Rechtsprechung
   OVG Nordrhein-Westfalen, 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK   

Kurzfassungen/Presse (2)

  • nrw.de (Pressemitteilung)

    Klagen gegen Steinkohlekraftwerk in Herne abgewiesen

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)

    Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb eines weiteren Steinkohleblocks für die Betreiberin eines Heizkraftwerks; Eintritt der Ausschlusswirkung des § 10 Abs. 3 S. 3 Bundes-Immissionsschutzgesetz ( BImSchG a.F.) bei einem Mangel der öffentlichen Bekanntmachung; Pflicht zur öffentlichen Bekanntmachung des Vorhabens (Errichtung eines fünften Steinkohleblocks) der Genehmigungsbehörde in mehr als einer örtlichen Tageszeitung nach § 10 Abs. 3 S. 1 BImSchG a.F.; Europarechtliche Bedenken gegen die Heilungsmöglichkeit nach § 4 Abs. 1 S. 2 Hs. 1 Umweltrechtsbehelfsgesetz (UmwRG); Pflicht zur Vorlage einer Kurzbeschreibung über das Vorhaben des Antragstellers an die Genehmigungsbehörde; Drittschützender Charakter der immissionsschutzrechtlichen Vorsorgepflicht nach § 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 BImSchG; Prinzipielle Zulässigkeit von Irrelevanzklauseln im Immissionsschutzrecht; Anerkennung einer Bagatellgrenze in Form eines bestimmten Anteils am Beurteilungsmaßstab (Immissionswert); Voraussetzungen für die Schädlichkeit von Geräuschimmissionen i.S.v. § 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BImSchG

Zeitschriftenfundstellen

  • DÖV 2010, 570



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Wird zitiert von ... (12)  

  • VGH Baden-Württemberg, 20.07.2011 - 10 S 2102/09  

    Zur Rügebefugnis eines anerkannten Umweltverbands nach dem

    Auf diesen Prüfungsumfang ist auch die Anfechtungsbefugnis Dritter beschränkt (vgl. etwa Urt. v. 03.12.2008 a.a.O. juris Rn. 114, Rn. 125; Beschluss vom 08.05.2007 - 8 B 2477/06 - juris Rn. 53; Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 164ff.).

    Soweit in den zugrundegelegten Immissionsprognosen auch die Emissionen der im dortigen Verfahren bereits vorhandenen Blöcke berücksichtigt werden, handelt es sich lediglich um eine worst-case-Betrachtung zugunsten der Betroffenen (vgl. Urteil vom 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 199 und 200).

    Bei einer am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientierten rechtlichen Bewertung ist es jedoch gerechtfertigt, eine Bagatellgrenze anzuerkennen, bei deren Unterschreiten eine weitere Begrenzung von Emissionen regelmäßig entbehrlich ist, weil der Immissionsbeitrag dem Verursacher rechtlich nicht mehr zuzuordnen sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 11.12.2003 a.a.O. Rn. 14; BVerwG, Beschluss vom 16.01.2009 a.a.O.; OVG NRW, Urt. vom 10.06.2008 a.a.O. Rn. 59; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - juris Rn. 248 ff.; Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O.; Hess.VGH, Urt. v. 16.09.2009 a.a.O., Hansmann in Landmann/Rohmer a.a.O. Band IV TA Luft Nr. 4.2 Rn. 19 ff., 23 f., 32; Dietlein in Landmann/Rohmer a.a.O. Band III § 5 BImSchG Rn. 94 f.; Jarass a.a.O. § 5 Rn. 17; a.A. wohl Roßnagel in GK-BImSchG, a.a.O. § 5 Rn. 279).

    Die TA Luft darf keine Luftverunreinigungen zulassen, deren Vermeidung nach der 22. BImSchV durch Luftreinhaltepläne sicherzustellen ist, weshalb zwischen den Immissionswerten der TA Luft und den Grenzwerten der EU-Richtlinien und der 22. BImSchV kein Widerspruch auftreten darf (vgl. Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O.; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 283; Hansmann, NVwZ 2003, 266, 267).

