Rechtsprechung
| BSG, 11.08.1998 - B 2 U 31/97 R |
Volltextveröffentlichungen (3)
- lexetius.com
Zuständige Berufsgenossenschaft - Unternehmerwechsel - nachträgliche Änderung - Überweisung - Katasterstetigkeit - Gesetzesänderung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Gesetzesänderungen während der Rechtshängigkeit einer Verpflichtungsklage, Zuständigkeit der Berufsgenossenschaft
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Wird zitiert von ... (17)
- BSG, 12.04.2005 - B 2 U 8/04 R
Gesetzliche Unfallversicherung - zuständige Berufsgenossenschaft - …
Darin wurden die bisherigen Regelungen in der Reichsversicherungsordnung (RVO) zur Überweisung von Unternehmen unter Berücksichtigung der dazu ergangenen Rechtsprechung übernommen und konkretisiert (vgl Bundessozialgericht Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R = HVBG-Info 1998, 2757).Die als Rechtsgrundlage des Klagebegehrens allein in Betracht kommende Norm des § 136 Abs. 1 Satz 4 Alt 1 SGB VII iVm § 136 Abs. 2 Satz 1 SGB VII regelt in seinem Anwendungsbereich, das heißt bei einer von Anfang unrichtigen Feststellung der Zuständigkeit einer BG, die Voraussetzungen der Änderung der Zuständigkeit abschließend (vgl BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R = HVBG-Info 1998, 2757; Krasney in Brackmann, SGB VII, § 136 RdNr 26; Graeff in Hauck/Noftz, SGB VII, K § 136 RdNr 15; Ricke in KassKomm, § 136 SGB VII RdNr 18).
Auf dieser Grundlage kann nur eine anfängliche Unrichtigkeit des Zuständigkeitsbescheides, das heißt eine Unrichtigkeit der erstmaligen Aufnahme des Unternehmens bei einer BG korrigiert werden (vgl BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - aaO).
Begrifflich ist sowohl nach der Regelung in der RVO in der bis zum 31. Dezember 1996 geltenden Fassung (§§ 646 ff RVO) als auch nach der des SGB VII (§§ 121 ff, 136 SGB VII) zwischen dem Unternehmen einerseits und dem Unternehmer andererseits zu unterscheiden (vgl zur RVO BSG Urteil vom 31. Mai 1988 - 2 RU 62/87 = NZA 1989, 77; vgl zum SGB VII BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R = HVBG-Info 1998, 2757).
Werden Tätigkeiten von einer juristischen Person durchgeführt, ist diese Unternehmer (…vgl zur RVO BSGE 14, 1, 2 = SozR Nr. 1 zu § 798 RVO;… BSG SozR 3-2200 § 664 Nr. 2; vgl zum SGB VII BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - aaO).
Das Unternehmen wird durch Art und Gegenstand der ausgeübten Tätigkeit festgelegt (vgl BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - aaO).
- BSG, 04.05.1999 - B 2 U 11/98 R
Berufsgenossenschaft - sachliche Zuständigkeit - Ausgliederung - …
Dies steht nicht in Widerspruch zum Urteil des Senats vom 11. August 1998 (B 2 U 31/97 R - HV-Info 1998, 2757), denn in jener Entscheidung ging es um einen mit der Anfechtungs- und Verpflichtungsklage verfolgten Anspruch auf Überweisung an den zuständigen Unfallversicherungsträger.Unrichtig iS des § 664 Abs. 3 RVO ist die Eintragung als Mitglied, wenn sie entweder aufgrund eines so gröblichen Irrtums erfolgt ist, daß die weitere Belassung des Betriebes bei der formal zuständigen BG der gesetzlichen Zuständigkeitsregelung eindeutig zuwiderlaufen würde, oder wenn schwerwiegende Unzuträglichkeiten nachweisbar sind, welche die Belassung des Betriebes als unbillige Härte erscheinen lassen (…BSGE 38, 187, 191 = SozR 2200 § 664 Nr. 1; BSG Urteil vom 12. Dezember 1985 - 2 RU 57/84 - SGb 1986, 338 mit Anm von Wolber; BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - HV-Info 1998, 2757).
Die Mitgliedschaft des Unternehmers bei der für sein Unternehmen sachlich zuständigen BG ist damit lediglich eine Rechtsfolge der durch die Aufnahme der Tätigkeit herbeigeführten materiell-rechtlichen Mitgliedschaft (vgl BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - HV-Info 1998, 2757 mwN).
Die oben bereits dargestellte Auslegung des § 664 Abs. 3 RVO entspricht nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats dem in der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Grundsatz der Katasterstetigkeit (BSG Urteil vom 12. Dezember 1985 - 2 RU 57/84 - SGb 1986, 338) und hat auch Eingang in die gesetzliche Folgeregelung des § 136 Abs. 1 Satz 4 iVm Abs. 2 SGB VII gefunden (vgl BSG Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - HV-INFO 1998, 2757).
