Weitere Entscheidungen unten: BVerfG, 10.10.2007 | BVerfG, 30.04.2008 | BVerfG, 27.07.2007

Rechtsprechung
   BVerfG, 27.02.2008 - 1 BvR 370/07 und 1 BvR 595/07   

Volltextveröffentlichungen (15)

  • HRR Strafrecht

    Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG; Art. 10 Abs. 1 GG; Art. 13 GG, Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG; § 5 Abs. 2 Nr. 11 VerfSchG-NRW
    Heimliche Infiltration informationstechnischer Systeme (Zulässigkeit als präventive Maßnahme; "Online-Durchsuchung"; Richtervorbehalt; Kernbereich privater Lebensgestaltung); allgemeines Persönlichkeitsrecht (Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme); Unverletzlichkeit der Wohnung (beschränkte Anwendbarkeit); Kommunikation im Rechnernetz (Anwendbarkeit des Fernmeldegeheimnisses; Sprachtelefonie); staatliche Teilnahme an öffentlicher Kommunikation (kein Grundrechtseingriff); Gesetz über den Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen

  • lexetius.com
  • DFR

    Grundrecht auf Computerschutz

  • MIR - Medien Internet und Recht

    Online-Durchsuchung - Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst auch das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.

  • openjur.de
  • Bundesverfassungsgericht
  • webshoprecht.de

    Bonitätsprüfung - Datenbankschutz - Datenschutz - Datenvernichtung - IP-Adresse

  • strafrecht-online.de

    Art. 1 Abs. 1 GG; Art. 2 Abs. 1 GG; Art. 10 Abs. 1 GG; Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG; § 5 Abs. 2 Nr. 11 VSG NRW; § 5 Abs. 3 VSG NRW; § 5a Abs. 1 VSG NRW; § 7 Abs. 1 VSG NRW; § 13 VSG NRW
    Verfassungsmäßigkeit der Regelungen zur Internetaufklärung bzw. Online-Durchsuchung im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz (VSG NRW) - Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme als Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Computergrundrecht) - Verfassungsmäßige Anforderungen an eine Rechtsgrundlage für die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems - Abgrenzung zwischen den Schutzbereichen des Grundrechts der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme und dem Schutzbereich des Fernmeldegeheimnisses - Verfassungsmäßige Anforderungen an die Ermächtigung von Nachrichtendiensten zur Internetaufklärung

  • JurPC

    GG Art. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1, 10 Abs. 1
    Online-Durchsuchung

  • aufrecht.de

    Zulässigkeit von Online-Durchsuchungen

  • kanzlei.biz

    Mein Computer gehört (meistens) mir - Urteil des BVerfG zur Onlinedurchsuchung

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation und Volltext)

    Online-Durchsuchungen nur in engen Ausnahmefällen zulässig - Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Verfassungsmäßigkeit der Vorschriften über die Online-Durchsuchung durch den Verfassungsschutz in NRW

  • Jurion(kostenlose Anmeldung erforderlich)

    Verfassungsmäßigkeit der Regelungen zur Internetaufklärung bzw. Online-Durchsuchung im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz (VSG NRW) - Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme als Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Computergrundrecht) - Verfassungsmäßige Anforderungen an eine Rechtsgrundlage für die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems - Abgrenzung zwischen den Schutzbereichen des Grundrechts der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme und dem Schutzbereich des Fernmeldegeheimnisses - Verfassungsmäßige Anforderungen an die Ermächtigung von Nachrichtendiensten zur Internetaufklärung

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (18)

  • Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)

    Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz NRW zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet nichtig

  • wbs-law.de (Kurzinformation)

    Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz NRW zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet nichtig

  • mitfugundrecht.de (Kurzinformation)

    Bundesverfassungsgericht führt neues Grundrecht ein und erklärt Online-Durchsuchung in NRW für verfassungswidrig

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Online-Durchsuchung vom Verfassungsschutz NRW

  • wkdis.de (Pressemitteilung)

    Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz NRW zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet nichtig

  • urheberrecht.org (Kurzinformation)

    »Neues« Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme

  • beck-blog (Kurzinformation)

    Online-Durchsuchung

  • IRIS Merlin (Kurzinformation)

