Rechtsprechung
| EGMR, 02.09.2010 - 35623/05 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- HRR Strafrecht
Art. 8 EMRK; Art. 7 EMRK; Art. 6 EMRK; Art. 35 EMRK; Art. 2 Abs. 1, Art. 1 GG; Art. 10 GG; § 100c Abs. 1 Nr. 1 lit. b StPO aF; § 163f Abs. 4 StPO
Recht auf Achtung des Privatlebens (Datenschutz; GPS-Überwachung; Observation; Verhältnismäßigkeit; Totalüberwachung; Recht auf informationelle Selbstbestimmung; Fernmeldegeheimnis; Antiimperialistische Zellen [AIZ]); gesetzliche Grundlage (Vorhersehbarkeit; Richtervorbehalt; richterliche Auslegung und Rechtsfortbildung; Gesetzlichkeitsprinzip); Zulässigkeit der Individualbeschwerde (Ausschöpfung von Rechtsmitteln; Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht). - Bundesministerium der Justiz
U. gegen Deutschland
- RIS Bundeskanzleramt Österreich
Kurzfassungen/Presse (3)
- lto.de (Kurzinformation)
GPS-Überwachung bei strafrechtlichen Ermittlungen zulässig
- heise.de (Pressebericht, 02.09.2010)
GPS-Observation bei Verdacht auf schwere Straftaten zulässig
- lto.de (Kurzinformation)
Überwachung eines diverser Sprengstoffanschläge verdächtigen Terroristen mittels GPS hinsichtlich eines Fahrzeugs ist nicht konventionswidrig
Besprechungen u.ä.
- beck-blog (Entscheidungsbesprechung)
GPS-Überwachung bei strafrechtlichen Ermittlungen zulässig
Verfahrensgang
- OLG Düsseldorf, 12.12.1997 - VI 1/97
- OLG Düsseldorf, 01.09.1999 - VI 1/97
- BGH, 24.01.2001 - 3 StR 324/00
- BVerfG, 09.11.2004 - 2 BvR 581/01
- BVerfG, 12.04.2005 - 2 BvR 581/01
- BVerfG, 07.12.2005 - 2 BvR 581/01
- EGMR, 02.09.2010 - 35623/05
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 2011, 1333
Wird zitiert von ... (4)
- BVerfG, 07.12.2011 - 2 BvR 2500/09
Akustische Wohnraumüberwachung (präventiv-polizeiliche; Kernbereich privater …
b) Aus der Begründung der Verfassungsbeschwerde ergibt sich nur, dass intensive verdeckte Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt wurden, gegen deren Verhältnismäßigkeit angesichts des konspirativen Verhaltens der Beschwerdeführer und der Schwere des Tatverdachts keine Bedenken bestehen (vgl. BVerfGE 112, 304 ; vgl. weiter EGMR, Urteil vom 2. September 2010 - 35623/05 -, Uzun/Deutschland, NJW 2011, S. 1333 zu Art. 8 EMRK). - VG Aachen, 24.01.2011 - 6 K 140/10
Polizeiliche Dauerüberwachung in Heinsberg-Randerath ist rechtmäßig
Kernbereichsrelevante Situationen werden daher, wenngleich sie im Einzelfall nicht auszuschließen sind, im Regelfall bei der längerfristigen Observation nicht eintreten, vgl. BVerfG, Urteil vom 12. April 2005 - 2 BvR 581/01 -, a.a.O. (zur GPS-Observation); Shirvani, a.a.O., VerwArch 2010, 86 ff., 107; vgl. dazu, dass es auch im öffentlichen Kontext einen Bereich gibt, in dem eine Person mit anderen interagiert, der unter den Begriff des "Privatlebens" fallen kann: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte - 5. Sektion (EGMR), Urteil vom 2. September 2010 - 35623/05 - (zur GPS-Überwachung), .Wenngleich eine derartige verfahrensrechtliche Sicherung durch eine neutrale Instanz zu einem Zugewinn an Schutz für die betroffenen Rechtsgüter führte, vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 2. Juli 2009 - 2 BvR 1691/07 -, a.a.O. (zu § 163 f StPO); EGMR, Urteil vom 2. September 2010 - 35623/05 - (zur GPS-Überwachung), a.a.O., so erweist sie sich nicht als verfassungsrechtlich unabweisbar geboten.
Die Maßnahme der längerfristigen Observation, die - wie aufgezeigt - den Kernbereich privater Lebensgestaltung regelmäßig nicht tangiert, vgl. insoweit auch: EGMR, Urteil vom 2. September 2010 - 35623/05 -, a.a.O. (zur GPS-Überwachung), ist in ihrer Auswirkung - anders als nach der Rechtsprechung des EGMR die Sicherungsverwahrung - mit einer "Strafe" im Sinne einer Verurteilung aber nicht vergleichbar.
- Generalanwalt beim EuGH, 14.04.2011 - C-70/10
[fremdsprachig]
Vgl. EGMR, Urteil Uzun gegen Deutschland vom 2. September 2009, Beschwerde Nr. 35623/05, § 66. In dieser Rechtssache hat der Gerichtshof es vorgezogen, die allgemeineren Grundsätze "zum angemessenen Schutz vor willkürlichen Eingriffen in Rechte aus Artikel 8" EMRK anzuwenden. - VG Freiburg, 27.11.2012 - 3 K 1607/11 Ebenso müssen alle Ermittlungsmaßnahmen (d.h. die eingesetzten besonderen Mittel der Datenerhebung gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 2 PolG) in den Akten dokumentiert sein (vgl. BVerfG, Urt. v. 02.09.2010 - 2 BvR 581/01 - BVerfGE 112, 304 und EGMR, Urt. v. 02.09.2010 - 35623/05 - NJW 2011, 1333).
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