Rechtsprechung
| OLG Braunschweig, 03.09.2003 - 3 U 231/02, 3 U 252/02 |
Volltextveröffentlichungen (9)
- openjur.de
- Niedersächsische Oberlandesgerichte
HGB § 235
Fehlerhafte Gesellschaft, atypische stille Gesellschaft, Auseinandersetzung, Rückzahlung, Sittenwidrigkeit - Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
Atypische stille Beteiligung an einer Kapitalanlagegesellschaft: Anwendung der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft; Auseinandersetzungsanspruch bzw. Einlagenrückgewähranspruch gegen eine Aktiengesellschaft bei Sittenwidrigkeit der Beteiligung, Täuschung bei Vertragsabschluss, Haftung aus Vertragspflichtverletzung, außerordentlicher Kündigung, Prospekthaftung und/oder Widerruf als Haustürgeschäft
- IWW
- rws-verlag.de
Anwendbarkeit der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf atypische stille Beteiligung ("Göttinger Gruppe")
- Institut für Deutsches und Europäisches Unternehmensrecht
Anwendbarkeit der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf atypische stille Beteiligung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Anwendung der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf die atypische stille Gesellschaft grundsätzlich auch im Falle der Sittenwidrigkeit der Beteiligung oder einer Täuschung beim Vertragsabschluss
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Anwendbarkeit der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf atypische stille Beteiligung
Kurzfassungen/Presse (2)
- gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz)
Fehlerhafte Gesellschaft, Gesellschaftsrecht, Jahresabschluss, Kündigung, stille Gesellschaft, überprüfbares Ermessen, Vorstand
- lto.de (Kurzinformation)
Atypische stille Gesellschaft als fehlerhafte Gesellschaft
Verfahrensgang
- LG Göttingen, 12.09.2002 - 2 O 73/02
- OLG Braunschweig, 03.09.2003 - 3 U 231/02, 3 U 252/02
Zeitschriftenfundstellen
- ZIP 2004, 28
Wird zitiert von ... (6)
- OLG Düsseldorf, 17.09.2004 - 16 U 204/03 Jede Chance beinhaltet zugleich auch das Risiko, dass sie sich letztlich wirtschaftlich nicht realisieren lässt (vgl. OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
Soweit sich die Kläger in erster Instanz auf die lange Laufzeit des Vertrages berufen haben, vermag eine lange Laufzeit allein eine Sittenwidrigkeit der Beteiligung nicht zu begründen (vgl. hierzu OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
Hinzu kommt, dass es vorliegend - wie das Landgericht zutreffend ausgeführt hat - um einen langfristigen Aufbau einer Kapitalanlage ging, was bereits naturgemäß eine gewisse Laufzeit erfordert (vgl. OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
Ein solches Vorgehen ist jedoch regelmäßig erforderlich, bevor in einem Dauerschuldverhältnis eine Befugnis zur Vertragsbeendigung besteht (vgl. OLG Braunschweig ZIP 2004, 28, 31).
Unter diesen Umständen ist jedenfalls ein grob fahrlässiges Fehlverhalten der Beklagten im Sinne des § 723 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BGB, welches eine außerordentliche Kündigung hätte rechtfertigen können, nicht erkennbar (vgl. a. OLG Braunschweig ZIP 2004, 28, 31).
Soweit es durch die Verzögerung der Jahresabschlüsse zu einer Verzögerung bei den steuerlichen Verlustzuweisungen gekommen sein sollte, führt dies schließlich grundsätzlich zu keinem Schaden für die Anleger, weil die entsprechenden Steuerbescheide nach § 175 Abs. 1 Nr. 1 AO von Amts wegen geändert werden können, sobald das Betriebsfinanzamt Göttingen den Anteil der Klägerin am Verlust an das zuständige Wohnsitzfinanzamt weitermeldet (vgl. OLG Braunschweig ZIP 2004, 28, 31).
- OLG Düsseldorf, 18.03.2005 - 16 U 114/04 Jede Chance beinhaltet zugleich auch das Risiko, dass sie sich letztlich wirtschaftlich nicht realisieren lässt (vgl. OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
Außerdem vermag eine lange Laufzeit allein eine Sittenwidrigkeit der Beteiligung ohnehin nicht zu begründen (vgl. hierzu OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
Hinzu kommt, dass es vorliegend um einen langfristigen Aufbau einer Kapitalanlage ging, was bereits naturgemäß eine gewisse Laufzeit erfordert (vgl. OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28, 30).
