Rechtsprechung
   BFH, 06.03.2003 - XI B 76/02   

Volltextveröffentlichungen (9)

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  • DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Ernstliche Zweifel an Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung bei "echten" Verlusten - Existenzminimum des Steuerpflichtigen als Grenze der Einkommensbesteuerung - BFH setzt Vollziehung des beschränkten Verlustausgleichs gem. " § 2 Abs. 3 Satz 2 ff. EStG insoweit aus - Im Übrigen Festhalten an bisheriger Rechtsprechung gem. BFH-Beschluss vom 9. 5. 2001 XI B 151/002. Negative Einkünfte aus Gewerbebetrieb und positive Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

  • Deutsches Notarinstitut

    GG Art. 1, 3, 6, 20 Abs. 1; EStG i.d.F. des StEntlG 1999/2000/2002 § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff.
    Ernsthafte Zweifel an Verfassungsmäßigkeit der Verlustausgleichsbegrenzung bei Besteuerung des Existenzminimums II

  • NWB SteuerXpert START
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung bei sog. echten Verlusten (I.)

Kurzfassungen/Presse (2)

  • IWW (Kurzinformation)

    Beschränkung des Verlustausgleichs verfassungswidrig?

  • aok-business.de (Kurzinformation)

    Mindestbesteuerung "ernstlich zweifelhaft"

Sonstiges (3)

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Mindestbesteuerung/Verlustverrechnung" von RiBHF Dr. habil. Heinrich Weber-Grellet, original erschienen in: Stbg 2004, 31 - 39.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Verfassungsmäßigkeit der Mindesbesteuerung nach § 2 Abs. 3 EStG a. F. - Eine Rechtsprechungsanalyse aus betriebswirtschaftlicher Sicht" von StB Dipl.-Kfm. Dr. Leonid Korezkij, original erschienen in: DStR 2005, 1111 - 1116.

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Verlustverrechnung nach § 2 Abs. 3 EStG" von WP, StB Dietrich Müller, original erschienen in: DB 2003, 2403 - 2403.

Verfahrensgang

Zeitschriftenfundstellen

  • BFHE 202, 147
  • BB 2003, 1159
  • DB 2003, 1151
  • BStBl II 2003, 523



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Wird zitiert von ... (44)  

  • BFH, 06.09.2006 - XI R 26/04  

    Vorlage der Mindeststeuerregelung an das BVerfG wegen Verletzung des Grundsatzes

    Dem ist der erkennende Senat zwar in mehreren summarischen Verfahren nach § 69 Abs. 2 und 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen der die Veranlagungszeiträume übergreifenden Wirkung des Art. 3 Abs. 1 GG nicht gefolgt (vgl. Beschluss in BFHE 195, 314, BStBl II 2001, 552; Beschlüsse vom 6. März 2003 XI B 7/02, BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, und XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523; vgl. zum abschnittsübergreifenden Nettoprinzip auch BVerfG-Beschluss vom 22. Juli 1991 1 BvR 313/88, HFR 1992, 423; zustimmend Werner, Der Steuerberater 2001, 379; krit. Hergarten, DStR 2001, 1876; Holdorf, BB 2001, 2085; Hallerbach, FR 2001, 780).

    Da der sog. horizontale Verlustausgleich zwischen den Einkünften derselben Einkunftsart nach wie vor unbegrenzt zulässig ist, sind ferner Bezieher gleichartiger Einkünfte bessergestellt als Steuerpflichtige mit Einkünften aus verschiedenen Einkunftsarten, obgleich die systematische Zuordnung zu verschiedenen Einkunftsarten grundsätzlich noch keine steuerliche Schlechterstellung rechtfertigt (BVerfG-Beschluss vom 30. September 1998 2 BvR 1818/91, BVerfGE 99, 88); so sind z.B. "unechte" Verluste innerhalb großer Immobilienvermögen unbegrenzt, "echte" Verluste eines Start-up-Unternehmers mit positiven Einkünften aus einer Immobilie nur begrenzt auszugleichen (z.B. Sachverhalt in BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523; Nolte, a.a.O., S. 23).

