Rechtsprechung
| OLG Frankfurt, 18.03.2011 - 18 W 42/11 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
- Justiz Hessen
§ 29 Abs 2 GKG, § 122 Abs 1 Nr 1a ZPO
Übernahmeschuldner im Sinne von § 29 Nr. 2, 2. Alt. GKG wird von § 122 Abs. 1 Nr. 1 a ZPO nicht gerichtskostenfrei gestellt - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Tragung der Gerichtskosten durch die bedürftige Partei bei Abschluss eines Vergleichs
Kurzfassungen/Presse
- lto.de (Kurzinformation)
Keine Befreiung von Gerichtskosten aufgrund Bewilligung von Prozesskostenhilfe bei vergleichsweise übernommener Kostentragungspflicht
Verfahrensgang
- LG Hanau, 23.02.2011 - 1 O 972/09
- OLG Frankfurt, 18.03.2011 - 18 W 42/11
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 2011, 2147
Wird zitiert von ... (7)
- OLG Frankfurt, 20.12.2012 - 18 W 217/12
Zum Schutz durch § 122 ZPO bei Übernahme der Kostenlast durch Vergleich …
§ 122 I Ziff. 1 a ZPO findet aber in der vorliegenden Fallgestaltung keine Anwendung zu Gunsten des Beschwerdegegners (siehe dazu die Einzelrichterentscheidungen des Senats: OLG Frankfurt, NJW 2011, 2147; OLG Frankfurt, AGS 2011, 545 sowie den Senatsbeschluss vom 27.9.2012, Az.: 18 W 162/12 [juris]).Denn es bleibt der bedürftigen Partei unbenommen, hinsichtlich der Hauptsache einen Vergleich abzuschließen und bezüglich der Kosten eine Entscheidung des Gerichts nach § 91a ZPO herbeizuführen, die gewährleistet, dass eine mit der Sach- und Rechtslage übereinstimmende Kostenentscheidung ergeht (Beschluss dieses Senats, NJW 2011, 2147, OLG Frankfurt, Beschluss vom 25.09.2008, Az.: 14 W 85/08 [juris];… siehe auch Geimer in Zöller, Rdnr. 6 zu § 123 ZPO).
- OLG Frankfurt, 01.07.2011 - 18 W 149/11
Zum Schutz durch § 122 ZPO bei Übernahme der Kostenlast durch Vergleich …
Daraus folgt, dass die auf § 29 Nr. 2 GKG beruhende Kostenhaftung des Übernahmeschuldners von § 122 I Nr. 1 a ZPO unberührt bleibt (vergl. zu § 29 Nr. 2 GKG in der Fassung vom 05.05.2004: OLG Frankfurt, 18 W 42/11 und 14 W 85/08; OLG Zweibrücken, 4 W 2/10; OLG Saarbrücken, 6 WF 105/09;… zu § 54 GKG a.F. BGH Beschluss vom 23.10.2003, III ZB 11/03, zitiert nach juris, Geimer in Zöller, Rdnr. 6 zu § 123 ZPO).Für die Gerichtskosten herrscht überwiegend Einigkeit darüber, dass im Falle der Bewilligung ratenfreier Prozesskostenhilfe die bedürftige Partei im Falle einer Beendigung des Rechtsstreits durch Vergleich nicht nach § 122 Abs. 1 Nr. 1 a ZPO geschützt ist, sondern dass sie nach § 29 Nr. 2 GKG als Übernahmeschuldner auf Zahlung der nach dem Vergleich von ihm geschuldeten Gerichtskosten in Anspruch genommen werden kann (zu § 29 Nr. 2 GKG in der Fassung vom 05.05.2004: OLG Frankfurt, 18 W 42/11 und 14 W 85/08; OLG Zweibrücken, 4 W 2/10; OLG Saarbrücken, 6 WF 105/09;… zu § 54 GKG a.F. BGH Beschluss vom 23.10.2003, III ZB 11/03, zitiert nach juris, Geimer in Zöller, Rdnr. 6 zu § 123 ZPO).
- OLG Frankfurt, 27.09.2012 - 18 W 162/12
Zum Schutz durch § 122 ZPO bei Übernahme der Kostenlast durch Vergleich …
Schließlich ist die Klägerin darauf hinzuweisen, dass es einer bedürftigen Partei unbenommen bleibt, hinsichtlich der Hauptsache einen Vergleich abzuschließen und bezüglich der Kosten eine Entscheidung des Gerichts nach § 91a ZPO herbeizuführen, die gewährleistet, dass eine mit der Sach- und Rechtslage übereinstimmende Kostenentscheidung ergeht (vgl. Beschluss dieses Senats vom 18.02.2011, Az.: 18 W 42/11, NJW 2011, 2147-2148, Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 25.09.2008, Az.: 14 W 85/08 - zitiert nach juris;… siehe auch Geimer in Zöller, Rdnr. 6 zu § 123 ZPO).