    Online-Durchsuchung und Überwachung des Internets unzulässig

  • aerzteblatt.de (Kurzinformation)

    Neues Grundrecht im Zeitalter des Internets

  • aerzteblatt.de (Kurzinformation)

    Neues Grundrecht im Zeitalter des Internets

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Online-Durchsuchung: Nordrhein-westfälische Vorschriften nichtig

  • e-recht24.de (Kurzinformation)

    Online-Durchsuchung in engen Grenzen erlaubt

  • it-rechtsinfo.de (Kurzinformation)

    BVerfG beschränkt Online-Durchsuchung

  • kpw-law.de (Kurzinformation)

    Bundesverfassungsgericht schafft neues IT-Grundrecht

  • soldan.de (Pressemitteilung)

    Verfassungsbeschwerden gegen die "Online-Durchsuchung" im Verfassungsschutzgesetz NRW verhandelt

  • luther-lawfirm.com , S. 6 (Kurzinformation)

    Bundesverfassungsgericht schafft neues IT-Grundrecht

  • res-media.net (Kurzinformation)

    Heimliche Online-Durchsuchungen unter strengen Auflagen erlaubt

  • anwalt-kiel.com (Pressemitteilung)

    Vorschriften zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet im Verfassungsschutzgesetz NRW nichtig

Besprechungen u.ä. (14)

  • zjs-online.com (Entscheidungsbesprechung)

    Art. 2 GG; Art. 1 GG; Art. 10 GG; § 5 Abs. 2 Nr. 11 VSG
    Allgemeines Persönlichkeitsrecht (Prof. Dr. Mark Deiters / Wiss. Mitarbeiterin Anna Helena Albrecht, Münster; ZJS 2008, 319)

  • Telemedicus (Entscheidungsbesprechung)

    Das IT-Grundrecht im Detail

  • beck-blog (Kurzanmerkung)

    Nachrichtendienste dürfen Daten aus elektronischer Überwachung nicht verwenden

  • mohr.de (Entscheidungsbesprechung)

    Auf dem Weg zur elektronischen Privatsphäre (Dr. Thomas Böckenförde; JZ 2008, 925)

  • uni-kassel.de (Entscheidungsbesprechung)

    Das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme und sein Einfluss auf das Privatrecht (Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Christoph Schnabel; NJW 2008, 3534)

  • uni-muenster.de (Entscheidungsbesprechung)

    Die Online-Durchsuchung im Lichte der Rechtsprechung (Marc Schramm, Kathrin Jansen)

  • beck.de , S. 13 (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Rechtlicher Schutz vor Staatstrojanern? Verfassungsrechtliche Analyse einer Regierungs-Malware (Hendrik Skistims, Prof. Dr. Alexander Roßnagel; ZD 1/2012, S. 3-7)

  • mikap.de , S. 2 (Kurzanmerkung)

    Strenge Grenzen für Onlinedurchsuchungen

  • RA ONLINE , S. 172 (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)

    Verfassungswidrigkeit der Online-Durchsuchung

  • staatsrecht.info (Entscheidungsbesprechung)

    Bundesverfassungsgericht kippt Online-Durchsuchung

  • unibe.ch (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Das Grundrecht auf Computerschutz (Prof. Dr. Axel Tschentscher; AJP 4/2008, S. 383 - 393)

  • dfn.de , S. 2 (Entscheidungsbesprechung)

    Gesetz zu Online-Durchsuchungen ist verfassungswidrig

  • gwp-pb.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Informationelle Selbstbestimmung // Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und automatische Erfassung von Kfz-Kennzeichen (Heiner Adamski)

  • linksnet.de (Entscheidungsbesprechung)

    Radikal wie Karlsruhe - Das Bundesverfassungsgericht und der Konformismus der deutschen Bürgerrechtsbewegung

Sonstiges (21)

  • HRR Strafrecht (Dokument mit Bezug zur Entscheidung)

    Verfahrensdokumentation (Beschwerdeschriften, Stellungnahmen)