    Auch die Finanzverwaltung gewährt in diesen Fällen nunmehr AdV (vgl. BFH-Beschlüsse in BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523; in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516; vom 25. Februar 2005 XI B 78/02, BFH/NV 2005, 1279; vom 7. Juli 2004 XI B 231/02, BFH/NV 2005, 178; vom 25. Juni 2004 XI B 20/03, BFH/NV 2005, 176; Oberfinanzdirektion Magdeburg, Verfügung vom 27. August 2003 S 2117 A -2- St 214, Steuererlasse in Karteiform, AO 1977, § 361 Nr. 268; z.B. Stapperfend, DStJG 24 (2001), S. 329, 365; Herzig/Briesemeister, DStR 1999, 1377, 1381).

  • BFH, 07.07.2004 - XI B 231/02  

    Mindestbesteuerung verfassungswidrig?

    Mit Beschluss vom 6. März 2003 XI B 7/02 (BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516) hat er aber ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 3 Sätze 2 ff. EStG bejaht, wenn auf Grund des begrenzten Verlustausgleichs eine Einkommensteuer auch dann festzusetzen ist, wenn dem Steuerpflichtigen von seinem im Veranlagungszeitraum Erworbenen nicht einmal das Existenzminimum verbleibt; ebenso im Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02 (BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523).

    Die Sicherung des Existenzminimums entfällt, wenn die Ausgaben und die festgesetzte Einkommensteuer die Einnahmen übersteigen (vgl. hierzu im Einzelnen Senats-Beschlüsse in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, und BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523) .

    b) Die ernstlichen Zweifel des Senats an der Verfassungsmäßigkeit der sog. Mindestbesteuerung des § 2 Abs. 3 EStG beziehen sich im Streitfall auf die Begrenzung des Verlustausgleichs bei Vorliegen "echter" Verluste, denen keine --unter Berücksichtigung der festgesetzten Einkommensteuer und des Existenzminimums-- entsprechend hohen positiven Einkünfte gegenüberstehen (vgl. Senats-Beschlüsse in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, und BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523).

    Das berechtigte Interesse des Antragstellers an der Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes folgt aus der Natur der verfassungsrechtlich garantierten Freistellung des Existenzminimums (vgl. Senats-Beschlüsse in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, und BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, m.w.N.).

  • BFH, 29.04.2005 - XI B 127/04  

    Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Beschränkung des Verlustvortrags

    Im Übrigen hat der erkennende Senat an den Grundsätzen dieser Entscheidung auch für den Fall sog. echter Verluste aus Vermietung und Verpachtung (vgl. Beschluss in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516) als auch aus Gewerbebetrieb (Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523) im Prinzip festgehalten (vgl. auch BFH-Beschluss vom 25. Juni 2004 XI B 20/03, BFH/NV 2005, 176).

    Danach begegnet die Festsetzung einer Einkommensteuer zwar dann ernstlichen verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn dem Steuerpflichtigen auf Grund der Beschränkung des Verlustausgleichs nach § 2 Abs. 3 EStG von seinem im Veranlagungszeitraum Erworbenen --unter Berücksichtigung der festgesetzten Einkommensteuer-- nicht einmal das Existenzminimum verbleibt (BFH in BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, und in BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523).

    Aus der Natur der verfassungsrechtlichen Garantie des Existenzminimums ist "nur" zu folgern, dass dem Steuerpflichtigen von seinem Erworbenen in jedem Jahr das für seinen Lebensunterhalt tatsächlich und unabweisbar Benötigte steuerfrei belassen werden muss, mithin insoweit keine Veranlagungszeitraum übergreifende Betrachtung Platz greift (vgl. z.B. BFH in BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, unter II.2.c).

