Rechtsprechung
| BGH, 16.08.2007 - IX ZR 63/06 |
Volltextveröffentlichungen (12)
mehr- IWW
- rws-verlag.de
Keine Anfechtung, wenn der Anfechtungsgläubiger mit der zugrunde liegenden Forderung gegen eine unstreitige Forderung des Schuldners aufrechnen kann
- Deutsches Notarinstitut
AnfG §§ 2, 4, 11; BGB §§ 387, 406; ZPO § 301
Keine Insolvenzanfechtung bei Aufrechnungsmöglichkeit gegen unstreitige Forderung - NWB SteuerXpert START
- zvi-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
AnfG §§ 2, 4, 11; BGB §§ 387, 406
Keine Anfechtung bei Aufrechnung des Anfechtungsgläubigers mit der zugrunde liegenden Forderung gegen eine unstreitige Forderung des Schuldners - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Zulässigkeit eines Teilurteils über eine Anfechtungsklage; Rechtsfolgen der Aufrechnung mit der der Anfechtung zugrunde liegenden Forderung
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Verfahrensrecht - Wann darf ein Teilurteil über eine Anfechtungsklage ergehen?
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
- ZIP-online.de
Keine Anfechtung, wenn der Anfechtungsgläubiger mit der zugrunde liegenden Forderung gegen eine unstreitige Forderung des Schuldners aufrechnen kann
Kurzfassungen/Presse (2)
- Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht (Leitsatz)
Aufrechnung des Anfechtungsgläubigers
- raehp.de
, S. 6 (Leitsatz)
Insolvenzanfechtung
Besprechungen u.ä.
- EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)
Keine Anfechtung bei Aufrechnungsmöglichkeit des Anfechtungsgläubigers mit der zugrunde liegenden Forderung gegen unstreitige Forderung des Schuldners
Verfahrensgang
- LG Kiel, 30.06.2004 - 17 O 201/03
- OLG Schleswig, 24.02.2006 - 1 U 107/04
- BGH, 16.08.2007 - IX ZR 63/06
- BGH, 11.10.2007 - IX ZR 63/06
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 173, 328
- ZIP 2007, 1717
- MDR 2007, 1394
- NZI 2007, 575
- WM 2007, 1755
Wird zitiert von ... (14)
- BGH, 08.12.2011 - IX ZR 33/11
Grundbuchrecht - Anfechtung der Übereignung eines Grundstücks
aa) Der Anfechtungsgegner kann gegen das Bestehen der titulierten Forderung des Gläubigers nur solche Einwendungen erheben, welche auch der Schuldner noch vorbringen könnte (BGH, Urteil vom 11. November 1970 - VIII ZR 242/68, BGHZ 55, 20, 28; vom 23. Februar 1984 - IX ZR 26/83, BGHZ 90, 207, 210; vom 19. November 1998 - IX ZR 116/97, WM 1999, 33, 34; vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 23).Nach der Regelung des § 767 Abs. 2 ZPO kann der Schuldner eines durch Urteil festgestellten Anspruchs gegen die Zwangsvollstreckung nicht den Einwand der Aufrechnung vorbringen, wenn sich die beiderseitigen Forderungen bereits zum Zeitpunkt der letzten Tatsachenverhandlung aufrechenbar gegenüber gestanden haben (BGH, Urteil vom 30. März 1994 - VIII ZR 132/92, BGHZ 125, 351, 352 f mwN; vom 16. August 2007 aaO Rn. 25).
Soweit sich der Anfechtungsgläubiger durch Aufrechnung gegenüber dem Schuldner befriedigen kann, ist die Bereitstellung des vom Schuldner weggegebenen Vermögenswerts zur Befriedigung des Gläubigers nicht gemäß § 11 Abs. 1 AnfG erforderlich (BGH, Urteil vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 44 f).
Der Anfechtungsgläubiger muss sich aber nicht auf die Möglichkeit einer Aufrechnung gegenüber dem Schuldner verweisen lassen, wenn die Forderung des Schuldners ernsthaft bestritten ist (BGH, Urteil vom 16. August 2007, aaO Rn. 52 f).