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 27.02.2008, Az.: 1 BvR 370/07 (Verfassungsrechtliche Anforderungen an Gesetze zur heimlichen Online-Durchsuchung)" von RA Christian Lorenz, original erschienen in: StRR 2008, 143.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Arbeitnehmer-E-Mails: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist schlecht. Auswirkungen der neuesten Rechtsprechung des BVerfG auf das Arbeitsverhältnis" von Wiss. Mit. René Hoppe und Dr. Frank Braun, original erschienen in: MMR 2010, 80 - 84.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Bundestag: Online-Durchsuchung nach BVerfG-Urteil?" von Jörn Heckmann, original erschienen in: CR 2008 Heft 4.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Bundesverfassungsgericht versus Politik. Eine kommentierende Dokumentation der jüngsten Entscheidungen zu drei Sicherheitsgesetzen" von Rainer Erd, original erschienen in: Kritische Justiz 2008, 118 - 133.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Das Ende des gläsernen IT-Users" von Sigrid Averesch, original erschienen in: DRiZ 2008, 115.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Datenschutz zwischen Transparenz und Einwilligung" von RA Niko Härting, original erschienen in: CR 2011, 169 - 175.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Die "Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme" als sonstiges Recht nach § 823 Abs. 1 BGB" von RA Prof. Dr. Michael Bartsch, original erschienen in: CR 2008, 613 - 617.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Ein neues Grundrecht - Der verfassungsrechtliche Schutz der "Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme"" von Dr. Gerrit Hornung, LL.M., original erschienen in: CR 2008, 299 - 306.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Enge Fesseln für "Landes- und Bundestrojaner" - Anforderungen an die Zulässigkeit einer (sicherheitsrechtlichen) Online-Durchsuchung" von Prof. Dr. Hans-Kudlich, original erschienen in: JA 2008, 478.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Staatlicher Zugriff auf elektronische Medien" von Oberstaatsanwalt beim BGH Dr. Andreas Hornick, original erschienen in: StraFO 2008, 281 - 286.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Von der informationellen Selbstbestimmung zum Mediengeheimnis - Zur Dynamik der Grundrechtsordnung" von Prof. Dr. Michael Ronellenfitsch, original erschienen in: RDV 2008, 55 - 59.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BVerfG v. 27.02.2008, Az.: 1 BvR 370/07 und 1 BvR 595/07 (BVerfG: Verfassungsmäßigkeit der Online-Durchsuchung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen in Datennetzen)" von RiOLG Dr. Wolfgang Bär, original erschienen in: MMR 2008, 325 - 327.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 27.02.2008, Az.: 1 BvR 370/07 und 1 BvR 595/07 (Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz NRW zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet nichtig)" von Prof. Dr. Uwe Volkmann, original erschienen in: DVBl 2008, 590 - 593.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Auf dem Weg zur elektronischen Privatsphäre" von RA Dr. Thomas Böckenförde, original erschienen in: JZ 2008, 925 - 939.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Die Entwicklung des Datenschutzrechts in den Jahren 2007/2008" von Prof. Peter Gola und RA Christoph Klug, original erschienen in: NJW 2008, 2481 - 2487.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Informationelle Selbstbestimmung im Internet" von Prof. Dr. Martin Eifert, original erschienen in: NVwZ 2008, 521 - 523.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Mehr Schutz von Computerdaten durch ein neues Grundrecht?" von Prof. Dr. Martin Kutscha, original erschienen in: NJW 2008, 1042 - 1044.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Mehr Schutz von Computerdaten durch ein neues Grundrecht?" von Prof. Dr. Martin Kutscha, original erschienen in: NJW Beilage 2008, 1042 - 1044.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme - Einige Fragen zu einem "neuen Grundrecht"" von Prof.in Dr. Gabriele Britz, original erschienen in: DÖV 2008, 411 - 415.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Der "virtuelle verdeckte Ermittler" in sozialen Netzwerken und Internetboards" von OStA Carsten Rosengarten und StA Dr. Sebastian Römer, original erschienen in: NJW 2012, 1764 - 1767.