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  • BFH, 18.10.2006 - IX R 28/05  

    Verfassungsmäßigkeit der Verlustausgleichsregelung des § 23 Abs. 3 Satz 8

    (4) Der Einwand des Klägers, § 23 Abs. 3 Satz 8 EStG lasse unter Verstoß gegen das subjektive Nettoprinzip echte --mit dem Entzug von Liquidität verbundene-- negative Einkünfte einstweilen unberücksichtigt, die höher seien als die positiven Einkünfte aus anderen Einkunftsarten, vermag unter dem Gesichtspunkt des Art. 3 Abs. 1 GG allenfalls die Notwendigkeit eines uneingeschränkten vertikalen Verlustausgleichs zwischen sich in ihrer Struktur entsprechenden Einkunftsarten zu begründen (vgl. BFH-Beschlüsse vom 6. März 2003, XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, und XI B 7/02, BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516, zur Mindestbesteuerung nach § 2 Abs. 3 EStG in der bis 31. Dezember 2003 geltenden Fassung; Lang/Englisch, Steuer und Wirtschaft 2005, 1; Karrenbrock, Der Betrieb 2004, 559, Kohlhaas, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2002, 1250; Korezkij, DStR 2005, 1111; Offerhaus, Festschrift für Jacob, Augsburg-Haunstetten 2001, 187).
  • BFH, 26.08.2010 - I B 49/10  

    Sog. Mindestbesteuerung bei endgültigem Ausschluss der Verlustverrechnung

    Dies gilt auch für ernstliche Zweifel an der verfassungsrechtlichen Gültigkeit einer dem angefochtenen Verwaltungsakt zugrunde liegenden Norm (vgl. z. B. BFH-Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, unter II. 1. der Gründe, m. w. N.).
  • FG Berlin, 13.07.2004 - 1 B 1413/03  

    Rechtmäßigkeit der Mindestbesteuerung nach § 2 Abs. 3 EStG nicht ernstlich

    In seinen beiden Beschlüssen vom 6. März 2003 zu den Aktenzeichen XI B 7/02 und XI B 76/02 habe der BFH dies dem Grunde nach erneut bestätigt (BStBl II 2003, 516 und 523).

    Der im Verfahren XI B 76/02 entschiedene Fall ähnele dem Streitfall insofern, als die wegen der Verlustausgleichsbeschränkung nicht berücksichtigten Verluste solche aus Gewerbebetrieb darstellten, die die Steuerpflichtigen als Kommanditisten erwirtschaftet hätten.

    Daher könne auch kein Unterschied zu dem von BFH zum Aktenzeichen XI B 76/02 entschiedenen Sachverhalt gesehen werden; es könne nicht darauf ankommen, auf welche Art. und Weise gewerbliche Verluste aus einer Beteiligung als Kommanditist bei der Gesellschaft entstanden seien.

    In zwei Beschlüssen vom 6. März 2003 zu den Aktenzeichen XI B 7/02 und XI B 76/02 hat der BFH später ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit dieser Mindestbesteuerung bejaht, sofern "dem Steuerpflichtigen infolge des tatsächlichen Mittelabflusses von seinem im Veranlagungszeitraum Erworbenen nicht einmal das Existenzminimum verbleibt".

    Ferner unterscheidet sich der hier zugrunde liegende Sachverhalt auch insofern ganz maßgeblich von dem Fall, der dem Beschluss des BFH zum Aktenzeichen XI B 76/02 zugrundelag, als der Verlust durch die Minderung des Kapitalkontos des Antragstellers bereits im Vorjahr 2000 eingetreten war und nicht - wie in dem vom BFH entschiedenen Fall - im selben Veranlagungszeitraum wie dem der Anwendung der Mindestbesteuerung.

  • FG München, 12.10.2004 - 15 V 2431/04  

    Verfassungsmäßigkeit der Verlustausgleichsbeschränkung des § 2 Abs. 3 S. 3

    Zur Begründung führt es aus, dass der Bundesfinanzhof - BFH - in den Beschlüssen vom 06. März 2003 ( XI B 7/02 BFHE 202, 141 , BStBl II 2003, 516 und XI B 76/02, BFHE 202, 147 , BStBl II 2003, 523 ) und vom 09. Mai 2001 ( XI B 151/00, BFHE 195, 314 , BStBl 2001, 552) ausdrücklich offen gelassen habe, ob verfassungsrechtliche Zweifel auch im Hinblick auf negative Einkünfte begründet seien, die auf keinem entsprechendem Mittelabfluss beruhen.

