Rechtsprechung
   BVerfG, 17.11.2009 - 1 BvR 2717/08   

Volltextveröffentlichungen (11)

  • HRR Strafrecht

    Art. 103 Abs. 2 GG; § 71 Abs. 1 OWiG; § 4 BerlLImSchG; § 15 Abs. 1 Nr. 4 BerlLImSchG.
    Bestimmtheitsgebot bei Straf- und Bußgeldtatbeständen (Analogieverbot; unbestimmte Rechtsbegriffe; Verweis auf verwaltungsrechtliche Vorschriften); Berliner Landes-Immissionsschutz-Gesetz (Klavierspiel; Sonn- und Feiertage; Lärm; "erhebliche Störung der Ruhe").

  • lexetius.com
  • openjur.de

    Artt. 2 Abs. 1, 6 Abs. 2 Satz 1, 103 Abs. 2 GG; §§ 15 Abs. 1 Nr. 4, 4 LImSchGBln

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  • Bundesverfassungsgericht
  • IWW
  • NWB SteuerXpert START

    GG Art. 2 Abs. 1, Art. 6 Abs. 2 Satz 1, Art. 103 Abs. 2

  • kohlhammer.de
  • streifler.de (Kurzinformation und Volltext)

    Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Klavierspiels erfolgreich

  • streifler.de (Kurzinformation und Volltext)

    Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Klavierspiels erfolgreich

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Verfassungsbeschwerde gegen einen Bußgeldbescheid und die gerichtlichen Entscheidungen sowie mittelbar gegen die § 4, § 15 Abs. 1 Nr. 4 Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin (LImSchG Bln); Musizieren in der eigenen Wohnung an Sonntagen und Feiertagen als "erhebliche Ruhestörung" i.S.v. § 4 Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin (LImSchG Bln); Verletzung des Bestimmtheitsgrundsatzes durch ein Amtsgericht aufgrund einer Fehlinterpretation des Tatbestandsmerkmals der "erheblichen Ruhestörung"

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)

Kurzfassungen/Presse (7)

  • Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)

    Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Klavierspiels am Sonntag erfolgreich

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Klavierspiel am Sonntag

  • wkdis.de (Pressemitteilung)

    Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Klavierspiels am Sonntag erfolgreich

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  • ratgeberrecht.eu (Kurzinformation)

    Störendes Klavierspiel am Sonntag

  • beck-blog (Kurzinformation)

    Präludien von Bach als Lärm

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Klavierspiel am Sonntag: Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Ruhestörung erfolgreich

  • lto.de (Kurzinformation)

    Urteil wegen ruhestörenden Lärms muss unbestimmte Rechtsbegriffe der zugrunde liegenden Vorschrift aufgreifen und durch Definition bestimmen

Besprechungen u.ä.

  • juraexamen.info (Fallbesprechung - aus Ausbildungssicht)

    Verfassungsbeschwerde gegen Bußgeld wegen Klavierspiels am Sonntag erfolgreich

Sonstiges (2)

  • bundesrat (Verfahrensmitteilung)
  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Neues vom BVerfG zu Musikern als Emittenten?" von Dr. Dominik Skauradszun, original erschienen in: ZMR 2010, 657 - 663.

Verfahrensgang

  • AG Berlin-Tiergarten, 04.06.2008 - (331 OWi) 3091 PLs 918/08
  • KG, 12.09.2008 - 2 Ss 228/08 1 Ws (B) 315/08
  • BVerfG, 17.11.2009 - 1 BvR 2717/08

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 2010, 754
  • NZM 2010, 154
  • DÖV 2010, 277



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Wird zitiert von ... (13)  

  • OLG Oldenburg, 09.07.2010 - 2 SsRs 220/09  

    Bestimmtheitsgebot: Bußgeldtatbestand des Verstoßes gegen die Pflicht zur

    Dies gilt nicht nur für Straf-, sondern auch für Bußgeldtatbestände (vgl. BVerfG, NJW 2010, 754; NJW 1986, 1671), so dass auch der Bußgeldtatbestand der §§ 24 StVG, 2 Abs. 3 a S. 1, 2, 49 Abs. 1 Ziff. 2 StVO am Maßstab des Art. 103 Abs. 2 GG zu messen ist.

    Auch wenn es in Grenzfällen zweifelhaft ist, ob ein Verhalten noch unter den gesetzlichen Tatbestand fällt oder nicht, so muss der Normadressat aber jedenfalls im Normalfall anhand der gesetzlichen Regelung voraussehen können, ob ein Verhalten ordnungswidrig ist (BVerfG, NJW 2010, 754; NJW 1986, 1671, 1672).

    Unter diesem Aspekt ist für die Bestimmtheit einer Strafvorschrift in erster Linie der für den Adressaten erkennbare und verstehbare Wortlaut des gesetzlichen Tatbestandes maßgeblich (BVerfG, NJW 2010, 754; BVerfG, NJW 1986, 1671, 1672).