Verfahrensgang

Zeitschriftenfundstellen

  • BVerfGE 120, 274
  • NJW 2008, 822
  • StV 2008, 169 (Ls.)
  • WM 2008, 503
  • MMR 2008, 315
  • MIR 2008, Dok. 093
  • DVBl 2008, 582
  • K&R 2008, 241
  • DÖV 2008, 459
  • ZUM 2008, 301



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Wird zitiert von ... (96)  

  • BVerfG, 02.03.2010 - 1 BvR 256/08  

    Verfassungsmäßigkeit der Vorratsdatenspeicherung

    Da Art. 10 Abs. 1 GG auch die Vertraulichkeit der Umstände von Telekommunikationsvorgängen schützt (vgl. BVerfGE 67, 157 ; 85, 386 ; 120, 274 ; stRspr), ist eine solche Verletzung durch die angegriffenen Vorschriften möglich.

    Art. 10 Abs. 1 GG gewährleistet das Telekommunikationsgeheimnis, welches die unkörperliche Übermittlung von Informationen an individuelle Empfänger mit Hilfe des Telekommunikationsverkehrs (vgl. BVerfGE 106, 28 ; 120, 274 ) vor einer Kenntnisnahme durch die öffentliche Gewalt schützt (vgl. BVerfGE 100, 313 ; 106, 28 ).

    Geschützt ist vielmehr auch die Vertraulichkeit der näheren Umstände des Kommunikationsvorgangs, zu denen insbesondere gehört, ob, wann und wie oft zwischen welchen Personen oder Telekommunikationseinrichtungen Telekommunikationsverkehr stattgefunden hat oder versucht worden ist (vgl. BVerfGE 67, 157 ; 85, 386 ; 100, 313 ; 107, 299 ; 115, 166 ; 120, 274 ).

    Insbesondere gilt dies auch für die Speicherung der Daten zu Diensten der elektronischen Post gemäß § 113a Abs. 3 TKG, deren Vertraulichkeit gleichfalls durch Art. 10 Abs. 1 GG geschützt wird (vgl. BVerfGE 113, 348 ; 120, 274 ).

    Materiell verfassungsgemäß sind die Eingriffe in das Telekommunikationsgeheimnis, wenn sie legitimen Gemeinwohlzwecken dienen und im Übrigen dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügen (vgl. BVerfGE 100, 313 ), das heißt zur Erreichung der Zwecke geeignet, erforderlich und angemessen sind (vgl. BVerfGE 109, 279 ; 115, 320 ; 118, 168 ; 120, 274 ; stRspr).

    Die diesbezüglichen Ausführungen des Senats zu den Anforderungen an Online-Durchsuchungen gelten hier entsprechend (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Dass Polizei- und Verfassungsschutzbehörden unterschiedliche Aufgaben und Befugnisse haben und in der Folge Maßnahmen mit unterschiedlicher Eingriffstiefe vornehmen können, ist für die Gewichtung einer Verwendung von vorsorglich flächendeckend und langfristig gespeicherten Telekommunikationsverkehrsdaten grundsätzlich ohne Belang (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Zwar können Differenzierungen zwischen den Ermächtigungen der verschiedenen Behörden mit präventiven Aufgaben vor der Verfassung Bestand haben (vgl. BVerfGE 100, 313 ; 120, 274 ).

    Jedoch ist der Gesetzgeber auch bei der Regelung der einzelnen Befugnisse von Sicherheitsbehörden, deren Aufgabe in der Vorfeldaufklärung besteht, an die verfassungsrechtlichen Vorgaben gebunden, die sich aus dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ergeben (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Dies liegt jedoch in der Art ihrer Aufgaben als Vorfeldaufklärung und begründet keinen verfassungsrechtlich hinnehmbaren Anlass, die sich aus dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ergebenden Voraussetzungen für einen Eingriff der hier vorliegenden Art abzumildern (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Dies gilt insbesondere, wenn der Grundrechtseingriff heimlich erfolgt und für den Betroffenen unmittelbar nicht wahrnehmbar ist (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Richter können aufgrund ihrer persönlichen und sachlichen Unabhängigkeit und ihrer ausschließlichen Bindung an das Gesetz die Rechte des Betroffenen im Einzelfall am besten und sichersten wahren (vgl. BVerfGE 77, 1 ; 103, 142 ; 120, 274 ).

