Rechtsprechung
| BVerfG, 13.02.2007 - 1 BvR 421/05 |
Volltextveröffentlichungen (11)
- lexetius.com
- DFR
Vaterschaftsfeststellung
- openjur.de
- Bundesverfassungsgericht
- IWW
- Deutsches Notarinstitut
- NWB SteuerXpert START
- RA Kotz (Volltext/Leitsatz)
Vaterschaftstest (heimlicher) - heimliches Abstammungsgutachten
- forum-familienrecht.de
Art. 1, 2 GG
Keine Verwertung heimlicher Vaterschaftstests im gerichtlichen Verfahren - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Heimlicher Vaterschaftstest darf im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden - Gesetzgeber muss aber Verfahren allein zur Feststellung der Vaterschaft bereitstellen
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse (17)
- Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)
Heimlicher Vaterschaftstest darf im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden - Gesetzgeber muss aber Verfahren allein zur Feststellung der Vaterschaft bereitstellen
- IWW (Kurzinformation)
Abstammung - Heimlicher Vaterschaftstest
- Deutsches Notarinstitut (Kurzinformation/Zusammenfassung)
BGB §§ 1592, 1600 ff.
Gesetzgeber muss Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft einführen
- 123recht.net (Pressebericht, 13.2.2007)
Karlsruhe erleichtert Vaterschaftsnachweis für zweifelnde Männer // Heimliche Gentests bleiben aber weiter unzulässig
- wkdis.de (Pressemitteilung)
Heimlicher Vaterschaftstest darf im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden
- ebnerstolz.de (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Heimliche Vaterschaftstests sind unzulässig - Gesetzgeber muss aber Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft bereitstellen
- Verlag Dr. Otto Schmidt (Kurzinformation)
Heimliche Vaterschaftstests sind unzulässig - Gesetzgeber muss aber Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft bereitstellen
- rechtseck.de (Kurzinformation)
Keine gerichtliche Verwertbarkeit heimlicher Vaterschaftstests
- jurawelt.com (Pressemitteilung)
Heimliche Vaterschaftstests zur Zeit gerichtlich nicht verwertbar
- aerzteblatt.de (Kurzinformation)
Rechtliche Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft notwendig
- anwalt.de (Kurzinformation)
Heimlicher Vaterschaftstest: Darf gerichtlich nicht verwertet werden
- finanztip.de (Kurzinformation)
Vaterschaftstest kann verlangt werden
- lawinfo.de (Kurzinformation)
Heimlicher Vaterschaftstest darf im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden
- rkkm.de (Kurzinformation)
Heimliche Vaterschaftstests bleiben in Gerichtsverfahren unverwertbar
- streifler.de (Kurzinformation)
Vaterschaftsanfechtung: Heimlicher Vaterschaftstest darf im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden
- kanzlei-finkenzeller.de (Kurzinformation)
Heimlicher Vaterschaftstest bleibt illegal
- meisterernst.de (Zusammenfassung und Kurzinformation)
Heimlicher Vaterschaftstest
Besprechungen u.ä. (2)
- WEKA Datenschutz (Entscheidungsbesprechung)
Anspruch auf Feststellung der Vaterschaft
- forum-familienrecht.de
(Entscheidungsbesprechung)
Der Scheinvater und sein Kind - Das Urteil des BVerfG vom 13.2.2007 und seine gesetzlichen Folgen (RiOLG Dr. Frank Klinkhammer)
Sonstiges (16)
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 13.02.2007, Az.: 1 BvR 421/05 (Keine Verwertung heimlich eingeholter Vaterschaftsgutachten)" von RA Dr. Stephan Baltasar, original erschienen in: FamRZ 2007, 448 - 450.
