Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 30.05.1994 - 5 S 2839/93 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Landesrecht Baden-Württemberg
§ 1 Abs 3 BauGB, § 47 VwGO
Festsetzungen im Bebauungsplan über das Maß der baulichen Nutzung - keine planerische Konzeption - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Bauplanungsrecht: Fehlendes Planungskonzept bei unterschiedlicher Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung
Kurzfassungen/Presse
- VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- VBlBW 1994, 352
Wird zitiert von ... (8)
- VGH Baden-Württemberg, 18.09.1998 - 8 S 290/98
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Beachtung des Entwicklungsgebotes; …
Die Anforderungen des § 1 Abs. 3 BauGB stellen zwar nur eine bei groben und einigermaßen offensichtlichen Mißgriffen wirksame Schranke der (gemeindlichen) Planungshoheit dar, denn die Aufstellung eines Bebauungsplans ist bereits dann "erforderlich", wenn der Plan "vernünftigerweise geboten" ist, was sich wiederum nach der von der Gemeinde verfolgten planerischen Konzeption bestimmt (…vgl. etwa: BVerwG, Urt. v. 22.1.1993 - 8 C 4 5 . 9 1 (richtig: 8 C 46.91) -, BauR 1993, 585/587 = PBauE § 123 BauGB Nr. 1; VGH Bad.-Württ., Normenkontrollbeschluß v. 30.5.1994 - 5 S 2839/93 -, UPR 1994, 458 = PBauE § 1 Abs. 3 BauGB Nr. 7; Normenkontrollurteil v. 30.1.1995 - 5 S 862/94 -, NuR 1996, 36/37 = PBauE § 1 Abs. 1 BauGB Nr. 1).Es ist daher in der Rechtsprechung wiederholt betont worden, daß es ein Mißverständnis sei anzunehmen, die Ausübung der Planungshoheit bedürfe von sich aus keiner Rechtfertigung, sondern sei gewissermaßen bis zum Beweis entgegenstehender Belange um ihrer selbst willen rechtens (…BVerwG, Urt. v. 12.12.1969 - IV C 105.66 -, BVerwGE 34, 301 = PBauE § 1 Abs. 6 BauGB Nr. 1;… Urt. v. 22.3.1985 - 4 C 15.83 -, BVerwGE 71, 166 = UPR 1985, 368; VGH Bad.-Württ., Normenkontrollbeschluß v. 30.5.1994, a.a.O.).
- VGH Baden-Württemberg, 28.01.2005 - 8 S 2831/03
Städtebauliche Rechtfertigung von Nutzungsausschluss
Darüber hinaus fehlt es an der städtebaulichen Rechtfertigung auch dann, wenn die Festsetzungen des Bebauungsplans kein schlüssiges Plankonzept erkennen lassen, das eine Überprüfung des Nutzungsausschlusses auf seine Eignung, Erforderlichkeit und Angemessenheit erlaubt (vgl. Urt. des Senats v. 23.8.2001 - 8 S 1119/01 -, VBlBW 2002, 741 = PBauE § 1 Abs. 9 BauNVO Nr. 12; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 30.5.1994 - 5 S 2839/93 -, BRS 56 Nr. 1;… zur Unverhältnismäßigkeit einer konzeptionslosen Planung vgl. Brügelmann, a.a.O., § 1 Rn. 237 m.w.N.). - VGH Baden-Württemberg, 30.01.1995 - 5 S 862/94
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: mißbräuchliche Aufstellung eines …
Trotz der einschränkenden Auslegung, die das Erfordernis der Planlegitimation in ständiger Rechtsprechung insbesondere auch des Bundesverwaltungsgerichts gefunden hat, bleibt doch als wesentlich erhalten, daß jede Bauleitplanung auf eine geordnete städtebauliche Entwicklung ausgerichtet zu sein und diese zu gewährleisten hat (…vgl. zusammenfassend: BVerwG, Urt. v. 22.01.1993 - 8 C 46.91 - BauR 1993, 585 mit zahlreichen Nachweisen der Rechtsprechung des 4. Senats des BVerwG; im Anschluß daran: Beschl. d. erk. Sen. v. 30.05.1994 - 5 S 2839/93 - UPR 1994, 458).Damit ist aber der Bebauungsplan ungültig (…vgl. auch OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 05.03.1986 - 10 C 45/85 - BauR 1986, 412;… Hess. VGH, Urt. v. 20.06.1990 - 4 UE 475/87 - BRS 50 Nr. 7; Urt. d. erk. Sen. v. 30.05.1994 a.a.O.).
