Rechtsprechung
   BFH, 29.08.1991 - V R 78/86   

Volltextveröffentlichungen (2)

Kurzfassungen/Presse (2)

Zeitschriftenfundstellen

  • BFHE 165, 173
  • BFHE 165, 178
  • BB 1991, 2214
  • DB 1991, 2472
  • BStBl II 1991, 906



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Wird zitiert von ... (84)  

  • BFH, 07.07.1999 - X R 87/96  

    Erlass von Säumniszuschlägen

    Durch Säumniszuschläge werden schließlich auch die Verwaltungsaufwendungen abgegolten, die bei den verwaltenden Körperschaften dadurch entstehen, daß Steuerpflichtige eine fällige Steuer nicht oder nicht fristgemäß zahlen (zuletzt Beschluß des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. April 1999 VII B 347/98, neutralisierter Abdruck liegt bei; BFH-Urteile vom 18. Juni 1998 V R 13/98, BFH/NV 1999, 10; vom 16. Juli 1997 XI R 32/96, BFHE 184, 193, BStBl II 1998, 7; vom 29. August 1991 V R 78/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906, m.w.N.).

    Deshalb kommt entgegen der Auffassung der Klägerin ein Erlaß aus sachlichen Billigkeitsgründen nicht allein deshalb in Betracht, weil die Steuerfestsetzung zugunsten des Steuerpflichtigen herabgesetzt worden ist oder möglicherweise geändert werden wird (vgl. BFH-Urteil in BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906; zur Reichweite der Einschränkung vgl. BFH-Urteil vom 24. März 1992 VII R 39/91, BFHE 168, 300, BStBl II 1992, 956).

    Sie sind --wie im Streitfall geschehen-- nur zur Hälfte zu erlassen, denn ein Säumiger soll grundsätzlich nicht besser stehen als ein Steuerpflichtiger, dem Aussetzung der Vollziehung oder Stundung gewährt wurde (ständige Rechtsprechung, klarstellend zuletzt BFH-Beschluß vom 21. April 1999 VII B 347/98; BFH-Urteil in BFH/NV 1999, 10; zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die BFH-Urteile in BFHE 184, 193, BStBl II 1998, 7; vom 18. April 1996 V R 55/95, BFHE 180, 516, BStBl II 1996, 561, und in BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906 verwiesen; vgl. auch BFH-Beschluß vom 20. Dezember 1988 X B 107/87, BFH/NV 1989, 761, m.w.N.).

  • FG München, 14.07.2009 - 13 K 3781/08  

    Sachliche Unbilligkeit für das weitere Entstehen von Säumniszuschlägen bei

    Verwirkte Säumniszuschläge treten an die Stelle von Stundungs- oder Aussetzungszinsen (BFH-Urteil vom 29. August 1991 V R 78/86, BStBl II 1991, 906).

    Andererseits ist bei der Ermessensentscheidung zu berücksichtigen, dass der Steuerpflichtige die Steuer an sich hätte zahlen müssen und deshalb die Säumniszuschläge, soweit sie Druckmittel sind, ihren Sinn behielten (BFH-Urteil in BStBl II 1991, 906 unter II.2.b und c der Entscheidungsgründe).

    Das FA hat diesen in der Rechtsprechung des BFH und der FG ausgewiesen sachlichen Billigkeitsgrund (BFH-Urteil in BStBl II 1991, 906; BFH-Beschlüsse vom 18. März 2003 X B 66/02, BFH/NV 2003, 886; vom 4. Februar 1999 IX B 170/98, BFH/NV 1999, 908; FG München, Urteil vom 26. April 2006, 9 K 4149/05, n.v. juris; Niedersächsisches FG, Urteil vom 22. Februar 2007, 5 K 262/02, n.v. juris) auch zutreffend in seiner Ermessensentscheidung angewendet.

    Sind im Zeitpunkt der AdV bereits Säumniszuschläge verwirkt, kann die Vollziehung des Steuerbescheids mit der Maßgabe aufgehoben werden, dass die in der Vergangenheit entstandenen Säumniszuschläge entfallen (BFH-Urteil in BStBl II 1991, 906).

    Nach dieser vom FA zutreffend nach dem Maßstab des BFH-Urteil in BStBl II 1991, 906 bestimmten (auch von der Rechtsprechung der FG angewendeten vgl. FG München, Urteil vom 26. April 2006 9 K 4149/05, n.v. juris) Obergrenze für einen Teil-Erlass von Säumniszuschlägen wäre maximal ein Erlass in Höhe von 38.704 EUR (77.407,29 : 2 = 38.703,65) auszusprechen gewesen.

  • BFH, 20.05.2010 - V R 42/08  

    Erlass von Säumniszuschlägen aus sachlichen Billigkeitsgründen -

    b) Ein Erlass von Säumniszuschlägen aus sachlichen Billigkeitsgründen ist geboten, wenn ihre Einziehung im Einzelfall, insbesondere mit Rücksicht auf den Zweck der Säumniszuschläge, nicht zu rechtfertigen ist, obwohl der Sachverhalt zwar den gesetzlichen Tatbestand erfüllt, die Erhebung der Säumniszuschläge aber den Wertungen des Gesetzgebers zuwiderläuft (BFH-Urteile vom 29. August 1991 V R 78/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906; vom 16. Juli 1997 XI R 32/96, BFHE 184, 193, BStBl II 1998, 7; BFH-Beschluss vom 14. Mai 2008 II B 49/07, BFH/ NV 2008, 1438).

    c) Ein Erlass verwirkter Säumniszuschläge aus sachlichen Billigkeitsgründen kommt demnach nicht allein deshalb in Betracht, weil die Steuerfestsetzung zugunsten des Steuerpflichtigen herabgesetzt worden ist oder möglicherweise geändert werden wird (vgl. BFH-Urteile in BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906; in BFHE 212, 23, BStBl II 2006, 612).

    Dagegen ist nach ständiger Rechtsprechung die Erhebung der Säumniszuschläge dann eine unbillige Härte i. S. des § 227 AO, wenn das Rechtsmittel des Steuerpflichtigen gegen die Steuerfestsetzung Erfolg hatte und der Steuerpflichtige gegenüber der Finanzbehörde alles getan hat, um die AdV eines Steuerbescheids zu erreichen, und diese, obwohl an sich möglich und geboten, von der Finanzbehörde abgelehnt wurde (BFH-Urteil in BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906; BFH-Beschlüsse vom 4. Februar 1999 IX B 170/98, BFH/ NV 1999, 908; vom 18. März 2003 X B 66/02, BFH/ NV 2003, 886).

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