    Der BFH hat in den Beschlüssen vom 06. März 2003 (in BFHE 202, 141 , BStBl II 2003, 516 und in BFHE 202, 147 , BStBl II 2003, 523 ) unter Verweis auf seinen Beschluss vom 09. Mai 2001 ( XI B 151/00, BFHE 195, 314 , BStBl II 2001, 552 ) zwar dargelegt, dass gegen die sogenannte Mindestbesteuerung des § 2 Abs. 3 EStG in Bezug auf eine Verletzung des allgemeinen Prinzips der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Sinne des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes ( GG ) keine ernstlichen Zweifel bestehen.

    Allerdings hat der BFH weiterhin zu der im Beschluss vom 09. Mai 2001 (in BFHE 195, 314 , BStBl II 2001, 552 ) offen gelassenen Frage (vgl. hierzu auch Hutter, KFR F. 3 EStG § 2, 2/01, S. 307), ob im Hinblick auf die Beachtung des objektiven Nettoprinzips zwischen (sich aus unternehmerischer Tätigkeit ergebenden) "echten" und (insbesondere aus der Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen entstandenen) "unechten" Verlusten zu unterscheiden ist, auch in den Beschlüssen vom 06. März 2003 (in BFHE 202, 141 , BStBl II 2003, 516 und in BFHE 202, 147 , BStBl II 2003, 523 ) noch keine Entscheidung getroffen.

    Der BFH sah in den Beschlüssen vom 06. März 2003 (in BFHE 202, 141 , BStBl II 2003, 516 und in BFHE 202, 147 , BStBl II 2003, 523 ) ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 3 EStG insoweit als gegeben an, als der Steuerpflichtige zur Einkommensteuerzahlung herangezogen wird, obwohl ihm aus dem im Streitjahr Erworbenen keine zur Bestreitung seines Existenzminimums verfügbaren Mittel verbleiben.

  • BFH, 27.01.2006 - VIII B 179/05  

    GewStG : keine verfassungswidrige Belastung durch § 10a GewStG

    Ernstliche Zweifel bestehen, wenn bei Prüfung der Sach- und Rechtslage aufgrund präsenter Beweismittel und des unstreitigen Sachverhalts erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gründen Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechts- oder Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen besteht und sich bei abschließender Klärung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen könnte (vgl. BFH-Beschluss vom 31. Januar 2002 V B 108/01, BFHE 198, 208, BStBl II 2004, 622, unter II.1. der Gründe); dies gilt auch für ernstliche Zweifel an der verfassungsrechtlichen Gültigkeit einer dem angefochtenen Verwaltungsakt zugrunde liegenden Norm (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523, unter II.1. der Gründe, m.w.N.).

    Im Übrigen bestehen nach ständiger Rechtsprechung des BFH (vgl. Beschlüsse in BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523; vom 6. März 2003 XI B 7/02, BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516; vom 9. Mai 2001 XI B 151/00, BFHE 195, 314, BStBl II 2001, 552, sowie BFH-Urteil vom 11. Februar 1998 I R 81/97, BFHE 185, 393, BStBl II 1998, 485) im Hinblick auf Art. 3 Abs. 1 GG grundsätzlich insoweit keine Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit einer Verlustausgleichsbeschränkung, als der Verlustausgleich nicht versagt, sondern lediglich zeitlich gestreckt wird.

  • BFH, 09.03.2011 - IX R 56/05  

    Auslegung des § 2 Abs. 3 EStG i. d. F. des StEntlG 1999/2000/2002 -

    Die Neuregelung des § 2 Abs. 3 EStG durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 hat in der Fachwelt massive Kritik (zu systematischen Bedenken s. Kirchhof in Kirchhof, EStG, 1. Aufl., § 2 Rz 82, 129: "rechtsstaatlich misslungen"; HHR/ Hallerbach, § 2 EStG Rz R 8, m. w. N.; Stapperfend, a. a. O., DStJG 24, 329, 352 ff. m. w. N.; zu verfassungsrechtlichen Bedenken s. BFH-Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523; HHR/ Hallerbach, § 2 EStG Rz R 9, m. w. N.; Stapperfend, a. a. O., DStJG 24, 358 ff., m. w. N.; Birk/ Kulosa, Finanz-Rundschau - FR - 1999, 433; s. auch BRDrucks 475/4/ 99, S. 3; zurückhaltender Palm, Deutsches Steuerrecht - DStR - 2002, 152), zum Teil sogar Häme hervorgebracht (s. etwa Altfelder, Der Betrieb - DB - 2001, 350, 355, der annimmt, dass die "sprachlichen Fehlleistungen des Gesetzgebers ... auch als Rücksichtslosigkeit gegenüber den Adressaten empfunden werden können").