    Aufgrund dieser verschiedenartigen Regelungsansätze trifft das Unionsrecht keine unmittelbare Aussage dazu, welche Zusatzimmissionen an Luftschadstoffen durch ein bestimmtes Genehmigungsvorhaben im Rahmen der Zulassung einer einzelnen Anlage noch als irrelevant toleriert werden können (vgl. zum Ganzen: BVerwG, Urt. v. 26.05.2004 - 9 A 6.03 - BVerwGE 121, 57, 61; vgl. BVerwG, Urt. v. 18.11.2004 - 4 CN 11.03 -, BVerwGE 122, 207, juris Rn. 37; BVerwG, Urt. v. 27.09.2007 - 7 C 36.07 - BVerwGE 129, 296, juris; jeweils zum Planungsrecht; Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O. juris Rn. 95 f.; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - juris Rn 181 ff.; Bruckmann/Strecker in Landmann/Rohmer a.a.O. Band IV Vorbem.

    Zumindest die hier vorliegende Zusatzbelastung in der Umweltzone von weniger als 1 % des jeweiligen Immissions-Jahreswertes für NO² und SO² bei gleichbleibender Überschreitungshäufigkeit oder Unterschreitung der Kurzzeitwerte (s. oben B.II.2.1.4.1.3.1) kann aber auch aus der Perspektive des Europäischen Luftreinhalterechts nicht mehr als nennenswerter, kausaler Beitrag zur Immissionsbelastung angesehen werden (vgl. zum Ganzen Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O. Rn. 100; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 248 ff.; Jarass, NVwZ 2003, 257; Hansmann in Landmann/Rohmer a.a.O., Band IV, TA Luft Nr. 4.2 Rn. 38).

    Eine Aussage zu Irrelevanzklauseln im Bereich der Anlagenzulassung lässt sich dem nicht entnehmen (vgl. OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK a.a.O. Rn. 291 f.).

    Bezweifelt wird lediglich ohne nähere Begründung, ob die Anhebung der Irrelevanzgrenze um mehr als das Doppelte auf 3, 0 % bei den Werten zum Schutz der menschlichen Gesundheit in der Neufassung der TA Luft 2002 (Nr. 4.2.2 Satz 1 Buchst. a) noch als sachgerechte Konkretisierung der Kausalität eingestuft werden kann (vgl. BVerwG, Urteil vom 11.12.2003 a.a.O.; BVerwG, Beschluss vom 16.01.2009 a.a.O.; OVG NRW, Urt. v. 10.06.2008 a.a.O.; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 271 ff., 286 ff.; Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O.; Hess.VGH, Urteil vom 16.09.2009 a.a.O.; Hansmann in Landmann/Rohmer a.a.O. Band IV TA Luft Nr. 4.2 Rn. 38 ff., ders. in NVwZ 2003, 266; Jarass a.a.O. § 5 Rn. 17; derselbe in NVwZ 2003, 257, 264).

    Anhaltspunkte für eine rele v ante Zusatzbelastung bestehen insbesondere dann, wenn die Zusatzbelastung durch Immissionen der zu prüfenden Anlage von in Nr. 4.2.1 TA Luft genannten Schadstoffen deutlich mehr als 1, 0 % beträgt und vergleichbare Beiträge aus anderen Quellen bestehen oder zu erwarten sind (vgl. OVG NRW, Urt. v. 10.06.2008 - a.a.O. Rn. 80; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 -8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 309; Hansmann, in: Landmann/Rohmer, a.a.O. Band IV Luft Nr. 4.2 TA Rn. 38; Jarass a.a.O. § 5 Rn 17).

