Rechtsprechung
   BGH, 21.12.2005 - 3 StR 470/04   

Volltextveröffentlichungen (14)

  • HRR Strafrecht

    § 266 Abs. 1 StGB; § 87 Abs. 1 AktG; § 93 Abs. 1 Satz 1 AktG; § 112 AktG; § 116 Satz 1 AktG; § 15 StGB; § 16 StGB; § 17 StGB; § 27 StGB; § 353 StPO
    Untreue (gravierende Verletzung einer Vermögensbetreuungspflicht; sicherer Vermögensnachteil; Einverständnis des Vermögensinhabers); Fall Mannesmann (Vodafone); Aktiengesellschaft (Präsidium; Aufsichtsrat; Vorstand; unternehmerische Führungs- und Gestaltungsaufgaben: Beurteilungs- und Ermessensspielraum); Sonderzahlung (Anreizwirkung; Dienstvertrag; kompensationslose Anerkennungsprämie; Verschwendung); unvermeidbarer Verbotsirrtum; Beihilfe bei berufstypischen neutralen Handlungen (objektive Zurechnung; Gehilfenvorsatz).

  • lexetius.com

    StGB § 266 Abs. 1; AktG § 87 Abs. 1, § 93 Abs. 1 Satz 1, § 112, § 116 Satz 1

  • openjur.de
mehr
  • bundesgerichtshof.de
  • IWW
  • rws-verlag.de

    Bewilligung einer nachträglichen kompensationslosen Anerkennungsprämie an Vorstandsmitglieder als Untreue ("Mannesmann")

  • Kanzlei Prof. Schweizer (Volltext/Auszüge)

    BGH Urteil wegen Untreue bei Mannesmann Abfindungen

  • DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Nachträgliche Anerkennungsprämien für Vorstandsmitglieder (Mannesmann AG) ohne zukunftsbezogenen Nutzen für die Gesellschaft stellt treuepflichtwidrige Verschwendung des Gesellschaftsvermögens dar

  • Institut für Deutsches und Europäisches Unternehmensrecht

    Mannesmann-Verfahren

    Aufsichtsratsmitglieder können sich nicht nur bei gravierenden Pflichtverletzungen wegen Untreue strafbar machen

  • strafrecht-online.org (Volltexte/Auszüge/Entscheidungsanmerkung)

    § 266
    Untreue, Verletzung aktienrechtlicher Pflichten durch Vorstand und Aufsichtsrat, Pflichtverletzung und Verbotsirrtum

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Fall "Mannesmann"; Sonderzahlungen für Vorstandsmitglieder als Untreue

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Strafrecht - Nachträgliche Anerkennungsprämie für AG-Vorstandsmitglied: Untreue?

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Bewilligung einer nachträglichen kompensationslosen Anerkennungsprämie an Vorstandsmitglieder als Untreue ("Mannesmann")

Kurzfassungen/Presse (10)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Bundesgerichtshof hebt Freisprüche im Mannesmann-Verfahren auf

  • wkdis.de (Pressemitteilung)

    Freisprüche im Mannesmann-Verfahren aufgehoben

  • gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz)

    Anstellungsvertrag, Aufsichtsrat, Gesellschaftsrecht, Treuepflicht, Vermögensdelikte, Vorstand

mehr
  • NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
  • jurawelt.com (Pressemitteilung)

    Freisprüche im Mannesmann-Verfahren aufgehoben

  • lawinfo.de (Pressemitteilung)

    BGH hebt Freisprüche im Mannesmann-Verfahren auf

  • sueddeutsche.de (Pressebericht, 21.12.2005)

    Der Fall Mannesmann: Nach Gutsherrenart

  • uni-mannheim.de (Pressebericht, 03.02.2006)

    Mannesmann-Verteidiger wirft dem BGH Scheuklappen vor

  • Telepolis (Pressebericht, 23.12.2005)

    Sündenböcke gesucht


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • sueddeutsche.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 20.10.2005)

