Rechtsprechung
| BSG, 13.12.1994 - 9 RVs 3/94 |
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Nachteilsausgleich aG - Störung der Orientierungsfähigkeit - Anfallsleiden
Wird zitiert von ... (44)
- LSG Bayern, 27.05.2010 - L 15 SB 155/07
Schwerbehindertenrecht - Nachteilsausgleich aG - Nachteilsaugleich G - …
Für den Nachteilsausgleich aG gelten im Vergleich zum Nachteilsausgleich G nicht gesteigerte, sondern andere Voraussetzungen (BSG vom 13.12.1994, 9 RVs 3/94, vom 29.03.2007, B 9a SB 1/06 R).Der Erkrankungsfall des Klägers sei demjenigen, der dem Urteil des Bundessozialgerichts vom 13.12.1994 (9 RVs 3/94) zugrunde gelegen habe, sehr gut vergleichbar.
Der Maßstab zur Gleichstellung muss sich dabei strikt an dem der einschlägigen Regelung vorangestellten Obersatz - Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung - orientieren (…vgl. BSG vom 29.03.2007, B 9a SB 1/06 R, Rn. 18;… vom 10.12.2002, B 9 SB 7/01 R, Rn. 21, 22; vom 13.12.1994, 9 RVs 3/94, Rn. 12;… vom 03.02.1988, 9/9a RVs 19/86, Rn. 13, jeweils zitiert nach iuris).
Interessant ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 13.12.1994 (9 RVs 3/94) mit der Kernaussage, dass der Nachteilsausgleich aG Behinderten nicht zusteht, die wegen eines Anfallsleidens oder wegen Störungen der Orientierungsfähigkeit zwar nur unter Aufsicht gehen können, aber nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind.
61 Auch wenn es trotz mehrfacher Hinweise des Senats klägerseits keine Akzeptanz findet, ist nochmals hervorzuheben, dass für das Merkzeichen aG im Vergleich zu Merkzeichen G nicht gesteigerte, sondern andere Voraussetzungen gelten (vgl. BSG vom 13.12.1994, 9 RVs 3/94; vom 29.03.2007, B 9a SB 1/06 R).
- BSG, 22.04.1998 - B 9 SB 7/97 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Zulässigkeit - Sprungrevision - Prüfungskompetenz …
Nach den Entscheidungen des Senats vom 13. Dezember 1994 (SozR 3-3870 § 4 Nr. 11), vom 29. Januar 1992 (9a RVs 4/90, veröffentlicht in br 1992 S 91) und vom 6. November 1985 (…SozR 3870 § 3 Nr. 18) können den in der VV zu § 46 Abs. 1 Nr. 1 StVO im einzelnen aufgeführten Behinderten nicht solche Personen gleichgestellt werden, die an Orientierungsstörungen oder zeitweisen Anfällen leiden oder die nur unter Aufsicht gehen können.Diese restriktive Auslegung der VV findet ihre Rechtfertigung darin, daß die für außergewöhnlich Gehbehinderte zur Verfügung stehenden innerstädtischen Parkplätze nicht beliebig vermehrt werden können (…vgl SozR 3870 § 3 Nr. 28 S 88; SozR 3-3870 § 4 Nr. 11) und daß im Interesse aller Verkehrsteilnehmer möglichst an deren Gleichberechtigung festgehalten werden muß (vgl Urteil des Senats vom 29. Januar 1992 br 1992 S 91).
Hinzukommen muß, wie der Senat (SozR 3-3870 § 4 Nr. 11) bereits entschieden hat, eine so starke Selbstgefährdung oder Gefährdung Dritter, daß eine verantwortungsbewußte Begleitperson den Behinderten im innerstädtischen Fußgängerverkehr nicht mehr führen, sondern regelmäßig nur noch im Rollstuhl befördern würde.
- BSG, 17.12.1997 - 9 RVs 16/96
Außergewöhnliche Gehbehinderung iS. des § 6 Abs. 1 Nr. 14 StVG bei …
Mit jeder Vermehrung der Parkflächen wird aber dem gesamten Personenkreis eine durchschnittlich längere Wegstrecke zugemutet, weil ortsnah Parkraum nicht beliebig geschaffen werden kann (vgl BSG SozR 3870 § 3 Nr. 28 sowie BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 11).Bei diesen liegen vornehmlich Schädigungen der unteren Extremitäten in einem erheblichen Ausmaß vor, die bewirken, daß Beine und Füße die ihnen zukommende Funktion der Fortbewegung nicht oder nur unter besonderen Erschwernissen erfüllen (…vgl insoweit BSG SozR 3870 § 3 Nr. 18, 28; SozR 3-3870 § 4 Nr. 11 und zuletzt Senatsurteil vom 12. Februar 1997 - 9 RVs 1 1 /95).