- LSG Berlin-Brandenburg, 20.01.2011 - L 2 U 1145/05
(Gesetzliche Unfallversicherung - sachlich zuständiger Unfallversicherungsträger …
Richtige Klageart für das klägerische Begehren auf Überweisung von der Beklagten an die Beigeladene ist die Anfechtungs- und Verpflichtungsklage nach § 54 Abs. 1 und 2 Sozialgerichtsgesetz - SGG - (BSG, Urteil vom 11. August 1998, Az.: B 2 U 31/97 R).Das Unternehmen entscheidet daher über die sachliche Zugehörigkeit unabhängig davon, welcher Unternehmer die Tätigkeit ausübt (BSG, Urteil vom 11. August 1998, Az.: B 2 U 31/97 R, zitiert nach juris, dort Rdnr. 26).
Ein gröblicher Irrtum bei der Beurteilung der Zuständigkeit beim Aufnahmebescheid vom 14. Oktober 1997 lag daher nicht vor (zum gröblichen Irrtum vgl. BSG, Urteil vom 11. August 1998, Az.: B 2 U 31/97 R).
"Grundlegend" bedeutet, dass das Unternehmen oder die Tätigkeit nicht mehr in die bisherige Gefahrengemeinschaft passt, der die beiden zentralen Aufgaben Unfallverhütung und Erbringung von Entschädigungsleistungen übertragen sind (BSG, Urteil vom 11. August 1998, Az.: B 2 U 31/97 R, zitiert nach juris, Rdnr. 30 m. w. N.).
- BSG, 02.04.2009 - B 2 U 20/07 R
Gesetzliche Unfallversicherung - zuständiger Unfallversicherungsträger - …
Diese Voraussetzungen eines Überweisungsanspruchs sollen Kontinuität und Rechtssicherheit in Bezug auf die Zuständigkeit der Träger für die bei ihnen versicherten Unternehmen gewährleisten (Grundsatz der Katasterstetigkeit; vgl BSG 12.12.1985 - 2 RU 57/84 - SGb 1986, 338; BSG 11.8.1998 - B 2 U 31/97 R - HVBG-Info 1998, 2757;… BSG 12.4.2005 - B 2 U 8/04 R - BSGE 94, 258 = SozR 4-2700 § 136 Nr. 1, jeweils RdNr 9, 11).Die berufsgenossenschaftliche Zuständigkeit für das Unternehmen der Klägerin war deshalb wie bei einer Neugründung - nach Art und Gegenstand der ausgeübten Tätigkeit - zu bestimmen (vgl BSG 11.8.1998 - B 2 U 31/97 R - HVBG-Info 1998, 2757).
- LSG Nordrhein-Westfalen, 07.06.2005 - L 15 U 139/03
Unfallversicherung
Mit dieser Legaldefinition in § 136 Abs. 2 Satz 1 SGB VII hat der Gesetzgeber die bisherigen Regelungen in der RVO zur Überweisung von Unternehmen unter Berücksichtigung der dazu ergangenen Rechtsprechung übernommen und konkretisiert (Amtliche Begründung zum Unfallversicherungs-Eingliederungsgesetz zu § 136 Abs. 1 SGB VII, BT-Drucks 13/2204 S. 108; Urteil des BSG vom 11.08.1998 - B 2 U 31/97 R- HVBG-Info 1998, 2257).Nach dieser Rechtsprechung war die Berichtigung der Eintragung eines Unternehmens in das Unternehmerverzeichnis nur dann zulässig, wenn sie seinerzeit auf Grund eines so gröblichen Irrtums erfolgt war, dass die weitere Belassung des Betriebes bei der formal zuständig gewordenen Berufsgenossenschaft der gesetzlichen Zuständigkeitsregelung eindeutig zuwiderlaufen würde, oder wenn schwerwiegende Unzuträglichkeiten nachweisbar waren, welche die Belassung des Betriebes bei der Berufsgenossenschaft als unbillige Härte erscheinen ließe (BSGE 38, 187, 181; Urteil des BSG vom 11.08.1998 aaO).
Die sachliche Zuständigkeit einer gewerblichen Berufsgenossenschaft richtet sich grundsätzlich nach Art und Gegenstand des Unternehmens (§ 122 Abs. 1 SGB VII; § 646 Abs. 2 RVO; Urteil des BSG vom 11.08.1998 - B 2 U 31/97 R - aaO).