    Revision im Mannesmann-Prozess: Unruhe auf der Anklagebank

Besprechungen u.ä. (12)

  • IWW (Entscheidungsbesprechung)

    Vorstandsvergütung - Strafrechtliche Risiken für den Aufsichtsrat

  • Lehrstuhl für Strafrecht Prof. Marxen (Entscheidungsanalyse, insb. für Studienzwecke)

    Mannesmann-Fall

    § 266 Abs. 1 StGB; § 87 Abs. 1 AktG; § 27 Abs. 1 StGB; § 17 StGB
    Untreue; Vermögensbetreuungspflicht von Aufsichtsratsmitgliedern einer AG; Zurechnung von Kollektiventscheidungen; Beihilfe und berufstypisches Verhalten; Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums

  • strafrecht-online.org (Volltexte/Auszüge/Entscheidungsanmerkung)

    § 266
    Untreue, Verletzung aktienrechtlicher Pflichten durch Vorstand und Aufsichtsrat, Pflichtverletzung und Verbotsirrtum

mehr
  • raupach.de , S. 14 (Entscheidungsbesprechung)

    Das Mannesmann-Urteil des Bundesgerichtshofs und nachträglich vorgesehene Vorstandsvergütungen (Forum Juris 01/2006, S. 14-15)

  • eckstein-leitner.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Unternehmensstrafrecht in der Revision (RA Werner Leitner; StraFo 2010, 323)

  • klsal.de (Entscheidungsbesprechung)

    Auswirkungen des "Mannesmann-Urteils" des BGH (Dr. Bernhard Noreisch, LL.M.)

  • law-blog.de (Entscheidungsbesprechung)

    BGH hebt Urteile im Ackermann-Prozess auf

  • zis-online.com (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Organuntreue durch Spenden und prospektiv kompensationslose Anerkennung (PD Dr. Mark Deiters; ZIS 2006, 152)

  • beck-shop.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Das Unglück Mannesmann (Marcus Lutter; myops 2007, 8)

  • spiegel.de (Interview mit Bezug zur Entscheidung, 21.12.2005)

    Strafrechtler Schünemann zu Mannesmann-Prozess: "Es kann nun keinen faulen Frieden mehr geben"

  • strate.net (Entscheidungsanmerkung)

    Weg mit Schaden - zum Neubeginn des Mannesmann-Verfahrens (RA Gerhard Strate; Rheinischer Merkur 43/2006 v. 26.10.2006)

  • EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)

    Untreue bei Bewilligung einer nachträglichen kompensationslosen Anerkennungsprämie an Vorstandsmitglieder ("Mannesmann")

Sonstiges (19)

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.12.2005, Az.: 3 StR 470/04 (Untreuevorwurf wegen Verletzung aktienrechtlicher Pflichten)" von Prof. Dr. Thomas Rönnau, original erschienen in: NStZ 2006, 214 - 221.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.12.2005, Az.: 3 StR 470/04 (Zur Gewährung "kompensationsloser Anerkennungsprämien" - Fall Mannesmann)" von Prof. Dr. Joachim Vogel, Peter Hocke, original erschienen in: JZ 2006, 568 - 571.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Das Mannesmann-Revisionsurteil aus der Sicht des Aktien- und allgemeinen Zivilrechts" von RA/Notar a.D. Dr. Martin Peltzer, original erschienen in: ZIP 2006, 205 - 210.