    Auch sonst ist kein atypischer Sachverhalt gegeben, in dem ausnahmsweise von einem relevanten Immissionsbeitrag durch den geplanten Anlagenbetrieb auszugehen wäre (vgl. zu diesem Ansatz: OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 304; Hansmann in: Landmann/Rohmer, a.a.O. Band IV TA Luft Nr. 4.2 Rn. 39 ff.).

    Als Irrelevanzschwelle ist ebenfalls eine Immissionszusatzbelastung unter 1 % der anerkannten Wirkungsschwellen allgemein akzeptiert (BVerwG, Urt. v. 11.12.2003 a.a.O. Rn. 14; Senatsurteil v. 17.06.1997 - 10 S 607/96 - juris Rn. 39 ff., 43; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK -a.a.O. Rn. 288).

    Es bedarf nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 12.05.2011 - Trianel - (a.a.O.) keiner Vertiefung, inwieweit die Störfall-Verordnung drittschützend ist (hierzu OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 378 m.w.N.).

    Die Störfall-Verordnung dient in erster Linie zwar der Anlagensicherheit, konkretisiert aber auch die Schutz- und Gefahrenabwehrpflicht des § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BImSchG (BayVGH, Urt. v. 14.07.2006 - 1 BV 03.2179 - juris Rn 52; OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - a.a.O. Rn. 434 ff.; Hansmann in Landmann/Rohmer a.a.O. Band IV 12. BImSchV, Vorbem. Rn. 4, 7, § 3 Rn. 2).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 01.12.2011 - 8 D 58/08  

    Kohlekraftwerk Lünen: Klage des BUND gegen Vorbescheid und erste Teilgenehmigung

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 146; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15. Februar 1990 - 10 S 2893/88 -, juris Rn. 23.

    vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Februar 1978 - I C 102.76 -, BVerwGE 55, 250, juris Rn. 56; OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 148.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 51; Sellner/Reidt/Ohms, Immissionsschutzrecht und Industrieanlagen, 3. Aufl. 2006, S. 163, Rn. 75.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 178; Hess. VGH, Urteile vom 24. September 2008 - 6 C 1600/07.T -, DVBl. 2009, 186, juris Rn. 74, und vom 7. Mai 2009 - 6 C 1142/07.T -, ZUR 2009, 504, juris Rn. 103.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 216 ff.

    - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 248 ff., im Anschluss an die im Schrifttum geäußerte Kritik Bedenken geäußert, ob die Irrelevanzschwelle der Nr. 4.2.2 Abs. 1 Buchst. a) TA Luft 2002 von 3, 0 % eine rechtmäßige Konkretisierung des Begriffs der schädlichen Umwelteinwirkungen des § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BImSchG darstellt.

    - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 248 ff., davon ausgegangen, dass jedenfalls eine Zusatzbelastung von weniger als 1, 0 % des jeweiligen Immissionswertes nicht mehr als nennenswerter, kausaler Beitrag zur Immissionsbelastung angesehen werden kann.

    Sie stimmen mit den vom LANUV bislang angewandten und vom Senat zugrunde gelegten, vgl. OVG NRW, Urteile vom 10. Juni 2008 - 8 D 103/07.AK -, ZUR 2008, 492, juris Rn. 105, und vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 348, Beurteilungsmaßstäben überein oder liegen - wie bei Ammoniak - darunter.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK-, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 238; Graff/Hansmann, in: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, Band IV, Stand: Juli 2011, Nr. 5.5 TA Luft Rn. 6.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 380 ff.

    Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Ableitung des Rauchgases über den Kühlturm entgegen den Ausführungen des Senats in dem den Beteiligten bekannten Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK - schädliche Umwelteinwirkungen verursacht, sind nicht dargelegt.

    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 388.

    vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 1989 - 7 C 35.87 -, BVerwGE 84, 220, juris Rn. 16; OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 223 ff.

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 09.12.2009 - 8 D 6/08  

    Oberverwaltungsgericht weist Klagen gegen Steinkohlekraftwerk in Herne ab

    Im Übrigen werde auf den Klagevortrag in den Verfahren 8 D 10/08.AK und 8 D 12/08.AK Bezug genommen.

