Rechtsprechung
| BFH, 20.02.1976 - VI R 131/74 |
Kurzfassungen/Presse (2)
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
EStG (1971) § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG (1971) § 11 Abs. 2 Satz 1 EStG (1971) § 12
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz und Auszüge)
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 118, 331
- BStBl II 1976, 331
Wird zitiert von ... (9)
- BFH, 26.06.1996 - X R 73/94
Anrechnung erstatteter Kirchensteuer beim Sonderausgabenabzug
a) Aus der Verwendung des Begriffs "Aufwendungen" und aus dem Zweck des § 10 EStG, bestimmte, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen mindernde Privatausgaben vom Abzugsverbot des § 12 EStG auszunehmen, folgt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), daß nur solche Ausgaben als Sonderausgaben berücksichtigt werden dürfen, durch die der Steuerpflichtige tatsächlich und endgültig wirtschaftlich belastet ist (vgl. z. B. Urteile vom 22. November 1974 VI R 138/72, BFHE 114, 346, BStBl II 1975, 350; vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331; vom 24. September 1985 IX R 2/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284; vom 4. April 1989 X R 14/85, BFHE 157, 88, BStBl II 1989, 779; vom 24. Oktober 1990 X R 43/89, BFHE 162, 425, BStBl II 1991, 175).Keine wirtschaftliche Belastung hat der BFH z. B. angenommen, - wenn die Aufwendungen aus einer hierfür empfangenen Gegenleistung erbracht werden können, und zwar unabhängig davon, ob Gegenleistung und Aufwendungen in den gleichen Veranlagungszeitraum fallen (BFH-Urteil in BFHE 157, 88, BStBl II 1989, 779 - kein Abzug von Grabpflegekosten als dauernde Last -), - wenn ein durchsetzbarer Ersatzanspruch gegen einen Dritten besteht (BFH-Urteil in BFHE 118, 331 - kein Schuldzinsenabzug bei Rückgriffsanspruch des Bürgen - vgl. auch BFH-Urteil vom 28. Februar 1996 X R 65/93, BFHE 180, 116 - kein Abzug von Erhaltungsaufwendungen nach § 10e Abs. 6 EStG bei Regreßanspruch gegen Verkäufer -), - wenn bereits im Zeitpunkt der Zahlung erkennbar ist, daß die Sonderausgaben vom Empfänger zurückerstattet werden müssen (BFH-Urteil in BFHE 114, 346, BStBl II 1975, 350 - kein Abzug von versehentlich festgesetzten Kirchensteuervorauszahlungen -).
- BFH, 04.04.1989 - X R 14/85
Grabpflegekosten als dauernde Last
Aus der Verwendung des Wortes "Aufwendungen" und aus dem Zweck der Regelung des § 10 EStG, bestimmte, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen mindernde Privatausgaben vom generellen Abzugsverbot des § 12 EStG auszunehmen, hat die Rechtsprechung des BFH gefolgert, daß Voraussetzung für den Abzug von Sonderausgaben stets eine wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen ist (ständige Rechtsprechung, z.B. Urteile vom 16. September 1965 IV 67/61 S, BFHE 83, 568, BStBl III 1965, 706; vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331, m. w. N.; vom 13. August 1985 IX R 10/80, BFHE 144, 423, BStBl II 1985, 709; vom 24. September 1985 IX R 2/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284;… vgl. auch Söhn in Kirchhof/Söhn, a.a.O., § 10 Anm. A 17 f., B 12;… Herrmann/Heuer/Raupach, a.a.O., § 10 EStG Anm. 33;… Schmidt/Heinicke, a.a.O., § 10 Anm. 3b). - BFH, 30.10.1984 - IX R 2/84
Vermögensübertragung und Wohnungsüberlassung an Übertragenden
Eine Zuwendung seitens des Verpflichteten kommt nicht in Betracht, wenn die Zuwendung einkommensteuerrechtlich nicht zunächst beim Verpflichteten zu erfassen, sondern unmittelbar und allein dem Berechtigten zuzurechnen ist (vgl. zum generellen Grundsatz der Belastung des Steuerpflichtigen bei Sonderausgaben BFH-Urteil vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331).