mehr
  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Das 'Aus' für nachträglich vorgesehene Vorstandsvergütung ohne Anreizwirkung?" von Prof. Dr. Micheal Kort, original erschienen in: NZG 2006, 131 - 133.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Vorstandsvergütungen und Abfindungen auf dem aktien- und strafrechtlichen Prüfstand - Das Mannesmann-Urteil des BGH" von Prof. Dr. Gerald Spindler, original erschienen in: ZIP 2006, 349 - 355.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Überformung des Aktienrechts durch die Rechtsprechung von Straf- und Verwaltungsgerichten?" von Prof. Dr. Meinrad Dreher, LL.M., original erschienen in: AG 2006, 213 - 223.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Ackermann & Co.: Gutsherren oder Gutsverwalter? - eine Nachlese zum Mannesmann-Urteil des BGH vom 21.12.2005" von RA Prof. Dr. Mark K. Binz und WP Dr. Martin Sorg, original erschienen in: BB 2006, 1.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Abfindungs-Caps in Vorstandsverträgen - gute Corporate Governance?" von RA Dr. Jobst-Hubertus Bauer, FAArbR, und RA Dr. Christian Arnold, LL.M., original erschienen in: BB 2007, 1793 - 1797.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 21.12.2005, Az.: 3 StR 470/04 (Untreue durch nachträgliche Sonderzahlungen an Vorstandsmitglied einer AG)" von RA Dr. Daniel M. Krause, LL.M., original erschienen in: StV 2007, 307 - 311.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Das Mannesmann-Urteil des Bundesgerichtshofs: Eine aktienrechtliche Nachlese - Anmerkung zum BGH-Urteil vom 21.12.2005 - 3 StR 470/04, DB 2006 S. 323 -" von Dipl.-Kfm. Prof. Dr. Holger Fleischer, LL.M., original erschienen in: DB 2006, 542 - 545.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Die Zulässigkeit von Vorstandsvergütungen dem Grunde nach - Zu den Konsequenzen des BGH-Urteils für die Praxis" von RA Dr. Hans-Joachim Fonk, original erschienen in: NZG 2006, 813 - 816.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Die 'äußersten' Grenzen des erlaubten Risikos bei Entscheidungen über die Verwendung von Gesellschaftsvermögen" von WissAss. Dr. Kristian Hohn, original erschienen in: wistra 2006, 161 - 164.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Mannesmann und die Folgen für Vorstandsverträge" von RA Dr. Jobst-Hubertus Bauer und RA Dr. Christian Arnold, LL.M., original erschienen in: DB 2006, 546 - 549.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Nach dem Mannesmann-Urteil des BGH: Konsequenzen für Wirtschaft, Justiz und Gesetzgeber" von Dr. Joachim Jahn, original erschienen in: ZIP 2006, 738 - 745.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Von Acker- und Mannesmännern, Gedanken zu Abfindungspraktiken und Unternehmenskontrolle nach dem 'Mannesmann-Urteil' des BGH" von Dr. Jobst-Joachim Neuss, original erschienen in: GmbHR 2006 Heft 6.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Steuerstrafrecht im Geschäftsleben" von Dr. Lars Kutzner, original erschienen in: NWB 2012, 3109 - 3123.

  • wikipedia.org (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)

    Josef Ackermann

  • wikipedia.org (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)

    Mannesmann-Prozess

  • wikipedia.org (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)

    Mannesmann

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHSt 50, 331
  • NJW 2006, 522
  • ZIP 2006, 72
  • NStZ 2006, 214
  • StV 2006, 301
  • WM 2006, 276
  • DB 2006, 323



Kontextvorschau:





Hinweis: Klicken Sie auf das Sprechblasensymbol, um eine Kontextvorschau im Fließtext zu sehen. Um alle zu sehen, genügt ein Doppelklick.

Wird zitiert von ... (31)  

  • BVerfG, 23.06.2010 - 2 BvR 2559/08  

    Präzisierungsgebot Untreuetatbestand

    Der Anwendungsbereich des Untreuetatbestands erstreckt sich in der heutigen Praxis daher auf so unterschiedliche Bereiche wie die Kreditgewährung durch Bankvorstände (BGHSt 46, 30; 47, 148), die Prämiengewährung durch Vorstände öffentlicher oder privater Unternehmen (siehe auch BGHSt 50, 331), die haushaltswidrige Verwendung öffentlicher Mittel (BGHSt 43, 293), Verstöße gegen parteienrechtliche Regelungen (BGHSt 51, 100) oder bestimmte Erscheinungsformen der Korruption (vgl. - neben der hier angegriffenen Entscheidung BGHSt 52, 323 - BGH, Urteil vom 27. Februar 1975 - 4 StR 571/74 -, NJW 1975, S. 1234; Urteil vom 9. Juli 2009 - 5 StR 263/08 -, NJW 2009, S. 3248).

