstoffe ist durch die festgelegten Grenzwerte rechtlich verbindlich konkretisiert worden (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 23).
Auch großräumige Maßnahmen sind aufgrund der planerischen Festsetzungen nach § 40 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 47 Abs. 1 und 2 BImSchG möglich (vgl. BVerwG, EuGH-Vorlage vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 ff., juris Rn. 31).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 09.10.2012 - 8 A 652/09
Klage auf Durchführung von straßenverkehrsbezogenen Maßnahmen zur Verringerung …
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 22, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 23.vgl. BVerwG, Beschluss vom 29. März 2007 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 27.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 27, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 30 f.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 30, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 31.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 29. März 2007 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 31.
- BVerwG, 15.01.2008 - 9 B 7.07
Revisionszulassung; grundsätzliche Bedeutung; bundesrechtlicher Klärungsbedarf; …
Ein weitergehender Rechtssatz ist auch nicht dem Beschluss vom 29. März 2007 (BVerwG 7 C 9.06 - NVwZ 2007, 695) zu entnehmen, der zur Frage des Schutzes vor gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen im Rahmen der straßenrechtlichen Planfeststellung wiederum auf die "Auswirkungen des Vorhabens" und nicht der Straße als solcher abstellt (…Rn. 29). - VG Köln, 09.10.2009 - 18 K 5493/07
Kölner Umweltzone ist rechtmäßig
BT-Drucks. 14/8450, S. 16; BVerwG, EuGH-Vorlage v. 29.03.2007 - 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, zitiert nach juris Rdnr. 32.BVerwG, EuGH-Vorlage v. 29.03.2007 - 7 C 9.06 -, a.a.O., zitiert nach juris Rdnr. 31 und 19; Scheidler, in: Feldhaus, Bundesimmissionsschutzrecht, Band 1 - Teil II, Kommentar, 2. Auflage, Stand: April 2009, § 40 Rdnr. 25, 25 a.
BT-Drucks. 14/8450, S. 14; BVerwG, EuGH-Vorlage v. 29.03.2007 - 7 C 9.06 -, a.a.O., zitiert nach juris Rdnr. 27; Jarass, Bundes- Immissionsschutzgesetz, Kommentar, § 47 Rdnr. 47.
- VG Berlin, 09.12.2009 - 11 A 299.08 Dabei haben die Behörden nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Bundesverwaltungsgericht, Vorlagebeschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 - NVwZ 2007, 695, 698 [27]) einen gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbaren Gestaltungsspielraum.
Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Vorlagebeschluss vom 29. März 2007 (a.a.O. Teilziffer 31) ausdrücklich dargelegt, dass § 40 Abs. 1 BImSchG auch großräumige Verkehrsbeschränkungen zulässt (…ebenso VG Hannover, aaO, Rdzf 70 [Innenstadtgebiet];… VG Köln, aaO, Rdzf. 61 m. w. N.).
Wie das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Vorlagebeschluss vom 29. März 2007 (a.a.O. Rdzf. 23) ausgeführt hat, dienen die Grenzwerte dem Schutz der menschlichen Gesundheit.
- VG München, 09.10.2012 - M 1 K 12.1046
Ein anerkannter Umweltverband hat einen Anspruch gegen die zuständige Behörde auf …
Er ist ein Handlungsplan mit nur verwaltungsinterner Bindungswirkung, der weder für einzelne Bürger noch für Anlagenbetreiber Rechte oder Pflichten begründet (BVerwG vom 11.7.2012 3 B 79.11 juris RdNr. 10; vom 29.3.2007 7 C 9.06 juris RdNr. 27).Es ist vorliegend auch nicht ersichtlich, dass der Erlass eines Luftreinhalteplans mit weitergehenden Maßnahmen tatsächlich oder rechtlich nicht möglich ist (BVerwG vom 29.3.2007 7 C 9.06 juris RdNr. 18).
