Rechtsprechung
   BSG, 26.02.1992 - 1 RR 10/91   

Volltextveröffentlichungen (3)

Zeitschriftenfundstellen

  • BSGE 70, 153



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Wird zitiert von ... (10)  

  • BSG, 06.08.1999 - B 4 RA 25/98 B  

    Vollstreckung eines Grundurteils - Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung in der

    a) Es wird vertreten (siehe Beschlüsse des 1. Senats des BSG vom 26. November 1991 - 1 RR 10/91 - USK 91155 und vom 18. September 1987 - 1 RR 2/87 - USK 87159; in der Literatur Bley, in: Gesamtkommentar, Stand März 1995, § 199 Anm 6c; Meyer-Ladewig, aaO, § 199 RdNr 8; Peters/Sautter/Wolff, aaO, § 199 Anm 3 S III/110 -93; Zeihe, Zum Ermessen des Vorsitzenden nach § 199 Abs. 2 SGG, in: SGb 1994, S 505 ff; ders in Zeihe, SGG, Stand: Mai 1997, § 199 RdNr 9; Rohwer-Kahlmann, Aufbau und Verfahren der Sozialgerichtsbarkeit, Stand: Juli 1998, § 199 RdNr 16a und 17), bei der Aussetzung habe der Vorsitzende nach (pflichtgemäßem oder freiem) Ermessen zu entscheiden.

    Ebensowenig kommt es für die Aussetzung nach § 199 Abs. 2 SGG in der Revisionsinstanz auf die "Erfolgsaussichten des Rechtsmittels" an (aA Beschlüsse des 1. Senats vom 26. November 1991 aaO und vom 18. September 1987 aaO; Beschluß des 11. Senats vom 6. Mai 1960 - 11 RV 92/60 - BSGE 12, 138 = SozR Nr. 4 zu § 154 SGG; Bley in: Gesamtkommentar, Stand: März 1995, § 199 Anm 6c; Meyer-Ladewig, aaO, § 199 RdNr 8).

    Sofern die Ansicht vertreten wird, der Vorsitzende dürfe seine vom Gesetz vorgeschriebene Alleinentscheidungsbefugnis jedenfalls bei bedeutsamen Sachen oder bei unklarer "Erfolgsaussicht" aufheben, den Senat in der Besetzung mit drei Berufsrichtern (ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter) zum gesetzlichen Richter ernennen und dessen Beschluß herbeiführen (vgl Beschluß des 1. Senats vom 26. November 1991 aaO; BSGE 27, 31, 32 = SozR Nr. 3 zu § 199 SGG; LSG Niedersachsen, Breithaupt 1962, 943, 945; Rohwer-Kahlmann, aaO, § 199 RdNr 15-15c), ist nicht ersichtlich, daß dieses Ergebnis mit § 199 Abs. 2 Satz 1 SGG und mit Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG im Einklang steht (ebenso Meyer-Ladewig, aaO, § 199 RdNr 7a; Peters/Sautter/Wolff, aaO, § 199 Anm 3 S III/110-93; kritisch zur Rechtsprechung des BSG ebenfalls Bley in: Gesamtkommentar, Stand: März 1995, § 199 Anm 6b).

    c) Trotz der hiermit vorliegenden Abweichungen (Ermessen, Erfolgsaussichten, Alleinentscheidungspflicht des Vorsitzenden) von den Entscheidungen des 1. Senats vom 26. November 1991 (aaO) und 18. September 1987 (aaO) und denen des 11. Senats vom 6. Mai 1960 (BSGE 12, 138 = SozR Nr. 4 zu § 154 SGG - 11 RV 62/60) und des 12. Senats vom 23. Juni 1967 (BSGE 27, 31 = SozR Nr. 3 zu § 199 SGG - 12 RJ 3408/66) bedarf es ua deswegen keiner Anfragen iS von § 41 Abs. 3 SGG, weil sogar unter Zugrundelegung der Rechtsansicht der anderen Senate die Entscheidung des Vorsitzenden im vorliegenden Fall zu keinem anderen Ergebnis führen könnte (und dürfte).

    Da es sich bei dem Verfahren nach § 199 Abs. 2 SGG im Verhältnis zu dem noch anhängigen Beschwerdeverfahren um ein selbständiges Verfahren handelt, auf das grundsätzlich alle Vorschriften und Rechtsgrundsätze Anwendung finden, die für selbständige Verfahren gelten, war über die Kosten dieses Verfahrens gesondert zu entscheiden (vgl Beschluß des 1. Senats des BSG vom 26. November 1991 aaO; Meyer-Ladewig, aaO, § 199 RdNr 7c; Bayerisches LSG, NZS 1997, 96).