    Sodann stellt sich die Frage nach der Auslegung der relevanten Normen, unter denen sich Vorschriften von erheblicher Unbestimmtheit oder generalklauselartigen Charakters befinden können, da sich dem Normtext des § 266 Abs. 1 StGB Anforderungen an die Bestimmtheit der in Bezug genommenen Normen nicht entnehmen lassen; verwiesen sei insofern nur beispielhaft auf die im Fall der Beschwerdeführer zu III. 1) bis 5) teilweise einschlägigen Bestimmungen der §§ 76, 93, 111, 116 AktG (vgl. dazu BGHSt 47, 187 ; 50, 331 ; Kindhäuser, a.a.O., § 266 Rn. 58).

    Für eine fallgruppenspezifische Obersatzbildung finden sich in der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verschiedene Beispiele (vgl. etwa BGHSt 47, 187 zum Sponsoring; BGHSt 46, 30 und 47, 148 zur Kreditvergabe, näher dazu unten III. 3. a); BGHSt 50, 331 zur Prämiengewährung durch Aktiengesellschaften).

    Tatbestandsbegrenzende Funktion hat auch die jüngere Rechtsprechung, die eine Pflichtverletzung im Sinne des § 266 StGB nur dann bejaht, wenn sie gravierend ist (vgl. BGHSt 47, 148 ; 47, 187 ; siehe aber auch BGHSt 50, 331 ; BGH, Urteil vom 22. November 2005 - 1 StR 571/04 -, NJW 2006, S. 453 ; aus dem Schrifttum vgl. zustimmend Kutzner, NJW 2006, S. 3541 ; ablehnend Beckemper, NStZ 2002, S. 324 ; Sauer, wistra 2002, S. 465 f.).

  • BGH, 17.09.2009 - 5 StR 521/08  

    Untreue (Treubruchstatbestand; Missbrauchstatbestand; Vermögensbetreuungspflicht

    Ein von der Gesamtheit der Aktionäre durch einen Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Sonderbonuszahlung an den Angeklagten V. getroffene Verfügung wäre als ebenso gegen § 78 Satz 2 BetrVG, § 134 BGB verstoßend nichtig gewesen wie die von H. getroffene Vereinbarung (vgl. BGHSt 50, 331, 342 m.w.N.; ferner BGHSt 52, 323, 335).

    Indes liegt ein pflichtwidriger Verstoß gegen die Vermögensbetreuungspflicht jedenfalls dann vor, wenn der verbotene Vermögensabfluss zur Erzielung eines nicht kompensationsbegründenden Vorteils eingesetzt wird (vgl. BGHSt 50, 331, 336, 337 f.; Fischer, StGB 56. Aufl. § 266 Rdn. 40).

    Soweit es das Landgericht unterlassen hat, die hingenommene Vorstellung des Angeklagten, er habe sich für berechtigt gehalten, die Sonderbonuszahlungen entgegenzunehmen, weil sie ihm von dem Vorstandsmitglied H. angeboten und zugewandt worden sind, unter dem Gesichtspunkt eines Tatbestandsirrtums zu erörtern (vgl. BGHR StGB § 266 Abs. 1 Vorsatz 5, insoweit in BGHSt 50, 331 nicht abgedruckt; BGHR StGB § 266 Abs. 1 Pflichtwidrigkeit 4; Fischer aaO § 266 Rdn. 77a), offenbart auch dies keinen Rechtsfehler.