- VGH Baden-Württemberg, 05.06.1996 - 8 S 487/96
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Mitteilungspflicht nach BauGB § 3 Abs …
§ 1 Abs. 3 BauGB verhindert lediglich eine Planung dann, wenn sie erkennbar von keiner städtebaulichen Konzeption getragen ist und deshalb einen groben und einigermaßen offensichtlichen Mißgriff darstellt (…vgl. BVerwG, Urt. v. 22.1.1993 - 8 C 46.91 - BauR 1993, 585; VGH Bad.-Württ., Normenkontrollbeschluß v. 30.5.1994 - 5 S 2839/93 - UPR 1994, 458 = PBauE § 1 Abs. 3 BauGB Nr. 7; OVG NW, Normenkontrollurteil v. 22.3.1993 - 11a NE 64/89 - PBauE § 9 Abs. 1 (Nr. 11) BauGB Nr. 4). - VGH Baden-Württemberg, 14.11.1996 - 5 S 5/95
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: unzulässige Festsetzung von Nutzungszeiten …
§ 1 Abs. 3 BauGB verhindert eine Planung lediglich dann, wenn sie erkennbar von keiner städtebaulichen Konzeption getragen ist und deshalb einen groben und einigermaßen offensichtlichen Mißgriff darstellt (…zu diesen Grundsätzen vgl. zusammenfassend BVerwG, Urt. v. 22.01.1993 - 8 C 46.91 -, BauR 1993, 585/587 = PBauE § 123 BauGB Nr. 1 sowie Beschl. d. Senats v. 30.05.1994 - 5 S 2839/93 -, UPR 1994, 458 = PBauE § 1 Abs. 3 BauGB Nr. 7 und VGH Bad.-Württ., NK-Beschl. v. 05.06.1996 - 8 S 487/96). - VGH Baden-Württemberg, 15.12.1999 - 3 S 3244/98
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Festsetzung der überbaubaren …
Zwar kann ein Bebauungsplan auch dann gegen § 1 Abs. 3 BauGB verstoßen, wenn er für zahlreiche Bauflächen seines Geltungsbereichs jeweils einzelne unterschiedliche Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung trifft, die keine auf die städtebauliche Ordnung ausgerichtete planerische Konzeption erkennen lassen (vgl. VGH Bad.-Württ., NK-Beschluß vom 30.5.1994, UPR 1994, 458). - VG Sigmaringen, 30.11.2011 - 4 K 637/10
Genehmigung Änderung Flächennutzungsplan
§ 1 Abs. 3 BauGB verhindert eine Planung zum Einen dann, wenn sie erkennbar von keiner städtebaulichen Konzeption getragen ist und deshalb einen groben und einigermaßen offensichtlichen Missgriff darstellt (vgl. BVerwG…, Urt. vom 22.1.1993 - 8 C 46.91 - BauR 1993, 585; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 5.6.1996 - 8 S 487/96 - Juris; VGH Bad.-Württ., Normenkontrollbeschluss vom 30.5.1994 - 5 S 2839/93 - UPR 1994, 458 = PBauE § 1 Abs. 3 BauGB Nr. 7; OVG Münster Normenkontrollurteil vom 22.3.1993 - 11a NE 64/89 - PBauE § 9 Abs. 1 (Nr. 11) BauGB Nr. 4). - VGH Baden-Württemberg, 22.08.1994 - 3 S 1588/92
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Hinweis auf Bekanntmachung des Plans; …
Denn er ist Ausdruck eines nachvollziehbaren städtebaulichen Plankonzepts der Antragsgegnerin (Absicherung der vorhandenen und "bewährten" Park- und Grünflächen aus verkehrs- und ortsbildgestalterischen Gründen, dazu unten) und war zur Erreichung dieses Ziels angesichts des Ende 1994 auslaufenden und vom Antragsteller bereits im Februar 1991 gekündigten privaten Pachtvertrags auch vernünftigerweise geboten (zu diesen Voraussetzungen vgl. zusammenfassend BVerwG, Urteil v. 22.1.1993, BauR 1993, 585, 587 sowie VGH Bad.-Württ., NK-Beschluß v. 30.5.1994 - 5 S 2839/93 -).
