Rechtsprechung
   OLG Hamm, 17.08.1982 - 4 RE Miet 1/82   

Kurzfassungen/Presse

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1982, 2876
  • MDR 1983, 56
  • ZMR 1983, 49



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Wird zitiert von ... (14)  

  • OLG Hamm, 23.10.1991 - 30 REMiet 1/91  

    BGB § 549 Abs. 2

    Die Berechtigung des Wohnungsmieters, einen sog. (nichtehelichen) Lebensgefährten anderen Geschlechts in die Wohnung aufzunehmen, beurteilt sich nach § 549 Abs. 2 BGB (Bestätigung des Rechtsentscheids des OLG Hamm - 4. Zivilsenat - vom 17.08.1982, NJW 1982, 2876).

    Das Landgericht geht zutreffend davon aus, daß der nichteheliche Lebensgefährte als Dritter im Sinne von § 549 BGB anzusehen ist; seine Aufnahme in die Wohnung bedarf also gemäß oder entsprechend § 549 Abs. 1 S. 1 BGB der Vermietererlaubnis, auf die der Mieter unter den Voraussetzungen des § 549 Abs. 2 BGB allerdings auch Anspruch hat (vgl. OLG Hamm - 4. Zivilsenat - Rechtsentscheid vom 17.08.1982, NJW 1982, 2876; BGH, Rechtsentscheid vom 03.10.1984, BGHZ 92, 213 = NJW 1985, 130).

    Sie - oder eine vergleichbare Frage - war insbesondere nicht Gegenstand des Rechtsentscheids des OLG Hamm - 4. Zivilsenat - vom 17.08.1982 (NJW 1982, 2876) und des BGH vom 03.10.1984 (BGHZ 92, 213 = NJW 1985, 130), die zu Fragen des "berechtigten Interesses" im Sinne von § 549 Abs. 2 S. 1 Halbsatz 1 BGB ergangen sind.

    Ob und unter welchen Voraussetzungen ein Vermieter es dulden muß, daß sein Mieter einen sogenannten Lebensgefährten in die Wohnung aufnimmt, ist umstritten (vgl. aus der Fülle von Rechtsprechung und Literatur etwa BGHZ 92, 213 = NJW 1985, 130; OLG Hamm - 4. Zivilsenat - NJW 1982, 2876; OLG Hamm - 9. Zivilsenat - VersR 1977, 531; LG Bonn NJW 1976, 1690; LG Köln ZMR 1974, 141; MünchKomm-Voelskow, 2. Aufl., § 549 Rdn. 7; Soergel-Kummer, 11. Aufl., §§ 535-536, Rdn. 259; Soergel-Lange, 12. Aufl., Anhang nach § 1588 "nichteheliche Lebensgemeinschaft", Rdn. 41 ff.; Palandt-Putzo, 50. Aufl., § 549 Rdn. 14; Köhler, Handbuch der Wohnraummiete, 3. Aufl., § 56; Sternel, Mietrecht, 3. Aufl., II Rdn. 254; de Witt, Huffmann, Nichteheliche Lebensgemeinschaft, 2. Aufl., 1986, Rdn. 102 ff.; Schwab in Landwehr, Die nichteheliche Lebensgemeinschaft, 1978, S. 78 ff.; Kunigk, Die Lebensgemeinschaft, 1978, S. 101 f.; Bunn ZMR 1988, 9; Wangard ZMR 1986, 73; Scholz NJW 1982, 1070; Strätz FamRZ 1980, 434 (438); Lenhard ZMR 1978, 68; Hummel ZMR 1975, 291).

    Das ist bereits geklärt durch die unter II erwähnten Rechtsentscheide des OLG Hamm - 4. Zivilsenat - (NJW 1982, 2876) und des BGH (NJW 1985, 130), die weitgehend Zustimmung gefunden haben (vgl. auch BVerfG ZMR 1990, 290 (291)) und von denen abzuweichen auch der Senat keinen Anlaß sieht.

