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| BSG, 31.01.1989 - 2 RU 30/88 |
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Abgrenzung des Kleingartenbegriffs iS. des § 778 RVO
Zeitschriftenfundstellen
- BSGE 64, 252
Wird zitiert von ... (36)
- BSG, 11.11.2003 - B 2 U 51/02 R
Landwirtschaftliche Unfallversicherung - Versicherungspflicht - …
Dabei handelt es sich um Unternehmen, die "Land" bewirtschaften, also Bodenbewirtschaftung betreiben; dies umfasst Tätigkeiten von nicht ganz kurzer Dauer, die dazu bestimmt sind, Bodengewächse überwiegend planmäßig aufzuziehen und abzuernten (BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; Brackmann/Krasney, SGB VII, § 123 RdNr 11; Graeff in Hauck/Noftz, SGB VII, K § 123 RdNr 4; Kater/Leube, Gesetzliche Unfallversicherung, SGB VII, § 123 RdNr 4, jeweils mwN).Wie das BSG bereits in seinem Urteil vom 31. Januar 1981 (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2;… zuletzt bestätigt durch BSG Urteil vom 6. Mai 2003 - B 2 U 37/02 R, zur Veröffentlichung in SozR 4 vorgesehen) entschieden hat, ist der Begriff "anderer Kleingarten" eng an denjenigen in den Gesetzen und Verordnungen über Kleingärten anzulehnen.
Die Systematik der gesetzlichen Regelung für die Annahme eines landwirtschaftlichen Unternehmens in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung - allgemeine Definition in § 776 Abs. 1 RVO und (alleinige) Ausnahmefiktion für gärtnerisch für den Eigenbedarf genutzte Grundstücke in § 778 RVO - spricht dafür, dass das Gesetz (mangels ausdrücklich geregelter Ausnahmen) hinsichtlich aller anderen landwirtschaftlichen Unternehmen auch Zwergbetriebe bzw Kleinstunternehmen in die Zwangsversicherung endgültig einbezogen hat (vgl BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG Urteil vom 6. Mai 2003 - B 2 U 37/02 R -).
Soweit der Senat in seinen bisherigen Entscheidungen in allgemein gehaltener Form von einer "Geringfügigkeitsgrenze" gesprochen hat (BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG Beschluss vom 25. Oktober 1989 - 2 BU 99/89 - HV-Info 1990, 411) bezogen sich diese Äußerungen auf einen Mindestarbeitsaufwand der Bodenbewirtschaftung.
Der Senat hat das Bestehen eines landwirtschaftlichen Unternehmens etwa angenommen bei einem mindestens 1.500 qm großen Grundstück, auf dem 43 tragende Obstbäume standen (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2), ferner bei einem 440 qm großen Grundstück, auf dem eine Ziege, fünf Hühner und ein Schwein gehalten und das gewonnene Fleisch eingekocht wurde (…BSG SozR Nr. 1 zu § 915 RVO aF).
Insoweit hat das BSG das Bestehen eines anderen Kleingartens angenommen (…BSGE 36, 71, 72 = SozR Nr. 40 zu § 539 RVO); diese Entscheidung datiert allerdings vom 26. Juni 1973 und damit aus der Zeit vor dem Urteil vom 31. Oktober 1989 (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2), in dem der Senat den Begriff des anderen Kleingartens erstmals an den Flächenvorgaben des Bundeskleingartengesetzes ausgerichtet hat, sodass sie insoweit überholt ist.
Besonders nahe liegend erscheint die Parallele zu der in BSGE 64, 252 (…= SozR 2200 § 778 Nr. 2) veröffentlichten Entscheidung: Zwar ist die Zahl der Obstbäume hier mit 30 geringer als dort mit 43, jedoch ist das Grundstück im vorliegenden Fall mit 2028 qm etwa 500 qm größer und findet sich als weitere arbeitsaufwändige Anlage landwirtschaftlicher Bodenbewirtschaftung noch der Gemüsegarten, sodass durchaus von vergleichbaren Verhältnissen ausgegangen werden kann.