    Die Vorstellung des Angeklagten von der Berechtigung des H. implizierte - wie dargelegt - eine grundlegende Verkennung der zwingenden gesetzlich vorgegebenen betriebsverfassungsrechtlichen Struktur zur Entlohnung der Betriebsräte (vgl. Schweibert/Buse NZA 2007, 1080, 1082; Rüthers NJW 2007, 195, 196) und bedeutete lediglich die Inanspruchnahme eines nicht tatsachenfundierten irrigen Erlaubnissatzes, der nicht zur Annahme eines Tatbestandsirrtums berechtigt (vgl. BGHR StGB § 266 Abs. 1 Vorsatz 5 insoweit in BGHSt 50, 331 nicht abgedruckt; Fischer aaO § 266 Rdn. 77a).

    Die Vorschriften der §§ 25 ff. MitbestG lassen den aktienrechtlichen Grundsatz der individuell gleichen Berechtigung und Verpflichtung aller Aufsichtsratsmitglieder unberührt (vgl. BGHZ 83, 144, 147; Oetker in Erfurter Kommentar aaO MitbestG § 25 Rdn. 11 m.w.N. und § 26 Rdn. 4; vgl. auch BGHSt 50, 331, 336).

    Im Übrigen hat das Landgericht im Fall 29 eine Treupflicht des Angeklagten V. in eigenen Vergütungsangelegenheiten zutreffend abgelehnt (vgl. BGHR StGB § 266 Abs. 1 Vermögensbetreuungspflicht 40, insoweit in BGHSt 50, 331 nicht abgedruckt).

  • BGH, 27.08.2010 - 2 StR 111/09  

    Beihilfe zur Untreue durch die Führung einer schwarzen Kasse im Ausland

    Da die Pflichtwidrigkeit des Handelns Merkmal des Untreuetatbestands ist, schließt das Einverständnis des Inhabers des zu betreuenden Vermögens bereits die Tatbestandsmäßigkeit aus ( BGHSt 50, 331, 342; 52, 323, 335).

    Da die Pflichtwidrigkeit des Handelns Merkmal des Untreuetatbestands ist, schließt das Einverständnis des Inhabers des zu betreuenden Vermögens bereits die Tatbestandsmäßigkeit aus ( BGHSt 50, 331, 342; 52, 323, 335; jew. mwN).

    Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt jedoch nur dem Einverständnis sämtlicher Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft oder einem (Mehrheits-)Beschluss des die Gesamtheit der Gesellschafter repräsentierenden Gesellschaftsorgans (so BGHSt 50, 331, 342 betr. die Aktiengesellschaft; noch enger Krekeler/ Werner, Unternehmer und Strafrecht, 2006: stets Einverständnis aller Gesellschafter erforderlich) tatbestandsausschließende Wirkung zu.

    Im neueren Schrifttum ist angezweifelt worden, ob den Anteilseignern einer Aktiengesellschaft in Übereinstimmung mit dem Urteil des 3. Strafsenats vom 21. Dezember 2005 ( BGHSt 50, 331, 342 - "Mannesmann") überhaupt eine Kompetenz zu einer tatbestandsausschließenden Einwilligung in gesellschaftsschädigende Vermögensverfügungen des Vorstands in gleicher Weise zukommt wie den Gesellschaftern einer GmbH (vgl. dazu zuletzt Rönnau in FS für Amelung S. 247, 253 ff.; Fischer, StGB, 57. Aufl., § 266 Rn. 102; Brammsen/ Apel WM 2010, 781, 786 mwN einerseits; Hoffmann, Untreue und Unternehmensinteresse, 2010 S. 73 ff. andererseits).

mehr
  • BGH, 13.09.2010 - 1 StR 220/09  

    Untreue (Pflichtwidrigkeit: Vermögensbezug, Gesetzlichkeitsprinzip,

    Bei einer Aktiengesellschaft bestimmen sich Umfang und Grenzen der Vermögensbetreuungspflichten der Organe grundsätzlich nach Maßgabe der §§ 76, 93, 116 AktG (vgl. BGHSt 50, 331, 335 f. für den Aufsichtsrat; BGHSt 54, 148 Rn. 36 für den Vorstand).