    Nur in der dadurch gesetzten Grenze der Auslegung können daneben auch systematische, historische und teleologische Auslegung herangezogen werden (BVerfG, NJW 2010, 754; NJW 1978, 101; NJW 1978, 1423, BVerfG, Beschluss vom 29.04.10 2 BvR 871/04 und 2 BvR 414/08, Rz. 55, - juris -).

  • BVerfG, 15.09.2011 - 1 BvR 519/10  

    Bestimmtheit des Begriffes "übrige Flächen" in einer immissionsschutzrechtlichen

    Insoweit enthält Art. 103 Abs. 2 GG einen strengen Gesetzesvorbehalt, der es der vollziehenden und der rechtsprechenden Gewalt verwehrt, die normativen Voraussetzungen einer Bestrafung oder einer Verhängung von Geldbußen festzulegen (vgl. BVerfGE 78, 374 [382]; 126, 170 [194]; BVerfGK 11, 337 [349]; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 -, NJW 2010, S. 754 [755]).

    In Grenzfällen ist auf diese Weise wenigstens das Risiko einer Ahndung erkennbar (vgl. BVerfGE 71, 108 [114 f.]; 78, 374 [381 f.]; 92, 1 [12]; 126, 170 [195]; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 -, NJW 2010, S. 754 [755] - stRspr).

    Dabei kommt im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht der grammatikalischen Auslegung eine herausgehobene Bedeutung zu; hier zieht der - aus Sicht des Normadressaten zu bestimmende - Wortsinn einer Vorschrift die unübersteigbare Grenze (vgl. BVerfGE 71, 108 [114 ff.]; 73, 206 [234 ff.]; 92, 1 [11 ff.]; 105, 135 [157]; 126, 170 [197]; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 -, NJW 2010, S. 754 [755]).

  • BVerwG, 17.12.2009 - 7 C 4.09  

    Tierschutz; Tierzucht; Qual; Qualzucht; Zuchtverbot; Tierrassen; Haubenenten;

    Deshalb müssen sowohl die Bußgeldvorschrift (§ 18 Abs. 1 Nr. 22 TierSchG) als auch die materielle verwaltungsrechtliche Norm (§ 11b Abs. 1 und 2 TierSchG) in ihrer Gesamtheit hinsichtlich der Auslegung und Anwendung im Einzelfall den verschärften verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsanforderungen des Art. 103 Abs. 2 GG genügen (stRspr des Bundesverfassungsgerichts, vgl. Beschluss vom 23. Oktober 1985 - 1 BvR 1053/82 - BVerfGE 71, 108 ; Urteil vom 11. November 1986 - 1 BvR 713/83 u.a. - BVerfGE 73, 206 ; Beschlüsse vom 6. Mai 1987 - 2 BvL 11/85 - BVerfGE 75, 329 ; vom 22. Juni 1988 - 2 BvR 234/87, 1154/86 - BVerfGE 78, 374 ; vom 10. Januar 1995 - 1 BvR 718/89 u.a. - BVerfGE 92, 1 und zuletzt vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 -).

    Auch wenn in Grenzfällen die strafrechtliche Irrtumsregelung angemessene Lösungen ermöglicht (vgl. Beschluss vom 6. Mai 1987 a.a.O. ), ist schon bei der Auslegung der verwaltungsrechtlichen Vorschrift darauf zu achten, dass die Verbotsvorschrift in ihrer Tragweite für den Adressaten vorhersehbar ist (vgl. u.a. Beschluss vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 - juris).

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  • BVerwG, 15.04.2010 - 7 C 9.09  

    Elektro- und Elektronikgeräte; Hersteller; Vertreiber; Produktverantwortung;

    In solchen Fällen müssen die Sanktionsnorm und die verwaltungsrechtliche Vorschrift in ihrer Gesamtheit sowie ihrer Auslegung und Anwendung im Einzelfall den (erhöhten) verfassungsrechtlichen Anforderungen des besonderen Bestimmtheitsgebots nach Art. 103 Abs. 2 GG genügen (BVerfG, Kammerbeschluss vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 - juris).

    Dabei kommt im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht der grammatikalischen Auslegung eine herausgehobene Bedeutung zu; hier zieht der Wortsinn einer Vorschrift die unübersteigbare Grenze (BVerfG, Kammerbeschluss vom 17. November 2009 a.a.O.).

  • OVG Sachsen-Anhalt, 17.03.2010 - 3 K 319/09  

    Alkoholverbotsverordnung der Landeshauptstadt Magdeburg unwirksam

    Insoweit enthält Art. 103 Abs. 2 GG einen strengen Gesetzesvorbehalt, der es der vollziehenden und der rechtsprechenden Gewalt verwehrt, die normativen Voraussetzungen einer Bestrafung oder einer Verhängung von Geldbußen festzulegen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 17.11.2009 - 1 BvR 2717/08 -, NJW 2010, 754 ; Beschl. v. 22.06.1988 - 2 BvR 234/87 - BVerfGE 78, 374 ).

