Rechtsprechung
   BGH, 19.09.1988 - II ZR 329/87   

Hinauskündigung nach Tod des Vaters

KG, vertragliches Ausschließungsrecht, § 138 BGB;

§ 139 BGB, geltungserhaltende Reduktion

Volltextveröffentlichungen (6)

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  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Hinauskündigung eines Gesellschafters aus Anlaß des Todes eines anderen Gesellschafters

  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Gesellschaftsvertragliches Ausschließungsrecht eines Kommanditisten

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Kein sittenwidriger Ausschluß eines Gesellschafters bei an den Tod eines Mitgesellschafters anknüpfendem Kündigungsrecht

Kurzfassungen/Presse

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 105, 213
  • NJW 1989, 834
  • NJW-RR 1989, 483 (Ls.)
  • ZIP 1989, 36
  • MDR 1989, 330
  • DNotZ 1989, 512
  • WM 1989, 133
  • BB 1989, 102
  • DB 1989, 219
  • Rpfleger 1989, 158



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Wird zitiert von ... (28)  

  • BGH, 07.05.2007 - II ZR 281/05  

    Gesellschaftsrecht - Ausschließungsrecht bei neuem Gesellschafter

    a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats sind in den Personengesellschaften und der GmbH ebenso wie in der Publikumsgesellschaft gesellschaftsvertragliche Regelungen, die einem Gesellschafter, einer Gruppe von Gesellschaftern oder der Gesellschaftermehrheit das Recht einräumen, einen Mitgesellschafter ohne sachlichen Grund aus der Gesellschaft auszuschließen ("Hinauskündigungsklausel"), grundsätzlich wegen Verstoßes gegen die guten Sitten nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig (BGHZ 81, 263, 266 ff.; 105, 213, 216 f.; 112, 103, 107 f.; BGHZ 164, 98, 101 und 107, 110 f.; Urt. v. 8. März 2004 - II ZR 165/02, ZIP 2004, 903, 904 f.; v. 14. März 2005 - II ZR 153/03, ZIP 2005, 706, 707; v. 19. März 2007 - II ZR 300/05, ZIP 2007, 862).

    Denn das freie Kündigungsrecht des anderen Teils kann von ihm als Disziplinierungsmittel empfunden werden, so dass er aus Sorge, der Willkür des ausschließungsberechtigten Gesellschafters ausgeliefert zu sein, nicht frei von seinen Mitgliedschaftsrechten Gebrauch macht oder seinen Gesellschafterpflichten nicht nachkommt, sondern sich den Vorstellungen der anderen Seite beugt ("Damoklesschwert" vgl. BGHZ 81, 263, 268; BGHZ 105, 213, 217).

    Es entspricht zwar der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass eine Kündigungsregelung, die allein im Hinblick auf ihre zeitlich unbegrenzte Geltung anstößig ist, bei einer zeitlich begrenzten Geltung indessen nicht zu beanstanden wäre, nur dann auf eine nach dem Grundsatz von Treu und Glauben angemessene Geltungsdauer beschränkt werden kann, wenn gegen die übrigen Vertragsteile nichts einzuwenden ist (BGHZ 105, 213, 221; Sen.Urt. v. 14. Juli 1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707, 1708 m.w.Nachw.).

    Zweck der zeitlichen Begrenzung ist allein, die Zeit angemessen zu begrenzen, in der der neu eintretende Gesellschafter möglicherweise deshalb nicht frei von seinen Mitgliedschaftsrechten Gebrauch macht oder seinen Gesellschafterpflichten nicht nachkommt, sondern sich den Vorstellungen der anderen Seite beugt, weil er eine ordentliche Kündigung vermeiden will (BGHZ 81, 263, 268; BGHZ 105, 213, 217).

  • BGH, 19.09.2005 - II ZR 342/03  

    Gesellschaftsrecht - Unzulässige Hinauskündigungsklausel im Gesellschaftsvertrag

    Danach sind in den Personengesellschaften und der GmbH gesellschaftsvertragliche Regelungen, die einem Gesellschafter, einer Gruppe von Gesellschaftern oder der Gesellschaftermehrheit das Recht einräumen, einen Mitgesellschafter ohne sachlichen Grund aus der Gesellschaft auszuschließen, grundsätzlich wegen Verstoßes gegen die guten Sitten nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig (BGHZ 81, 263, 266 ff.; 105, 213, 216 f.; 112, 103, 107 f.; Urt. v. 8. März 2004 - II ZR 165/02, ZIP 2004, 903, 904; v. 14. März 2005 - II ZR 153/03, ZIP 2005, 706).
  • BGH, 14.03.2005 - II ZR 153/03  

    Gesellschaftsrecht - Ausschluss eines Gesellschafters ohne Grund

    Denn das freie Kündigungsrecht des anderen Teils kann von ihm als Disziplinierungsmittel empfunden werden, so daß er aus Sorge, der Willkür des ausschließungsberechtigten Gesellschafters ausgeliefert zu sein, nicht frei von seinen Mitgliedschaftsrechten Gebrauch macht oder seinen Gesellschafterpflichten nicht nachkommt, sondern sich den Vorstellungen der anderen Seite beugt ("Damoklesschwert" vgl. BGHZ 81, 263, 268; BGHZ 105, 213, 217).

