Rechtsprechung
| OVG Rheinland-Pfalz, 22.09.1988 - 1 A 82/86 |
Kurzfassungen/Presse (2)
- bonn.de (Leitsatz)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
LBauO RhPf 1974 § 123 Abs. 1 Nr. 1; LBauO RhPf 1984 § 86 Abs. 1 Nr. 1
Verfahrensgang
- VG Mainz, 18.07.1986 - 2 K 52/86
- OVG Rheinland-Pfalz, 08.09.1988 - 1 A 82/86
- OVG Rheinland-Pfalz, 22.09.1988 - 1 A 82/86
Zeitschriftenfundstellen
- DÖV 1989, 727
- BauR 1989, 68
Wird zitiert von ... (14)
- OVG Nordrhein-Westfalen, 29.01.1999 - 11 A 4952/97 Vgl. zu der entsprechenden Vorschrift im Bauordnungsrecht des Landes Rheinland-Pfalz: OVG Rh.-P., Urteil vom 22.9.1988 - 1 A 82/86 - BRS 48 Nr. 111. Dem liegt ersichtlich die Erwägung zu Grunde, dass grundsätzlich nur einzelne (tendenziell kleine)Teile des Gemeindegebiets die erforderliche Eignung zur Durchführung baugestalterischer Absichten aufweisen.
Ebenso: OVG Rh.-P., Urteil vom 22.9.1988 - 1 A 82/86 - BRS 48 Nr. 111. Mit der Bezugnahme auf die namentlich benannten "Ortsteile" ist der räumliche Geltungsbereich der Gestaltungssatzung ferner nicht im Sinne der genannten Rechtsgrundlage hinreichend "bestimmt" und "genau abgegrenzt".
Ebensowenig wie für eine Baumschutzsatzung verlangt das Bestimmtheitsgebot für eine Gestaltungssatzung, daß der räumliche Geltungsbereich durch einen Plan oder eine Karte kartographisch dargestellt ist (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48 Nr. 111: Gebietsumschreibung in der Satzung reicht aus).
Sofern ein gestalterisches Ziel jedoch auf das gesamte Gemeindegebiet zutrifft, kann sich eine Gestaltungssatzung auch auf das gesamte Gemeindegebiet erstrecken (vgl. Urt. des Senates v. 21.01.1992 - 1 L 86/91 -, Die Gemeinde 1993, 57;… Domning/Fuß, aaO, Anm. 9 zu § 82 LBO 1983; anderer Auffassung OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48 Nr. 111).
- OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.2008 - 1 A 10362/08
Bebauungsplan: Ausschluss von glänzenden Dachziegeln?
Aus dem Wortlaut des § 88 Abs. 1 Nr. 1 LBauO, wonach die Gemeinden durch Satzung Vorschriften über die äußere Gestaltung baulicher Anlagen "zur Durchführung gestalterischer Absichten in bestimmten bebauten oder unbebauten Teilen des Gemeindegebiets" erlassen können, hat der Senat bereits in seiner früheren Rechtsprechung die Tatbestandsvoraussetzungen der Ermächtigungsgrundlage dergestalt konkretisiert, dass die Gemeinde mit ihren Festsetzungen eine gebietsspezifische Gestaltungsabsicht verfolgen muss (OVG RP, Urteil vom 22.09.1988, AS 22, 277 = BauR 1989, 68).Der Senat hat in seinem Urteil vom 22. September 1988 (BauR 1989, 68) betreffend Werbeanlagen im Gemeindegebiet, entschieden, dass eine Gestaltungssatzung gemäß § 88 Abs. 1 Nr. 1 LBauO nur dann wirksam ist, wenn mit ihr eine gebietsspezifische gestalterische Absicht verfolgt wird, die dem Geltungsbereich der Satzung ein besonderes Gepräge gibt.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 26.03.2003 - 7 A 1002/01
BauO NRW (1995) § 86 Abs. 1 Nr. 1; BauGB § 34 Abs. 1; BauGB § 34 Abs. …
zu der entsprechenden Vorschrift im Bauordnungsrecht des Landes Rheinland-Pfalz: OVG Rh.-P., Urteil vom 22.9.1988 - 1 A 82/86 - BRS 48 Nr. 111.Ebenso: OVG Rh.-P., Urteil vom 22.9.1988 - 1 A 82/86 - BRS 48 Nr. 111.
- OVG Schleswig-Holstein, 09.05.1995 - 1 L 165/94 Ebensowenig wie für eine Baumschutzsatzung verlangt das Bestimmtheitsgebot für eine Gestaltungssatzung, daß der räumliche Geltungsbereich durch einen Plan oder eine Karte kartographisch dargestellt ist (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48 Nr. 111: Gebietsumschreibung in der Satzung reicht aus).
Sofern ein gestalterisches Ziel jedoch auf das gesamte Gemeindegebiet zutrifft, kann sich eine Gestaltungssatzung auch auf das gesamte Gemeindegebiet erstrecken (vgl. Urt. des Senates v. 21.01.1992 - 1 L 86/91 -, Die Gemeinde 1993, 57;… Domning/Fuß, aaO, Anm. 9 zu § 82 LBO 1983; anderer Auffassung OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48 Nr. 111).
- OVG Rheinland-Pfalz, 03.11.2011 - 1 A 10417/11
Stellplatzbegrenzung durch Ortssatzung: Zulässig?
