Rechtsprechung
| OLG Karlsruhe, 02.03.2004 - 1 Ss 18/04 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- IWW
- blutalkohol
, S. 198
Verhängung eines Fahrverbotes gegen einen Taxifahrer
Kurzfassungen/Presse (5)
- IWW (Leitsatz und Entscheidungsanmerkung)
Absehen vom Fahrverbot - Urteilsgründe bei drohendem Arbeitsplatzverlust
- wkdis.de (Kurzinformation)
Mehrfacher Verkehrsverstoß rechtfertigt Fahrverbot gegen Taxifahrer
- Benkelberg & Kollegen (Kurzmitteilung)
- rechtplus.de (Kurzinformation)
Keine Gnade mit schnellem Taxifahrer
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
Anordnung eines Fahrverbots bei Vorliegen einer außerordentlichen Härte
Besprechungen u.ä.
- IWW (Leitsatz und Entscheidungsanmerkung)
Absehen vom Fahrverbot - Urteilsgründe bei drohendem Arbeitsplatzverlust
Verfahrensgang
- OLG Karlsruhe, 02.03.2004 - 1 Ss 18/04
- OLG Karlsruhe, 03.03.2004 - 1 Ss 18/04
Zeitschriftenfundstellen
- NStZ-RR 2004, 313
- NZV 2004, 316
Wird zitiert von ... (11)
- OLG Karlsruhe, 10.11.2004 - 1 Ss 94/04
Bußgeldverfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung: Beschränkung der …
Auch wenn sich das Rechtsmittel vorwiegend gegen das Absehen von der Verhängung eines Fahrverbots wendet, erfasst dieses wegen der bestehenden Wechselwirkung gleichwohl den gesamten Rechtsfolgenausspruch (vgl. Senat NZV 2004, 211 ff. = VRS 104, 454 ff. = NStZ-RR 2003, 279).Sollten die engen Voraussetzungen einer derartigen notstandsähnlichen Situation indes nicht festzustellen sein, so kann der Tatrichter gleichwohl bei Vorliegen wesentlicher und nicht vom Regelfall erfasster besonders gewichtiger Besonderheiten mit Ausnahmecharakter ausnahmsweise die Überzeugung gewinnen, dass die Verhängung eines Fahrverbotes unangemessen ist (oder die Dauer der Sperre zu hoch ist) und der notwendige Warneffekt schon allein unter angemessener Erhöhung der Regelgeldbuße erreicht werden kann (vgl. näher OLG Karlsruhe VRS 88, 476 ff.;… Hentschel, a.a.O., § 25 Rn. 24; zur Notwendigkeit der Anordnung eines Fahrverbots trotz eines Härtefalles bei einem uneinsichtigen Wiederholungstäter: Senat NZV 2004 316 f. = Verkehrsrecht 2004, 136).
Dabei wird vorliegend aber zu beachten sein, dass berufliche Folgen auch schwerwiegender Art - das Vorliegen einer außergewöhnlichen Härte ist ohnehin nicht festgestellt - wegen der grundsätzlich gebotenen Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer hierfür allein nicht ausreichen können, da sie mit einem Fahrverbot sehr häufig verbunden sind, und einem Betroffenen daher grundsätzlich zuzumuten ist, diese Nachteile durch Inanspruchnahme von Urlaub oder der vorübergehenden Beschäftigung eines Fahrers, der Aufnahme eines Kredites oder der Kombination dieser Maßnahmen auszugleichen (vgl. hierzu Senat VRS 104, 454 ff.).
- OLG Karlsruhe, 08.08.2005 - 1 Ss 81/05
Doch Fahrverbot für besorgten Vater?
Allerdings teilt der Senat im Grundsatz den Ansatz des Tatrichters, dass auch bei Vorliegen einer im obigen Sinne relevanten notstandsähnlichen Situation die Verhängung eines Fahrverbots gleichwohl geboten ist, wenn es sich um einen wiederholt einschlägig auffällig gewordenen, gegenüber verkehrsrechtlichen Ge- und Verboten uneinsichtigen Verkehrsteilnehmer handelt, auf den durch die Verhängung eines Fahrverbots eingewirkt werden muss (vgl. Senat NZV 2004, 316 f. = DAR 2004, 467 ff. = VRS 1006, 393 f. = SVR 2004, 473 f. = NStZ-RR 2004, 313 ff: Vorliegen einer außerordentlichen Härte bei einem Taxifahrer). - OLG Karlsruhe, 30.11.2005 - 1 Ss 120/05
Absehen von der Verhängung eines Fahrverbots: Augenblicksversagen bei …
Erforderlich hierfür ist aber, dass es sich beim Fahrzeugführer um einen wiederholt auffällig gewordenen uneinsichtigen Verkehrsteilnehmer handelt, auf den nur noch durch die Verhängung eines Fahrverbot eingewirkt werden kann (Senat NZV 2004, 316 f.).