    f) Die vom Senat gefundene Auslegung ist darüber hinaus von Verfassungs wegen geboten; der Senat verweist insoweit auf die für die Besteuerungssituation im Streitfall maßgeblichen Ausführungen im BFH-Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02 (BFHE 202, 147, BStBl II 2003, 523) sowie auf die Beschlüsse vom 6. März 2003 XI B 7/02 (BFHE 202, 141, BStBl II 2003, 516), vom 25. Juni 2004 XI B 20/03 (BFH/ NV 2005, 176), vom 7. Juli 2004 XI B 231/02 (BFH/ NV 2005, 178) und vom 25. Februar 2005 XI B 78/02 (BFH/ NV 2005, 1279); s. ergänzend ferner Schmidt/ Seeger (EStG, 23. Aufl., § 2 Rz 78: "schwerwiegender Verfassungsverstoß"), Weber-Grellet, (Stbg 2004, 31, 37 ff.), Herzig/ Briesemeister (DStR 1999, 1377), Raupach/ Böckstiegel (FR 1999, 617), Mohr in Lüdicke/ Kempf/ Brink - Hrsg.

  • FG Rheinland-Pfalz, 08.12.2003 - 3 V 1043/03  

    Trotz möglicher Verfassungswidrigkeit der Verlustausgleichsbeschränkung keine

    Für ihre Rechtsauffassung stützten sie sich auf die Entscheidungen der Finanzgerichte Berlin (XI B 76/02), Düsseldorf (XI B 78/0), Hessen (XI B 7/02) und Münster (8 V 4220/02 E).

    An die Zweifel hinsichtlich der Rechtmäßigkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes sind, wenn die Verfassungswidrigkeit von Normen geltend gemacht wird, keine strengeren Anforderungen zu stellen als im Falle der Geltendmachung fehlerhafter Rechtsanwendung (z.B. BFH, Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BStBl II 2003, 523).

    Geboten ist eine Interessenabwägung zwischen der einer Aussetzung der Vollziehung entgegenstehenden konkreten Gefährdung einer geordneten öffentlichen Haushaltsführung und den für eine Aussetzung der Vollziehung sprechenden individuellen Interessen des Steuerpflichtigen (z.B. BFH, Beschluss vom 6. März 2003 XI B 76/02, BStBl II 2003, 523, m.w.N.).

    Ein berechtigtes Interesse des Steuerpflichtigen an der Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes, das das Interesse des Staates am Vollzug des förmlichen Gesetzes im Interesse einer geordneten Haushaltsführung überwiegt, wird zwar in der Regel angenommen, wenn das zu versteuernde Einkommen abzüglich der darauf zu entrichtenden Steuer unter dem sozialhilferechtlich garantierten Existenzminimum liegt (z.B. Niedersächsisches FG, Beschluss vom 13. Juni 2003 - 13 V 131/03, EFG 2003, 1316 ; vgl. auch BFH, Beschlüsse vom 6. März 2003 XI B 7/02, NJW 2003, 1830 , und XI B 76/02, BStBl II 203, 523, m.w.N.).

  • BFH, 11.06.2003 - IV B 47/03  

    Tarifbegünstigung für gewerbliche Einkünfte in Organschaftsfällen

  • BVerwG, 20.08.2008 - 9 C 9.07  

    Einkommen; Einkünfte; Einkommensteuer; Einkommensteuererlass; Kirchensteuer;

  • BFH, 25.06.2004 - XI B 20/03  

    Mindestbesteuerung nach § 2 Abs. 3 EStG

  • VGH Hessen, 26.03.2008 - 8 TG 2493/07  

    Rechtmäßigkeit der Heranziehung zu Studienbeiträgen in Hessen; ernstliche Zweifel