  • BVerfG, 16.06.2009 - 2 BvR 902/06  

    Beschlagnahme von E-Mails

    Das Fernmeldegeheimnis schützt die unkörperliche Übermittlung von Informationen an individuelle Empfänger mit Hilfe des Telekommunikationsverkehrs (vgl. BVerfGE 115, 166, 182; 120, 274, 306 f.).

    Die Reichweite des Grundrechts erstreckt sich ungeachtet der Übermittlungsart und Ausdrucksform auf sämtliche Übermittlungen von Informationen mit Hilfe verfügbarer Telekommunikationstechniken (vgl. BVerfGE 106, 28 36; 115, 166, 182 f.), auch auf Kommunikationsdienste des Internet (vgl. BVerfGE 120, 274, 307).

    In seinem Anwendungsbereich verdrängt Art. 10 Abs. 1 GG als spezielle Garantie die allgemeine Gewährleistung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung (vgl. BVerfGE 100, 313, 358; 115, 166, 188 f.) und das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme (vgl. BVerfGE 120, 274, 302 ff.).

    Die Schwere eines Eingriffs erhöht sich, wenn er heimlich erfolgt (vgl. BVerfGE 107, 299, 321; 120, 274, 325, 342).

    Ein längerfristiger Eingriff in einen laufenden Telekommunikationsvorgang wiegt schwerer als eine einmalige und punktuelle Datenerhebung, da Umfang und Vielfältigkeit des Datenbestands erheblich größer sind (vgl. BVerfGE 120, 274, 323 f.).

    Das Fernmeldegeheimnis schützt die unkörperliche Übermittlung von Informationen an individuelle Empfänger mit Hilfe des Telekommunikationsverkehrs (vgl. BVerfGE 115, 166 ; 120, 274 ).

    Die Reichweite des Grundrechts erstreckt sich ungeachtet der Übermittlungsart (Kabel oder Funk, analoge oder digitale Vermittlung) und Ausdrucksform (Sprache, Bilder, Töne, Zeichen oder sonstige Daten) auf sämtliche Übermittlungen von Informationen mit Hilfe verfügbarer Telekommunikationstechniken (vgl. BVerfGE 106, 28 ; 115, 166 ), auch auf Kommunikationsdienste des Internet (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Daneben sind die Kommunikationsumstände vor Kenntnisnahme geschützt (vgl. BVerfGE 113, 348 ; 115, 166 ; 120, 274 ).

    Der Schutz des Fernmeldegeheimnisses endet insoweit in dem Moment, in dem die E-Mail beim Empfänger angekommen und der Übertragungsvorgang beendet ist (vgl. BVerfGE 115, 166 ; 120, 274 ).

    Demgegenüber ist der zugangsgesicherte Kommunikationsinhalt in einem E-Mail-Postfach, auf das der Nutzer nur über eine Internetverbindung zugreifen kann, durch Art. 10 Abs. 1 GG geschützt (vgl. auch BVerfGE 120, 274 ).

    Dieses schützt vor Eingriffen in informationstechnische Systeme nur, soweit der Schutz nicht durch andere Grundrechte, insbesondere Art. 10 oder Art. 13 GG, sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gewährleistet ist (vgl. BVerfGE 120, 274 ; Hoffmann-Riem, JZ 2008, S. 1009 ).

    Die Schwere eines Eingriffs erhöht sich, wenn er heimlich erfolgt (vgl. BVerfGE 107, 299 ; 110, 33 ; 113, 348 ; 115, 166 ; 120, 274 ).

    Ein längerfristiger Eingriff in einen laufenden Telekommunikationsvorgang wiegt schwerer als eine einmalige und punktuelle Datenerhebung, da Umfang und Vielfältigkeit des Datenbestands erheblich größer sind (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

  • BVerfG, 12.10.2011 - 2 BvR 236/08  

    Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung; Zitiergebot; Grundsatz

    Das BVerfG habe in seinen Entscheidungen zur Überwachung der Telekommunikation (BVerfGE 113, 348 ) und zur Online-Durchsuchung (BVerfGE 120, 274 ) nicht gefordert, dass die Verwertbarkeit der erlangten Informationen von einer unabhängigen Stelle zu überprüfen sei.

