Rechtsprechung
   BVerwG, 22.05.1980 - 2 C 30.78   

Kreisoberamtsrat

§ 42 VwGO, § 35 VwVfG, Umsetzung eines Beamten ist kein 'Verwaltungsakt' (fehlende 'Außenwirkung'), Rechtsschutz durch allgemeine Leistungsklage

Volltextveröffentlichungen (3)

Zeitschriftenfundstellen

  • BVerwGE 60, 144
  • NJW 1981, 67
  • DÖV 1981, 98



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Wird zitiert von ... (383)  

  • BVerwG, 28.11.1991 - 2 C 41.89  

    GG Art. 33 Abs. 5

    Die Änderung des Aufgabenbereichs eines Beamten stellt ebenso wie die Umsetzung eine bloße innerorganisatorische Maßnahme ohne Verwaltungsaktqualität dar (vgl. Urteil vom 12. Februar 1981 - BVerwG 2 C 42.78 - [Buchholz 232 § 26 Nr. 21]; BVerwGE 60, 144 [146 f.]).

    Der Beamte ist - wie der erkennende Senat wiederholt ausgesprochen hat - gegen die Entziehung von dienstlichen Aufgaben, einzelner Aufgaben oder des Dienstpostens schlechthin, des Amtes im konkret-funktionellen Sinne, in erheblich geringerem Maße geschützt als gegen die Entziehung des Amtes im statusrechtlichen und auch des Amtes im abstrakt-funktionellen Sinne (vgl. BVerwGE 60, 144 [150 f.] m. weit. Nachw.).

    Zwar hat der Beamte einen Anspruch auf Übertragung eines seinem Amt im statusrechtlichen und abstrakt-funktionellen Sinne entsprechenden Amtes im konkret-funktionellen Sinne, d. h. eines amtsgemäßen Aufgabenbereichs (vgl. BVerwGE 49, 64 [67 f.]; 60, 144 [150]; 65, 270 [273]; 87, 310 [315]).

    Mit dem statusrechtlichen Amt und dessen Zuordnung zu einer bestimmten Besoldungsgruppe in Verbindung mit der Relation zu anderen Ämtern und deren Zuordnung zu den Besoldungsgruppen und der laufbahnrechtlichen Einordnung wird abstrakt Inhalt, Bedeutung, Umfang und Verantwortung (die für die Wertigkeit des Amtes maßgebenden Faktoren) und damit die Wertigkeit des Amtes zum Ausdruck gebracht (vgl. BVerwGE 49, 64 [67]; 60, 144 [150]; 65, 253 [255]; 270 [272]; 69, 24 [26]; 87, 310 [313]; st. Rspr.).

    Er muß vielmehr eine Änderung seines dienstlichen Aufgabenbereichs durch Umsetzung oder andere organisatorische Maßnahmen (vgl. BVerwGE 65, 270 [273]) nach Maßgabe seines Amtes im statusrechtlichen Sinne hinnehmen (vgl. BVerwGE 60, 144 [150] m. weit. Nachw.; Urteile vom 12. Februar 1981 - BVerwG 2 C 42.78 - [aaO]; vom 17. Dezember 1981 - BVerwG 2 C 40.80 - [Buchholz 237.5 § 34 Nr. 1]; BVerwGE 65, 270 [273]; Urteile vom 26. November 1987 - BVerwG 2 C 53.86 - [Buchholz 237.7 § 85 Nr. 6]; vom 9. März 1989 - BVerwG 2 C 4.87 - [Buchholz 232 § 23 Nr. 36]; st. Rspr.).

    Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner neueren Rechtsprechung wiederholt darauf hingewiesen, daß es für die Zulässigkeit einer Verletzung oder Umsetzung grundsätzlich nur darauf ankommt, ob der neue Dienstposten dem statusrechtlichen Amt des Beamten entspricht, nicht dagegen auf den Umfang etwaiger Leitungsaufgaben (vgl. BVerwGE 60, 144 [152 f.]; Urteil vom 24. Januar 1985 - BVerwG 2 C 4.83 - [aaO]).

    Soweit aus länger zurückliegenden Entscheidungen, z.B. den in BVerwGE 60, 144 (152) angeführten Urteilen, eine weitergehende Einschränkung der Entziehung von leitenden Funktionen entnommen werden konnte, ist dies durch die oben zitierte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts überholt.