- LSG Sachsen, 07.02.2002 - L 2 U 174/99 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BSG, 06.05.2003 - B 2 U 37/02 R
Landwirtschaftliche Unfallversicherung - Beitragspflicht - landwirtschaftliches …
Dabei handelt es sich um Unternehmen, die "Land" bewirtschaften (Bodenbewirtschaftung), also um Tätigkeiten, die dazu bestimmt sind, Bodengewächse überwiegend planmäßig aufzuziehen und abzuernten (BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; Brackmann/Krasney, SGB VII, § 123 RdNr 11; Graeff in Hauck/Noftz, SGB VII, K § 123 RdNr 4; Kater/Leube, Gesetzliche Unfallversicherung, SGB VII, § 123 RdNr 4, jeweils mwN).Soweit das BSG in seinen bisherigen Entscheidungen von einer "Geringfügigkeitsgrenze" gesprochen hat (BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG Beschluss vom 25. Oktober 1989 - 2 BU 99/89 - HV-Info 1990, 411) bezogen sich diese Äußerungen auf einen Mindestarbeitsaufwand der Bodenbewirtschaftung.
So hat das BSG das Bestehen eines landwirtschaftlichen Unternehmens angenommen in dem Fall eines mindestens 1.500 qm großen Grundstückes, auf dem 43 tragende Obstbäume standen (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2), ferner in dem Fall eines 440 qm großen Grundstückes, auf dem eine Ziege, fünf Hühner und ein Schwein gehalten und das gewonnene Fleisch eingekocht wurde (…BSG SozR Nr. 1 zu § 915 RVO aF).
Diese Entscheidung datiert indes vom 26. Juni 1973 und damit aus der Zeit vor der den Begriff des anderen Kleingartens an den Flächengrößen des Bundeskleingartengesetzes ausrichtenden Entscheidung vom 31. Oktober 1989 (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2).
Wie das BSG bereits im Jahre 1989 (BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2) entschieden hat, ist der Begriff des (anderen) Kleingartens eng an denjenigen in den Gesetzen und Verordnungen über Kleingärten anzulehnen.
- LSG Nordrhein-Westfalen, 02.06.2010 - L 17 U 228/08
Unfallversicherung
Dabei handelt es sich um Unternehmen, die "Land" bewirtschaften (Bodenbewirtschaftung), also um Tätigkeiten, die dazu bestimmt sind, Bodengewächse überwiegend planmäßig aufzuziehen und abzuernten (vgl. BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG, Urteil vom 07.11.2000 - B 2 U 28/99 R - HVBG-INFO 2000, 3430).Die bisher ergangene Rechtsprechung des BSG (…vgl. etwa BSGE 32, 211 = SozR Nr. 1 zu § 815 RVO;… BSGE 36, 71 = SozR Nr. 40 zu § 539 RVO; BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG, Beschluss vom 25.10.1989 - 2 BU 99/89 - HV-INFO 411; BSG, Urteil vom 06.05.2003 - B 2 U 37/02 R - HVBG-INFO 2003, 2061; BSG, Urteil vom 11.11.2003 - B 2 U 51/02 R) erscheint stark einzelfallbezogen, so dass sich - jedenfalls unter der Geltung der RVO - die Frage stellt, wo die Grenze verläuft, um tatsächlich von einer Bodenbewirtschaftung i.S. einer "planmäßigen Aufzucht und Aberntung von Bodengewächsen" ausgehen zu können.
Unter der Geltung der RVO hat das BSG allerdings noch ausgeführt, die landwirtschaftliche Unfallversicherung erfasse auch Zwergbetriebe (lediglich) "oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze", wobei diese Grenze vor allem von dem Arbeitsaufwand der Bodenbewirtschaftung bestimmt werde (vgl. BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2).