- BFH, 19.04.1989 - X R 2/84
Zahlung von Versicherungsbeiträgen durch einen Dritten
Gesetzeszusammenhang und Normzweck bestätigen dieses Ergebnis (vgl. BFH-Urteile vom 27. September 1963 VI 123/62 U, BFHE 77, 592, BStBl III 1963, 536; vom 20. Februar 1970 VI R 11/68, BFHE 98, 357, BStBl II 1970, 314; vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331, Betriebs-Berater - BB - 1976, 680; vom 22. November 1983 VIII R 37/79, BFHE 140, 63, 68, und vom 24. September 1985 IX R 2/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284).Die Vorsorgeaufwendungen sind daher grundsätzlich nur dann abziehbar, wenn die Aufwendungen nicht nur auf einer eigenen Verpflichtung des Steuerschuldners beruhen (vgl. dazu u.a. BFH-Urteile vom 20. November 1952 IV 6/52 U, BFHE 57, 91, BStBl III 1953, 36, sowie vom 9. Mai 1974 VI R 233/71, BFHE 112, 371, BStBl II 1974, 546, und VI R 137/72, BFHE 112, 484, BStBl II 1974, 633), sondern diesen auch selbst belasten (vgl. BFH-Urteil vom 13. August 1971 VI R 171/68, BFHE 103, 350, BStBl II 1972, 57, und BFHE 77, 592, BStBl III 1963, 536; BFHE 98, 357, BStBl II 1970, 314; BFHE 118, 331, BB 1976, 680; BFHE 140, 63, 68; BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284).
- BFH, 23.10.1996 - X R 75/94
Abziehbarkeit von Vermächtnisspenden?
Weitere Ausnahmen können sich aus der besonderen Strukturierung einzelner Einkunftsarten (z. B. BFH-Urteil vom 3. Juni 1992 X R 91/90, BFHE 168, 272, BStBl II 1992, 1017 zu sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG) oder - außerhalb des Bereichs der einzelnen Einkunftsarten - aus dem Zweck eines gesetzlichen Tatbestandes ergeben (zur Abziehbarkeit von Sonderausgaben z. B. BFH-Urteil vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331, m. w. N.). - BFH, 28.02.1996 - X R 65/93
Kürzung der Vorkosten um in Folgejahr zugeflossene Ersatzleistung
Insbesondere setzt nach ständiger Rechtsprechung der Abzug von Sonderausgaben eine tatsächliche wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen voraus (z. B. BFH-Urteile vom 24. September 1985 IX R 2/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284; vom 4. April 1989 X R 14/85, BFHE 157, 88, BStBl II 1989, 779, Ziff. 2 a, mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen, und vom 24. Oktober 1990 X R 43/89, BFHE 162, 425, BStBl II 1991, 175); mangels wirtschaftlicher Belastung wird deshalb die Abziehbarkeit von Sonderausgaben im Zahlungsjahr verneint, wenn schon zu diesem Zeitpunkt feststeht, daß sie zurückerstattet werden müssen (z. B. BFH-Urteile vom 22. November 1974 VI R 138/72, BFHE 114, 346, 349, BStBl II 1975, 350; vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331, und vom 22. November 1983 VIII R 37/79, BFHE 140, 63, 68). - BFH, 24.09.1985 - IX R 2/80
Abzug von Schuldzinsen als Sonderausgaben
b) Für die Anerkennung von Aufwendungen als Sonderausgaben hat die Rechtsprechung des BFH aus der Verwendung des Wortes "Aufwendungen" in § 10 Abs. 1 Satz 1 EStG gefolgert, daß die durch eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit hervorgerufene wirtschaftliche Belastung des Einkommens des Steuerpflichtigen Voraussetzung für die Gewährung der steuerlichen Begünstigung sei (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteil vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331, m. w. N.), und daß eine solche Belastung z.B. dann fehle, wenn schon im Zeitpunkt der Zahlung offensichtlich sei, daß die Leistung des Steuerpflichtigen zurückgefordert werden könne (vgl. Urteil vom 22. November 1974 VI R 138/72, BFHE 114, 346, BStBl II 1975, 310). - BFH, 22.11.1983 - VIII R 37/79
Keine verdeckten Einlagen durch Zahlungen an den Geschäftsführer
Die Zahlung muß eine wirtschaftliche Belastung darstellen, was nicht der Fall ist, wenn im Zeitpunkt der Zahlung bereits die Möglichkeit der späteren Rückforderung offensichtlich ist (vgl. BFH-Urteil vom 20. Februar 1976 VI R 131/74 , BFHE 118, 331). - FG Niedersachsen, 28.02.2001 - 12 K 773/00
Kein Sonderausgabenabzug für freiwillig vorausgezahlte Nachzahlungszinsen
Vermögensteuer; vom 25. Januar 1963, a.a.O.; vom 22. November 1974 VI R 138/72, BStBl II 1975, 350; vom 20. Februar 1976 VI R 131/74, BFHE 118, 331; Urteil des FG Münster vom 23. Januar 1990 VI 8163/87 E EFG 1990, 422).
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