    Durchbrechungen hat der Senat, auch wenn er zunächst keinen Anlaß hatte, deren Voraussetzungen im einzelnen festzulegen (vgl. BGHZ 68, 212, 215; BGHZ 81, 263, 269) als möglich erörtert, sie später für den Fall des Ausschlusses des Erben eines Mitgesellschafters (BGHZ 105, 213 ff.) sowie für den Fall ausdrücklich anerkannt, daß der ausschließungsberechtigte GmbH-Gesellschafter mit Rücksicht auf die enge persönliche Beziehung zu seiner Mitgesellschafterin die volle Finanzierung der Gesellschaft übernommen und der Partnerin die Mehrheitsbeteiligung und die Geschäftsführung eingeräumt hatte (BGHZ 112, 103 ff.).

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  • BGH, 19.09.2005 - II ZR 173/04  

    Gesellschaftsrecht - Hinauskündigungsklausel im Gesellschaftsvertrag zulässig?

    Allerdings sind nach der mittlerweile ständigen Rechtsprechung des Senats in den Personengesellschaften und der GmbH gesellschaftsvertragliche Regelungen, die einem Gesellschafter, einer Gruppe von Gesellschaftern oder der Gesellschaftermehrheit das Recht einräumen, einen Mitgesellschafter ohne sachlichen Grund aus der Gesellschaft auszuschließen ("Hinauskündigungsklauseln"), grundsätzlich wegen Verstoßes gegen die guten Sitten nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig (BGHZ 81, 263, 266 ff.; 105, 213, 216 f.; 112, 103, 107 f.; Urt. v. 8. März 2004 - II ZR 165/02, ZIP 2004, 903, 904; v. 14. März 2005 - II ZR 153/03, ZIP 2005, 706).
  • BGH, 08.03.2004 - II ZR 165/02  

    Gesellschaftsrecht - Ausschluss eines Mitgesellschafters

    Denn das freie Kündigungsrecht des anderen Teils kann von ihm als Disziplinierungsmittel empfunden werden, so daß er aus Sorge, der Willkür des ausschließungsberechtigten Gesellschafters ausgeliefert zu sein, nicht frei von seinen Mitgliedschaftsrechten Gebrauch macht oder seinen Gesellschafterpflichten nicht nachkommt, sondern sich den Vorstellungen der anderen Seite beugt ("Damoklesschwert" vgl. BGHZ 81, 263, 268; BGHZ 105, 213, 217).

    Durchbrechungen hat der Senat, auch wenn er zunächst keinen Anlaß hatte, deren Voraussetzungen im einzelnen festzulegen (vgl. BGHZ 68, 212, 215; BGHZ 81, 213, 269) als möglich erörtert, sie später für den Fall des Ausschlusses des Erben eines Mitgesellschafters (BGHZ 105, 213 ff.) und für den Fall ausdrücklich anerkannt, daß der ausschließungsberechtigte GmbH-Gesellschafter mit Rücksicht auf die enge persönliche Beziehung zu seiner Mitgesellschafterin die volle Finanzierung der Gesellschaft übernommen und der Partnerin die Mehrheitsbeteiligung und die Geschäftsführung eingeräumt hatte (BGHZ 112, 103 ff.).

  • BGH, 05.06.1989 - II ZR 227/88  

    Aufrechterhaltung einer an sich unzulässigen Hinauskündigungsklausel für

    Danach verstoßen derartige Hinauskündigungsklauseln gegen § 138 BGB , wenn sie nicht ausnahmsweise wegen außergewöhnlicher Umstände sachlich gerechtfertigt sind (BGHZ 68, 212, 215; BGHZ 81, 263, 266 f.; Sen.Urteile v. 25. März 1985 - II ZR 240/84, WM 1985, 772, 773 und v. 19. September 1988 - II ZR 329/87, WM 1989, 133, 134, zum Abdruck in BGHZ 105, 213 bestimmt).

