Rechtsprechung
   BSG, 28.03.2000 - B 8 KN 3/98 U R   

Volltextveröffentlichungen (4)

Verfahrensgang

Zeitschriftenfundstellen

  • BSGE 86, 78
  • NZS 2001, 56 (Ls.)



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Wird zitiert von ... (28)  

  • BSG, 10.05.2007 - B 10 KR 1/05 R  

    Ausschlussfrist nach § 111 S 1 SGB X - Unbeachtlichkeit des Fristablaufs

    Versäumt der erstattungsberechtigte Leistungsträger die Ausschlussfrist nach § 111 Satz 1 SGB X, weil der erstattungspflichtige Leistungsträger schwer gegen seine Pflicht zu enger Zusammenarbeit verstoßen hat, so kann der Fristablauf unbeachtlich sein (Fortentwicklung von BSG vom 28.03.2000 - B 8 KN 3/98 U R = BSGE 86, 78 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8).

    Der auf § 105 SGB X beruhende Erstattungsanspruch entsteht mit der Leistung des unzuständigen Trägers (BSG SozR 2200 § 1504 Nr. 8 S 30; BSG, Urteil vom 1.4.1993 - 1 RK 16/92 - HV-Info 1993, 1269, 1271; BSGE 86, 78, 80 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 27; BSG SozR 3-1300 § 111 Nr. 9 S 36).

    Dies zeigt das in den Gesetzesmaterialien (BT-Drucks 14/4375 S 60) zur Begründung herangezogene Urteil des BSG vom 28.3.2000 (BSGE 86, 78 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 = SGb 2000, 410 = NZS 2001, 56), dem eine rückwirkende Anerkennung des Vorliegens einer Berufskrankheit zugrunde lag.

    Deshalb ist es dem Erstattungsberechtigten zwar regelmäßig verwehrt, dem Erstattungsverpflichteten, dem die Ausschlussfrist zugute kommt, unter Berufung auf den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung entgegenzuhalten (BSGE 86, 78, 83 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8).

    Schon unter Geltung des § 111 SGB X aF hat das BSG den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung für die Fälle in Betracht gezogen, in denen der Erstattungsberechtigte absichtlich davon abgehalten wird, seinen Anspruch rechtzeitig geltend zu machen (BSGE 86, 78, 83 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8).

    Ein derartiger Pflichtverstoß ließe eine Berufung auf die Ausschlussfrist jedenfalls dann als rechtsmissbräuchlich erscheinen, wenn die verzögerte Meldung auf der Absicht beruhte, im Hinblick auf die Ausschlussfrist des § 111 SGB X die Realisierung zumindest eines Teils der Erstattungsforderungen zu verhindern (vgl BSGE 86, 78, 83 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8).

  • BSG, 19.09.2007 - B 1 KR 39/06 R  

    Krankenversicherung - Vergütung von Krankenhausbehandlung bei Kassenwechsel -

    Wortlaut, Systematik, Entstehungsgeschichte, Sinn und Zweck sowie Entwicklung der im Zweiten Abschnitt des Dritten Kapitels SGB X geregelten Erstattungsansprüche der Leistungsträger untereinander sprechen zudem dafür, dass es sich um ein geschlossenes Regelungssystem handelt, das Ergänzungen unzugänglich ist (vgl dementsprechend BSGE 86, 78, 85 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 32).
  • BSG, 22.08.2000 - B 2 U 24/99 R  

    Entstehen des Erstattungsanspruches nach § 105 SGB X

    Folglich entsteht der Erstattungsanspruch des dazu berechtigten Leistungsträgers grundsätzlich, sobald dieser seine Leistungen tatsächlich erbracht hat und ihm die entsprechenden Kosten entstanden sind (BSG SozR 2200 § 1504 Nr. 8; BSG Urteil vom 1. April 1993 - 1 RK 16/92 - USK 9334; BSG Urteil vom 28. März 2000 - B 8 KN 3/98 U R - Veröffentlichung in BSGE vorgesehen).
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  • BSG, 10.05.2005 - B 1 KR 20/04 R  

    Erstattungsanspruch - Leistungserbringung durch unzuständige Krankenkasse -

    Entsprechend hat das BSG bei Erstattungsansprüchen in Verhältnis anderer Sozialleistungsträger zueinander entschieden (vgl BSGE 86, 78, 81 f = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 28 f; BSGE 81, 103, 105 f = SozR 3-1300 § 105 Nr. 4 S 6 f jeweils zu Erstattungsansprüchen einer Krankenkasse gegen eine Berufsgenossenschaft; BSGE 65, 31, 39 = SozR 1300 § 111 Nr. 6 S 25 zu einem Erstattungsanspruch eines Versorgungsträgers gegen eine Krankenkasse; BSG SozR 1300 § 111 Nr. 3 S 12 Erstattungsanspruch eines Sozialhilfeträgers gegen eine Krankenkasse; BSG Urteil vom 28. November 1990 - 5 RJ 50/89, USK 90174 Erstattungsanspruch eines Sozialhilfeträgers gegen einen Träger der Rentenversicherung).
  • BSG, 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B  

    Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde im sozialgerichtlichen Verfahren;

    Damit war jedoch nicht in sein Belieben gestellt, auf welche materiell-rechtlichen Vorschriften er sein Begehren stützen wollte, vielmehr ist hiermit nur gesagt, dass er den Streitgegenstand bestimmt, also den Lebenssachverhalt und dasjenige, was er auf dessen Grundlage als gerichtliche Entscheidung anstrebt ("prozessualer Anspruch"; vgl Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl 2008, § 95 RdNr 5): Der Kläger hat die Fakten zu liefern, die rechtliche Subsumtion ist Sache des Gerichts ("da mihi factum, dabo tibi ius"; "iura novit curia"; vgl insoweit auch zB BSG vom 28.3.2000, BSGE 86, 78, 79 f = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 27).

    Diese Verfahrensweise entspricht einer verbreiteten Rechtsansicht, die zur Begründung anführt, dass einerseits das GVG keine Teilverweisung kenne und andererseits einer Verweisung des gesamten Rechtsstreits (Streitgegenstands) der Grundsatz entgegenstehe, dass eine solche nicht erfolgen dürfe, wenn das angerufene Gericht zumindest für einen Teil der einschlägigen materiellen Ansprüche zuständig sei (s insgesamt zB BVerwG vom 15.12.1992 - 5 B 144/91, NVwZ 1993, 358 mwN sowie vom 19.11.1997 - 2 B 178/96; vgl auch BSG vom 28.3.2000, BSGE 86, 78, 79 f = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 26 f; Ziekow in Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl 2010, § 17 GVG - kommentiert bei § 41 VwGO - RdNr 54; Rennert in Eyermann/ Fröhler, VwGO, 13. Aufl 2010, § 41/§§ 17-17b GVG RdNr 20; Ehlers in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, Stand 2010, § 41/§ 17 GVG RdNr 39).

  • SG Frankfurt/Main, 14.06.2007 - S 18 KR 931/05  

    Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Erstattungsstreitigkeit -

    Entsprechend habe das BSG bei Erstattungsansprüchen in Verhältnis anderer Sozialleistungsträger zueinander entschieden (vgl. BSGE 86, 78, 81 f = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 28 f; BSGE 81, 103, 105 f = SozR 3-1300 § 105 Nr. 4 S 6 f jeweils zu Erstattungsansprüchen einer Krankenkasse gegen eine Berufsgenossenschaft; BSGE 65, 31, 39 = SozR 1300 § 111 Nr. 6 S 25 zu einem Erstattungsanspruch eines Versorgungsträgers gegen eine Krankenkasse; BSG SozR 1300 § 111 Nr. 3 S 12 Erstattungsanspruch eines Sozialhilfeträgers gegen eine Krankenkasse; BSG Urteil vom 28. November 1990 - 5 RJ 50/89, USK 90174.

    Da es sich bei § 111 um eine Ausschlussfrist handelt, deren Versäumung den Verlust des Erstattungsanspruchs zur Folge hat (BSG, SozR 1300 § 111 Nr. 1) und der Ablauf der Ausschlussfrist für die Gerichte von Amts wegen - und nicht nur wie bei der Verjährung auf Einrede - zu beachten ist (vgl. BSG, Urt. v 6.12.1989, 2 RU 30/89; sa BSGE 65, 27; zuletzt Urt. v 28.3. 2000, SozR 3-1300 § 111 Nr. 8; Palandt, Anm. 4 a vor § 194) (beide Fundstellen zitiert nach von Wulffen in ders., SGB X, Kommentar, 5. Auflage 2005, § 111 Rz. 8), konnte die Klage keinen Erfolg haben und war ohne weitere Sachprüfung abzuweisen.

  • LSG Nordrhein-Westfalen, 12.12.2011 - L 9 SO 230/11  

    Sozialhilfe

    Nach § 17 Abs. 2 Satz 1 GVG entscheidet das Gericht des zulässigen Rechtswegs den Rechtsstreit unter allen (auch sekundär) in Betracht kommenden rechtlichen Gesichtspunkten, sofern wie hier ein Klagebegehren vor dem Hintergrund eines einheitlichen Lebenssachverhalts vorliegt (BSG, Urteil vom 28.03.2000, B 8 KN 3/98 U R, BSGE 86, 78 m.w.N.).

    Ferner greift die von der Rechtsprechung entwickelte Ausnahme nicht ein, dass die vom Rechtsschutzsuchenden vorrangig geltend gemachte materielle Anspruchsgrundlage, für die der beschrittene Rechtsweg zulässig wäre, die Rechtswegzuständigkeit dann nicht begründen kann, wenn diese Anspruchsgrundlage aufgrund des vorgetragenen Sachverhalts offensichtlich nicht gegeben sein kann, so dass in diesem Ausnahmefall trotz der Rechtswegzuweisung für eine geltend gemachte Anspruchsgrundlage eine Verweisung erfolgen muss (BSG, Urteil vom 28.03.2000, B 8 KN 3/98 U R, BSGE 86, 78 m.w.N.).

