Rechtsprechung
   BGH, 20.11.1958 - VII ZR 4/58   

Sparbuch der Tochter

§ 808 BGB, Reichweite der Legitimationswirkung, pVV (vgl. nunmehr § 280 Abs. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Mitverschulden

Volltextveröffentlichungen (2)

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 28, 368
  • NJW 1959, 622



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Wird zitiert von ... (30)  

  • BGH, 18.01.2005 - X ZR 264/02  

    Vertrag zu Gunsten Dritter - Sparbücher für die Enkel

    Entgegen der Annahme des Berufungsgerichts läßt die Einrichtung eines Sparkontos auf den Namen eines anderen für sich allein noch nicht den Schluß auf einen Vertrag zugunsten Dritter zu (BGHZ 21, 148, 150; 28, 368, 369).
  • BSG, 05.02.2009 - B 13 R 87/08 R  

    Rückforderungsanspruch des Rentenversicherungsträgers gegenüber einem

    Das Sparbuch ist ein qualifiziertes Legitimationspapier ("hinkendes Inhaberpapier"), denn nach § 808 BGB ist das ausstellende Geldinstitut zwar nicht verpflichtet, aber grundsätzlich befugt, an jeden, der sich durch den Besitz des Sparbuchs ausweist, ohne Rücksicht auf dessen Gläubigerrecht, Verfügungsbefugnis oder Vollmacht und ohne Prüfung dessen materieller Berechtigung mit schuldbefreiender Wirkung Zahlungen aus dem Sparkonto zu leisten (BGHZ 28, 368, 370; BGH JZ 1998, 860; Stadler in Jauernig, Komm zum BGB, 12. Aufl 2007, § 808 RdNr 1; Sprau in Palandt, BGB, 67. Aufl 2008, § 808 RdNr 1, 3; Gößmann in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, Bd 1, 3. Aufl 2007, § 71 RdNr 42 f; Marburger in Staudingers Komm zum BGB, 2002, § 808 RdNr 23, 49).

    Durch Leistung an einen nicht berechtigten Sparbuchinhaber wird das Geldinstitut nicht befreit, wenn es die Nichtberechtigung des Inhabers kennt oder infolge grober Fahrlässigkeit nicht kennt (Oberlandesgericht [OLG] Düsseldorf vom 30.11.1994 - 6 U 245/93, Juris RdNr 39; OLG Düsseldorf NJW 1987, 654, 655; Stadler aaO RdNr 7; Sprau aaO RdNr 4; Gehrlein in Bamberger/Roth, Beck"scher Online-Komm zum BGB, § 808 RdNr 3, Stand: Oktober 2007; Hüffer in Münchener Komm zum BGB, 4. Aufl 2004, § 808 RdNr 28; Marburger aaO RdNr 24, 49; Thessinga in Ebenroth/Boujong/Joost, Handelsgesetzbuch Komm, Bd 2, 2001, BankR III RdNr 26; Siller in Dauner-Lieb/Heidel/Ring, Anwaltkommentar, BGB, 2005, § 808 RdNr 9; Buck-Heeb in Prütting/Wegen/Weinreich, BGB, 3. Aufl 2008, § 808 RdNr 5, 11; aA Steffen in BGB-RGRK, 12. Aufl 1978, § 808 RdNr 45: nur positives Wissen schade) oder es sonst wider Treu und Glauben (§ 242 BGB) die Auszahlung an den nicht berechtigten Sparbuchinhaber bewirkt hat (BGHZ 28, 368, 371; RGZ 89, 401, 403).

    Die Leistungsbefreiung tritt auch nur im Umfang der rechtswirksam versprochenen Leistung ein; bei Leistung an Nichtberechtigte in Abweichung von gesetzlichen oder vertraglichen Auszahlungs- oder Kündigungsmodalitäten schützt die Legitimationswirkung das Geldinstitut nicht, also zB bei einer Auszahlung über den nach § 21 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4, Satz 2 der Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung zulässigen monatlichen Höchstbetrag von 2.000,00 Euro oder unter Außerachtlassung sonstiger besonderer vertraglicher Vereinbarungen, zB Sperrvermerk oder Kennwort (BGHZ 28, 368, 372; 64, 278, 280; BGH NJW 1988, 2100, 2101; BGH NJW 1991, 420, 421; Stadler aaO, § 808 RdNr 7-9; Gehrlein aaO, § 808 RdNr 4, Stand: Oktober 2007; Hüffer aaO, § 808 RdNr 30; Gößmann aaO, § 71 RdNr 48 ff; Marburger aaO, § 808 RdNr 28).