    Bezug genommen wird außerdem auf den Inhalt der Gerichtsakte 8 D 12/08.AK sowie auf die von der Stadt Herne übersandten Bebauungspläne Nr. 110 ("nördlich der Rottstraße") und Nr. 14/1 ("Koßmannshof, Drögenkamp, Schnittstraße") nebst Aufstellungsvorgängen (12 Hefte).

    Aus der in den Verfahren 8 D 10/08.AK und 8 D 12/08.AK beigebrachten gutachtlichen Stellungnahme des Ingenieurbüros für Umweltschutztechnik H. vom 25. März 2009, die der Kläger in Bezug genommen hat, ergibt sich nichts anderes.

    (2) An dieser Einschätzung ändern die Ausführungen des Klägers des Verfahrens 8 D 12/08.AK, auf die der Kläger sich bezieht, zu einem sog. "Dennoch-Störfall", der trotz ausreichender Vorkehrungen gegen vernünftigerweise zu erkennende Schadensereignisse eintritt, vgl. insoweit Hess. VGH, Urteil vom 21. Februar 2001 - 2 UE 2899/96 -, NVwZ 2002, 742 = juris Rn. 39; Hansmann, in: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, Band II, Loseblatt, Stand: September 2005, § 3 der 12. BImSchV Rn. 23, nichts.

    Die Beklagte hat im Rahmen des störfallrechtlichen vorläufigen positiven Gesamturteils die Situation eines "Dennoch-Störfalls", den der Kläger des Verfahrens 8 D 12/08.AK bei einem Austritt von Ammoniak aufgrund eines Entgleisens eines Kesselwagens als gegeben ansieht, erkannt und dazu für ein nachfolgendes (Teil-)Genehmigungsverfahren den Hinweis erteilt, im Hinblick darauf sei es gegebenenfalls erforderlich, die Störfallszenarien des aktuellen Sicherheitsberichts zu überprüfen und fortzuschreiben.

    Der von dem Kläger des Verfahrens 8 D 12/08.AK in Bezug genommene "Leitfaden - Empfehlungen für Abstände zwischen Betriebsbereichen nach der Störfall-Verordnung und schutzbedürftigen Gebieten im Rahmen der Bauleitplanung - Umsetzung § 50 BImSchG" der Störfall-Kommission - Technischer Ausschuss für Anlagensicherheit - vom 18. Oktober 2005 steht dem nicht entgegen.

    Gleiches gilt für die Emergency Response Planning Guidelines (ERPG)-Werte, auf die sich der Kläger des Verfahrens 8 D 12/08.AK ebenfalls bezieht.

    d) Eine Verletzung in eigenen Rechten lässt auch der Vortrag des Klägers im Verfahren 8 D 12/08.AK, den der Kläger sich im vorliegenden Verfahren zueigen macht, nicht erkennen, eine temporäre Inanspruchnahme der als "Baustelleneinrichtungsfläche G" vorgesehenen Fläche scheide aus, weil der Gebietsentwicklungsplan des Regierungsbezirks Münster, Teilabschnitt "Emscher-Lippe", diese Fläche als Waldbereich mit der Freiraumfunktion "Regionale Grünzüge" ausweise und der in Aufstellung befindliche Flächennutzungsplan die Fläche gleichfalls als Waldfläche darstelle.

    Unabhängig davon, ob der diesbezügliche Einwand des Klägers in der Sache berechtigt ist oder ob die Angabe zu den Maßzahlen in den Antragsunterlagen wie die Beigeladene im Verfahren 8 D 12/08.AK vorträgt - auf einem Redaktionsversehen beruht, haben Festsetzungen eines Bebauungsplans hinsichtlich der zulässigen Grundflächenzahl und der Baumassenzahl als Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung kraft Bundesrechts grundsätzlich keine nachbarschützende Funktion.