    Auf die höchst unterschiedlich ausgeprägte persönliche Empfindsamkeit von Dritten bzw. die subjektive Einschätzung der Vollzugsbeamten kann jedenfalls nicht abgestellt werden (vgl. hierzu zur Einordnung von Klavierspiel als ruhestörendem Lärm: BVerfG, Beschl. v. 17.11.2009, a.a.O.).

  • VerfGH Bayern, 23.01.2012 - 18-VII-09  

    Kein allgemeines Verbot für Werbeanlagen!

    Insbesondere kommt eine analoge Anwendung im Hinblick auf das auch für Ordnungswidrigkeiten geltende Grundrecht des Art. 104 Abs. 1 BV nicht in Betracht; danach kann eine Handlung nur dann mit Strafe belegt werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Handlung begangen wurde (VerfGH vom 22.11.1990 = VerfGH 43, 165/167; VerfGH vom 9.12.2010 = BayVBl 2011, 562/563; BVerfG vom 17.11.2009 = NJW 2010, 754/755; BVerfG vom 15.9.2011 Az. 1 BvR 519/10; Wolff in Lindner/Möstl/Wolff, Verfassung des Freistaates Bayern, 2009, RdNr. 16 zu Art. 104).
  • VGH Bayern, 23.03.2011 - 7 BV 09.2517  

    Kein Beurteilungsspielraum der KJM

    Art. 103 Abs. 2 GG gilt allerdings nicht nur für Straf-, sondern auch für Bußgeldtatbestände (BVerfG vom 29.11.1989 BVerfGE 81, 132/135, vom 1.12.1992 BVerfGE 87, 399/411 und vom 17.11.2009 NJW 2010, 754; BVerwG vom 17.12.2009 NVwZ-RR 2010, 309 und vom 15.4.2010 Az. 7 C 9.09 RdNr. 34) und enthält ein besonderes Bestimmtheitsgebot.

    Es ist dann Sache des Gesetzgebers zu entscheiden, ob er die Strafbarkeitslücke bestehen lassen oder durch eine neue Regelung schließen will (BVerfG vom 17.11.2009 a.a.O. S. 755).

  • VerfGH Bayern, 16.12.2010 - 6-VII-10  

    Popularklage gegen Art. 13 e BayNatSchG

    Dieser verlangt, dass der Gesetzgeber selbst eindeutig die Voraussetzungen einer Bestrafung oder der Auferlegung einer Geldbuße festlegt und das nicht der Verwaltung oder der Rechtsprechung überlässt (VerfGH vom 22.11.1990 = VerfGH 43, 165/167; VerfGH vom 30.4.1991 = VerfGH 44, 41/55; VerfGH vom 12.10.1994 = VerfGH 47, 207/237; vgl. zum inhaltsgleichen Art. 103 Abs. 2 GG BVerfG vom 17.11.2009 = NJW 2010, 754).
  • BVerwG, 24.05.2011 - 7 C 6.10  

    Informationszugang; Wertpapieraufsicht; BaFin; Geheimhaltungspflicht;

    Bezüglich des in Art. 103 Abs. 2 GG enthaltenen besonderen Bestimmtheitsgebots bleibt festzuhalten, dass dieses nur im entsprechenden Regelungszusammenhang zu beachten ist, d.h. nur insoweit, als die Zulässigkeit der Verhängung einer straf- bzw. ordnungswidrigkeitenrechtlichen Sanktion in Rede steht (vgl. etwa BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 19. Juni 2007 - 1 BvR 1290/05 - NVwZ 2007, 1172 = , vom 28. April 2009 - 1 BvR 224/07 - NVwZ 2009, 905 = und vom 17. November 2009 - 1 BvR 2717/08 - NJW 2010, 754 = , sowie Tautges, BB 2010, 1291 m.w.N.).
  • OLG Stuttgart, 14.06.2011 - 4 Ss 137/11  

    Verstoß gegen das Waffengesetz: Mitführen eines Einhandmessers in einem Pkw durch

    Maßgebend für die Auslegung einer Gesetzesbestimmung ist der in der Norm zum Ausdruck gekommene objektivierte Wille des Gesetzgebers, so wie er sich aus dem Wortlaut der Vorschrift und dem Sinnzusammenhang ergibt, in dem sie steht (ständige Rspr. des BVerfG, z.B. NJW 2010, 754 ff m.w.N.).
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 12.01.2011 - 11 A 1466/08  

    Vereinbarkeit des Genehmigungserfordernisses für eine Veräußerung von

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 04.05.2011 - 11 A 2202/09  

    Werbeanlage: Ist "quer" gleich "längs"?

  • LG Berlin, 15.03.2011 - 65 S 59/10  
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