  • BFH, 05.10.2005 - XI B 39/04  

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung

  • FG Düsseldorf, 29.09.2005 - 16 K 1482/03  

    Mindestbesteuerung; Nettoprinzip; Teilwertabschreibung; Betriebsvermögen;

  • BFH, 17.11.2005 - III R 83/04  

     

  • BFH, 07.11.2006 - IX R 45/04  

    Vertikaler Verlustausgleich; Verfassungsmäßigkeit

  • FG Niedersachsen, 13.06.2003 - 13 V 131/03  

    Ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der sog. Mindestbesteuerung gemäß

  • BFH, 25.02.2005 - XI B 78/02  

    AdV - Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung; Existenzminimum

  • FG Berlin, 12.09.2005 - 8 K 6331/01  

    Keine verfassungsrechtlichen Bedenken an der sog. Mindestbesteuerung nach §

  • FG Düsseldorf, 19.07.2004 - 18 V 2127/04  

    Verlustvortrag; Beschränkung des vertikalen Verlustausgleichs; Steuerfreiheit des

  • FG Düsseldorf, 22.11.2005 - 3 K 7241/01  

    Beschränkter Verlustausgleich; Verfassungsmäßigkeit - Verfassungsmäßigkeit von §

  • FG Münster, 14.09.2006 - 8 K 481/02  

    Verfassungsmäßigkeit der Verlustabzugsregelung für 1999

  • BFH, 06.05.2005 - XI B 181/04  

    Aussetzung des Verfahrens

  • FG Niedersachsen, 13.06.2003 - 13 V 131/01  

    Vollziehungsaussetzung; Verfassungsmäßigkeit; Mindestbesteuerung;

  • BFH, 14.01.2005 - XI B 129/02  

    AdV - Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG ,

  • BFH, 17.10.2003 - XI S 15/03  

    Betriebsveräußerung; halber Steuersatz

  • BFH, 24.03.2005 - XI B 115/04  

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung

  • FG Köln, 15.09.2004 - 7 K 1268/03  

    Begrenzte Verlustverrechnung bei privaten Veräußerungsgeschäften

  • FG Düsseldorf, 18.11.2008 - 13 K 2614/05  

    Besteuerung der Einnahmen aus Stillhalterprämien; Strukturelles Vollzugsdefizit;

  • BFH, 24.04.2012 - IV B 84/11  

    Vereinbarkeit des Verlustausgleichsverbots für Einkünfte aus gewerblicher

  • FG Düsseldorf, 17.06.2005 - 3 K 7241/01  

    Mindestbesteuerung; Existenzminimum; Verlustausgleichsbeschränkung -

  • FG München, 31.07.2008 - 8 V 1588/08  

    Beschränkung des Verlustausgleichs gem. § 10a GewStG bei Zusammentreffen

  • FG Köln, 26.02.2004 - 15 V 6362/03  

    Kein ernstlicher Zweifel an Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung im Rahmen

  • FG Baden-Württemberg, 20.10.2004 - 6 V 32/04  

    Ist § 20 Abs.1 Nr.4 und § 15 Abs.4 Satz 6 EStG in der Fassung des

  • FG Münster, 08.02.2006 - 1 K 5671/03  

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung

  • FG Rheinland-Pfalz, 01.06.2006 - 3 K 2331/01  

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung gem. § 2 Abs. 3 EStG i.d.F. des

  • FG Hessen, 09.05.2005 - 1 V 510/05  

    Keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 3 S. 3

  • FG Münster, 08.02.2006 - 1 K 3953/04  

    Verfassungsmäßigkeit der Mindestbesteuerung

  • FG Niedersachsen, 03.07.2003 - 16 K 444/02  

    Keine Verletzung von Grundrechten durch Nichtberücksichtigung von

  • FG München, 19.08.2003 - 13 V 2587/03  

    Veränderte Umstände iS des § 69 Abs. 6 Satz 2 FGO; Aufhebung der

  • FG Hamburg, 10.05.2012 - 6 V 156/11  

    Körperschaftsteuer: Aussetzung der Vollziehung bei Zweifeln an der

  • BFH, 16.01.2003 - 8 V 20/02  
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