Bei der Auswahl der Maßnahmen und der von ihnen negativ Betroffenen verfügt die Behörde aber über einen Gestaltungsspielraum, der einen Anspruch des von einer Überschreitung des Immissionsgrenzwerts Betroffenen ebenso wie eines Umweltverbandes auf Ergreifen einer bestimmten Maßnahme regelmäßig ausschließt (BVerwG vom 11.7.2012 3 B 78/11 juris RdNr. 11; vom 29.3.2007 7 C 9/06 juris RdNr. 27; OVG Berlin-Brandenburg vom 20.10.2011 OVG 1 B 4.10 juris Ls. 2 und RdNr. 25).
- BVerwG, 11.07.2012 - 3 B 78.11
Luftreinhalteplan; Luftreinhalte- und Aktionsplan; Luftverunreinigung; …
aa) Es ergibt sich unmittelbar aus § 47 und § 40 BImSchG, die ein zweistufiges Verfahren zur Sicherung der Luftqualität vorsehen (vgl. zur Zweistufigkeit: BVerwG, Beschluss vom 29. März 2007 - BVerwG 7 C 9.06 - BVerwGE 128, 278 Rn. 21), dass für die Beurteilung der Frage, ob die einem Luftreinhalteplan zugrunde liegenden Prognosen rechtlich zu beanstanden sind, auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung über den Plan abzustellen ist.Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb in den Luftreinhalteplänen ebenso wie in den Aktionsplänen gemäß § 47 Abs. 2 BImSchG Handlungspläne gesehen, die in ihrer Rechtsnatur Verwaltungsvorschriften ähneln (Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 27).
Grund dafür sind zum einen die prognostischen Elemente, die der Planung im Hinblick auf die Schadstoffentwicklung und der Wirkung der von ihr festgelegten Maßnahmen zugrunde liegen, und zum anderen das Ermessen, das der Behörde bei der Auswahl und der Ausgestaltung der im Luftreinhalteplan festgelegten Maßnahmen zusteht (vgl. BVerwG, Beschluss vom 29. März 2007 a.a.O. Rn. 27).
- BVerwG, 11.07.2012 - 3 B 79.11
Klärungsbedürftigkeit der ausschließlichen Maßgeblichkeit des Zeitpunkts der …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 25.01.2011 - 8 A 2751/09
Kölner Umweltzone ist rechtmäßig
- OVG Rheinland-Pfalz, 15.03.2010 - 1 B 11357/09
Zur Erforderlichkeit einer Sanierungssatzung
- OVG Nordrhein-Westfalen, 11.02.2009 - 11 D 45/06
Klage gegen den sechsspurigen Ausbau der A 40 in Bochum abgewiesen
- VGH Hessen, 16.09.2009 - 6 C 1005/08
Befugnis von Vereinigungen i. S. d. EGRL 35/2003 §§ 2, 3 zur Geltendmachung von …
- OVG Rheinland-Pfalz, 20.01.2011 - 1 C 11082/09
Bebauungsplan für "Zentralplatz" in Koblenz ist gültig
- OVG Nordrhein-Westfalen, 27.07.2009 - 8 B 933/09
- OVG Nordrhein-Westfalen, 21.01.2009 - 11 D 41/06
- OVG Niedersachsen, 12.05.2011 - 12 LC 139/09
Luftreinhalte- und Aktionsplan; Umweltzone; Anfechtung von Fahrverboten
- VG Hannover, 16.02.2010 - 4 B 533/10
Änderung eines Luftreinhalteplans; Anspruch auf Öffentlichkeitsbeteiligung
- OVG Niedersachsen, 12.05.2011 - 12 LC 143/09
Luftreinhalte- und Aktionsplan; Umweltzone; Anfechtung von Fahrverboten
- VG Hannover, 30.08.2012 - 12 A 2623/11
- OVG Nordrhein-Westfalen, 21.12.2010 - 8 B 754/10
Anspruch auf eine "Bewohner-Ausnahmegenehmigung" vom Fahrverbot in den …
- VG Düsseldorf, 11.05.2012 - 3 K 2074/10
Ausnahmegenehmigung Fahrverbot H-Kennzeichen Luftreinhalteplan Umweltzone
- VG Regensburg, 09.06.2008 - RO 5 K 07.1371
Abgasbelastung durch Straßenverkehr