- wkdis.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung)
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries stellt Eckpunkte zur gerichtlichen Klärung der Abstammung vor
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 13.02.2007, Az.: 1 BvR 421/05 ("Heimlicher Vaterschaftstest")" von der Redaktion der ZKJ, original erschienen in: ZKJ 2007, 155.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 13.02.2007, Az.: 1 BvR 421/05 (Pflicht des Gesetzgebers, ein rechtsförmiges Verfahren allein zur Feststellung der Vaterschaft bereitzustellen)" von RiAG Judith Leis, original erschienen in: AnwBl Beilage 2007, 97 - 98.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Der Scheinvater und sein Kind - Das Urteil des BVerfG vom 13.2.2007 und seine gesetzlichen Folgen" von Dr. Frank Klinkhammer, original erschienen in: FF 2007, 128 - 131.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Die Anforderungen an das Anfechtungsrecht nach der Entscheidung des BVerfG v. 13.2.2007 - 1 BvR 421/05" von RiAG Horst-Heiner Rotax, original erschienen in: ZFE 2007, 124 - 128.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Kurznachricht zu "Die Feststellung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren - Teil 1 -" von RA Dr. Michael J. Zimmermann, LL.M., original erschienen in: FuR 2008, 323 - 331.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Kurznachricht zu "Gesetz zur Vaterschaftsfeststellung in Kraft getreten" von der FF-Redaktion, original erschienen in: FF 2008, 139 - 140.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 13.2.1007, Az.: 1 BvR 421/05 (Vaterschaftsanfechtungsklage und Überprüfung der Abstammung)" von RA Dr. Stephan Balthasar, original erschienen in: JZ 2007, 635 - 637.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Das Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren" von ROLG Eckart Hammermann, original erschienen in: FamRB 2008, 150 - 154.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Das Kuckucksei im Familiennest - Erforderlichkeit einer Neuregelung der Vaterschaftsuntersuchung" von WissMit. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf, original erschienen in: NJW 2007, 806 - 812.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Das neue Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren" von Prof. Dr. Marina Wellenhofer, original erschienen in: NJW 2008, 1185 - 1189.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Die Entwicklung des Arztrechts 2007/2008" von Prof. Dr. Andreas Spickhoff, original erschienen in: NJW 2008, 1636 - 1643.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Die Novellierung des Abstammungsrechts" von Prof. Dr. Ingo Fritsche, original erschienen in: NJ 2008, 193 - 198.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Zusammenfassung von "Kritische Bemerkungen zum Regierungsentwurf eines "Gesetzes zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren"" von Prof. Dr. Rainer Frank und Prof. Dr. Tobias Helms, original erschienen in: FamRZ 2007, 1277 - 1281.
- wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)
Zusammenfassung von "Zur Strafbarkeit heimlicher Vaterschaftstests - Möglichkeiten und Grenzen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 13.2.2007" von Dr. Andreas Glaser und Dominique Dahlmanns, original erschienen in: JR 2007, 316 - 321.
Verfahrensgang
- AG Erfurt, 07.08.2002 - 32 F 336/02
- AG Hildesheim, 04.03.2003 - 37 F 37525/02
- OLG Jena, 06.03.2003 - 1 UF 358/02
- OLG Celle, 29.10.2003 - 15 UF 84/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 227/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 60/03
- BVerfG, 13.02.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG, 22.05.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG - 1 BvR 421/05 (anhängig)
- BVerfG - 1 BvR 465/05 (anhängig)
Zeitschriftenfundstellen
- BVerfGE 117, 202
- NJW 2007, 753
- MDR 2007, 525
- FamRZ 2007, 441
- DVBl 2007, 381
Wird zitiert von ... (41)
- BAG, 13.12.2007 - 2 AZR 537/06
Außerordentliche Kündigung - betriebsverfassungswidrig erlangte Information
Vielmehr folgt aus § 286 ZPO iVm. Art. 103 Abs. 1 GG die Verpflichtung der Gerichte, den von den Parteien vorgetragenen Sachverhalt und die von ihnen angebotenen Beweise zu berücksichtigen (vgl. insbesondere BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - NJW 2007, 753, 754; BAG 27. März 2003 - 2 AZR 51/02 - BAGE 105, 356; Dauster/Braun NJW 2000, 313, 317, 319;… MünchKommZPO-Prütting 2. Aufl. § 284 Rn. 65; Schlewing NZA 2004, 1071, 1072; Werner NJW 1988, 993, 998).Er ist nach Art. 1 Abs. 3 GG bei seiner Urteilsfindung an die maßgeblichen Grundrechte gebunden und zu einer rechtsstaatlichen Verfahrensgestaltung verpflichtet (siehe zuletzt BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - BVerfGE 117, 202).
Aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt die Pflicht des Richters zu einer fairen Handhabung des Prozess-, insbesondere des Beweisrechts (siehe BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - aaO).
Bei einer Kollision des allgemeinen Persönlichkeitsrechts mit den Interessen des Arbeitgebers ist somit durch eine Güterabwägung im Einzelfall zu ermitteln, ob das allgemeine Persönlichkeitsrecht den Vorrang verdient (BVerfG 9. Oktober 2002 - 1 BvR 1611/96 - und - 1 BvR 805/98 - BVerfGE 106, 28; 19. Dezember 1991 - 1 BvR 382/85 - AP BGB § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 24 = EzA BGB § 611 Persönlichkeitsrecht Nr. 10; zuletzt: 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - BVerfGE 117, 202; BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - BAGE 102, 190; 18. November 1999 - 2 AZR 743/98 - BAGE 93, 1; zuletzt 27. März 2003 - 2 AZR 51/02 - BAGE 105, 356).
Gleiches gilt für das Interesse, sich ein Beweismittel für zivilrechtliche Ansprüche zu sichern (…BVerfG 9. Oktober 2002 - 1 BvR 1611/96 - und - 1 BvR 805/98 - aaO; 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - aaO; BGH 12. Januar 2005 - XII ZR 227/03 - BGHZ 162, 1;… Stein/Jonas/Leipold aaO § 284 Rn. 63).
- BGH, 10.10.2012 - XII ZB 444/11
Aussetzung eines familiengerichtlichen Verfahrens - auch ohne Richtervorlage
Denn zu den grundrechtlich geschützten Daten gehören auch solche, die Informationen über genetische Merkmale einer Person enthalten, aus denen sich in Abgleich mit den Daten einer anderen Person Rückschlüsse auf die Abstammung ziehen lassen (BVerfG FamRZ 2007, 441, 443).Es darf aber nur im überwiegenden Interesse anderer Personen oder der Allgemeinheit und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden (Senatsbeschluss BGHZ 162, 1, 5 = FamRZ 2005, 340; vgl. auch BVerfG FamRZ 2007, 441, 443).
Vor ungerechtfertigten Zugriffen auf das Datenmaterial des Kindes ist die sorgeberechtigte Kindesmutter im Übrigen auch im Hinblick auf ihr Elternrecht (Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG) zu schützen, denn ihr Sorgerecht umfasst auch das Recht, darüber bestimmen zu können, ob genetische Daten des Kindes erhoben und verwertet werden dürfen (BVerfG FamRZ 2007, 441, 443).
- BAG, 21.06.2012 - 2 AZR 153/11
Ordentliche verhaltensbedingte Kündigung - Verdeckte Videoüberwachung - …
Er ist daher nach Art. 1 Abs. 3 GG bei der Urteilsfindung an die insoweit maßgeblichen Grundrechte gebunden und zu einer rechtsstaatlichen Verfahrensgestaltung verpflichtet (BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - Rn. 93 mwN, BVerfGE 117, 202).Dabei können sich auch aus materiellen Grundrechten wie Art. 2 Abs. 1 GG Anforderungen an das gerichtliche Verfahren ergeben, wenn es um die Offenbarung und Verwertung von persönlichen Daten geht, die grundrechtlich vor der Kenntnis durch Dritte geschützt sind (BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - Rn. 94 mwN, aaO).
Das Gericht hat deshalb zu prüfen, ob die Verwertung von heimlich beschafften persönlichen Daten und Erkenntnissen, die sich aus diesen Daten ergeben, mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Betroffenen vereinbar ist (BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - aaO).