    Der Streit über die Wirksamkeit einer Ausschließungsklausel muß - insbesondere aus praktischen Erwägungen - von der Frage, welche Abfindung angemessen ist, freigehalten werden; über diese ist notfalls in einem besonderen Rechtsstreit zu entscheiden (Sen.Urteile v. 7. März 1973 - II ZR 140/71, WM 1973, 842, 843 und vom 19. September 1988 aaO.).

    Der Senat hat ein nach dem Vertragswortlaut zeitlich unbegrenztes Ausschließungsrecht für den Fall des Todes eines Mitgesellschafters als zeitlich begrenztes aufrechterhalten (Urt. v. 19. September 1988 - II ZR 329/87, WM 1988, 133, 135).

  • BGH, 07.04.2008 - II ZR 3/06  

    Gesellschaftsrecht - Kündigung "eines" Gesellschafters

    Eine Unwirksamkeit der Abfindungsregelung lässt jedoch die Wirksamkeit der Fortsetzungsklausel grundsätzlich unberührt (BGHZ 105, 213, 220 für eine Kündigungsvereinbarung).
  • BGH, 17.03.2008 - II ZR 239/06  

    Gesellschaftsrecht - Genossenschaft: Vereinbarung einer Abfindungszahlung

    Das lässt auch zu, eine nichtige vertragliche Vereinbarung auf eine andere, auf das zulässige Maß beschränkte zu reduzieren, wenn dies dem hypothetischen Parteiwillen entspricht (BGHZ 105, 213, 221; 107, 351, 355; 146, 37, 47).
  • BGH, 17.10.2007 - IV ZR 266/06  

    Erbrecht - Unwirksamkeit eines Erbverzichts

    Vielmehr stellte sich dann im Rahmen des § 139 BGB, der auf den Verzicht als Rechtsgeschäft unter Lebenden Anwendung findet (Palandt/Edenhofer, BGB 66. Aufl. § 2346 Rdn. 2), die Frage, ob die Parteien des Verzichtsvertrags bei Unwirksamkeit eines Gesamtverzichts nicht zumindest einen isolierten Pflichtteilsverzicht (§ 2346 Abs. 2 BGB) gewollt hätten (vgl. BGHZ 146, 37, 47; 107, 351, 355 f.; 105, 213, 220 f.).
  • BGH, 09.07.1990 - II ZR 194/89  

    GmbH: Ausschließungsrecht des Gesellschafters

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  • BGH, 07.04.2008 - II ZR 181/04  

    Gesellschaftsrecht - Gesellschaftsvertragliche Fortsetzungsklausel

  • BGH, 07.02.1994 - II ZR 191/92  

    Kündigungsrecht des Geschäftsinhabers einer atypischen stillen Gesellschaft

  • BGH, 17.10.2008 - V ZR 14/08  

    Immobilien - Aufspaltung einer sittenwidrigen Vertragsklausel möglich?

  • OLG München, 09.08.2012 - 23 U 4173/11  

    GmbH: Einrichtung eines Beirats mit einfacher Stimmenmehrheit; Umfang der

  • OLG Hamm, 17.03.2004 - 8 U 29/03  

    Zum Recht des Ausschlusses eines Mitgesellschafters durch einen anderen

  • LAG Hamm, 11.10.2011 - 14 Sa 543/11  

    Berufung des Trainers erfolgreich - Vertragsklausel unwirksam

  • BGH, 21.09.1998 - II ZR 89/97  

    Ausschluß eines BGB -Gesellschafters trotz fehlender Ausschlußgründe

  • OLG Düsseldorf, 21.06.2007 - 9 U 7/07  

    Verspätete Einziehung eines Gesellschaftsanteils im Insolvenzverfahren

  • BGH, 11.10.1995 - XII ZR 62/94  

    Rechte und Pflichten in einer Ehegattengesellschaft; Rechte des Sicherungsgebers

  • OLG Düsseldorf, 16.01.2004 - 17 U 50/03  

    Mögliche Sittenwidrigkeit einer Hinauskündigungsklausel

  • OLG Frankfurt, 20.10.2005 - 16 U 3/05  

    Gesellschaftsvertrag; Ausschließung; Übernahmeklausel; Prüfungsfrist

  • BSG, 16.12.1993 - 13 RJ 1/93  

    BGB § 138, § 139, § 242; EheG (1946) § 72, § 60; RVO §

  • BGH, 07.02.1994 - II ZR 188/92  
  • OLG Düsseldorf, 01.09.2006 - 16 U 90/05  

    Voraussetzungen der Zwangseinziehung des Geschäftsanteiles einer GmbH

  • LG Bremen, 01.07.2004 - 12 O 292/04  
  • OLG Brandenburg, 11.11.1998 - 7 U 103/98  
  • BGH, 10.07.2007 - II ZR 281/05  
  • BGH, 07.05.2007 - II ZR 281/05  
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