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  • VG Freiburg, 02.11.2010 - 2 K 138/10  

    Immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung zum Einsatz von Altholz zur

    Soweit es um die Belastung mit Luftschadstoffen geht, entspricht der Einwirkungsbereich der Anlage regelmäßig dem Beurteilungsgebiet nach Nr. 4.6.2.5 der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz vom 24. Juli 2002 (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft - TA Luft 2002 -); das ist die Fläche, die sich vollständig innerhalb eines Kreises um den Emissionsschwerpunkt mit einem Radius befindet, der dem 50-fachen der tatsächlichen Schornsteinhöhe entspricht (vgl. nur OVG NRW; Urt. v. 9.12.2009 - 8 D 12/08.AK -, in Juris; VGH Kassel, Urt. v. 7.5.2009 - 6 C 1142/07.T -, in Juris; OVG Potsdam, Beschl. v. 14.5.2007 - OVG 11 S 83.06 -, in Juris).

    Der Vorsorgegrundsatz nämlich dient in erster Linie nicht der Begünstigung eines individualisierbaren Personenkreises, sondern dem Interesse der Allgemeinheit daran, potentiell schädliche Umwelteinwirkungen zu vermeiden, indem ihnen generell und auch dort vorgebeugt wird, wo sie keinem bestimmten Emittenten zuzuordnen sind (BVerwG, Urt. v. 11.12.2003 - 7 C 19/02 -, in Juris; Beschl. v. 9.4.2008 - 7 B 2/08 -, in Juris; OVG NRW, Urt. v. 9.12.2009 - 8 D 12/08.AK -, in Juris; OVG Potsdam, Beschl. v. 14.5.2007 - OVG 11 S 83.06 -, in Juris).

    Dies hat jedenfalls dann zu gelten, wenn in Rechtsverordnungen der Bundesregierung für potentiell gesundheitsgefährdende Stoffe Immissionswerte i.S.d. § 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BImSchG festgelegt worden sind (vgl. OVG NRW, Urt. v. 9.12.2009 - 8 D 12/08.AK -, in Juris; VGH Kassel, Urt. v. 7.8.2007 - 2 A 690/06 -, in Juris); nur diese Immissionswerte, nicht jedoch parallel dazu bestehende Vorsorgegrenzwerte, vermitteln in diesen Fällen Drittschutz.

    Denn in diesem Falle dienen die Minimierungsgebote nicht nur der allgemeinen Verbesserung der Umweltverhältnisse, sondern auch dem Schutz eines individualisierbaren Personenkreises im Einwirkungsbereich der Anlage (dazu Landmann/Rohmer, Umweltrecht Bd. 1, § 5 BImSchG Rn. 117 ff., m.w.N.; vgl. auch OVG NRW, Urt. v. 9.12.2009 - 8 D 12/08.AK -, in Juris; Jarass, BImSchG, § 5 Rn. 122; so auch BVerwG, Urt. v. 11.12.2003 - 7 C 19/02 -, in Juris, allerdings zur TA Luft 1986, in der die Emissionsgrenzwerte für krebserzeugende Stoffe "zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen" (Ziff. 2.2.1.5 TA Luft 1986) und nicht als Vorsorgewerte festgesetzt waren, vgl. dazu OVG Thüringen, Urt. v. 16.3.2010 - 1 O 656/07 -, in Juris; offengelassen von OVG Niedersachsen, Beschl. v. 23.8.2006 - 7 ME 116/05 -, in Juris; OVG Potsdam, Beschl. v. 14.5.2007 - OVG 11 S 83.06 -, in Juris).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 09.12.2009 - 8 D 10/08  

    Klagen gegen Steinkohlekraftwerk in Herne abgewiesen

    Bezug genommen wird außerdem auf die Gerichtsakten ders Verfahrens 8 D 12/08.AK sowie auf die von der Stadt Herne zu dem Verfahren 8 D 6/08.AK übersandten Bebauungspläne Nr. 110 ("nördlich der Rottstraße") und Nr. 14/1 ("Koßmannshof, Drögenkamp, Schnittstraße") nebst Aufstellungsvorgängen (12 Hefte).