Hinsichtlich des Teilbetrags, welchen der Gläubiger gegenüber dem Schuldner durchsetzen kann, ist die Inanspruchnahme eines Dritten im Wege der Anfechtungsklage nicht zulässig (BGH, Urteil vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 49).
Entgegen der Rechtsauffassung der Revision hindert der Umstand, dass pfändbares Vermögen des Schuldners vorhanden ist, eine Anfechtungsklage jedoch nicht für den Teil der Forderung, welchen der Gläubiger gegenüber dem Schuldner voraussichtlich nicht wird durchsetzen können (BGH, Urteil vom 16. August 2007, aaO Rn. 49, 54).
Eine unentgeltliche Zuwendung im Sinne der anfechtungsrechtlichen Bestimmungen (§ 4 Abs. 1 AnfG, § 134 Abs. 1 InsO) liegt im Zwei-Personen-Verhältnis vor, wenn der Empfänger vereinbarungsgemäß keine angemessene Gegenleistung an den Schuldner zu erbringen hat (BGH, Urteil vom 3. März 2005 - IX ZR 441/00, BGHZ 162, 276, 279; vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 55;… vom 16. November 2007 - IX ZR 194/04, BGHZ 174, 228 Rn. 8).
- BGH, 05.03.2009 - IX ZR 141/07
Zwangsvollstreckung - Abweisung der Vollstreckungsgegenklage wegen Präklusion
Über den weiteren Bestand des titulierten Anspruchs wird auf eine Vollstreckungsgegenklage hin nicht entschieden (RGZ 158, 145, 149 f; BGHZ 173, 328, 335 Rn. 25;… BGH, Urt. v. 19. Juni 1984 - IX ZR 89/83, MDR 1985, 138 f; v. 23. Januar 1985 - VIII ZR 285/83, WM 1985, 703, 704; KG OLG-Rspr. 21, 88, 89; OLG Koblenz FamRZ 1994, 1195, 1196; OLG Rostock OLG-NL 2003, 186, 187).Sind die Gründe vor diesem Zeitpunkt entstanden und wird die Rechtswirkung der Einwendung erst durch eine Willenserklärung ausgelöst, so ist nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der Zeitpunkt maßgebend, in dem die Willenserklärung objektiv abgegeben werden konnte (BGHZ 24, 97, 99; 34, 274, 279 f; 100, 222, 225; 125, 351, 352 f; 163, 339, 342; 173, 328, 334 f Rn. 23, 25;… BGH, Urt. v. 16. November 2005 - VIII ZR 218/04, NJW-RR 2006, 229, 230 Rn. 14).
- BGH, 29.06.2012 - V ZR 97/11
Nachbarrecht - Abbruch eines Bauwerks ist rechtzeitig anzukündigen!
Wird durch das Teilurteil eine Frage beantwortet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche noch einmal stellt, ist es nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unzulässig; dabei ist die Möglichkeit einer abweichenden Entscheidung im Instanzenzug zu berücksichtigen (vgl. nur BGH, Urteil vom 16. August 2007 IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 18 ff., 26; Urteil vom 26. April 1989 IVb ZR 48/88, BGHZ 107, 236, 242;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 301 Rn. 7 jeweils mwN).Die Gefahr einander widersprechender Entscheidungen begründet das Teilurteil insoweit nicht, weil dem Gericht die sachliche Prüfung eines unzulässigen Antrags ohnehin verwehrt ist (vgl. BGH, Urteil vom 16. August 2007 IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 26).