- LSG Hessen, 24.02.2000 - L 5 SB 1351/96
Nachteilsausgleich aG - ungünstiges Zusammenwirken einer psychomotorischen …
Nach der Rechtsprechung des 9/9a-Senates des Bundessozialgerichtes - BSG - (Urteil vom 6. November 1985 - 9 a RVs 7/83 -, Urteil vom 3. Februar 1988 - 9/9a RVs 19/86 - sowie Urteil vom 13. Dezember 1994 - 9 RVs 3/94 -) können nicht alle Personen gleichgestellt werden, die durch vergleichbar schwere Leiden behindert sind, sondern nur solche, bei denen die Auswirkungen der Leiden denen gleich zu erachten sind, die der Bundesminister für Verkehr in seinen straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften genannt hat.Bei einer an sich wünschenswerten Ausweitung des begünstigten Personenkreises ist zu bedenken, dass dadurch der in erster Linie zu begünstigende Personenkreis wieder benachteiligt würde (BSG, Urteile vom 3. Februar 1988 - a.a.O. - vom 13. Dezember 1994 - a.a.O. - sowie vom 17. Dezember 1997 - 9 RVs 16/96 -).
Nach dem Sinn des Nachteilsausgleichs - so das BSG - sollen Orientierungsstörungen bei der Fortbewegung (BSG, Urteil vom 6. November 1985 - 9a RVs 9/83 -), zeitweise Anfälle (BSG, Urteil vom 29. Januar 1992 - 9a RVs 4/90 -), eine psychomotorische Retardierung mit Verhaltungsstörungen (BSG, Urteil vom 11. März 1994 - 9 RVs 3/94 -) allein nicht ausreichen, um den Nachteilsausgleich zuzuerkennen, wenn die Gehfähigkeit selbst nicht eingeschränkt sei.
Ein solcher Zustand - so das BSG - wäre etwa erreicht, wenn eine verantwortungsbewusste Begleitperson den Behinderten wegen der Selbstgefährdung und der Gefährdung anderer nicht mehr führen, sondern regelmäßig nur noch im Rollstuhl bewegen würde (BSG, Urteile vom 29. Januar 1992 und vom 13. Dezember 1994 - a.a.O.-).
- BSG, 11.03.1998 - B 9 SB 1/97 R
Nachteilsausgleich aG - Hüftgelenksprothese - drohende Leidensverschlimmerung
Diese Beurteilungskriterien haben das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung in Abschnitt 31 der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz 1996 (Anhaltspunkte ) und der erkennende Senat in seiner ständigen Rechtsprechung übernommen (…vgl Urteil vom 8. Mai 1981 - SozR 3870 § 3 Nr. 11; Urteil vom 26. Juni 1981 Az 9 RVs 2/81, VersorgB 1982 S 11;… Urteil vom 6. November 1985 - SozR 3870 § 3 Nr. 18;… Urteil vom 3. Februar 1988 - SozR 3870 § 3 Nr. 28; Urteil vom 9. März 1988 Az 9/9a RVs 15/87 - SozSich 1988 S 381; Urteil vom 29. Januar 1992 Az 9a RVs 4/90, br 1992, S 91 bis 92; Urteil vom 11. Oktober 1994 Az 9 RVs 9/93 ; Urteil vom 13. Dezember 1994 - SozR 3-3870 § 4 Nr. 11; Urteil vom 12. Februar 1997 Az 9 RVs 11/95 und Urteil vom 17. Dezember 1997 Az 9 RVs 16/96). - BSG, 29.03.2007 - B 9a SB 5/05 R
Schwerbehindertenrecht - außergewöhnliche Gehbehinderung - gesundheitliche …
Denn für das Merkzeichen "aG" gelten gegenüber "G" nicht gesteigerte, sondern andere Voraussetzungen (BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 11 S 45 = Breith 1995, 623). - BSG, 29.03.2007 - B 9a SB 1/06 R
Schwerbehindertenrecht - außergewöhnliche Gehbehinderung - gesundheitliche …
Denn für das Merkzeichen "aG" gelten gegenüber "G" nicht gesteigerte, sondern andere Voraussetzungen (BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 11 S 45 = Breith 1995, 623). - BSG, 05.07.2007 - B 9/9a SB 5/06 R
Anerkennung einer außergewöhnlichen Gehbehinderung im Schwerbehindertenrecht
Denn für das Merkzeichen "aG" gelten gegenüber "G" nicht gesteigerte, sondern andere Voraussetzungen (BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 11 S 45 = Breith 1995, 623). - LSG Sachsen, 21.06.2001 - L 1 SB 1/00 Das Bundessozialgericht hat mehrfach die Bedeutung der AHP auch für das Gerichtsverfahren herausgestellt und den AHP den Charakter antizipierter Sachverständigengutachten beigemessen (vgl. insoweit BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 1, 5 und 6).
