Rechtsprechung
   VGH Baden-Württemberg, 31.01.2002 - 5 S 3057/99   

Straßenwerbung Scientology II

§§ 13, 16 StrG, Straßennutzung durch Sekte, Grenzen des (kommunikativen) Gemeingebrauchs bei Fußgängerzonen: diese sind nicht eine Art "Kommunikationsmedium";

§ 16 Abs. 8 Satz 1 StrG und § 8 Abs. 7a S. 1 FStrG erlauben auch ein Verbot von zukünftigen, zu erwartenden unzulässigen Sondernutzungen;

Art. 4 GG, zur Bindung von Sekten an öffentlich-rechtliche Erlaubnispflichten;

Art. 5 Abs. 1 GG steht einem Erlaubnisvorbehalt im Falle eines überraschenden Ansprechens nicht entgegen (Abgrenzung zu BVerfG, «Flugblattverteilung in Fußgängerzone»);

zum gebundenen Ermessen nach § 16 Abs. 2 Satz 1 StrG (§ 40 VwVfG);

§ 86 VwGO, Nichterweislichkeit einer Tatsache geht stets zulasten der Behörde, die durch Verbote oder Gebote in die Rechtsposition eines Rechtssubjekts eingreift (materielle Beweislast);

§ 20 LVwVG ermächtigt nicht zur Androhung von Zwangsmitteln für jeden Fall der Zuwiderhandlung gegen einen Verwaltungsakt

Volltextveröffentlichungen (5)

  • Justiz Baden-Württemberg

    Sondernutzung: Werbung eines Religionsvereins in Fußgängerzone

  • Landesrecht Baden-Württemberg

    Art 4 Abs 1 GG, Art 4 Abs 2 GG, Art 5 Abs 1 GG, Art 5 Abs 2 GG, § 3 Abs 2 Nr 4c StrG BW, § 13 Abs 1 S 1 StrG BW, § 16 Abs 1 S 1 StrG BW, § 16 Abs 2 S 1 StrG BW, § 16 Abs 7 S 1 StrG BW, § 16 Abs 8 S 1 StrG BW, § 20 VwVfG BW
    Sondernutzung: Werbung eines Religionsvereins in Fußgängerzone

  • VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst(Abodienst, kostenloser Testzugang, Einzelerwerb möglich, Leitsatz frei) (Volltext und Leitsatz)

    Fußgängerbereich; verkehrsberuhigter Bereich; Gemeingebrauch; Sondernutzung; kommunikativer Verkehr; Sondernutzungserlaubnis; Scientology; Buchverkauf; Missionierung; Werbung; Zeitschriftenverteilen; Religionsfreiheit; Meinungsfreiheit; Beweislast; Zurückverweisung; Zwangsmittel; Androhung für jeden Fall der Zuwiderhandlung

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  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Straßenbenutzung, Anbauverbot - Fußgängerbereiche, verkehrsberuhigte Bereiche, Gemeingebrauch, Sondernutzung, kommunikativer Verkehr, Sondernutzungserlaubnis, Scientology, Buchverkauf, Missionierung, Werbung, Zeitschriftenverteilen, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Beweislast, Zurückverweisung, Zwangsmittel, Androhung für jeden Fall der Zuwiderhandlung

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)

    Fußgängerbereiche, verkehrsberuhigte Bereiche, Gemeingebrauch, Sondernutzung, kommunikativer Verkehr, Sondernutzungserlaubnis, Scientology, Buchverkauf, Missionierung, Werbung, Zeitschriftenverteilen, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Beweislast, Zurückverweisung, Zwangsmittel, Androhung für jeden Fall der Zuwiderhandlung

Verfahrensgang

Zeitschriftenfundstellen

  • ESVGH 52, 184 (Ls.)
  • NVwZ-RR 2003, 238
  • VBlBW 2002, 297
  • DVBl 2002, 995 (Ls.)
  • DÖV 2003, 213



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Wird zitiert von ... (12)  

  • VGH Baden-Württemberg, 28.08.2006 - 5 S 2497/05  

    Abgeschleppter und in Verwahrung genommener PKW; Aufwendungsersatz;

    Zuständig war die Beklagte auch für den Erlass des ebenfalls auf § 16 Abs. 8 StrG gestützten Widerspruchsbescheids (vgl. § 48 Abs. 2 Satz 1 StrG, § 73 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 VwGO und § 8 Abs. 1 AGVwGO; vgl. auch Senatsurt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 - VBlBW 2002, 297).