  • BSG, 23.11.1995 - 1 RR 1/95  
    Nach der neuen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) im Urteil vom 26. Februar 1992 (BSGE 70, 153, 160, 161) liege eine Gefährdung der betroffenen AOK vor, wenn es zu einer Überschreitung des durchschnittlichen Bedarfssatzes der Verbandskassen um mehr als 10 vH komme.

    Diese Schlußfolgerung könne nicht aus der Entscheidung des BSG vom 26. Februar 1992 (BSGE 70, 153, 160, 161) hergeleitet werden.

    Zu Recht sei das LSG in konsequenter Anwendung der Rechtsprechung des BSG (BSGE 70, 153, 161) davon ausgegangen, daß es auf die Frage der Kausalität zwischen Errichtung einer BKK und der Leistungsgefährdung der AOK nicht ankomme, wenn der Ausgangsbedarfssatz der Ortskrankenkasse bereits jenseits der Gefährdungsgrenze liege.

    Demgegenüber ist das LSG bei seiner Entscheidung von dem Urteil des BSG vom 26. Februar 1992 (BSGE 70, 153, 160 f = SozR 3-2500 § 147 Nr. 3) ausgegangen und hat eine Abweichung um 10 vH für die Annahme einer Gefährdung zugrunde gelegt.

    Für diese hat der Gesetzgeber aber in § 147 Abs. 1 Satz 2 SGB V nF nunmehr festgelegt, daß eine Gefährdung von landesweit tätigen AOK?n erst bei einer Überschreitung des bundesdurchschnittlichen Bedarfssatzes aller AOK?n um mehr als 12, 5 vH vorliegt (vgl im übrigen zu dieser Problematik BSGE 70, 153, 161 = SozR 3-2500 § 147 Nr. 3).

  • BSG, 05.09.2001 - B 3 KR 47/01 R  

    Übertragung der Entscheidungskompetenz des Vorsitzenden und Aussetzung der

    Umstritten ist lediglich, ob der Vorsitzende seine Kompetenz auf den Spruchkörper übertragen kann (so Beschluß des 1. Senats vom 26. November 1991 - 1 RR 10/91 - USK 91155; BSGE 27, 31, 32 = SozR Nr. 3 zu § 199 SGG ; aA Beschluß des 4. Senats des BSG vom 6. August 1999 - B 4 RA 25/98 B - SozR 3-1500 § 199 Nr. 1; Meyer-Ladewig, SGG , 6. Aufl 1998, § 199 RdNr 7a).

    Nach der früheren Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) (Beschlüsse des 1. Senats vom 26. November 1991 aaO und vom 18. September 1987 - 1 RR 2/87 - USK 87159) und der überwiegenden Literaturmeinung (vgl Bley in Gesamtkommentar, Stand März 1995, § 199 Anm 6c; Meyer-Ladewig, aaO, § 199 RdNr 8; Peters/Sautter/Wolff, SGG , § 199 Anm 3 S III/110-93; Zeihe, SGG , Stand: Mai 1997, § 199 RdNr 9; Rohwer-Kahlmann, Aufbau und Verfahren der Sozialgerichtsbarkeit, Stand: Juli 1998, § 199 RdNr 16a und 17) handelt es sich um eine Ermessensentscheidung, bei der eine Interessenabwägung zu erfolgen hat.

mehr
  • BSG, 15.03.1995 - 6 RKa 23/94  

    Zulassung eines Arztes zur vertragsärztlichen Versorgung bei Kooperationsvertrag

    Mithin sind Rechtsänderungen, die während des laufenden Verfahrens eingetreten sind, vom Gericht zu beachten, sofern das Gesetz nicht ausdrücklich oder sinngemäß etwas anderes bestimmt oder nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen das frühere Recht noch anzuwenden ist bzw die frühere Sachlage noch maßgebend bleibt (BSGE 70, 153, 154 = SozR 3-2500 § 147 Nr. 3).
  • BSG, 12.12.1996 - 1 RR 5/90  

    Gegenstandswert in Verfahren über die Rechtmäßigkeit der Genehmigung zur

    Der hierfür genannte Beschluß vom 4. November 1993 (1 RR 10/91) betrifft einen Rechtsstreit, in dem die Rollen der Beteiligten anders verteilt waren.

    Denn dadurch können die Gegenstandswerte bei Verfahren um abgelehnte Errichtungen oder Erweiterungen (vgl. BSG vom 4. November 1993 - 1 RR 10/91) sowie um Genehmigungen mit Auswirkungen auf mehrere tausend Mitglieder einerseits und bei Verfahren um Genehmigungen, die sich nur auf wenige hundert Mitglieder beziehen, andererseits zu stark (im Extremfall um mehr als das Hundertfache) voneinander abweichen.