    Die Ermessenserwägungen des Dienstherrn können daher im verwaltungsgerichtlichen Verfahren im allgemeinen nur daraufhin überprüft werden, ob sie durch Ermessensmißbrauch maßgebend geprägt sind (BVerwGE 60, 144 [151] m. weit. Nachw.; Urteil vom 26. November 1987 - BVerwG 2 C 53.86 - [aaO]).

  • BVerwG, 22.06.2006 - 2 C 26.05  

    Bei einem Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost beschäftigter Beamter;

    Er muss vielmehr Änderungen seines abstrakten und konkreten Aufgabenbereiches nach Maßgabe seines statusrechtlichen Amtes hinnehmen (BVerfG, Urteil vom 8. Februar 1977 1 BvR 79, 278, 282/70 BVerfGE 43, 242 ; Beschluss vom 7. November 1979 2 BvR 513, 558/74 BVerfGE 52, 303 ; BVerwG, Urteile vom 22. Mai 1980 BVerwG 2 C 30.78 BVerwGE 60, 144 , vom 28. November 1991 a.a.O. S. 201 und vom 23. September 2004 a.a.O. S. 56).

    Bei jeder sachlich begründbaren Änderung der dem Beamten übertragenen Funktionsämter muss ihm jedoch stets ein amtsangemessener Tätigkeitsbereich verbleiben (Urteile vom 22. Mai 1980 a.a.O. S. 151, vom 28. November 1991 a.a.O. und vom 1. Juni 1995 BVerwG 2 C 20.94 BVerwGE 98, 334 ).

  • BVerwG, 29.04.1982 - 2 C 41.80  

    Ausbildungs- und Prüfungsordnung des Gerichtsvollzieherdienstes vom 11.7.1967

    Das statusrechtliche Amt und dessen Zuordnung zu einer bestimmten Besoldungsgruppe in Verbindung mit der Relation zu anderen Ämtern und deren Zuordnung zu den Besoldungsgruppen und der laufbahnrechtlichen Einordnung (Laufbahn- und Laufbahngruppenzugehörigkeit) bringen abstrakt die Wertigkeit des Amtes zum Ausdruck und legen die amtsgemäße Besoldung fest (vgl. u.a. BVerwGE 49, 64 (67); 60, 144 (150); Urteile vom 26. Mai 1971 - BVerwG 6 C 57.68 - (Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 13 = ZBR 1971, 305), vom 29. Mai 1973 - BVerwG 2 C 5.73 - (Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 14), vom 3. März 1975 - BVerwG 6 C 17.72 - (Buchholz 237.7 § 28 LBG NW Nr. 6) und vom 29. April 1982 - BVerwG 2 C 26.80 - (zur Veröffentlichung in der Entscheidungssammlung bestimmt)).

    Der Beamte hat deshalb grundsätzlich Anspruch auf Übertragung eines seinem statusrechtlichen Amt entsprechenden funktionellen Amtes, eines "amtsgemäßen" Aufgabenbereichs (BVerwGE 49, 64 (67 f.); 60, 144 (150)).

    Ohne sein Einverständnis darf ihm grundsätzlich keine Tätigkeit zugewiesen werden, die - gemessen an seinem statusrechtlichen Amt, seiner Laufbahn und seinem Ausbildungsstand, d.h. dem abstrakten Aufgabenbereich seines statusrechtlichen Amtes - "unterwertig" ist (vgl. Urteile vom 26. Mai 1971 - BVerwG 6 C 57.68 - (a.a.O.) und vom 3. März 1975 - BVerwG 6 C 17.72 - (a.a.O.); BVerwGE 60, 144 (151)).

    Jedoch hat der Beamte kein Recht auf unveränderte und ungeschmälerte Ausübung des ihm einmal übertragenen konkreten Amtes im funktionellen Sinne (Dienstpostens), sondern muß vielmehr Änderungen seines dienstlichen Aufgabenbereichs durch Umsetzung oder andere organisatorische Maßnahmen nach Maßgabe seines Amtes im statusrechtlichen Sinne hinnehmen (vgl. BVerfGE 8, 332 (344 ff.); 52, 303 (354); BVerwGE 60, 144 (150); Urteil vom 12. Februar 1981 - BVerwG 2 C 42.78 - (Buchholz 232 § 26 BBG Nr. 21 = DVBl. 1981, 495)).

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