    Denn die Ausführung dieser straßenrechtlichen Befugnisse ist - ungeachtet des materiell polizeirechtlichen Gehalts der Vorschrift - keine staatliche, sondern eine kommunale Aufgabe (vgl. Senatsurt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 - a.a.O.).

    Die Beklagte hat die Abschleppmaßnahme nicht etwa auch auf Vorschriften des Polizeigesetzes (vgl. §§ 1, 3, 8, 32, 33 PolG) gestützt, sondern allein auf § 16 Abs. 8 StrG (zur Maßgeblichkeit der Begründung der Entscheidung insoweit für Fälle, in denen ein Einschreiten sowohl auf der Grundlage von Straßenrecht als auch auf der Grundlage von Polizeirecht möglich ist, vgl. Senatsurt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 - a.a.O.).

  • VGH Baden-Württemberg, 12.12.2003 - 1 S 1972/00  

    Scientology-Untergliederung - kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

    Wie dargelegt, erfüllt der Kläger eigenständig Aufgaben, indem er in seinem Einzugsbereich Mitglieder wirbt (zu den diesbezüglichen Aktivitäten vgl. auch die Feststellungen des 5. Senats des erkennenden Gerichtshofs in seinem Urteil vom 31.1.2002 - 5 S 3057/99 -, VBlBW 2002, 297 ff.) und seinen Mitgliedern durch Auditing, Seminare und Kurse die Lehre von Scientology nahe bringt.
  • VGH Baden-Württemberg, 05.12.2002 - 5 S 2625/01  

    Verkehrsrechtliche Anordnung - Radwegebenutzungspflicht für Liegerad

    Dies ist jedoch nicht der Fall und wäre im Übrigen auch unzulässig (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 - VBlBW 2002, 297 im Anschluss an BVerwG, Urt. v. 26.06.1997 - 1 A 10.95 - Buchholz 452.00 § 93 VAG Nr. 1 = NVwZ 1998, 393).
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  • VG Aachen, 17.06.2008 - 6 L 252/08  

    Verbot des Abstellens von Altpapiertonnen im öffentlichen Straßenraum

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 21. Oktober 1996 - 23 B 2966/95 -, juris Rn. 23; VGH B.-W., Urteil vom 31. Januar 2002 - 5 S 3057/99 -, NVwZ-RR 2003, 238 = juris; Sauthoff, Straße und Anlieger, 2003, Rn. 747; anderer Ansicht wohl BayVGH, Beschluss vom 15. Mai 2006 - 8 B 03.3360 -, UPR 2006, 317 = juris Rn. 15 ff. zu der allerdings etwas anders als § 22 Satz 1 StrWG NRW formulierten Eingriffsgrundlage des § 18 a Abs. 1 Satz 1 BayStrWG, was zur Anwendung der ordnungsbehördlichen Generalklausel führte.
  • VGH Baden-Württemberg, 26.01.2006 - 5 S 2599/05  

    Sondernutzungserlaubnis bei Gemeingebrauchsbeeinträchtigung durch nicht im

    Diese Vorschrift ermächtigt die Straßenbaubehörde auch zur Untersagung einer unerlaubten Sondernutzung, wenn diese bereits stattgefunden hat und eine Wiederholung zu besorgen ist (vgl. Senats-urt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 - NVwZ-RR 2003, 238 = VBlBW 2002, 297).
  • VGH Bayern, 22.06.2010 - 8 BV 10.182  

    Straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis; Auflage; Spendensammelverbot

    Denn diese Straßen und Plätze sind nicht nur zur reinen Fortbewegung von Menschen und Sachen bestimmt, sondern dienen traditionell auch dem Austausch von Meinungen in Wort und Schrift (vgl. VGH Bad.-Württ. vom 31.1.2002 VBlBW 2002, 297/299; Wiget in Zeitler, BayStrWG, Art. 14 RdNr. 39).
  • OVG Niedersachsen, 28.10.2010 - 13 ME 86/10  

