Rechtsprechung
| BGH, 19.01.1984 - VII ZR 220/82 |
Volltextveröffentlichungen (3)
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AGBG § 9
Formularmäßige Beschränkung des Schadensersatzes auf einen Höchstbetrag in den "Allgemeinen Bedingungen für die Kaltlagerung" - Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Haftungsbeschränkung in AGB für grob fahrlässiges Verhalten nicht-leitender Angestellter
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Unwirksamkeit einer Haftungsbegrenzung im kaufmännischen Verkehr auf das sechsfache Auftragsentgelt des AGBVerwenders für grob fahrlässig von seinen Erfüllungsgehilfen verursachte Schäden
Kurzfassungen/Presse
- Jurion (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 89, 363
- NJW 1984, 1350
- ZIP 1984, 457
- MDR 1984, 482
- BB 1984, 746
Wird zitiert von ... (31)
- BGH, 18.05.1995 - IX ZR 108/94
Formularmäßige Ausdehnung der Bürgenhaftung über das verbürgte Kreditlimit hinaus
Das in § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG enthaltene Verbot soll verhindern, daß vertragswesentliche Rechte und Pflichten durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgehöhlt werden (BGHZ 89, 363, 367;… BGH, Urt. v. 11. November 1992 - VIII ZR 238/91, NJW 1993, 335). - BGH, 25.02.1998 - VIII ZR 276/96
Haftungsbegrenzung in Stromlieferungsverträgen wirksam
Als unvereinbar mit der gesetzlichen Regelung hat es der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung bereits vor Inkrafttreten des AGB-Gesetzes angesehen, daß der Verwender die Haftung für sein eigenes grob fahrlässiges Verhalten oder für vorsätzliche oder grob fahrlässige Vertragsverstöße seiner leitenden Angestellten formularmäßig ausschließt (vgl. den Überblick in BGHZ 89, 363, 366 und Paulusch, DWiR 1992, 182, 185).Zwar kommt es im Regelfall auf die Versicherbarkeit des Schadensrisikos für die Angemessenheitsüberprüfung nicht an (BGHZ 38, 183, 186; 89, 363, 369;… vgl. auch Paulusch aaO S. 189 m.w.Nachw.).
Sie sind deshalb nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes grundsätzlich nur wirksam, wenn die Höchstsumme die vertragstypischen, vorhersehbaren Schäden abdeckt (BGHZ 89, 363, 368 f; Senatsurteil vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91 = NJW 1993, 335 unter II 3 m.w.Nachw.).
- BGH, 03.03.1988 - X ZR 54/86
Formularmäßiger Ausschluß der Haftung einer Seeschiffswerft auch für …
ist von der Rechtspr. des BGH zum AGB-Gesetz ausgegangen, nach der die Haftung für jedes Verschulden »einfacher« Erfüllungsgehilfen des Klauselverwenders auch im kaufmännischen Geschäftsverkehr nicht formularmäßig ausgeschlossen werden kann, wenn sich der Haftungsausschluß auf die Verletzung von sogenannten »Kardinal«- oder von Hauptpflichten oder auch auf die Verletzung von Nebenpflichten (z. B. Schutzpflichten) bezieht, sofern bei diesen die Freizeichnung die angemessene Risikoverteilung empfindlich stören würde (vgl. hierzu BGHZ 83, 301 [hier: I (130) 213 b]; ferner BGHZ 89, 363 [hier: I (120) 139 c]; BGH WM 1984, 122; 1984, 1053 [hier: I (120) 146 a]).Geschäftsbedingungen dem Vertragspartner nicht solche Rechtspositionen nehmen oder einschränken dürfen, die ihm der Vertrag nach seinem Inhalt und Zweck zu gewähren hat (vgl. BGHZ 89, 363; BGH WM 1984, 1053; 1985, 522 [hier: I (138) 479 b]).
von den vom BGH entschiedenen Fällen einer Kaltlagerung von Lebensmitteln oder der Veredelung von Textilien (BGHZ 89, 363; BGH WM 1984, 1053) verliert der Werftkunde seinen Gewahrsam an der zu bearbeitenden Sache nicht.