    Das Zitiergebot erfüllt - bei nachkonstitutionellen Gesetzen - eine Warn- und Besinnungsfunktion (vgl. BVerfGE 64, 72 ; 113, 348 ; 120, 274 ).

    Wird die nachträgliche Benachrichtigung des Betroffenen zurückgestellt, wird die fehlende Möglichkeit zur persönlichen Wahrnehmung seiner berechtigten Interessen durch die richterliche Kontrolle kompensiert (vgl. BVerfGE 109, 279 ; 120, 274 ; VerfGH Sachsen, 14. Mai 1996 - Vf. 44-II-94 -, LVerfGE 4, 303 ).

    a) Die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die konkrete Ausgestaltung des Kernbereichsschutzes können je nach der Art der Informationserhebung und der durch sie erfassten Informationen unterschiedlich sein (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    Eine gesetzliche Ermächtigung zu einer Überwachungsmaßnahme, die den Kernbereich privater Lebensgestaltung berühren kann, hat so weitgehend wie möglich sicherzustellen, dass Daten mit Kernbereichsbezug nicht erhoben werden (vgl. BVerfGE 120, 274 ; Durner, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 10 Rn. 157 ; Hömig, Jura 2009, S. 207 ).

    Bestehen im Einzelfall konkrete Anhaltspunkte dafür, dass eine bestimmte Datenerhebung den Kernbereich privater Lebensgestaltung berühren wird, hat sie grundsätzlich zu unterbleiben (vgl. BVerfGE 120, 274 ; Gudermann, Online-Durchsuchung im Lichte des Verfassungsrechts, 2010, S. 208).

    Anders liegt es jedoch, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass kernbereichsbezogene Kommunikationsinhalte mit Inhalten verknüpft werden, die dem Ermittlungsziel unterfallen, um eine Überwachung zu verhindern (vgl. BVerfGE 109, 279 ; 120, 274 ).

    In derartigen Fällen ist es verfassungsrechtlich nicht gefordert, den Zugriff wegen des Risikos einer Kernbereichsverletzung auf der Erhebungsebene von vornherein zu unterlassen (vgl. BVerfGE 80, 367 ; 120, 274 ).

    Ermittlungsmaßnahmen dürfen daher auch dann vorgenommen werden, wenn bestimmte Tatsachen den Verdacht begründen, jemand habe als Täter oder Teilnehmer eine auch im Einzelfall schwer wiegende Straftat begangen, in Fällen, in denen der Versuch strafbar ist, zu begehen versucht oder durch eine Straftat vorbereitet, wenn die Aufklärung ansonsten wesentlich erschwert oder aussichtslos wäre (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

    In Fällen dieser Art ist es geboten, für hinreichenden Schutz in der Auswertungsphase zu sorgen (vgl. BVerfGE 120, 274 ; Durner, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 10 Rn. 157 ).

    Der Gesetzgeber hat durch geeignete Verfahrensvorschriften sicherzustellen, dass dann, wenn Daten mit Bezug zum Kernbereich privater Lebensgestaltung erhoben worden sind, die Intensität der Kernbereichsverletzung und ihre Auswirkungen für die Persönlichkeit und Entfaltung des Betroffenen so gering wie möglich bleiben (vgl. BVerfGE 120, 274 ; Gudermann, Online-Durchsuchung im Lichte des Verfassungsrechts, 2010, S. 209).

    Ergibt die Durchsicht, dass kernbereichsrelevante Inhalte erhoben wurden, sind diese unverzüglich zu löschen; eine Weitergabe oder sonstige Verwendung ist auszuschließen (vgl. BVerfGE 109, 279 ; 113, 348 ; 120, 274 ; Hömig, Jura 2009, S. 207 ).

    Ein umfassender Kernbereichsschutz schon auf der Ebene der Informationserhebung würde bei der Telekommunikationsüberwachung nach § 100a StPO - ebenso wie beim heimlichen Zugriff auf informationstechnische Systeme (vgl. BVerfGE 120, 274 ) - auf erhebliche praktische Schwierigkeiten stoßen, die überdies verschiedene Ursachen haben.