Dagegen kann es nicht ausreichen, dass eine Gemeinde mit der Gestaltungssatzung gestalterische Absichten verfolgt, die für das gesamte Gemeindegebiet in gleicher Weise verfolgt werden könnten (vgl. Urteile des Senats vom 22. September 1988, 1 A 82/86, AS 22, 277; vom 23. Oktober 1997, 1 C 12163/96.OVG; vom 11. März 1999, 1 C 10320/98.OVG und vom 1. Oktober 2008, 1 A 10362/08.OVG, AS 36, 381).Daraus folgt umgekehrt, dass eine derartige Satzung nach dem Willen des Gesetzgebers, anders als etwa bei § 88 Abs. 1 Nrn. 2, 3 und 5 - 8 LBauO, nicht für das gesamte Gemeindegebiet erlassen werden dürfen (vgl. Urteil des Senats vom 22. September 1988, 1 A 82/86, AS 22, 277).
- VG Gera, 15.08.1996 - 4 K 159/96 Zweifelhaft ist bereits, ob die Beigeladene berechtigt ist, eine Werbesatzung zu erlassen, die praktisch das gesamte Gemeindegebiet der Beigeladenen den Regelungswirkungen der Satzung unterwirft (dazu OVG Koblenz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, in BRS 48, Nr. 111;… VG Gera, Urt. v. 04.07.1996 - 4 K 166/96 - VG Leipzig, Urt. v. 28.07.1995 - 4 K 394/94 -).
Eine Gestaltungssatzung ist nur wirksam, wenn mit ihr eine gebietsspezifische gestalterische Absicht verfolgt wird, die dem Geltungsbereich der Satzung ein besonderes Gepräge gibt; zugleich darf die Satzung nicht ausschließlich dem Zweck dienen, Werbung in der Gemeinde generell zurückzudrängen (OVG Koblenz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, a.a.O.;… VG Gera, Urt. v. 04.07.1996 - 4 K 166/96-, nicht veröffentlicht).
- VGH Hessen, 29.03.2007 - 4 UE 1287/06
Gestaltungssatzung
Dementsprechend hat der Senat für alle Ortsteile verfolgte Gestaltungsziele oder den bloßen Wunsch nach Uniformität neuer Baugebiete nicht für zulässig gehalten (Urteil vom 23. Januar 1981 - IV OE 132/77 -, BRS 38 Nr. 146; ebenso: OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. September 1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48 Nr. 111; Niedersächsisches OVG, Urteil vom 13. März 2002 - 1 KN 1310/01 - ZfBR 2003, 54 -56). - VG Gießen, 07.11.2002 - 1 G 4082/02
Zulässigkeit einer Mobilfunksendeanlage; Nutzungsänderung; Genehmigungsfreiheit
Vielmehr müssen mit dieser Gestaltungssatzung gebietsspezifische gestalterische Absichten verfolgt werden, die dem von der Gestaltungssatzung erfaßten Gebiet ein besonderes Gepräge geben sollen (vgl. z.B. Hess. VGH, Urteil vom 15.09.1994 - 4 UE 4184/88 -, NVwZ-RR 1995, 250 ;, VG Darmstadt, Urteil vom 16.07.1998 - 2 E 1527/96 -, NVwZ-RR 1999, 165; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BauR 1989, 68; Bayerischer VGH, Urteil vom 25.06.1990 - 15 N 88.629 -, BRS 50 Nr. 133). - VG Aachen, 29.11.2012 - 5 K 944/11 Ein generelles Verbot von Fremdwerbung in Kerngebieten und Mischgebieten ist jedoch unzulässig, vgl. BVerwG, Urteil vom 28. April 1972 - 4 C 11.69 -, juris (zu Mischgebiet); OVG NRW, Urteil vom 29. Januar 1999 - 11 A 4952/97 -, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. September 1988 - 1 A 82/86 -, BRS 48, Nr. 111; Hahn in Boeddinghaus/Hahn/Schulte, Kommentar zur BauO NRW, § 86 Rdnr. 47, 35 und 51.
- OVG Niedersachsen, 12.07.2011 - 1 KN 197/09
Gestaltungssatzung für ganzes Stadtquartier
Die städtebauliche Gestaltungsabsicht muss also an die Besonderheiten des zu schützenden Gebietes anknüpfen (…OVG Lüneburg, Urt. v. 11.03.1983 - 6 OVG A 47/81 -, NdsRpfl 1983, 256 = BauR 1983, 563 = NVwZ 1984, 252 = BRS 40 Nr. 151;… Urt. v. 09.01.1987 - 6 OVG A 148/84 -, NdsRpfl 1987, 266; OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.09.1988 - 1 A 82/86 -, BauR 1987, 68 = BRS 48 Nr. 111 = DÖV 1989, 727). - OVG Niedersachsen, 12.05.1993 - 1 K 67/91
Gebot der Verwendung bestimmter Dachziegel durch örtliche Bauvorschrift
- OVG Rheinland-Pfalz, 06.10.2011 - 1 C 11322/10
Erforderlichkeit einer Bauleitplanung i.S.d. § 1 Abs. 3 BauGB vor dem …
- OVG Schleswig-Holstein, 21.01.1992 - 1 L 86/91
- OVG Rheinland-Pfalz, 09.10.1997 - 1 A 12163/96
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