Allein das Interesse, sich ein Beweismittel zu sichern, reicht nicht aus (BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - BVerfGE 117, 202).
- BSG, 05.02.2008 - B 2 U 8/07 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Gutachten - Beweis - Beweisverwertungsverbot - …
Da das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht schrankenlos ist, muss der Einzelne Einschränkungen im überwiegenden Interesse anderer oder der Allgemeinheit hinnehmen, die jedoch einer gesetzlichen Grundlage bedürfen (vgl zuletzt BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - NJW 2007, 753 RdNr 66 f).Zwar regeln weder das SGG noch die ZPO oder die Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) ausdrücklich die Verwertung bzw ein Beweisverwertungsverbot für unzulässig erlangte Beweismittel, aber in Rechtsprechung und Literatur ist allgemein anerkannt, dass die Verwertung unzulässig erlangter Beweismittel unter bestimmten Voraussetzungen verboten ist (vgl BVerfG Beschluss vom 19. Dezember 1991 - 1 BvR 382/85 - NJW 1992, 815; BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - BVerfGE 117, 202 = NJW 2007, 753, jeweils RdNr 90, 94; BGH Urteil vom 12. Februar 1985 - VI ZR 202/83 - NJW 1985, 1470 = VersR 1985, 573; BGH Urteil vom 4. Dezember 1990 - IX ZR 310/89 - NJW 1991, 1180; BGH Urteil vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04 - BGHZ 166, 283 = NJW 2006, 1657; Meyer-Ladewig, SGG, § 118 RdNr 8a; Greger in Zöller, ZPO, § 286 RdNr 15a ff;… Hartmann in Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 66. Aufl 2008, Übers § 371 RdNr 12 f, § 286 RdNr 68;… Prütting in Münchener Kommentar, ZPO, 2. Aufl 2000 , § 284 RdNr 63 ff;… Kopp/Schenke, VwGO, 15. Aufl 2007, § 98 RdNr 4; Dawin in Schoch ua, VwGO, Stand September 2007, § 86 RdNr 106 f;… vgl zum Verwaltungsverfahren: Urteil des Senats vom 15. Februar 2005 - B 2 U 3/04 R - BSGE 94, 149 = SozR 4-2700 § 63 Nr. 2 = SGB 2005, 709 mit Anm Spickhoff, jeweils RdNr 25 mwN).
Eine Ausnahme ist nur zu machen, wenn das Interesse an der Verwertung über das schlichte Beweisinteresse hinaus und trotz der Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts schutzbedürftig ist (BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 aaO RdNr 94).
- BGH, 16.04.2008 - XII ZR 144/06
Familienrecht - Regressprozess des Scheinvaters gegen mutmaßlichen Erzeuger
Schließlich hat das Bundesverfassungsgericht inzwischen Zweifel geäußert, ob und in welchem Umfang ein Kind ein verfassungsrechtlich geschütztes Recht auf Nichtkenntnis der eigenen Abstammung hat (BVerfGE FamRZ 2007, 441, 444 unter B I 3 b aa [1]), wie der Senat bislang angenommen hatte (vgl. Senatsurteile BGHZ 121, 299, 303 f. = FamRZ 1993, 696, 697 und BGHZ 162, 1, 5 = FamRZ 2005, 340, 341). - BVerfG, 13.10.2008 - 1 BvR 1548/03
Verfassungsrechtliche Stellung, des biologischen, aber nicht rechtlichen Vaters …
a) Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG schützt als Ausformung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts das Interesse eines Mannes, Kenntnis davon zu erlangen, ob ein Kind von ihm abstammt (BVerfGE 108, 82 ; 117, 202).Zu diesem Recht gehört auch, die Möglichkeit eröffnet zu bekommen, in einem rechtsförmigen Verfahren die Abstammung klären zu lassen (BVerfGE 117, 202 ).