    Dies gilt ungeachtet der Tatsache, dass - worauf der Kläger sich in der mündlichen Verhandlung berufen hat und was im Urteil vom heutigen Tag im Verfahren 8 D 12/08.AK im Einzelnen ausgeführt wird - das Vorhaben im Bereich Recklinghausen nicht ordnungsgemäß bekannt gemacht wurde, weil eine Veröffentlichung nur in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erfolgte, in der Recklinghäuser Zeitung hingegen unterblieb.

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 20.11.2012 - 8 A 252/10  
    vgl. OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719 (juris Rn. 146); VGH Bad.-Württ., Urteil vom 15. Februar 1990 10 S 2893/88 -, juris Rn. 23.
  • VG Düsseldorf, 21.07.2011 - 11 K 8105/09  

    Windenergieanlage Änderungsbescheid Windpark Lärm Schattenwurf optisch

    verneinend: OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 9. Juli 2010 - 1 MB 12/10 -, NVwZ-RR 2011, 9 f./juris Rdnr. 6; Ziekow, Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz im System des deutschen Rechtsschutzes, NVwZ 2007, 259, 265; offen gelassen: OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl 2010, 719 ff./juris.

    OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl 2010, 719 ff./juris Rdnr. 94. Ziekow, Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz im System des deutschen Rechtsschutzes, NVwZ 2007, 259, 265.

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 12.06.2012 - 8 D 38/08  

    E.ON Kraftwerk Datteln IV - Klage des BUND gegen immissionsschutzrechtlichen

    vgl. BVerwG, Urteile vom 17. Februar 1978 1 C 102.76 -, BVerwGE 55, 250, juris Rn. 56, sowie vom 19. Dezember 1985 7 C 65.82 -, BVerwGE 72, 300, juris Rn. 24; OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719, juris Rn. 148.
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 06.07.2012 - 2 D 27/11  

    Inwieweit ist Verschattung durch Baukörper zumutbar?

    zum Ganzen BVerwG, Beschluss vom 21. Dezember 2010 - 4 BN 44.10 -, juris Rn. 4, Urteil vom 23. Februar 2005 - 4 A 4.04 -, BVerwGE 123, 37 = BRS 69 Nr. 20 = juris Rn. 58, Beschluss vom 6. Dezember 1996 - 4 B 215.96 -, BRS 58 Nr. 164 = juris Rn. 9; OVG NRW, Urteile vom 1. Dezember 2011 - 2 D 96/10.NE -, juris Rn. 37, vom 15. April 2011 - 7 D 68/10.NE -, juris Rn. 72 (zu einer Verschattungssimulation und der DIN 5034 - Tageslicht -), und vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, DVBl. 2010, 719 = juris Rn. 408 ff. (wertende Gesamtbetrachtung zur Einschätzung der Verschattungswirkung), Beschluss vom 19. Januar 2009 - 10 B 1687/08 -, BRS 74 Nr. 29 = juris Rn. 21 ff.
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 05.10.2010 - 8 B 817/10  

    Erforderlichkeit einer Rechtsbehelfsbelehrung speziell für Drittbetroffene in

    vgl. näher zur Ermessensentscheidung der Behörde im Rahmen des § 10 Abs. 3 Satz 1 BImSchG (a.F.) OVG NRW, Urteil vom 9. Dezember 2009 - 8 D 12/08.AK -, S. 15 ff. des UA.
  • VG Neustadt, 23.05.2012 - 4 L 321/12  

    Immissionsschutzrecht, Verwaltungsprozessrecht

  • VG Gelsenkirchen, 07.07.2011 - 5 K 4798/09  

    Baugenehmigung, Nachbarklage, Nachbarzustimmung, Rücksichtnahme

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