  • BFH, 24.04.1990 - VIII R 170/83  

    Zinserträge eines Minderjährigen aus geschenktem Sparguthaben

    Nach der Rechtsprechung der Zivilgerichte kommt es für die Frage, wer bei Abschluß eines Sparvertrages zugunsten Dritter Inhaber der Guthabenforderung wird, allein auf den für die Bank erkennbaren Willen dessen an, der den Sparvertrag zugunsten Dritter mit der Bank abschließt und die Einzahlung leistet (vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 20. November 1958 VII ZR 4/58, BGHZ 28, 368; vom 22./ 23. Juni 1965 III ZR 251/63, Wertpapier-Mitteilungen/ Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht - WM - 1965, 897; vom 10. Oktober 1966 II ZR 290/63, WM 1966, 1246; vom 9. November 1966 VIII ZR 73/64, BGHZ 46, 198; vom 9. Februar 1972 VIII ZR 128/70, WM 1972, 383; im gleichen Sinn BFH-Urteile in BFHE 120, 391, BStBl II 1977, 205; vom 1. Juli 1987 I R 284-286/83, BFH/ NV 1988, 12).
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  • BGH, 20.05.2009 - IV ZR 16/08  

    Versicherungsrecht - Auszahlung trotz gefälschter Kündigungserklärung

    Auf der anderen Seite ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt, dass die Legitimationswirkung des Versicherungsscheins ausnahmsweise dann nicht eingreift, wenn der Schuldner die mangelnde Verfügungsberechtigung positiv kennt oder sonst gegen Treu und Glauben die Leistung bewirkt hat; ob die befreiende Wirkung auch dann entfällt, wenn der Aussteller des Legitimationspapiers grob fahrlässig keine Kenntnis von der Nichtberechtigung des Inhabers hatte, ist bisher offen geblieben (BGHZ 28, 368, 371 ; Senatsurteile vom 24. Februar 1999 - IV ZR 122/98 - VersR 1999, 700 unter 2 a und b; vom 22. März 2000 aaO unter II 2 c).
  • BGH, 22.10.1964 - VII ZR 206/62  

    Legitimationswirkung des Sparbuches

    Zahlt ein Kreditinstitut entgegen § 23 Abs. 3 KredWesG 1934 (§ 22 KredWesG 1961) aus einer Spareinlage monatlich mehr als 1.000 DM an einen nichtberechtigten Inhaber des Sparbuches, so wird es dadurch nicht nach § 808 BGB von seiner Leistungspflicht dem berechtigten Gläubiger gegenüber frei (Bestätigung von BGHZ 28, 368).

    Das Berufungsgericht folgt im Ergebnis den Urteilen des erkennenden Senats vom 20. November 1958 (BGHZ 28, 368) und des Oberlandesgerichts Hamm vom 18. November 1960 (NJW 1961, 1311), wonach die vorzeitige Abhebung von Sparguthaben, die einer vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsfrist unterliegen, durch die Legitimationswirkung des § 808 BGB nicht gedeckt ist.

    Es kann auch dahingestellt bleiben, ob die vorzeitige Auszahlung eines Sparguthabens wirklich, wie der Senat in der Entscheidung BGHZ 28, 368 angenommen hat, eine Änderung des Sparvertrages voraussetzt.

  • BGH, 05.03.1986 - IVa ZR 141/84  

    Heilung einer formnichtigen Versprechensschenkung

    Im Hinblick auf § 20 Satz 1 PostG könnte sie sich daher genötigt sehen, Postsparguthaben trotz Vorliegens der sonstigen Voraussetzungen nicht mehr ohne weiteres auszuzahlen, wenn sie von einer formlosen Abtretung Kenntnis erlangt hat oder mit einer solchen zur Vermeidung des Vorwurfs grober Fahrlässigkeit rechnen muß (vgl. BGHZ 28, 368, 371).
  • BGH, 30.10.1990 - XI ZR 352/89  

    Änderung der Verfügungsbefugnis über ein Gemeinschaftssparkonto

    Die Sparkasse wird deshalb gemäß § 808 Abs. 1 BGB durch eine Leistung an den Buchinhaber nicht frei, wenn sie bei Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist in Abweichung von § 22 Abs. 1 KWG ohne Kündigung wie vorliegend mehr als 2.000 DM für jedes Sparkonto innerhalb von 30 Zinstagen auszahlt (BGHZ 28, 368, 372; 42, 302, 305 f.; 64, 278, 287 f.; BGH, Urteil vom 14. Januar 1988 - III ZR 4/87, WM 1988, 1478, 1479).
  • BGH, 24.02.1999 - IV ZR 122/98  

    Voraussetzungen der Wirksamkeit der Abtretung von Ansprüchen aus einem

    Eine Ausnahme gilt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nur, wenn der Aussteller die mangelnde Verfügungsberechtigung des Inhabers positiv gekannt oder sonst gegen Treu und Glauben die Leistung bewirkt hat (BGHZ 28, 368, 371).
  • OLG Saarbrücken, 28.12.2007 - 4 U 8/07  