Der Gesetzgeber hat bei der Ausgestaltung des Verfahrens, in dem die tatsächliche Abstammung eines Kindes geklärt werden kann, sowohl das Interesse des Kindes an der Stabilität seiner rechtlichen und sozial-familiären Zuordnung als auch das Interesse von Mutter und Kind, vor Preisgabe persönlicher Daten und Offenlegung intimer Begebenheiten zu schützen (vgl. BVerfGE 117, 202 ).
Weil die Abstammung im Bewusstsein des Einzelnen eine Schlüsselstellung für seine Identitätsfindung wie für sein Selbstverständnis und sein familiäres Verhältnis zu anderen einnimmt, begründet Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG auch für einen Mann ein Recht auf Kenntnis, ob ein Kind von ihm abstammt (vgl. BVerfGE 117, 202 ).
- BGH, 25.06.2008 - XII ZB 163/06
Familienrecht - Nichtabstammung des Kindes vom rechtlichen Vater
Denn aus dem Persönlichkeitsrecht der Kindesmutter ergibt sich auch das Recht, selbst darüber zu befinden, ob, in welcher Form und wem sie Einblick in ihre Intimsphäre und ihr Geschlechtsleben gewährt (BVerfG FamRZ 2007, 441, 445).Weiter beinhaltet das Recht zur elterlichen Sorge das Recht, im Interesse des Kindes darüber zu entscheiden, ob jemand genetische Daten des Kindes erheben und verwerten darf (BVerfG FamRZ 2007, 441, 443; Senatsurteil vom 12. Januar 2005 - XII ZR 227/03 - FamRZ 2005, 340).
- VerfGH Thüringen, 21.11.2012 - VerfGH 19/09
Staats- und Verfassungsrecht; Verfassungsbeschwerde; Verfassungsbeschwerde; …
Für die Korrektur der spezifisch eingriffsrechtlichen Befugnisse (§ 34 Abs. 3 Nr. 2 und Nr. 3, § 34 a Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 3 und § 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 PAG) stehen dem Gesetzgeber mehrere Regelungsmöglichkeiten offen, so dass es auch insoweit bei der Erklärung der Unvereinbarkeit verbleibt (vgl. BVerfG, Urteil vom 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05, = BVerfGE 117, 202 [243]). - BSG, 05.02.2008 - B 2 U 10/07 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Verfahrensfehler - Nichtbeachtung eines …
Da das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht schrankenlos ist, muss der Einzelne Einschränkungen im überwiegenden Interesse anderer oder der Allgemeinheit hinnehmen, die jedoch einer gesetzlichen Grundlage bedürfen (vgl zuletzt BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - NJW 2007, 753 RdNr 66 f).Zwar regeln weder das SGG noch die ZPO oder die Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) ausdrücklich die Verwertung bzw ein Beweisverwertungsverbot für unzulässig erlangte Beweismittel, aber in Rechtsprechung und Literatur ist allgemein anerkannt, dass die Verwertung unzulässig erlangter Beweismittel unter bestimmten Voraussetzungen verboten ist (vgl BVerfG Beschluss vom 19. Dezember 1991 - 1 BvR 382/85 - NJW 1992, 815; BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - BVerfGE 117, 202 = NJW 2007, 753, jeweils RdNr 90, 94; BGH Urteil vom 12. Februar 1985 - VI ZR 202/83 - NJW 1985, 1470 = VersR 1985, 573; BGH Urteil vom 4. Dezember 1990 - IX ZR 310/89 - NJW 1991, 1180; BGH Urteil vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04 - BGHZ 166, 283 = NJW 2006, 1657; Meyer-Ladewig, SGG, § 118 RdNr 8a; Greger in Zöller, ZPO, § 286 RdNr 15a ff;… Hartmann in Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 66. Aufl 2008, Übers § 371 RdNr 12 f, § 286 RdNr 68;… Prütting in Münchener Kommentar, ZPO, 2. Aufl 2000 , § 284 RdNr 63 ff;… Kopp/Schenke, VwGO, 15. Aufl 2007, § 68 RdNr 4; Dawin in Schoch ua, VwGO, Stand September 2007, § 86 RdNr 106 f;… vgl zum Verwaltungsverfahren: Urteil des Senats vom 15. Februar 2005 - B 2 U 3/04 R - BSGE 94, 149 = SozR 4-2700 § 63 Nr. 2 = SGB 2005, 709 mit Anm Spickhoff, jeweils RdNr 25 mwN).