  • VG Düsseldorf, 08.02.2002 - 13 K 2979/00  
    Diese Auslegung ergibt sich aus der Entstehungsgeschichte und dem Sinn und Zweck der Neuregelung, die an die ständige Rechtsprechung des Bundessozialgerichts, vgl. u.a. Urteil vom 28. März 2000 - B 8 KN 3/98 U R -, BSGE 86, 78, m.w.N., anknüpft.

    Der erstattungspflichtige Leistungsträger soll kurze Zeit nach der Leistungserbringung, insbesondere auch aus haushaltsrechtlichen Gründen, wissen, welche Ansprüche auf ihn zukommen, vgl. BSG, Urteile vom 22. August 2000 - B 2 U 24/99 R - und vom 28. März 2000 - B 8 KN 3/98 U R -, jeweils a.a.O.

  • BSG, 16.02.2012 - B 9 VG 1/10 R  

    Erstattungsstreit zwischen Versorgungsträger und Krankenkasse -

    Da das SG den Rechtsweg zu den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit bindend für zulässig erklärt hat (Beschluss des SG vom 2.2. 2006, bestätigt durch Beschluss des LSG vom 13.9. 2006), ist der Rechtsstreit gemäß § 202 SGG iVm § 17 Abs. 2 S 1 GVG unter allen in Betracht kommenden rechtlichen Gesichtspunkten zu entscheiden (vgl dazu auch BSGE 86, 78, 80 = SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 S 26 f).
  • LSG Berlin-Brandenburg, 22.01.2009 - L 31 U 398/08  

    (Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Erstattungsstreitigkeit - gesetzlicher

    Der Erstattungsanspruch des berechtigten Trägers entsteht, sobald dieser seine Leistungen tatsächlich erbracht hat und ihm die entsprechenden Kosten entstanden sind (ständige Rechtsprechung des Bundessozialgerichts vergleiche: BSG Urteil vom 14. Februar 1990, Az. 9a/9 RV 6/89, SozR 3-1300 § 111 Nr. 1, Urteil vom 06. Februar 1992, Az. 12 RK 14/90, SozR 3-1300 § 111 Nr. 3, Urteil vom 19. März 1996, Az. 2 RU 22/95, SozR 3-1300 § 111 Nr. 4, Urteil vom 23. September 1997, Az. 2 RU 37/96, SozR 3-1300 § 111 Nr. 6, Urteil vom 28. März 2000, Az. B 8 KN 3/98 R SozR 3-1300 § 111 Nr. 8 und Urteil vom 22. August 2000, Az. B 2 U 24/99 R, SozR 3-1300 § 111 Nr. 9; Zusammenfassung bei von Wulffen, a. a. O., § 111 RN 3).
  • LSG Nordrhein-Westfalen, 31.08.2006 - L 11 B 18/06  

    Krankenversicherung

  • LSG Berlin-Brandenburg, 12.09.2008 - L 15 SO 274/07  

    Sozialhilfe - Aufwendungserstattung zwischen örtlichem und überörtlichem

  • LSG Niedersachsen-Bremen, 30.01.2003 - L 8 AL 536/01  
  • LSG Niedersachsen-Bremen, 27.02.2003 - L 8 AL 536/01  

    Beratungsverschulden und Ablauf des Vierjahreszeitraumes in § 147 Abs 2 SGB

  • LSG Nordrhein-Westfalen, 16.02.2004 - L 3 P 9/02  

    Pflegeversicherung

  • VG Karlsruhe, 12.07.2005 - 5 K 281/04  

    Kostenerstattung bei Inobhutnahme unbegleitet eingereister ausländischer

  • SG Dortmund, 21.08.2012 - S 41 SO 583/11  

    Sozialhilfe

  • LSG Bayern, 13.12.2001 - L 14 RJ 552/00  
  • VG Gelsenkirchen, 13.12.2002 - 19 K 7084/00  

    Einrede, Verjährung, Erstattung, Sozialhilfe, Anerkenntnis

  • LSG Bayern, 21.05.2003 - L 10 AL 372/99  
  • SG Aachen, 03.03.2009 - S 13 KR 141/08  

    Krankenversicherung

  • LSG Niedersachsen, 30.08.2001 - L 1 RA 129/00  
  • LSG Bayern, 18.06.2002 - L 10 AL 214/98  
  • VG Düsseldorf, 22.02.2002 - 13 K 5586/98  
  • VG Stuttgart, 29.11.2004 - 8 K 1836/04  

    Erstattung der Jugendhilfeleistung und § 111 S. 1 SGB X

  • SG Düsseldorf, 20.02.2006 - S 1 (16) U 166/05  

    Unfallversicherung

  • OVG Thüringen, 23.12.2011 - 3 KO 251/08  

    Unzulässige Vereinbarung zwischen örtlichem und überörtlichem Sozialhilfeträger

  • SG Fulda, 28.06.2012 - S 1 R 173/09  

    § 26 Abs 1 S 3 SGB 4, § 26 Abs 2 SGB 4, § 27 Abs 2 S 1 SGB 4, Art 14 Abs 1

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