- OLG Frankfurt, 20.09.2011 - 3 WF 100/11
Prozesskostenhilfe: Keine Übernahmehaftung der berechtigten Partei bei Vergleich
Anders als der 13., der 14. und der 18. Zivilsenat des OLG Frankfurt (Beschlüsse vom 25.09.2008 -14 W 85/08-, 04.11.2010 -18 W 226/10-, 18.03.2011 -18 W 42/11-, 01.07.2011 -18 W 149/11- und 12.07.2011 -13 U 29/10-) geht der Senat auch nicht von einer Haftung der PKH-berechtigten Partei für den auf sie entfallenden Anteil der Gerichtskosten infolge einer in § 31 Abs. 3 GKG zum Ausdruck kommenden Wertung des Gesetzgebers aus. - OLG Hamm, 17.05.2011 - 28 U 60/10
Prozesskostenhilfe, Vergleich, Irrtumsanfechtung, Rechtsfolgenirrtum, …
Dies gilt nach dem ausdrücklichen Wortlaut der Bestimmung jedoch nur für den Entscheidungsschuldner (§ 29 Nr. 1 GKG), nicht für den Übernahmeschuldner (BGH, Beschluss vom 23. Oktober 2003 - III ZB 11/03, NJW 2004, 366; OLG Saarbrücken, Beschluss vom 29. Oktober 2009 - 6 WF 105/09, BeckRS 2009, 29762; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 2. Februar 2010 - 4 W 2/10, MDR 2010, 595; OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 18. März 2011 - 18 W 42/11, BeckRS 2011, 06687;… Musielak/Fischer, ZPO, 8. Aufl., § 123 Rn. 4). - OLG Frankfurt, 17.08.2011 - 18 W 160/11
Zum Schutz durch § 122 ZPO bei Übernahme der Kostenlast durch Vergleich …
a) Allerdings besteht im Falle eines Vergleichs grundsätzlich die Gefahr, dass die Parteien eine im Ergebnis für die Staatskasse nachteilige Kostenfolge vereinbaren - so dass es grundsätzlich für sachgerecht zu halten ist, § 122 I Ziff. 1 a ZPO nur auf den sogenannten Entscheidungsschuldner (§ 29 ZIff.1 GKG), nicht aber auf den Übernahmeschuldner (§ 29 Ziff. 2 GKG) anzuwenden (siehe die [Einzelrichter]entscheidungen des Senats: OLG Frankfurt a.M, NJW 2011, 2147 und OLG Frankfurt a.M, Az. 18 W 226/10, Volltext bei juris). - OLG Celle, 13.04.2012 - 10 UF 153/11
Kostenhaftung des Übernahmeschuldners bei Prozeß-/ Verfahrenskostenhilfe und …
Während diesbezüglich vertreten wird, § 122 Abs. 1 Nr. 1 ZPO sei insoweit lückenhaft und bei Übernahme von Kosten im Vergleichswege durch Rückgriff auf eine in § 31 Abs. 3 GKG (der inhaltlich mit § 26 Abs. 3 FamGKG übereinstimmt) zum Ausdruck kommende Wertung dahingehend auszulegen, dass auch gegen den verfahrenskostenhilfeberechtigten Beteiligten ein Ansatz von Gerichtskosten erfolgen könne (OLG Frankfurt, Beschluss vom 25.09.2008 - 14 W 85/08 - Beschluss vom 04.11.2010 - 18 W 226/10 - AGS 2011, 545; Beschluss vom 18.03.2011 - 18 W 42/11; Beschluss vom 12.07.2011 - 13 U 29/10), sieht die Gegenauffassung in der Vorschrift des § 122 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a ZPO eine Regelung, die einer Inanspruchnahme dieses Beteiligten durch das Gericht entgegensteht (KG, Beschluss vom 14.02.2012 - 5 W 11/12 - juris; OLG Frankfurt, Beschluss vom 20.09.2011 - 3 WF 100/11 - juris; OLG Stuttgart, Beschluss vom 15.07.2011 - 11 UF 127/10 - NJW-RR 2011, 1437 f.; OLG Rostock, Beschluss vom 20.10.2009 - 5 W 55/09 - JurBüro 2010, 147).
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