Eine Ausnahme ist nur zu machen, wenn das Interesse an der Verwertung über das schlichte Beweisinteresse hinaus und trotz der Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts schutzbedürftig ist (BVerfG Urteil vom 13. Februar 2007 aaO RdNr 94).
- BAG, 16.12.2010 - 2 AZR 485/08
Außerordentliche Kündigung
Aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt seine Pflicht zu einer fairen Handhabung des Prozess- und Beweisrechts (vgl. BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - Rn. 93, BVerfGE 117, 202).(c) Zwar gehen das Interesse an einer funktionsfähigen Zivilrechtspflege und materiell richtigen Entscheidungen und verbunden damit das Bestreben des Gläubigers, sich Beweismittel für zivilrechtliche Ansprüche zu sichern, dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht nicht etwa stets vor (BVerfG 13. Februar 2007 - 1 BvR 421/05 - Rn. 93 f., BVerfGE 117, 202; 9. Oktober 2002 - 1 BvR 1611/96 - und - 1 BvR 805/98 - zu C II 4 a aa und bb der Gründe, BVerfGE 106, 28).
- BGH, 03.07.2008 - I ZB 87/06
Zwangsvollstreckung - Vollstreckbarkeit d. Anspruchs auf Nennung d. Kindsvaters?
- BVerfG, 27.05.2010 - 1 BvR 2643/07
Grundsätzliche Bedeutung der Frage einer Möglichkeit einer inzidenten …
- BVerfG, 13.11.2008 - 1 BvR 1192/08
BGB §§ 1600 ff., § 1600b Abs. 1, § 1600b Abs. 1 Satz 1, § …
- LSG Nordrhein-Westfalen, 09.09.2009 - L 7 B 211/09
100 %-Sanktionen bei Hartz IV-Empfängern setzen gleichzeitige Entscheidung über …
- BVerwG, 28.10.2009 - 6 C 20.08
Teilnehmer; Teilnehmerdaten; Telefondienst; Telefondienstanbieter; …
- BVerfG, 18.08.2010 - 1 BvR 811/09
Zulässigkeit der Zurückweisung einer Vaterschaftsklage bei geschlechtlichem …
- LAG Hamm, 10.07.2012 - 14 Sa 1711/10
Kündigung bei Vermögensdelikt // Chatprotokolle als Kündigungsgrund
- BGH, 12.12.2007 - XII ZR 173/04
Familienrecht - Vaterschaftsanfechtungsklage
- BGH, 15.02.2012 - XII ZR 137/09
Familienrecht - Verschwiegene Vaterschaft
- BVerwG, 21.06.2007 - 2 C 3.06
Genehmigungsfreie Nebentätigkeit, Anzeigepflicht; Recht auf informationelle …
- OVG Hamburg, 21.03.2007 - 3 Bs 396/05
Informationen über das Führen einer (Schein-) Ehe dürfen nicht durch verdeckte …
- OVG Sachsen, 12.05.2010 - 3 B 259/08
Einstweilige Anordnung, Datenschutz, Internetprotokolldaten, Sperrung, …
- LAG Berlin-Brandenburg, 16.02.2011 - 4 Sa 2132/10
Zugriff der Arbeitgeberin auf private E-Mails der Arbeitnehmerin; unbegründete …
- OLG Hamm, 14.02.2007 - 11 UF 210/06
Kann der vermeintliche Vater den für ein sog. "Kuckuckskind" geleisteten …
- OLG Brandenburg, 28.06.2010 - 9 WF 272/08
Erfolgsaussicht der Rechtsverteidigung eines Kindes gegen eine Klage auf …
- BGH, 21.03.2012 - XII ZB 147/10
Familienrecht - Verfahren über Versorgungsausgleich
- VG Minden, 15.02.2007 - 2 K 2135/06
Antrag auf Polnisch-Unterricht scheitert am fehlenden Sorgerecht des Vaters