  • LSG Baden-Württemberg, 18.01.2006 - L 13 AS 5365/05  

    Aussetzung der Vollstreckung

    Lediglich in dem hier nicht vorliegenden und damit auch nicht vergleichbaren Fall des Streits um die Verpflichtung der Aufsichtsbehörde zur Erteilung einer Errichtungsgenehmigung hat das BSG die Aussetzung der Vollziehung auch dann für möglich gehalten, wenn das Rechtsmittel nicht offensichtlich aussichtslos ist (vgl. BSG, Beschluss vom 26. November 1991 - 1 RR 10/91 - in USK 91155).
  • LSG Thüringen, 09.10.2006 - L 6 R 625/06  
    Die Aussetzung liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vorsitzenden (so Bundessozialgericht (BSG) vom 26. November 1991 - Az.: 1 RR 10/91 in: USK 91155; BSG vom 6. Mai 1960 - Az.: 11 RV 92/60 in: BSGE 12, 138; wohl auch BSG vom 5. September 2001 - Az.: B 3 KR 47/01 R, nach juris; st. Rspr. des erkennenden Senats, vgl. u.a. Beschlüsse vom 15. August 2006 - L 6 R 472/06 ER, 2. Juli 2004 - Az.: L 6 KR 526/04 ER, 12. November 2003 - Az.: L 6 RJ 553/03 ER und 15. Oktober 2003 - Az.: L 6 RJ 800/03 ER; Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, a.a.O., § 199 Rdnr. 8 m.w.N.; Rohwer-Kahlmann, Aufbau und Verfahren der Sozialgerichtsbarkeit , § 199 Rdnr. 16a und 17; Zeihe "Zum Ermessen des Vorsitzenden nach § 199 Abs. 2 SGG" in: SGb 1994, 505 ff; a.A. BSG vom 6. August 1999 - Az.: B 4 RA 25/98 B, nach juris: (reines "Kompetenz-Kann").
  • LSG Thüringen, 14.09.2004 - L 6 KR 621/04  
    Die Entscheidung liegt nach dem Wortlaut der Vorschrift ("kann") im pflichtgemäßen Ermessen des Vorsitzenden (so Bundessozialgericht vom 26. November 1991 - Az.: 1 RR 10/91 in: USK 91155; BSG vom 6. Mai 1960 - Az.: 11 RV 92/60 in: BSGE 12, 138; wohl auch BSG vom 5. September 2001 - Az.: B 3 KR 47/01 R, nach juris; st. Rspr. des erkennenden Senats, vgl. u.a. Beschlüsse vom 2. Juli 2004 - Az.: L 6 KR 526/04 ER, 12. November 2003 - Az.: L 6 RJ 553/03 ER und 15. Oktober 2003 - Az.: L 6 RJ 800/03 ER; Meyer-Ladewig, Sozialgerichtsgesetz, Kommentar, 7. Auflage 2002, § 199 Rdnr. 8 m.w.N.; Rohwer-Kahlmann, Aufbau und Verfahren der Sozialgerichtsbarkeit , Stand:, § 199 Rdnr. 16a und 17; Zeihe "Zum Ermessen des Vorsitzenden nach § 199 Abs. 2 SGG" in: SGb 1994, 505 ff; a.A. BSG vom 6. August 1999 - Az.: B 4 RA 25/98 B, nach juris:
  • LSG Bayern, 22.11.2005 - L 9 EG 103/05  
    Die Entscheidung über die Aussetzung der Vollstreckung nach § 199 Abs. 2 SGG ergeht nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der Erfolgsaussichten des Rechtsmittels sowie unter Abwägung der Interessen der Beteiligten und der Nachteile, die dem Antragsteller bei einer Vollstreckung entstehen würden (vgl. BSG Beschluss vom 26.11.1991 - 1 RR 10/91, USK 91 155 S.738; anderer Ansicht BSG SozR 3-1500 § 199 SGG Nr. 1 S.10 f.: maßgeblich nur die für den Antragsteller entstehenden Nachteile).
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 12.07.2012 - L 11 SF 181/12  

    Sonstige Angelegenheiten

    Nach der überwiegenden Auffassung handelt es sich bei der Entscheidung nach § 199 Abs. 2 SGG um eine Ermessensentscheidung, bei der eine Interessenabwägung zu erfolgen hat (BSG, Beschlüsse vom 26.11.1991 - 1 RR 10/91 - und 05.09.2001 - B 3 KR 47/01 R - m.w.N.; Straßfeld, in: Jansen, SGG, 3. Auflage, 2008, § 199 Rdn. 15).
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