    Vermögensübertragung - Wenn Geld auf den Namen des Kindes angelegt wird

    aaa) Zwar zwingt die Einrichtung eines Kontos auf den Namen eines anderen allein betrachtet noch nicht zu dem Schluss, dass der nominelle Kontoinhaber auch materiellrechtlicher Inhaber der Forderung werden soll (BGHZ 21, 148, 150; 28, 368, 369 f.; Palandt/Heinrichs, BGB, 66. Aufl., § 328 Rdnr. 9a).
  • BFH, 03.11.1976 - VIII R 137/74  

    Einkommensteuerrechtliche Zurechnung der von den Eltern im Namen ihrer

    Nach der Rechtsprechung der Zivilgerichte kommt es für die Frage, wer bei Abschluß eines Sparvertrages zugunsten eines Dritten Inhaber der Guthabenforderung wird, allein auf den für die Bank erkennbaren Willen dessen an, der den Sparvertrag zugunsten des Dritten mit der Bank abschließt und die Einzahlung leistet L (vgl Urteile des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 9. Februar 1972 VIII ZR 128/70 , Wertpapier-Mitteilungen 1972 S 383 - WM 1972, 383 - vom 29. April 1970 VIII ZR 49/69 , Lindenmaier-Möhring, Nachschlagewerk des Bundesgerichtshofs, § 328 BGB Nr. 42; vom 9. November 1966 VIII ZR 73/64, BGHZ 46, 198; vom 10. Oktober 1966 II ZR 290/63, WM 1966, 1246; vom 22./23. Juni 1965 III ZR 251/63, WM 1965, 897; vom 20. November 1958 VII ZR 4/58, BGHZ 28, 368, und vom 25. Juni 1956 II ZR 270/54, BGHZ 21, 148; vgl auch Canaris, Neue Juristische Wochenschrift 1973 S 825).

    Ob ein derartiger Wille des Klägers bei der Einrichtung der Sparkonten und der Leistung der Einlage für die Banken nach den objektiven Umständen erkennbar war, gehört dem Bereich der Tatsachenwürdigung des FG an (vgl BGH-Urteil VII ZR 4/58).

  • BGH, 09.11.1966 - VIII ZR 73/64  

    Sparbuch für die Enkelin - Inhaberschaft

  • BGH, 21.06.1976 - III ZR 99/74  
  • BGH, 14.01.1988 - III ZR 4/87  
  • BVerwG, 17.07.1997 - 1 B 96.97  

    Recht der Wiedervereinigung - Begriff des Verfügungsberechtigten nach dem

  • BGH, 24.04.1975 - III ZR 147/72  

    Legitimationswirkung des Sparbuchs

  • OLG Bamberg, 07.10.2005 - 6 U 18/05  

    Anlegen von Sparbüchern durch die Eltern auf den Namen eines minderjährigen

  • BGH, 11.06.1963 - 1 StR 463/62  

    StGB § 348 Abs. 1

  • OLG Nürnberg, 24.01.1990 - 9 U 2491/89  

    BGB § 328

  • BVerwG, 14.07.1960 - III C 97.58  

    Kreditwesengesetz § 23 Abs. 3; Währungsausgleichsgesetz § 8 Abs. 1, 3

  • OLG Hamm, 18.11.1960 - 8 U 138/60  
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 28.02.2011 - 14 A 102/09  

    Zurechnung des bei einer Bank geführten Guthabens auf einem Sparbuchkonto

  • BGH, 27.06.1968 - III ZR 71/66  
  • OLG Düsseldorf, 30.11.1994 - 6 U 245/93  

    Legitimationswirkung des Sparbuchs hinsichtlich sofort auszahlbarer

  • AG Nordhorn, 22.02.2001 - 3 C 39/01  

    Haftung des sorgeberechtigten Elternteils wegen Schädigung des Kindesvermögens:

  • FG Niedersachsen, 05.03.1997 - IX 325/92  
  • VG Gera, 21.03.2011 - 6 K 1556/10  

    ; Abtretung Sparbuchforderung; Ausbildungsförderung; Eltern; Großeltern;

  • SG Karlsruhe, 30.06.2011 - S 13 AS 1217/09  

    Grundsicherung für Arbeitsuchende - Rücknahme der Leistungsbewilligung wegen

  • VG Berlin, 19.03.2012 - 21 K 437.11  

    § 14 WoGG 2009, § 27 WoGG 2009, § 45 SGB 10

  • BVerwG, 14.07.1960 - III C 96.58  
  • BGH, 03.06.1969 - 5 StR 216/69  
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