Geschäftsbedingungen im kaufmännischen Geschäftsverkehr von der Haftung für grobes Verschulden einfacher Erfüllungsgehilfen freizeichnen kann, wenn es sich - wie hier - nicht um die Verletzung wesentlicher Pflichten i. S. d. § 9 Abs. 2 AGBG handelt, bisher ausdrücklich offen gelassen (vgl. .. BGHZ 89, 363; 95, 170).
- BGH, 19.09.2007 - VIII ZR 141/06
AGB - Unangemesse Benachteiligung eines Unternehmers
Diese Bestimmung, die dem früheren § 24 AGBG entspricht, bedeutet, dass bei der Inhaltskontrolle im unternehmerischen Verkehr die in den Klauselverboten zum Ausdruck kommenden Wertungen berücksichtigt werden sollen, soweit sie übertragbar sind (vgl. BGHZ 89, 363 ff. und 90, 273 ff. zu § 24 AGBG;… Fuchs in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 10. Aufl., § 307 BGB Rdnr. 163, 381 ff.;… MünchKommBGB/Kieninger, 5. Aufl., § 307 Rdnr. 72;… MünchKommBGB/Basedow, 5. Aufl., § 310 Rdnr. 7 ff.;… Staudinger/Matusche-Beckmann, BGB (2004), § 444 Rdnr. 8;… Staudinger/Coester-Waltjen, BGB (2006), § 309 Nr. 7 Rdnr. 42). - BGH, 24.10.2001 - VIII ARZ 1/01
AGB - Haftungsauschluss bei Verletzung von Kardinalpflichten
Ein Ausschluß der Haftung für die verschuldete Nichterfüllung von Vertragspflichten kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG als eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners anzusehen sein, wenn dadurch wesentliche Rechte und Pflichten, die sich aus der Natur des Vertrages ergeben, so eingeschränkt werden, daß die Erreichung des Vertragszweckes gefährdet ist (BGHZ 89, 363, 367 f; BGH, Urteile vom 23. Februar 1984 - VII ZR 274/82, NJW 1985, 3016 unter II 2; vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91, NJW 1993, 335 unter II 2 a; vom 26. Januar 1993 - X ZR 90/91, NJW-RR 1993, 560 unter III 2 b aa; vom 19. Februar 1998 - I ZR 233/95, WM 1998, 2064 = NJW-RR 1998, 1426 unter II 2 a und BGHZ 145, 203, 244). - BGH, 11.11.1992 - VIII ZR 238/91
Formularmäßige Freizeichnung von wesentlichen Vertragspflichten und …
b) Die Begrenzung der Haftung für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten auf einen Höchstbetrag ist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch gegenüber Kaufleuten dann nicht wirksam, wenn der Höchstbetrag die vertragstypischen, vorhersehbaren Schäden nicht abdeckt (Anschluß an BGHZ 89, 363, 368 f;… Urt. v. 23. Februar 1984 - VII ZR 274/82, NJW 1985, 3016 unter III 2 b).*).Vor allem darf sich der Klauselverwender - auch gegenüber einem Kaufmann - nicht formularmäßig von Pflichten freizeichnen, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht, auf deren Erfüllung der Vertragspartner daher vertraut und auch vertrauen darf (BGHZ 89, 363, 367; Urteil vom 23. Februar 1984 - VII ZR 274/82, WM 1984, 1224 = NJW 1985, 3016 unter VI 2; Urteil vom 20. Juni 1984 - VIII ZR 137/83, WM 1984, 1053 = NJW 1985, 914 unter II 2 b bb; BGHZ 93, 29, 48; Urteil vom 20. Dezember 1984 - VII ZR 340/83, WM 1985, 522 unter II 2 a; Urteil vom 21. Dezember 1987 - II ZR 177/87, WM 1988, 246 unter I 2 b; BGHZ 103, 316, 321, 324; Urteil vom 5. Mai 1992 - VI ZR 188/91, NJW 1992, 2016 unter II 1 a; für den nichtkaufmännischen Bereich ferner Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 375/83, NJW 1985, 1165 unter I 2 c; Urteil vom 9. November 1989 - IX ZR 269/87, NJW 1990, 761 unter III l; Urteil vom 9. Juli 1991 - XI ZR 72/90, WM 1991, 1452 unter XI 2 b; zum ganzen eingehend Paulusch DWiR 1992, 182, 185 ff m.w.Nachw.).