    Es besteht daher eine Anbindung an die zivil- oder öffentlichrechtlichen Grundlagen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 6. Dezember 2001 - 1 StR 215/01, BGHSt 47, 187; BGH, Urteil vom 23. Mai 2002 - 1 StR 372/01, BGHSt 47, 295, 297; BGH, Urteil vom 13. Mai 2004 - 5 StR 73/03, BGHSt 49, 147, 155; BGH, Urteil vom 21. Dezember 2005 - 3 StR 470/04, BGHSt 50, 331, 335; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 95 sowie Fischer, StGB, 57. Aufl., § 266 Rn. 58 und SSW-StGB/Saliger § 266 Rn. 31 mwN).

    (2) Bei einer Aktiengesellschaft bestimmen sich Umfang und Grenzen der Vermögensbetreuungspflichten der Organe grundsätzlich nach Maßgabe der §§ 76, 93, 116 AktG (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 2005 - 3 StR 470/04, BGHSt 50, 331, 335 f. für den Aufsichtsrat; BGH, Urteil vom 17. September 2009 - 5 StR 521/08, BGHSt 54, 148 Rn. 36 für den Vorstand).

  • OLG Braunschweig, 14.06.2012 - Ws 44/12  

    Untreue durch Aufsichtsratsmitglieder

    Die Kammer weist zwar zutreffend darauf hin, dass Vorstandsmitglieder nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (3. Senat) keine Vermögensbetreuungspflicht verletzten, soweit es um Entscheidungen geht, die ihre eigenen Bezüge betreffen (BGH, Urteil vom 21.12.2005, 3 StR 470/04, juris, Rn. 80 - Mannesmann).

    Bei diesen Urteilen geht es jedoch - worauf der 3. Senat (BGH, Urteil vom 21.12.2005, 3 StR 470/04, juris, Rn.35, 36 - Mannesmann = BGHSt 50, 331 ff., 344, 345) zutreffend hingewiesen hat - offenkundig darum, dem notwendig weiten Handlungsspielraum Rechnung zu tragen, der einem Entscheidungsträger bei der Bemessung des wirtschaftlichen Nutzens von Unternehmensspenden und dem Kreditausfallrisiko zuzubilligen ist.

    Der Untreuetatbestand ist deshalb jedenfalls dann nicht durch das Merkmal einer gravierenden Pflichtverletzung einzuschränken, wenn die zu treffende Entscheidung keinen Handlungsspielraum zulässt (BGH, Urteil vom 21.12.2005, 3 StR 470/04, juris, Rn. 37 f. - Mannesmann = BGHSt 50, 331 ff., 346).

    Weil die Zahlungen der N. AG keinen zukunftsbezogenen Nutzen mehr bringen konnten, handelt es sich der Sache nach um kompensationslose Anerkenntnisprämien, die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als treupflichtwidrige Verschwendung des anvertrauten Gesellschaftsvermögens zu bewerten sind; solche Anerkenntnisprämien sind unabhängig von der Angemessenheit der Zahlungen unzulässig (BGH, Urteil vom 21.12.2005, 3 StR 470/04, juris, Rn. 19 - Mannesmann).

    Sollten sie in Kenntnis des durch die Zahlungen für die N. AG herbeigeführten Nachteils dennoch gemeint haben, die N. AG sei entgegen der Satzung zur Auszahlung berechtigt, wäre ein solcher Irrtum über einen nicht existenten Erlaubnissatz als Verbotsirrtum (§ 17 StGB) einzuordnen (vgl. hierzu: BGH, Urteil vom 21.12.2005, 3 StR 470/04, juris, Rn. 85 - Mannesmann).

  • BGH, 14.01.2009 - 1 StR 158/08  

    Wesen des militärischen Dienstes und sozialwidrige Behandlungen von Untergebenen

    Der Tatrichter darf diese seiner Entscheidung nur dann zu Grunde legen, wenn er in seine Überzeugungsbildung auch die Beweisergebnisse einbezogen hat, die gegen die Richtigkeit der Einlassung sprechen können (vgl. BGH NJW 2006, 522, 527).