- BGH, 01.10.2009 - I ZR 94/07
Oracle
Ein Teilurteil ist deshalb unzulässig, wenn es eine Frage entscheidet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche nochmals stellt (BGHZ 107, 236, 242; 173, 328 Tz. 18). - BGH, 03.06.2004 - III ZR 56/03
Landwirtschaft - Entschädigung für enteignungsgleichen Eingriff
Sie regelt vielmehr im Rahmen der Inhaltsbestimmung des Eigentums den finanziellen Ausgleich von Eigentumsbeschränkungen und -beeinträchtigungen, die wegen der Schwere des mit ihnen verbundenen Eingriffs nicht ohne einen solchen Ausgleich zulässig wären (vgl. BVerfGE 58, 137, 147; 79, 174, 192; aus der neueren Senatrechtsprechung vgl. nur BGHZ 121, 73; 173, 328, 332; 123, 242, 244; 126, 379, 381). - BGH, 10.03.2011 - IX ZR 82/10
Rechtsanwälte - Pflichtverletzung aus Anwaltsvertrag
Die Pfändung in eigene Schuld ist jedenfalls dann unbedenklich, wenn sie dazu dient, dem Gläubiger die Verrechnung in den Fällen zu ermöglichen, in denen die Aufrechnungsvoraussetzungen nicht vorliegen oder die Aufrechnung aus prozessualen Gründen unstatthaft ist (vgl. RGZ 57, 358, 363 f; RG, JW 1938, 2399, 2400), sofern nicht Aufrechnungsverbote (vgl. § 393 BGB) entgegenstehen (vgl. auch BGH, Urteil vom 12. Juli 1968 - V ZR 29/66, NJW 1968, 2059, 2060; vom 24. Juni 1985 - III ZR 219/83, BGHZ 95, 109, 115; vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 33). - OLG Düsseldorf, 08.09.2009 - 24 U 2/09
Mietrecht - Vollstreckungsgegenklage: Ausschluss/Aufrechnung Kautionsrückzahlung
Sind die Gründe vor diesem Zeitpunkt entstanden, wird aber die Rechtswirkung der Einwendung erst durch eine Willenserklärung ausgelöst, so ist nach gefestigter Rechtsprechung dennoch der Zeitpunkt maßgebend, in dem die Willenserklärung objektiv abgegeben werden konnte (BGH NJW 2009, 1671; NJW-RR 2006, 229; BGHZ 173, 328; 163, 339; 125, 351; 100, 222; 34, 274; 24, 97). - BGH, 23.11.2010 - XI ZR 82/08
Die einem Teilurteil zugrunde liegende Bewertung als nicht in Rechtskraft …
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes darf ein Teilurteil (§ 301 ZPO) nur dann ergehen, wenn es einen abgrenzbaren Teil eines Streitgegenstandes unabhängig von der Entscheidung über den Rest des Anspruchs abschließend so bescheidet, dass die Gefahr einander widerstreitender Entscheidungen, auch durch das Rechtsmittelgericht, nicht besteht (BGH, Urteile vom 8. Dezember 1992 - VI ZR 349/91, BGHZ 120, 376, 380 und vom 16. August 2007 - IX ZR 63/06, BGHZ 173, 328 Rn. 18). - OLG Köln, 23.09.2009 - 5 U 220/08
Unzulässigkeit eines Teilurteils im Arzthaftungsprozess wegen der Gefahr …
Es darf nicht die Gefahr bestehen, dass es im Teil- und Schlussurteil zu widersprüchlichen Entscheidungen kommt (BGHZ 107, 236, 242; 173, 328 ff. Rdn. 18). - OLG Koblenz, 18.10.2007 - 5 U 567/07
Verfahrensrecht - Unzulässiges Urteil über Klage/Widerklage bei Kläger-Säumnis
Ein Teilurteil ist daher unzulässig, wenn es eine Frage entscheidet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche noch einmal stellt (BGH NJW 2000, 3716; vgl. auch BGH WM 2007, 1755; BGH MDR 2005, 46; BGH NJW 1997, 1709; BGH NJW-RR 1992, 1340). - OLG Saarbrücken, 13.07.2010 - 4 U 496/09
Voraussetzungen der außerordentlichen Kündigung durch den Krankenhausträger …
- OLG Saarbrücken, 12.10.2010 - 4 U 110/10
Haftungsverteilung bei Kollision eines an einer Einmündung wartepflichtigen …
- LG Stuttgart, 03.12.2010 - 8 O 284/10
Bauvertrag - § 648a BGB-Sicherheitsleistung auch nach Kündigung einforderbar
- OLG Düsseldorf, 25.02.2011 - 23 U 150/10
Zivilprozess - Klage auf Vergütung + § 648a BGB-Sicherheit: Teilurteil zulässig?
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