    Es müssen also erhebliche Belange des Vermieters berührt sein (OLG Hamm - 4. Zivilsenat - NJW 1982, 2876 .(2880)).

    Da allerdings sein Interesse gegen das Interesse des Mieters abzuwägen ist, sich in der Wohnung frei zu entfalten, und da nach heutiger Auffassung die Entfaltungsform der nichtehelichen Lebensgemeinschaft nicht außerhalb der Rechtsordnung und der guten Sitten steht, so kann es für sich allein noch nicht als schutzwürdiger Belang des Vermieters gelten, daß er nichteheliche Lebensgemeinschaften moralisch mißbilligt (allgemeine Meinung; vgl. etwa OLG Hamm - 4. Zivilsenat - NJW 1982, 2876 (2880); LG Bonn MJW 1976, 1690 (1691); die Witt, Huffmann, a.a.O. Rdn. 112-114; Soergel-Kummer, a.a.O. Rdn. 259; Diederichsen, NJW 1983, 1017 (1019); a.A. etwa OLG Hamm - 9. Zivilsenat - VersR 1977, 531, welche Entscheidung der Senat übrigens nicht zu einer Divergenzvorlage gemäß § 541 Abs. 1 S. 3 ZPO nötigt: sie behandelt den Fall einer natürlichen Person als Vermieters, und zwar zu einer Zeit, als die Anschauungen über die nichteheliche Lebensgemeinschaft noch anders waren als heute).

  • BGH, 05.11.2003 - VIII ZR 371/02  

    Mietrecht - Aufnahme eines Lebensgefährten in die Wohnung

    Die Rechtsprechung der Obergerichte zu § 549 a.F. ging gleichfalls überwiegend davon aus, daß die Aufnahme eines Lebensgefährten in die Mietwohnung nicht zum vertragsgemäßen - und deshalb erlaubnisfreien - Gebrauch der Wohnung zählte (OLG Hamm, NJW 1982, 2876 und WuM 1991, 668; OLG Hamburg, NJW-RR 1988, 1481, 1482; vgl. auch BayObLG, WuM 1984, 13; OLG Schleswig, WuM 1992, 674, 677; ebenso die h.M. in der Literatur: Blank/Börstinghaus, Miete, § 549 (a.F.), Rdnr. 19; Bub/Treier/Kraemer, Handbuch der Geschäfts- und Wohnraummiete, 3. Aufl., III A Rdnr. 1011; Bub/Treier/Grapentin, aaO, IV Rdnr. 217 a.E.; MünchKomm/Voelskow, 3. Aufl., § 549 Rdnr. 10; Staudinger/Emmerich, 13. Bearb. 1995, § 549 Rdnr. 9; Schmidt-Futterer/Blank, 7. Aufl., § 549 Rdnr. 25).

    Die früher vielfach vorgenommene Unterscheidung zwischen "selbständigem" und "unselbständigem" Gebrauch mit der Folge, daß der Lebensgefährte des Mieters von vornherein nicht als Dritter im Sinne des § 549 BGB a.F. galt, hat bereits das OLG Hamm in seinem Rechtsentscheid vom 17. August 1982 (NJW 1982, 2876) für die hier zu entscheidende Rechtsfrage zu Recht und mit überzeugender Begründung aufgegeben.

  • BGH, 15.05.1991 - VIII ZR 38/90  

    Formularklauseln in Wohnungsmietvertrag

    Der Mieter ist danach grundsätzlich berechtigt, dem Ehegatten, nächsten Familienangehörigen, Hausangestellten, Pflegepersonen etc. den Mitgebrauch an der Wohnung einzuräumen sowie Besucher aufzunehmen, da diese Personen nicht "Dritte" sind (vgl. Palandt/Putzo, § 549 Rdnr. 4; Erman/Schopp, § 549 Rz. 5; Grapentin in Bub/Treier, Kap. IV, Rdnr. 217; Schmidt-Futterer/Blank, Rdnr. B 138 f.); die Aufnahme eines Verlobten oder eines nichtehelichen Lebensgefährten darf hingegen der Erlaubnis des Vermieters, worauf der Mieter allerdings einen Anspruch hat, wenn ihm nach Abschluß des Mietvertrages ein berechtigtes Interesse im Sinne des § 549 Abs. 2 BGB erwachsen ist (BGHZ 92, 213 ff.; OLG Hamm, WuM 1982, 318; Grapentin in 13 - Bub/Treier aaO.).
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  • BGH, 03.10.1984 - VIII ARZ 2/84  