Für eine solche formale Sichtweise spricht zunächst die vom BSG mehrfach betonte Systematik der gesetzlichen Regelungen, wonach in der gesetzlichen Unfallversicherung angesichts der allgemeinen Definition in § 776 Abs. 1 RVO und der alleinigen Ausnahmefiktion für gärtnerisch für den Eigenbedarf genutzte Grundstücke in § 778 RVO - mangels ausdrücklich geregelter Ausnahmen - hinsichtlich aller anderen landwirtschaftlichen Unternehmen auch Zwergbetriebe bzw. Kleinstunternehmen in die Zwangsversicherung endgültig einbezogen sind (vgl. BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; BSG…, Urteil vom 06.05.2003, a.a.O.).
Wie das BSG bereits unter der Geltung der RVO entschieden hat, ist der Begriff des (anderen) Kleingartens eng an denjenigen in den Gesetzen und Verordnungen über Kleingärten anzulehnen (vgl. BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2).
Es handelt sich schließlich auch nicht um einen Hausgarten, weil ein solcher allenfalls eine Größe von 2.500 qm haben darf (vgl. Bayerisches LSG, Urteil vom 22.09.2009 - L 17 U 94/07; Sächsisches LSG, Urteil vom 11.04.2002 - L 2 U 103/01 LW;… Diel in Hauck/Noftz, SGB VII, K § 123 Rz. 12, Stand März 2010;… Bereiter-Hahn/Mehrtens, Gesetzliche Unfallversicherung, § 123 Rz. 18;… Schmitt, SGB VII, 4. Aufl. 2009, § 123 Rz. 25;… Merle in LPK-SGB VII, 2. Aufl. 2007, § 123 Rz 36; offen gelassen in BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2).
- BSG, 07.12.2004 - B 2 U 43/03 R
Landwirtschaftliche Unfallversicherung - forstwirtschaftliche Unfallversicherung …
Soweit das BSG in früheren Entscheidungen geäußert hat, dass land- und forstwirtschaftliche Kleinstunternehmen nicht von der landwirtschaftlichen Unfallversicherung erfasst werden, wenn der Umfang der Bodenbewirtschaftung eine arbeitsaufwandsbezogene Geringfügigkeitsgrenze unterschreitet (BSGE 64, 252, 253 = SozR 2200 § 778 Nr. 2; Beschluss vom 12. Juni 1989 - 2 BU 175/88 - HV-Info 1989, 2026), kommt dem unter der Geltung des SGB VII keine Bedeutung mehr zu. - BSG, 12.06.1989 - 2 BU 175/88 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BSG, 28.09.1999 - B 2 U 40/98 R
Landwirtschaftliche Unfallversicherung - forstwirtschaftlicher Unternehmer - …
Danach werden lediglich Haus-, Zier- und andere Kleingärten unter bestimmten Voraussetzungen von der landwirtschaftlichen Unfallversicherung nicht umfaßt (s dazu Urteil des Senats vom 31. Januar 1989 - 2 RU 30/88 - = BSGE 64, 252 = SozR 2200 § 778 Nr. 2). - LSG Baden-Württemberg, 22.06.2006 - L 6 U 1442/04
Gesetzliche Unfallversicherung - landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft - …
Gerade diese Definition hat das BSG aber auch für den Bereich der landwirtschaftlichen Unfallversicherung übernommen (BSG, Urteil vom 11. November 2003 - B 2 U 51/02 R - BSG, Urteil vom 31. Januar 1989 - 2 RU 30/88 - SozR 2200 § 778 Nr. 2).Diese umfasst Tätigkeiten von nicht ganz kurzer Dauer, die dazu bestimmt sind, Bodengewächse überwiegend planmäßig aufzuziehen und abzuernten (BSG, Urteil vom 11. November 2003 - B 2 U 51/02 R - BSG, Urteil vom 31. Januar 1989 - 2 RU 30/88 - SozR 2200 § 778 Nr. 2).