- BSG, 05.09.2006 - B 2 U 27/05 R
gesetzliche Unfallversicherung - zuständige Berufsgenossenschaft - …
Abzustellen sei auf Art und Gegenstand des Unternehmens (Hinweis auf BSG, Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R -) und die Klägerin habe eine verwaltende Tätigkeit im Bereich des damaligen Kassenarztrechts wahrgenommen.§ 136 Abs. 1 SGB VII soll, was die Feststellung des für das Unternehmen zuständigen Unfallversicherungsträgers anbelangt, Kontinuität und Rechtssicherheit gewährleisten (Grundsatz der Katasterstetigkeit;… siehe dazu BSGE 15, 282, 288 f = SozR Nr. 1 zu § 666 RVO;… BSGE 38, 187, 191 ff = SozR 2200 § 664 Nr. 1 S 6 ff; BSG, Urteil vom 12. Dezember 1985 - 2 RU 57/84 - SGb 1986, 338; BSG, Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - HVBG-Info 1998, 2757;… BSGE 94, 258 = SozR 4-2700 § 136 Nr. 1, jeweils RdNr 9, 11).
- BSG, 18.12.2000 - B 2 U 336/00 B
SGG § 160 Abs. 2 Nr. 3, § 103
Dazu hat der Senat in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß es jedenfalls rechtskundig vertretenen Beteiligten obliegt, in der mündlichen Verhandlung alle diejenigen Anträge zur Niederschrift des Gerichts zu stellen, über die das Gericht entscheiden soll (vgl ua Beschlüsse des Senats vom 3. März 1997 - B 2 U 19/97 B - und vom 23. September 1997 - B 2 U 31/97 B - …sowie Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Februar 1992 = SozR 3-1500 § 160 Nr. 6). - LSG Hamburg, 08.03.2005 - L 3 U 29/00 Eine hiervon abweichende Regelung des Übergangsrechts (§§ 212 ff SGB VII) fehlt (vgl. BSG, Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - ).
Da sich die sachliche Zuständigkeit der Berufsgenossenschaft nach Art und Gegenstand des Unternehmens richtet (§ 122 Abs. 1 SGB VII; § 646 Abs. 2 RVO), muss sich die wesentliche Änderung im Unternehmen nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts auf die Herstellungsweise der Erzeugnisse, die in Betracht kommenden Arbeitsvorgänge sowie die dabei benutzten Betriebseinrichtungen beziehen (hierzu grundlegend BSG, Urteil vom 11. August 1998, B 2 U 31/97 R).
- LSG Berlin-Brandenburg, 15.12.2011 - L 3 U 145/10
Zuständiger Unfallversicherungsträger - Überweisung - Auffangzuständigkeit - …
Das Bundessozialgericht (BSG) habe in seinem Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - dargelegt, dass die Grundsätze der Katasterrichtigkeit und Katasterstetigkeit nur bei solchen nachhaltigen wesentlichen Betriebsveränderungen zu einer Überweisung führe, die das Gepräge des Unternehmens (seine Struktur) grundlegend umgestaltet hätten.Diese Forderung hatte das BSG in Anbe-tracht des seit jeher im Recht der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Grundsatzes der Katasterstetigkeit für notwendig gehalten (vgl. BSG, Urteil vom 11. August 1998 - B 2 U 31/97 R - zitiert nach Juris m. w. N.).
- BSG, 15.02.2001 - B 2 U 23/01 B
Begriffe der MdE in der Unfallversicherung und der GdB in der sozialen …
Dazu hat der Senat in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß es jedenfalls rechtskundig vertretenen Beteiligten obliegt, in der mündlichen Verhandlung alle diejenigen Anträge zur Niederschrift des Gerichts zu stellen, über die das Gericht entscheiden soll (vgl ua Beschlüsse des Senats vom 3. März 1997 - B 2 U 19/97 B - und 23. September 1997 - B 2 U 31/97 B - …sowie Beschluß des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 19. Februar 1992 = SozR 3-1500 § 160 Nr. 6). - LSG Niedersachsen-Bremen, 29.09.2005 - L 6 U 38/02
Gesetzliche Unfallversicherung - zuständige Berufsgenossenschaft - Unternehmen …
- LSG Nordrhein-Westfalen, 11.05.2004 - L 15 U 40/01
Unfallversicherung
- LSG Nordrhein-Westfalen, 20.01.2004 - L 15 U 213/01
Unfallversicherung
- LSG Nordrhein-Westfalen, 24.09.2004 - L 4 (2) U 6/03
Unfallversicherung
- LSG Nordrhein-Westfalen, 24.08.2005 - L 17 U 20/04
Unfallversicherung
- LSG Berlin, 07.11.2002 - L 3 U 46/02
- LSG Rheinland-Pfalz, 05.05.2003 - L 2 U 190/01
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