    Dies führt dazu, dass selbst bei ständigem Mithören in Echtzeit durch einen Beamten der Strafverfolgungsbehörde und einen Dolmetscher - oder gegebenenfalls mehrere Dolmetscher, falls die Gesprächsteilnehmer ihr(e) Telefongespräch(e) in wechselnden Sprachen oder Dialekten führen - der Inhalt der Gespräche und somit auch eine etwaige Kernbereichsrelevanz derselben nicht stets sofort zutreffend erfasst und beurteilt werden könnten (vgl. BVerfGE 120, 274 ; BTDrucks 16/5846, S. 44).

    Das BVerfG hat in ständiger Rechtsprechung verfahrensrechtliche Sicherungen dafür gefordert, dass aus dem Kernbereich privater Lebensgestaltung erlangte Daten nicht gespeichert, verwertet und weitergegeben sondern unverzüglich gelöscht werden (vgl. BVerfGE 109, 279 ; 113, 348 ; 120, 274 ; 124, 43 ).

    Zwar greift der Staat in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) ein, wenn sich einer seiner Beamten unter einer Legende in eine Kommunikationsbeziehung zu einem Grundrechtsträger begibt und sich unter Ausnutzung schutzwürdigen Vertrauens des Betroffenen Informationen über dessen kriminelles Verhalten verschafft, die er ansonsten nicht erhielte (vgl. BVerfGE 120, 274 ).

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Rechtsprechung
   BVerfG, 10.10.2007 - 1 BvR 370/07, 1 BvR 595/07   

Volltextveröffentlichungen (5)

  • NWB SteuerXpert START

    VSG § 5 Abs. 2, § 5 Abs. 2 Nr. 11, § 5 Abs. 3, § 13, § 17; GG Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1, Art. 10 Abs. 1, Art. 13 Abs. 1, Art. 19 Abs. 4

  • online-und-recht.de
  • Jurion(kostenlose Anmeldung erforderlich)

    Rechtmäßigkeit einer Online-Durchsuchung durch die Verfassungsschutzbehörden auf Grundlage des § 5 Abs. 2 Nr. 11 Verfassungsschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (VSG NRW); Vereinbarkeit des § 5 Abs. 2 Nr. 11 VSG NRW mit grundgesetzlichen Vorschriften; Begriff des heimlichen Zugriffs auf ein informationstechnisches System; Umfang der Ermittlungsschwierigkeiten bei Online-Durchsuchungen; Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung durch Erhebung von Kontoinhalten im Wege einer Online-Durchsuchung; Schutz der unkörperlichen Übermittlung von Informationen an individuelle Empfänger mit Hilfe des Telekommunikationsverkehrs durch Gewährleistung des Telekommunikationsgeheimnisses; Vorliegen eines Eingriffs in das Telekommunikationsgeheimnis bei einem Online-Zugriff auf gespeicherte Daten; Rechtmäßigkeit der Erhebung von Daten über die Kommunikation des Betroffenen mit Dritten

Verfahrensgang

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Rechtsprechung
   BVerfG, 30.04.2008 - 1 BvR 370/07, 1 BvR 595/07   

Volltextveröffentlichungen (5)

  • Bundesverfassungsgericht
  • NWB SteuerXpert START

    VSG NRW § 5 Abs. 2 Nr. 11, § 5 Abs. 3, § 5a Abs. 1, § 7 Abs. 1, § 7 Abs. 2, § 8 Abs. 4 Satz 2, § 10, § 11, § 13, § 17 Abs. 1

  • Jurion(kostenlose Anmeldung erforderlich)

    Festsetzung des Werts des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit im Verfassungsbeschwerdeverfahren

Kurzfassungen/Presse

  • rechtsportal.de (Leitsatz)

    Festsetzung des Gegenstandswerts für das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht

Verfahrensgang

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Rechtsprechung
   BVerfG, 27.07.2007 - 1 BvR 370/07   

Kurzfassungen/Presse (2)

  • soldan.de (Pressemitteilung)

    Verfassungsbeschwerden gegen die "Online-Durchsuchung" im Verfassungsschutzgesetz NRW verhandelt

  • Jurion(Abodienst) (Verschiedene Textarten)

    Bundesverfassungsgericht verhandelt Verfassungsbeschwerden gegen die "Online-Durchsuchung" im Verfassungsschutzgesetz NRW

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