- LSG Sachsen, 11.04.2002 - L 2 U 103/01 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- VerfGH Bayern, 26.02.2008 - 8-IX-08 So sind nur Haus-, Zier- und andere Kleingärten gem. § 123 Abs. 2 SGB VII ebenso wie bei der früher geltenden Regelung des § 778 RVO unter den dort genannten Voraussetzungen von der landwirtschaftlichen Unfallversicherung ausgenommen (vgl. BSG, Urteil vom 31.01.1989, Az.: 2 RU 30/88).
Soweit das BSG in früheren Entscheidungen geäußert hat, dass land- und forstwirtschaftliche Kleinstunternehmen nicht von der landwirtschaftlichen Unfallversicherung erfasst würden, wenn der Umfang der Bodenbewirtschaftung eine arbeitsaufwandsbezogene Geringfügigkeitsgrenze unterschreite (vgl. z.B. BSGE 64, 252, 253; BSG, Beschluss vom 12.06.1989, Az.: 2 BU 175/88), kommt dem unter der Geltung des SGB VII keine Bedeutung mehr zu.
- BSG, 07.12.2004 - B 2 U 42/03 R
Festsetzung des Grundbeitrags in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung
- SG Augsburg, 14.01.2008 - S 5 U 5059/06
- BSG, 25.10.1989 - 2 BU 99/89
- LSG Nordrhein-Westfalen, 13.07.2005 - L 17 U 1/05
Unfallversicherung
- SG Augsburg, 26.02.2008 - S 5 U 5031/07
- BSG, 14.12.1999 - B 2 U 45/98 R
Einordnung Legehennenbetriebes in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung
- SG Augsburg, 03.08.2007 - S 5 U 5056/06
- BSG, 18.01.2011 - B 2 U 16/10 R
Landwirtschaftliche Unfallversicherung - landwirtschaftlicher Unternehmer - …
- BSG, 19.03.1991 - 2 RU 58/90
Anforderungen an Zweck und Gegenstand eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens …
- BSG, 07.11.2000 - B 2 U 42/99 R
Pferdepensionshaltung als landwirtschaftliches Nebenunternehmen
- BSG, 07.11.2000 - B 2 U 28/99 R
Unternehmereigenschaft in einem auslaufenden landwirtschaften Betrieb
- SG Lüneburg, 21.04.2010 - S 2 U 96/05
- SG Lüneburg, 22.04.2010 - S 2 U 96/05
- LSG Bayern, 24.07.2012 - L 17 U 187/11
Zur Beitragspflicht des Waldbesitzers als forstwirtschaftlicher Unternehmer in …
- LSG Bayern, 24.07.2012 - L 17 U 185/11
Zur Beitragspflicht des Waldbesitzers als forstwirtschaftlicher Unternehmer in …
- LSG Bayern, 17.10.2001 - L 2 U 90/00
- LSG Nordrhein-Westfalen, 22.01.2003 - L 17 U 282/01
Unfallversicherung
- LSG Niedersachsen-Bremen, 30.11.2011 - L 3 U 138/10
(Landwirtschaftliche Unfallversicherung - Beitragspflicht - landwirtschaftliches …
- LSG Bayern, 28.11.2001 - L 18 U 252/99
- LSG Bayern, 27.07.2004 - L 17 U 293/03
- LSG Sachsen, 15.11.2001 - L 2 U 143/99
- LSG Sachsen, 15.11.2001 - L 2 U 197/99
- LSG Sachsen, 15.11.2001 - L 2 U 137/99
- LSG Sachsen, 10.01.2002 - L 2 U 142/99
- BSG, 07.11.2000 - B 2 U 42/99
- LSG Niedersachsen-Bremen, 23.09.2002 - L 6 U 61/01