Bei der danach auf den zunächst festzustellenden medizinischen Tatsachen erforderlichen rechtlichen Schlussfolgerung bilden zwar die Auffassungen der Sachverständigen wertvolle Fingerzeige; doch ist stets zu beachten, dass es sich dabei nicht mehr um die Erörterung medizinischer, sondern um eine solche rechtlicher Begriffe handelt, welche im Streitfall den Gerichten obliegt (vgl. BSG, Urteil vom 29. August 1990, Az.: 9 a/9 RVS 7/98 = SozR 3-3870 § 4 Nr. 1).
- SG Aachen, 07.09.2010 - S 17 SB 266/09
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
Denn anders als bei den Merkzeichen "G" und "B" ist ein Anfallsleiden nicht geeignet, das Merkzeichen "aG" zu begründen, da die Gehfähigkeit nur während der Anfälle eingeschränkt wird (vgl. BSG, Urteil vom 13.12.1994, 9 RVs 3/94 m.w.N.; BSG, Urteil vom 29.01.1992, 9a Rvs 4/90).Das Bundessozialgericht hat in einem nach Auffassung der Kammer vergleichbaren Fall (BSG, Urteil vom 13.12.1994, 9 RVs 3/94 ) überzeugend Folgendes ausgeführt:.
- LSG Nordrhein-Westfalen, 14.03.2001 - L 10 SB 86/00
- LSG Sachsen, 15.11.2000 - L 1 SB 1/97
- BSG, 12.02.1997 - 9 RVs 11/95
- LSG Berlin-Brandenburg, 09.10.2008 - L 11 SB 158/08
Zuerkennung der Merkzeichen "G", "aG" und "B" bei Wirbelsäulenschäden und …
- LSG Berlin-Brandenburg, 13.08.2009 - L 11 SB 254/09
Einstweilige Anordnung; effektiver Rechtsschutz; abschließende Prüfung; …
- LSG Nordrhein-Westfalen, 25.08.2005 - L 7 SB 176/04
Unfallversicherung
- LSG Berlin-Brandenburg, 09.10.2008 - L 11 SB 148/08
Voraussetzungen des Merkzeichens "außergewöhnliche Gehbehinderung"; …
- BSG, 28.05.1997 - 9 BVs 69/96
- LSG Nordrhein-Westfalen, 28.01.2010 - L 6 B 36/09
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
- LSG Sachsen, 21.06.2001 - L 1 SB 3/00
- LSG Baden-Württemberg, 09.06.2011 - L 6 SB 6140/09
Schwerbehindertenrecht - außergewöhnliche Gehbehinderung - Nachteilsausgleich aG …
- LSG Nordrhein-Westfalen, 25.02.1997 - L 6 Vs 172/96
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
- LSG Nordrhein-Westfalen, 08.09.1999 - L 10 SB 21/99
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
- LSG Berlin-Brandenburg, 28.01.2011 - L 11 SB 288/10
Schwerbehindertenrecht - vorläufiger Rechtsschutz - einstweilige Anordnung - …
- LSG Sachsen, 30.10.1996 - L 2 Vs 48/96
- LSG Nordrhein-Westfalen, 25.08.1999 - L 10 SB 82/97
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
- LSG Sachsen, 21.06.2001 - L 1 SB 54/00
- LSG Sachsen, 19.09.2001 - L 1 SB 38/00
- LSG Sachsen, 04.10.2001 - L 1 SB 14/01
- LSG Sachsen, 04.10.2001 - L 1 SB 8/01
- LSG Sachsen, 07.11.2001 - L 1 SB 2/00
- LSG Sachsen, 07.11.2001 - L 1 SB 48/01
- LSG Rheinland-Pfalz, 19.06.2002 - L 4 SB 112/01
- LSG Bayern, 08.05.2001 - L 15 SB 122/99
- LSG Sachsen, 07.11.2001 - L 1 V 8/00
- LSG Sachsen, 16.01.2002 - L 1 SB 65/00
- LSG Schleswig-Holstein, 11.03.1994 - L 4 Vsb 91/93
- LSG Niedersachsen, 21.11.2000 - L 5/9 SB 183/99
- LSG Thüringen, 14.03.2001 - L 5 SB 672/00
- LSG Niedersachsen, 27.08.2001 - L 5/9 SB 33/00
- SG Dortmund, 28.11.2001 - S 20 (3) SB 290/00
Entschädigungs-/Schwerbehindertenrecht
- SG Dresden, 22.08.2001 - S 7 SB 123/00
- SG Dortmund, 25.03.2008 - S 45 SB 154/05
- SG Würzburg, 25.02.1997 - S 2 Vs 111/96