    Berechtigtes Interesse des Mieters an der Aufnahme dritter Personen in die

    Das Berufungsgericht möchte diese Frage verneinen, sieht sich jedoch durch den Rechtsentscheid des Oberlandesgerichts Hamm vom 17. August 1982 - 4Re Miet 1/82 (NJW 1982, 2876 = ZMR 1983, 49 = DWW 1982, 308 = WuM 1982, 318 = MDR 1983, 56 = GE 1982, 985) daran gehindert.

    Das OLG Hamm hat in dem Rechtsentscheid vom 17. August 1982 (aaO.) eine solche Begründung als für die Annahme eines berechtigten Interesses ausreichend angesehen.

  • BayObLG, 26.10.1990 - REMiet 1/90  

    BGB § 242, § 549 Abs. 1 S. 1, § 242 Abs. 2 S. 1, § 553

    Wenn aber der Sachvortrag der Beklagten über ihre Beziehung zueinander zutreffe, hätten sie gemäß dem Rechtsentscheid des Oberlandesgerichts Hamm vom 17.8.1982 (NJW 1982, 2876) einen Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis.

    Die Entscheidung, ob der Klägerin der von ihr geltend gemachte Räumungs- und Herausgabeanspruch des Vermieters gemäß § 556 Abs. 1 und 3 BGB zusteht, hängt deshalb davon ab, ob schon der Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis zur Gebrauchsüberlassung (§ 549 Abs. 2 BGB), den das Landgericht im Anschluß an die Rechtsentscheide des Oberlandesgerichts Hamm (NJW 1982, 2876) und des Bundesgerichtshofs (BGHZ 92, 213) bejahen will, der auf § 553 BGB gestützten fristlosen Kündigung des Vermieters entgegenstehen kann.

    Dies folgt aus der Natur des Mietverhältnisses als einem auf gegenseitigem Vertrauen aufbauenden Schuldverhältnis, bei dem der Vermieter auf die Person des Mieters entscheidendes Gewicht legt (BayObLGZ 1983, 285/288; OLG Hamm NJW 1982, 2876/2877), aus der Verpflichtung des Mieters zur Vertragstreue und ordnungsgemäßen Erfüllung aller von ihm übernommenen Vertragspflichten, auch der Unterlassungspflichten (OLG Hamburg NJW 1982, 1157/1158), und schließlich aus dem Zweck des § 549 Abs. 1 BGB, den Vermieter davor zu schützen, daß ihm ein anderer Vertragspartner aufgedrängt wird (Bay-ObLG a.a.O., OLG Hamm a.a.O.).

  • OLG Hamm, 11.04.1997 - 30 REMiet 1/97  

    BGB §§ 549, 553; BGB § 549 Abs. 2; ZPO § 541 Abs. 1

    Zutreffend geht das LG davon aus, daß die Frage, ob eine unbefugte Gebrauchsüberlassung an den Lebensgefährten der Bekl. zu 3 anzunehmen ist, nach § 549 II BGB zu beurteilen ist (so der Senat, NJW 1992, 513 und der hiesige 4. Zivilsenat, NJW 1982, 2876).

    Eine Kündigung kann lediglich nach § 242 BGB unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben ausgeschlossen sein (vgl. BGH, NJW 1985, 2527 = LM § 553 BGB Nr. 14 = WuM 1985, 88; OLG Hamburg, NJW 1982, 2876 = WuM 1982, 41; BayObLG, NJW-RR 1991, 461 = WuM 1991, 18; Kraemer, in: Bub/Treier, Hdb. d. Geschäfts- u. Wohnraummiete, 2. Aufl., IV Rdnr. 166).