- OLG Karlsruhe, 27.10.2004 - 1 Ss 178/04
Bußgeldurteil wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung: Anforderungen an die …
Das Amtsgericht geht zwar im Ansatz zu Recht davon aus, dass von der Verhängung eines Fahrverbots wegen beruflicher Härte nur in Ausnahmefällen abgesehen werden kann, wenn dieses zu einer beruflichen Härte ganz außergewöhnlicher Art, wie dem Existenzverlust bei einem Selbständigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes bei einem Arbeitnehmer, führen würde (Senat NZV 2004, 211 ff. = VRS 104, 454 ff. = NStZ-RR 2003, 279; VRS 106, 393 f = NZV 2004, 316 f.; OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 313 f.; vgl. auch BVerfG NJW 1995, 1541). - OLG Köln, 26.07.2006 - 82 Ss 47/06 2000, 312 [313] u. NStZ-RR 2001, 214 [215] sowie NStZ-RR 2002, 88; OLG Hamm VRS 96, 458, 463; VRS 96, 466, 468; VRS 97, 207, 209; NStZ-RR 1999, 374 = VRS 97, 449 [454] = NZV 2000, 92 [94] m. w. Nachw.; OLG Hamm [15.11.00] NZV 2001, 90 [91]; OLG Hamm [29.10.02] VRS 104, 233 [235] = NZV 2003, 103 [104]; OLG Karlsruhe VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211; NZV 2004, 653 [654] = zfs 2005, 101 = DAR 2005, 228 [229] = VRS 108, 37 [38] u. zfs 2006, 230 = DAR 2006, 227; KG NZV 2005, 596 [597] = VRS 109, 132 [133] u. VRS 108, 288 [289]; OLG Rostock VRS 101, 380 [386] = NZV 2002, 137 [139]; st. Senatsrechtsprechung: SenE v. 25.06.1999 - Ss 264/99 B - m. w. Nachw. = VRS 97, 381 [384]; SenE v. 30.07.1999 - Ss 343/99 B - = DAR 1999, 516 = NZV 2000, 97 [98] = VRS 97, 442 [447]; SenE v. 08.08.2000 - Ss 306/00 B - = VRS 99, 288 [290] = DAR 2000, 583 [584] = NZV 2001, 391 [393]; SenE v. 08.06.2004 - Ss 247/04 B - = DAR 2004, 541 = NZV 2004, 422 [423] = VRS 107, 129; SenE v. 26.10.2004 - 8 Ss OWi 69/04 -).
öffentlicher Verkehrsmittel, Inanspruchnahme einer Fahrgemeinschaft, Anstellen eines bezahlten Fahrers/Aushilfsfahrers usw. (OLG Frankfurt NStZ-RR 2001, 214 [215] u. DAR 2002, 82 [83] sowie NStZ-RR 2002, 88; OLG Frankfurt NStZ-RR 2003, 123; OLG Karlsruhe VRS 104, 454 [457] = VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211, DAR 2004, 467 [468] = NStZ-RR 2004, 313 [314] = NZV 2004, 316, zfs 2006, 230 [231] = DAR 2006, 227 u. zfs 2006, 411 [412]; KG VRS 108, 288 [289]).
- OLG Köln, 10.08.2006 - 82 Ss OWi 60/06 2000, 312 [313] u. NStZ-RR 2001, 214 [215] sowie NStZ-RR 2002, 88; OLG Hamm VRS 96, 458, 463; VRS 96, 466, 468; VRS 97, 207, 209; NStZ-RR 1999, 374 = VRS 97, 449 [454] = NZV 2000, 92 [94] m. w. Nachw.; OLG Hamm [15.11.00] NZV 2001, 90 [91]; OLG Hamm [29.10.02] VRS 104, 233 [235] = NZV 2003, 103 [104]; OLG Karlsruhe VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211; NZV 2004, 653 [654] = zfs 2005, 101 = DAR 2005, 228 [229] = VRS 108, 37 [38] u. zfs 2006, 230 = DAR 2006, 227; KG NZV 2005, 596 [597] = VRS 109, 132 [133] u. VRS 108, 288 [289]; OLG Rostock VRS 101, 380 [386] = NZV 2002, 137 [139]; st. Senatsrechtsprechung: SenE v. 25.06.1999 - Ss 264/99 B - m. w. Nachw. = VRS 97, 381 [384]; SenE v. 30.07.1999 - Ss 343/99 B - = DAR 1999, 516 = NZV 2000, 97 [98] = VRS 97, 442 [447]; SenE v. 08.08.2000 - Ss 306/00 B - = VRS 99, 288 [290] = DAR 2000, 583 [584] = NZV 2001, 391 [393]; SenE v. 08.06.2004 - Ss 247/04 B - = DAR 2004, 541 = NZV 2004, 422 [423] = VRS 107, 129; SenE v. 26.10.2004 - 8 Ss OWi 69/04 -).