    Da an die Bewertung der Einlassung eines Angeklagten aber die gleichen Anforderungen zu stellen sind wie an die Beurteilung von Beweismitteln, darf der Tatrichter diese seiner Entscheidung nur dann zu Grunde legen, wenn er in seine Überzeugungsbildung auch die Beweisergebnisse einbezogen hat, die gegen die Richtigkeit der Einlassung sprechen können (vgl. BGH NJW 2006, 522, 527 - insofern nicht abgedruckt in BGHSt 50, 331 ff.).

  • BGH, 13.12.2007 - IX ZR 116/06  

    Gesellschaftsrecht - Entzug von Geldbeträgen

    Die - wie der vereinbarte Vorrang gegenüber sonstigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft belegt - gerade auch für den Fall einer Krise vorgesehene zusätzliche Vergütung des Beklagten war jedenfalls unzulässig, weil der Schuldnerin als Gegenleistung keine Vorteile zugeflossen waren (vgl. BGHSt 50, 331, 337 "Mannesmann"), sondern der Beklagte das Unternehmen vielmehr in die Insolvenz geführt hatte.
  • BGH, 28.10.2009 - 1 StR 205/09  

    Verwerfung der Revision als unbegründet.

    Da an die Bewertung der Einlassung eines Angeklagten aber die gleichen Anforderungen zu stellen sind wie an die Beurteilung von Beweismitteln, darf der Tatrichter diese seiner Entscheidung nur dann zu Grunde legen, wenn er in seine Überzeugungsbildung auch die Beweisergebnisse einbezogen hat, die gegen die Richtigkeit der Einlassung sprechen können (vgl. BGH NJW 2006, 522, 527 - insofern nicht abgedruckt in BGHSt 50, 331 ff.; Senat, Urt. vom 14. Januar 2009 - 1 StR 158/08 - Rdn. 51 [vorgesehen zum Abdruck in BGHSt 53, 145 ff.]).
  • BGH, 26.09.2012 - 2 StR 553/11  

    Untreue (Pflichtwidrigkeit; Einverständnis des Vermögensinhabers bei der GmbH:

    Da der Untreuetatbestand den Zweck hat, das dem Treupflichtigen anvertraute fremde Vermögen zu schützen (vgl. BGHSt 43, 293, 297), sind Verfügungen, die in Übereinstimmung mit dem Vermögensinhaber erfolgen, grundsätzlich nicht pflichtwidrig im Sinne des § 266 Abs. 1 StGB ( BGHSt 50, 331, 342; 54, 52, 57), sofern das Einverständnis nicht aus bestimmten Gründen unwirksam ist (vgl. BGHSt 54, 52, 57 f.; NJW 2012, 2366, 2369).

    Da der Untreuetatbestand den Zweck hat, das dem Treupflichtigen anvertraute fremde Vermögen zu schützen (vgl. BGHSt 43, 293, 297), sind Verfügungen, die in Übereinstimmung mit dem Vermögensinhaber erfolgen, grundsätzlich nicht pflichtwidrig im Sinne des § 266 Abs. 1 StGB ( BGHSt 50, 331, 342; 54, 52, 57), sofern das Einverständnis nicht aus bestimmten Gründen unwirksam ist (vgl. BGHSt 54, 52, 57 f.; NJW 2012, 2366, 2369).

    Sollte das Landgericht der Auffassung gewesen sein, dass die Tat der Angeklagten B.-B. bereits nach den allgemeinen Regeln ohne Rücksicht auf das Fehlen der Vermögensbetreuungspflicht (vgl. BGH NJW 2006, 522, 530) als Teilnahme zu werten ist, wäre eine doppelte Strafrahmenmilderung nach §§ 27 Abs. 2, 28 Abs. 1 StGB zu prüfen gewesen (vgl. BGHSt 26, 53, 55; BGH NStZ-RR 2006, 109).