  • BayObLG, 06.10.1997 - REMiet 2/96  

    Recht des Mieters zur Aufnahme seiner Eltern auch ohne Erlaubnis des Vermieters

    Nach der obergerichtlichen Rechtsprechung, der sich auch der Senat angeschlossen hat, gilt diese Regelung für jede auf eine gewisse Dauer angelegte Gebrauchsüberlassung, auch wenn diese nur den unselbständigen Mitgebrauch der Mietsache betrifft (OLG Hamm, NJW 1982, 2876 = RES II § 549 BGB Nr. 1; BayObLGZ 1983, 285 [287]; vgl. auch Staudinger-Emmerich, BGB, 13. Bearb., § 549 Rdnr. 15; Voelskow, in: MünchKomm, 3. Aufl., § 549 Rdnr. 7; Erman-Jendrek, BGB, 9. Aufl., § 549 Rdnr. 6; eingehend Wangard, ZMR 1986, 73; a. A. Palandt-Putzo, BGB, 56. Aufl., § 549 Rdnr. 3, u. Sternel, MietR, 3. Aufl., II Rdnr. 239).

    b) Es ist in Rechtsprechung und Schrifttum anerkannt, daß der Mieter für die Aufnahme von nächsten Familienangehörigen, von zum Haushalt gehörenden Bediensteten und von Personen, die er zu seiner Pflege benötigt, grundsätzlich keiner Erlaubnis des Vermieters bedarf; diese Personen sind nicht Dritte i. S. des § 549 I 1 BGB (BGH, NJW 1991, 1750 [1751] = LM § 9 [Ca] AGBG Nr. 4; BayObLGZ 1983, 285 [288]; 1990, 301 [304] = NJW-RR 1991, 461; BayObLGZ 1995, 162 [165]; OLG Hamm, NJW 1982, 2876 = RES II § 549 BGB Nr. 1; Voelskow, in: MünchKomm, § 549 Rdnr. 9; Staudinger-Emmerich, § 549 Rdnr. 6; Fischer-Dieskau-Pergande-Schwender-Franke, WohnungsbauR, § 549 BGB Anm. 4; krit. Nassall, ZMR 1983, 333 [334]).

  • OLG Celle, 29.12.1989 - 2 U 200/88  

    AGBG § 2, § 4, § 5, § 6, § 8, § 9, §

    Das gilt auch, wenn mit einer neueren Rechtsprechung (OLG Hamm, WuM 1982, 318 , BayObLG, WuM 1984, 13 ) die Erlaubnispflicht nach § 594 Abs. 1 BGB nicht auf die Überlassung selbständigen Gebrauchs beschränkt, sondern auch auf die Mitbenutzung einer Wohnung in der Form des unselbständigen Mitgebrauchs erstreckt wird.
  • OLG Hamm, 06.04.1983 - 4 REMiet 13/82  

    BGB § 552

    Wie der Senat bereits in seinem Rechtsentscheid vom 17.8.1982 (4 ReMiet 1/82, veröffentlicht in NJW 1982, 2876 ) ausgeführt hat, wird der Vermieter eher betroffen sein, wenn er und das unverheiratete Paar etwa unter einem Dach leben müssen.
  • BayObLG, 29.11.1983 - REMiet 9/82  

    BGB § 549 Abs. 1 S. 1

    § 549 Abs. 1 BGB gilt generell, also auch für die Miete von Wohnraum, für die § 549 Abs. 2 BGB besondere Regelungen trifft (vgl. OLG Hamm, WuM 1982, 318/319).
  • AG Aachen, 02.11.1990 - 9 C 382/90  
  • LG Berlin, 20.08.1999 - 64 S 159/99  

    BGB § 564b Abs. 2 Nr. 1, § 278

  • AG Koblenz, 20.06.1984 - 16 C 185/84  
  • LG Hamburg, 13.03.1991 - 311 T 294/91  
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