Bedenken begegnet auch die Haftungsbegrenzung in Nr. VI 2 BZR-AGB auf einen Höchstbetrag von 100.000 DM, denn auch sie ist geeignet, die Rechte der Klägerin derart auszuhöhlen, daß der Vertragszweck gefährdet sein kann (vgl. BGHZ 89, 363, 368 f).
- BGH, 26.11.1984 - VIII ZR 214/83
AGB - Zulässigkeit von Formularbestimmungen in Kfz-Vertragshändlervertrag
Diese Haftung kann auch im Handelsverkehr formularmäßig nicht ausgeschlossen werden (BGHZ 89, BGHZ 89 Seite 363 (BGHZ 89 Seite 366, BGHZ 89 Seite 367) = NJW 1984, NJW Jahr 1984 Seite 1350; Senat, NJW 1985, NJW Jahr 1985 Seite 621 (in diesem Heft) = WM 1984, WM Jahr 1984 Seite 1053 (WM Jahr 1984 Seite 1055 f.), jeweils m. w. Nachw.). - BGH, 15.09.2005 - I ZR 58/03
Handelsrecht - Keine Haftungsbeschränkung bei Schaden durch Erfüllungsgehilfen
Nach der Rechtsprechung des BGH liegt eine unangemessene Benachteiligung in diesem Sinne vor, wenn die formularmäßige Haftungsbegrenzung bei grob fahrlässiger oder vorsätzlicher Schadensverursachung durch Erfüllungsgehilfen des Klauselverwenders eingreift, sofern es sich um die Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten handelt und der Schadensersatzbetrag die voraussehbaren Schäden nicht abdeckt (vgl. BGHZ 89, 363, 367 ff.;… BGH, Urt. v. 12.1.1994 - VIII ZR 165/92, ZIP 1994, 461, 465;… Urt. v. 19.2.1998 - I ZR 233/95, TranspR 1998, 374, 376 f.).Die Haftungsbeschränkung darf nicht dazu führen, dass der Klauselverwender von Verpflichtungen befreit wird, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Vertragspartner regelmäßig vertraut und vertrauen darf (vgl. BGHZ 89, 363, 367 f.; BGH TranspR 1998, 374, 376 m.w. Nachw.).
- BGH, 08.02.2012 - XII ZR 42/10
AGB-Kontrolle im Fitness-Studiovertrag: Kündigungsklausel
Allgemeine Geschäftsbedingungen dürfen dem Vertragspartner nicht solche Rechte entziehen oder einschränken, die ihm der Vertrag nach seinem Inhalt und Zweck zu gewähren hat (…BGH Urteil vom 23. April 2010 - LwZR 15/08 - NJW-RR 2010, 1497 Rn. 26; BGHZ 89, 363, 367; 103, 316, 324). - BGH, 20.06.1984 - VIII ZR 137/83
Unzulässige Haftungsfreizeichnung in AGB für Verletzung von Kardinalpflichten …
aa) Vor Inkrafttreten des AGB-Gesetzes nahm die höchstrichterliche Rechtsprechung - zumeist ohne Differenzierung zwischen kaufmännischem und nichtkaufmännischem Verkehr - die Unzulässigkeit eines Haftungsausschlusses bei grob fahrlässiger Verletzung einer Vertragspflicht durch den Klauselverwender selbst oder einen seiner leitenden Angestellten an (Nachw. in BGH Urteil vom 19. Januar 1984 - VII ZR 220/82 = WM 1984, 477, 478).Nachdem der Gesetzgeber die Grenzen zulässiger Haftungsausschlüsse in Allgemeinen Geschäftsbedingungen bewußt (vgl. Begr. des RegEntw BT-Drucks. 7/3919 S. 31) enger als nach dieser bisherigen Rechtsprechung abgesteckt hat (§ 11 Nr. 7 AGBG ), vertritt der überwiegende Teil des Schrifttums und der Instanzrechtsprechung die Ansicht, daß nach § 9 Abs. 1 AGBG auch im kaufmännischen Verkehr die Haftung für grobes Verschulden aller Hilfspersonen in der Regel nicht formularmäßig abbedungen werden kann, während nach einer anderen Auffassung im Verkehr unter Kaufleuten die Anwendung des § 9 AGBG nicht zu einer weitergehenden Unzulässigkeit des Haftungsausschlusses für grobes Verschulden einfacher Erfüllungsgehilfen führen soll, als dies nach de Rechtsprechung vor dem AGB-Gesetz der Fall war (zum Streitstand vgl. BGH Urteil vom 19. Januar 1984 aaO).