öffentlicher Verkehrsmittel, Inanspruchnahme einer Fahrgemeinschaft, Anstellen eines bezahlten Fahrers/Aushilfsfahrers usw. (OLG Frankfurt NStZ-RR 2001, 214 [215] u. DAR 2002, 82 [83] sowie NStZ-RR 2002, 88; OLG Frankfurt NStZ-RR 2003, 123; OLG Karlsruhe VRS 104, 454 [457] = VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211, DAR 2004, 467 [468] = NStZ-RR 2004, 313 [314] = NZV 2004, 316, zfs 2006, 230 [231] = DAR 2006, 227 u. zfs 2006, 411 [412]; KG VRS 108, 288 [289]).
- OLG Bamberg, 22.01.2009 - 2 Ss OWi 5/09
Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren: Anforderungen an die Urteilsgründe beim …
Andernfalls könnte ein Betroffener - insbesondere als LKW- oder Taxifahrer - die an sich unzumutbaren Folgen als Freibrief für wiederholtes Fehlverhalten ausnutzen (OLG Frankfurt NStZ-RR 2002, 88/89; OLG Hamm NZV 1995, 498 f.; OLG Karlsruhe NStZ-RR 2004, 313/314 f. sowie OLG Bamberg, Beschlüsse vom 26.04.2006 - 3 Ss OWi 476/06 unter Verweise auf weitere Beschlüsse;… vgl. ferner Deutscher in Burhoff , Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren , Rn. 728 m.w. Nachw.). - OLG Bamberg, 26.04.2006 - 3 Ss OWi 476/06
Absehen vom Fahrverbot - Ausnahme vom generellen Fahrverbot bei einem …
Andernfalls könnte ein Betroffener die an sich unzumutbaren Folgen als Freibrief für wiederholtes Fehlverhalten ausnutzen (OLG Frankfurt NStZ-RR 2002, 88/89; OLG Hamm NZV 1995, 498 f.; OLG Karlsruhe NStZ-RR 2004, 313/314 f. sowie Senatsbeschlüsse vom 30.01.2006 - 3 Ss OWi 16/2006 und vom 18.08.2005 - 3 Ss OWi 924/2005;… vgl. ferner Deutscher in Burhoff , Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren , Rn. 728 m.w.N.). - OLG Karlsruhe, 05.09.2005 - 1 Ss 84/05
Verkehrsordnungswidrigkeit: Absehen von der Verhängung des Regelfahrverbots wegen …
Von der Verhängung eines Fahrverbots kann daher nur in Ausnahmefällen abgesehen werden, wenn dieses zu einer beruflichen Härte ganz außergewöhnlicher Art, wie dem Existenzverlust bei einem Selbständigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes bei einem Arbeitnehmer, führen würde (Senat NZV 2004, 211 ff.; VRS 106, 393 f.; OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 313 f.). - OLG Hamm, 14.08.2007 - 1 Ss OWi 549/07
Fahrverbot; Absehen; Vorbelastungen; berufliche Gründe; Verhältnismäßigkeit
Ist dieses nicht der Fall, weil sich der Betroffene gegenüber verkehrsrechtlichen Ge- und Verboten vollkommen uneinsichtig zeigt, so muss ein Fahrverbot auch bei erheblichen Härten seine Berechtigung finden, denn ansonsten würde einem solchen Verkehrsteilnehmer ein dauerhafter "Freifahrschein" erteilt und eine wegen besonderer Umstände bevorzugte Behandlung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern nicht mehr zu rechtfertigen sein (vgl. OLG Karlsruhe NZV 2004, 316 (317); OLG Bamberg VerkMitt 2007 Nr. 4). - OLG Hamm, 18.03.2008 - 5 Ss OWi 112/08
Fahrverbot; Absehen; Urteilsgründe; Anforderungen
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