    Androhung eines Zwangsgeldes "für jeden Fall der Zuwiderhandlung"

    Diese Auffassung wurde in der Rechtsprechung der Obergerichte verschiedener Bundesländer aufgegriffen und demgemäß einerseits die Androhung und Festsetzung von Zwangsmitteln "für jeden Fall der Zuwiderhandlung" als unzulässig betrachtet, wenn im Verwaltungsvollstreckungsrecht des Landes eine ausdrückliche Regelung dazu fehlt (vgl. etwa VGH Mannheim, Urt. v. 31.01.2002 - 5 S 3057/99 -, juris Rdnr. 65); anderseits wurde dies bei Vorhandensein einer expliziten Regelung für zulässig erachtet (vgl. etwa OVG Münster, Beschl. v. 13.01.2010 - 4 B 1749/08 -, juris Rdnrn. 50 ff.).
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 18.04.2005 - 11 A 2420/04  
    vgl. VGH BW, Urteil vom 31. Januar 2002 - 5 S 3057/99 -, NVwZ-RR 2003, 238 (244); ablehnend auch Sauthoff, Straße und Anlieger, 2003, Rdnrn. 657 ff., u.a. unter Hinweis auf die Wettbewerbsneutralität des Straßenrechts.
  • VG Gelsenkirchen, 18.02.2004 - 14 L 359/04  
    So zu der baden-württembergischen Regelung: VGH Mannheim, Beschluss vom 14. Oktober 1996 - 5 S 1775/96 - a.a.O. mit der Folge, dass auch die Berücksichtigung jeglichen sachgerechten Gemeinwohlgrundes nicht in die Ermessensausübung nach dieser Vorschrift einbezogen werden darf; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 31. Januar 2002 - 5 S 3057/99 - NVwZ-RR 2003, 238, VBlBW 2002, 297, zitiert nach JURIS zur Problematik der zuständigen Widerspruchsbehörde bei ordnungsrechtlichen Erwägungen durch die Straßenbaubehörde; VGH Kassel, Urteil vom 21. September 1993 - 2 UE 3583/90 - NVwZ 1994, 189 (190); Sauthoff, Die Entwicklung des Straßenrechts seit 1993, NVwZ 1998, 239 (247 ff); Drews/Wacke/Vogel/Martens, Gefahrenabwehr, 9. Auflage, § 24 4. d), S. 382; Schmidt, Der Ermessensrahmen bei der Versagung einer straßenrechtlichen Sondernutzungserlaubnis, NVwZ 1985, 167 (169); vgl. zudem § 18 Abs. 7 StrWG NRW, wonach die Sondernutzungserlaubnis nicht nach öffentlichem Recht sonst noch erforderliche Genehmigungen, Erlaubnisse oder Bewilligungen ersetzt, so dass der Schutz in diesen Verfahren zu berücksichtigender Interessen der dafür zuständigen - regelmäßig sachnäheren - Behörde überlassen bleiben muss, OVG NRW, Urt. vom 21. Juli 1994 - 23 A 2163/93 -.
  • VGH Bayern, 22.06.2010 - 8 B 10.970  

    Fortsetzungsfeststellungsantrag; Wiederholungsgefahr; Sondernutzungserlaubnis;

    Denn diese Straßen und Plätze sind nicht nur zur reinen Fortbewegung von Menschen und Sachen bestimmt, sondern dienen traditionell auch dem Austausch von Meinungen in Wort und Schrift (vgl. VGH Bad.-Württ. vom 31.1.2002 VBlBW 2002, 297/299; Wiget in Zeitler, BayStrWG, RdNr. 39 zu Art. 14).
  • VG Augsburg, 09.12.2009 - Au 6 K 09.1374  

    Sondernutzungserlaubnis; Informationsstand; keine Heilung der unterbliebenen

  • VG Augsburg, 09.12.2009 - Au 6 K 09.1058  

    Sondernutzungserlaubnis; keine Heilung der unterbliebenen Anhörung bei Erledigung

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