- BVerfG, 02.07.2010 - 1 BvR 666/10
Antrag einer in Lebenspartnerschaft lebenden Frau auf Eintragung in die …
- OLG Bremen, 20.01.2009 - 4 UF 99/08
Maßgebliches Recht zur Erzwingung der Mitwirkung eines im europäischen Ausland …
- OLG Düsseldorf, 17.12.2007 - 1 UF 151/07
Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft - Nachweis des Familienstandes der …
- OLG Karlsruhe, 17.07.2009 - 2 UF 49/09
Anspruch des Kindes gegen den möglichen biologischen Vater auf Einwilligung in …
- OLG Oldenburg, 28.06.2010 - 13 UF 12/10
Vaterschaftsanfechtung: Auskunftsanspruch des leiblichen Vaters gegen die …
- OLG Bremen, 02.03.2012 - 4 WF 20/12
Voraussetzungen der Vaterschaftsanfechtung; Begründung des Anfangsverdachts i.S. …
- OLG Brandenburg, 24.09.2009 - 9 WF 287/09
Anforderungen an die Darlegung des Anfangsverdachts für eine …
- OLG Brandenburg, 08.01.2010 - 9 UF 139/09
Verweigerung der Abgabe einer Speichel- und Blutprobe zur Feststellung der …
- LG Bonn, 29.09.2010 - 1 O 207/10
Kein Auskunftsanspruch einer Mutter gegenüber TK-Anbieter über Adressdaten eines …
- LAG Schleswig-Holstein, 16.11.2011 - 3 Sa 284/11
Schadensersatz, Diebstahl, Videoüberwachung, verdeckte, Geständnis, …
- AG Bonn, 08.02.2011 - 104 C 593/10
Zum Auskunftsanspruch eines Kindes gegen den Mobilfunkanbieter des vermeintlichen …
- OLG München, 14.06.2011 - 33 UF 772/11
Abstammungsfeststellung: Anspruch auf Einwilligung in eine genetische …
- VG Hamburg, 27.03.2008 - 17 K 1063/06
Namensänderungsrecht - "tatsächlicher Name", der zum Familiennamen wird
- VG München, 16.04.2009 - M 10 K 08.5928
Verlust der Staatsangehörigkeit durch Anfechtung der Vaterschaft; …
Rechtsprechung
| BVerfG, 22.05.2007 - 1 BvR 421/05 |
Volltextveröffentlichungen
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de (Leitsatz)
Wertfestsetzung für ein Verfassungsbeschwerdeverfahren
Verfahrensgang
- AG Erfurt, 07.08.2002 - 32 F 336/02
- AG Hildesheim, 04.03.2003 - 37 F 37525/02
- OLG Jena, 06.03.2003 - 1 UF 358/02
- OLG Celle, 29.10.2003 - 15 UF 84/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 227/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 60/03
- BVerfG, 13.02.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG, 22.05.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG - 1 BvR 421/05 (anhängig)
- BVerfG - 1 BvR 465/05 (anhängig)
Rechtsprechung
| BVerfG - 1 BvR 421/05 |
Sonstiges
- bundesrat
(Verfahrensmitteilung)
Verfahrensgang
- AG Erfurt, 07.08.2002 - 32 F 336/02
- AG Hildesheim, 04.03.2003 - 37 F 37525/02
- OLG Jena, 06.03.2003 - 1 UF 358/02
- OLG Celle, 29.10.2003 - 15 UF 84/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 227/03
- BGH, 12.01.2005 - XII ZR 60/03
- BVerfG, 13.02.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG, 22.05.2007 - 1 BvR 421/05
- BVerfG - 1 BvR 421/05 (anhängig)
- BVerfG - 1 BvR 465/05 (anhängig)