  • BGH, 29.08.2007 - 5 StR 103/07  

    Bankrott (Beihilfe); Untreue (Pflichtwidrigkeit und kommunalrechtliches

    Für die Entscheidung, welche Vergütungshöhe zu bezahlen ist (vgl. für Wirtschaftsunternehmen BGHSt 50, 331, 336), ist im Bereich der öffentlichen Verwaltung ein verhältnismäßig weiter Beurteilungs- und Ermessensspielraum eröffnet.
  • LG Düsseldorf, 19.06.2008 - 14 KLs 9/07  
  • BGH, 13.04.2010 - 5 StR 428/09  

    Untreue bei einer englischen Limited (Gründungsstatut; Gründungstheorie;

  • OLG Hamm, 21.08.2012 - 4 RVs 42/12  

    Freispruch des Geschäftsführers der münsterschen Fa. Wohn- und Stadtbau GmbH

  • BGH, 14.01.2009 - 1 StR 554/08  

    Wesen des militärischen Dienstes und sozialwidrige Behandlungen von Untergebenen

  • BGH, 03.04.2008 - 3 StR 394/07  

    Volksverhetzung (Teil der Bevölkerung; Aufstacheln zum Hass; Aufforderung zu

  • OLG Celle, 23.08.2012 - 1 Ws 248/12  

    Weder Betrug noch Untreue durch dauerhaft hohe Kosten für Spendenwerbung einer

  • BGH, 11.12.2008 - 3 StR 21/08  

    Beihilfe (neutrale, berufstypische Handlungen; objektive Zurechnung; deliktischer

  • BGH, 24.06.2010 - 3 StR 90/10  

    Untreue durch einen Stiftungsvorstand (Vermögensbetreungspflicht;

  • BGH, 30.08.2011 - 3 StR 228/11  

    Betrug (Tateinheit; Tatmehrheit; Konkurrenzen); Untreue zum Nachteil einer GmbH

  • KG, 15.09.2006 - 25 U 16/05  

    Eingetragene Genossenschaft: Vertretungsbefugnis eines Aufsichtsratsvorsitzenden

  • LG Braunschweig, 22.02.2008 - 6 KLs 20/07  

    VW-Prozess gegen Volkert und Gebauer "Eigenbeleg, 300 Euro, eine Prostituierte

  • OLG Stuttgart, 17.11.2010 - 20 U 2/10  

    Aktiengesellschaft: Anfechtung eines Hauptversammlungsbeschlusses über die

  • BGH, 03.05.2006 - 2 StR 511/05  

    Betrug; Urkundenfälschung; Untreue (Berechtigung zu einer Verfügung;

  • OLG Frankfurt, 19.02.2007 - 20 W 5/07  

    Wohnungseigentum - Geltung der ZPO im Kostenfestsetzungsverfahren

  • OLG Naumburg, 28.06.2011 - 2 Ss 82/11  

    Tötung von neugeborenen Tigern im Magdeburger Zoo

  • OLG Düsseldorf, 27.10.2011 - 6 U 42/11  

    Abänderung der Festsetzung einer dienstvertraglich vereinbarten Tantieme des

  • FG Baden-Württemberg, 30.03.2009 - 6 K 432/06  

    Verdeckte Gewinnausschüttung wegen Überstundenvergütung an

  • OLG Hamm, 31.03.2009 - 2 Ws 69/09  

    Einziehung, Verfall, Dritter, Organstellung

  • LG Münster, 21.11.2011 - 15 Ns 45 Js 1413/08  
  • LG Münster, 21.11.2011 - 15 Ns 12/10  
  • OLG Jena, 27.10.2010 - 1 Ws 323/10  

    Hinreichender Tatverdacht der Untreue

Sie können auswählen (Maus oder Pfeiltasten):
(Liste aufgrund Ihrer bisherigen Eingabe)
Komplette Übersicht