Diese Vorschrift, die auf die frühere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (z.B. BGHZ 38, 183, 186; 71, 167, 173; Urteil vom 2. Juli 1973 - II ZR 125/71 = WM 1973, 1359) zur Unzulässigkeit einer Haftungsbeschränkung bei Verletzung einer - im Schrifttum oft so genannten - "Kardinalpflicht" zurückgeht, enthält das Verbot der Aushöhlung vertragswesentlicher Rechte und Pflichten (BGH Urteil vom 19. Januar 1984 aaO m.Anm. Bunte JZ 1984, 475).
- BGH, 03.07.1985 - VIII ZR 102/84
Lieferant als Erfüllungsgehilfe des Leasinggebers
- KG, 11.02.2005 - 7 U 252/03
Architekten & Ingenieure - Haftungsausschluss für Mangelfolgeschäden?
- BGH, 12.10.1995 - I ZR 172/93
Formularmäßige Vereinbarung eines Haftungsausschlusses in den AGB der …
- BGH, 09.11.1989 - IX ZR 269/87
Kontrolle einzelner Klauseln der von einem Dachverband empfohlenen "Allgemeinen …
- BGH, 29.05.1990 - VI ZR 205/89
Aufsichtspflicht bei psychischem Beistandleisten
- BGH, 26.01.1993 - X ZR 90/91
AGB - Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung bei notwendiger, sofortiger Leistung
- BGH, 15.09.2005 - I ZR 68/03
Formularmäßige Vereinbarung der Begrenzung der Haftung auf Vorsatz und grobe …
- BGH, 19.02.1998 - I ZR 233/95
Formularmäßige Beschränkung des Schadensersatzes auf grobes Verschulden in der …
- BGH, 15.11.2001 - I ZR 122/99
Transportrecht - Haftung für Verlust bei Paketbeförderung
- BGH, 14.11.2000 - X ZR 211/98
Wirksamkeit einer Haftungsbeschränkung in AGBG
- BGH, 23.04.2010 - LwZR 15/08
Pachtrecht - Vertragsklausel: Übertragung von Zahlungsansprüchen auf Nachfolger
- BGH, 11.12.1997 - I ZR 162/95
Rechte des Einlagerers gegen den neuen Lagerhalter nach Umlagerung der Ware
- LG Berlin, 24.09.2010 - 4 O 482/09
Darlehensvertrag: Pflicht zur Aufklärung über absehbares Scheitern der …
- BGH, 20.12.1984 - VII ZR 340/83
AGB: Ausschluß der Haftung für entferntere Mangelfolgeschäden
- OLG Hamburg, 06.06.2001 - 4 REMiet 1/01
Mietrecht - Formularklausel - Ausschluss der Haftung des Vermieters für leicht …
- BGH, 12.03.1985 - VI ZR 182/83
Schutzbereich von Haftungsfreizeichnungsklauseln in AGB
- BGH, 21.12.1987 - II ZR 177/87
Wirksamkeit des formularmäßigen Ausschlusses der Haftung der Deutschen Bundesbank …
- OLG Köln, 10.08.2012 - 6 U 54/12
AGB-Recht - Haftungsklauseln des deutschen Textilreinigungsverbands teilweise …
- OLG Köln, 18.12.1998 - 3 U 45/98
Inhaltskontrolle von Allgemeinen Benutzungsbedingungen für Hafenanlagen - …
- BGH, 02.04.1987 - IX ZR 74/86
- OLG Hamburg, 28.03.1990 - 4 U 13/90
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