- OLG München, 30.01.2012 - 5 W 2164/11
Bestimmung des Streitwertes bei Gesellschaftsbeteiligungen, die ratenweise …
Dieser Auffassung wird von einigen Oberlandesgerichten geteilt, z.B. durch das Kammergericht (Beschluss vom 12.06.2008 - 2 AR 29/08, KGR Berlin 2008, 758 = JurionRS 2008, 16700, juris; Beschluss vom 19.02.2009 - 2 U 66/05, NZG 2009, 436 = DStR 2009, 761 = JurionRS 2009, 12704; Beschluss (des Einzelrichters) vom 05.10.2009 - 2 W 127/09, BeckRS 2009, 27242 = MDR 2010, 47 = JurBüro 2010, 84 = JurionRS 2009, 24901, juris), das OLG Naumburg (Beschluss vom 16.07.2007 - 10 W 29/07, BeckRS 2008, 11190, juris), das OLG Dresden (Beschluss vom 20.09.2005 - 8 W 702/05, NJ 2006, 37 = BeckRS 2005, 30362770 = JurionRS 2005, 23811), das OLG Braunschweig (Urteil vom 30.11.2005 - 3 U 21/03, ZIP 2006, 180 = OLGR Braunschweig 2006, 157 = ZGS 2006, 79 = BeckRS 2006, 00843 = JurionRS 2005, 30257, juris, unter Verweis auf ein früheres eigenes Urteil vom 03.09.2003, offenbar 3 U 231/02, NZG 2003, 1156 = ZIP 2004, 28 = JurionRS 2003, 24111, juris) und das OLG Celle (Urteil vom 16.07.2004 - 9 U 15/04, OLGR Celle 2004, 564 = WM 2005, 737 = NJW-RR 2005, 545 = JurionRS 2004, 35005, juris).Das OLG Braunschweig begründet seine Rechtsauffassung ebenfalls mit den vertraglichen Regelungen des konkreten Anlagevertrags, wonach dort die Möglichkeit einer Beitragsfreistellung bzw. einer vorzeitigen Beendigung der Beteiligung bestehe und dies ein Abstellen auf den Gesamtwert der noch offenen Ratenzahlungen ausschließe (Urteil vom 03.09.2003, a.a.O.).
- OLG Hamm, 30.08.2004 - 8 U 15/04
Immobilienanlagen - Beitritt zu einer Gesellschaft als Haustürgeschäft
Der Widerruf führt zur Anwendung der Regeln über den fehlerhaften Beitritt mit der Folge einer gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzung; dem Kläger steht das Auseinandersetzungsguthaben zu (BGH NJW 2001, 2718, 2720; NJW 2003, 2821, 2823; OLG Dresden, ZIP 2002, 1292, 1293; OLG Braunschweig, ZIP 2004, 28 f.; OLG Frankfurt, ZIP 2004, 32, 35; Senat, Urteil vom 20.11.2002, 8 U 68/02, OLGR 2003, 100, 103 - jeweils m.w.N. -). - KG, 19.01.2004 - 8 U 191/03
Anfechtung des Gesellschaftvertrages einer stillen Gesellschaft, Aufklärung über …
Dies gilt grundsätzlich auch für den Fall der Sittenwidrigkeit und der Anfechtung wegen arglistiger Täuschung bei Vertragsschluss (OLG Braunschweig Urteil vom 03.09.03 - 3 U 231/02 - OLG Report 2003, 449, 451 mit den dort angegebenen Rechtsprechungsnachweisen). - FG Niedersachsen, 28.09.2009 - 14 K 12494/06
Verdeckte Gewinnausschüttung bei Zahlung einer GmbH für den Erwerb einer stillen …
Entwickeln sich die wirtschaftlichen Verhältnisse später anders als von den Vertragsparteien erwartet, wird der Abschluss des Vertrages nicht dadurch sittenwidrig, dass nachträglich ein Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung entsteht (OLG-Braunschweig, Urteil vom 3. September 2003 3 U 231/02, OLGR Braunschweig 2003, 449, abrufbar über juris).
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