Rechtsprechung
| BVerfG, 12.09.2000 - 2 BvR 1466/00 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- lexetius.com
- Bundesverfassungsgericht
- NWB SteuerXpert START
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Kurzfassungen/Presse
- Bundesverfassungsgericht (Pressemitteilung)
Verhängung einer Missbrauchsgebühr wegen erfolgloser Verfassungsbeschwerde gegen strafrechtliche Verurteilung
Verfahrensgang
- LG Freiburg, 02.12.1999 - IV AK 4/98 II KLs 43 Js 140/94
- BGH, 27.07.2000 - 1 StR 203/00
- BVerfG, 12.09.2000 - 2 BvR 1466/00
Zeitschriftenfundstellen
- AnwBl 2001, 120
- EuGRZ 2000, 493
Wird zitiert von ... (9)
- BGH, 07.02.2006 - 3 StR 460/98
Recht auf Verfahrensbeschleunigung und Beschleunigungsgebot (rechtsstaatswidrige …
Im Übrigen stützen sich die Kammerentscheidungen ausschließlich auf Beschlüsse der Kammern oder - früher - der Vorprüfungsausschüsse und hierbei teilweise auch auf solche, mit denen Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen worden sind, die also keine Sachentscheidung enthalten (Verfassungsbeschwerde angenommen: BVerfG [jeweils Kammer] NJW 1992, 2472; 1993, 3254; NStZ 1994, 553; NJW 2001, 214; 2001, 216; 2001, 2707; 2003, 2225; Beschl. vom 2. Juli 2003 - 2 BvR 273/03; NJW 2003, 2897; BVerfGK 2, 239; NStZ 2005, 456; NJW 2005, 3485; Beschl. vom 29. November 2005 - 2 BvR 1737/05; Beschl. vom 5. Dezember 2005 - 2 BvR 1964/05; Beschl. vom 29. Dezember 2005 - 2 BvR 2057/05 / Verfassungsbeschwerde nicht angenommen: BVerfG [jeweils Vorprüfungsausschuss] EuGRZ 1979, 363; NJW 1984, 967; BVerfG [jeweils Kammer] NJW 1995, 1277; Beschl. vom 16. August 1994 - 2 BvR 1193/94; NStZ 1997, 591 [mit umfänglichem Nachweis der ausschließlich von Kammern getroffenen Vorentscheidungen]; EuGRZ 2000, 493; NJW 2003, 1175; 2003, 2228; Beschl. vom 30. Juni 2005 - 2 BvR 157/03). - LSG Sachsen-Anhalt, 01.06.2006 - L 7 V 2/06
Kostenauferlegung wegen Missbräuchlichkeit der Rechtsverfolgung
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts liegt ein Missbrauch im Sinne dieser Vorschrift unter anderem dann vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (vgl. etwa Kammerbeschluss v. 12.9. 2000 - 2 BvR 1466/00 - EuGRZ 2000, 493, m.w.N.).Die Anknüpfung an den objektivierenden Maßstab des § 34 Abs. 2 BVerfGG bedarf dieses Korrektivs, weil dessen Auslegung an der besonderen Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts orientiert ist, grundsätzliche Verfassungsfragen zu entscheiden, die für das Staatsleben und die Allgemeinheit wichtig sind, und - (nur) wo nötig - die Grundrechte des Einzelnen durchzusetzen (vgl. auch hierzu den Beschluss v. 12.9. 2000 - 2 BvR 1466/00 - a.a.O.).
- BVerfG, 26.09.2000 - 2 BvR 1609/00
StPO § 465
Ein Missbrauch liegt unter anderem dann vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (…stRspr, vgl. z.B. Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 6. November 1995 - 2 BvR 1806/95 -, NJW 1996, S. 1273 m.w.N.; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. September 2000 - 2 BvR 1466/00 -, zur Veröffentlichung in Fachzeitschriften und in Juris vorgesehen).
- BVerfG, 11.12.2000 - 2 BvR 1954/00
Anforderungen an Begründung der Verfassungsbeschwerde gegen eine …
Das Bundesverfassungsgericht muss es nicht hinnehmen, dass es in der Erfüllung dieser Aufgaben durch lückenhafte und substanzlose Verfassungsbeschwerden, die darauf abzielen, das Bundesverfassungsgericht lediglich als weitere Rechtsmittelinstanz zu benutzen, behindert wird und dadurch anderen Bürgern nur mit erheblicher Verzögerung in deren Angelegenheiten Grundrechtsschutz gewähren kann (stRspr; vgl. nur Kammerbeschlüsse des Bundesverfassungsgerichts vom 1. Dezember 1999 - 1 BvR 1559/99 - und vom 12. September 2000 - 2 BvR 1466/00 - = EuGRZ 2000, S. 493). - OLG München, 06.04.2001 - 11 W 946/01 In Folge dieser Änderung wird in der Rechtsprechung (OLG Frankfurt, JurBüro 2000, 587, OLG Schleswig, OLG Report 2001, 51, 587; KG Beschl. v. 23.1.2001 1 W 8967/01 , zustimmend Enders, JurBüro 2000, 587, der früher anderer Auffassung war JurBüro Jubiläumssonderheft 1999, 8; Hamacher, AnwBl 2001, 120) die Ansicht vertreten, dass die Erstattungsfähigkeit von Reisekosten des Prozessbevollmächtigten neu zu beurteilen sei.
- BVerfG, 19.12.2002 - 2 BvR 1255/02 Es muss nicht hinnehmen, dass es an der Erfüllung dieser Aufgabe durch völlig unsubstantiierte Verfassungsbeschwerden behindert wird und dadurch anderen Bürgern nur mit erheblicher Verzögerung in deren Angelegenheiten Grundrechtsschutz zu gewähren vermag (…ständige Rechtsprechung, vgl. Beschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats des BVerfG vom 16. Dezember 1991 - 2 BvR 1608/91 -, NJW 1992, S. 1952 f.;… vom 29. Mai 1996 - 2 BvR 725/96 -, NJW 1996, S. 2785;… vom 19. März 1998 - 2 BvR 291/98 -, NJW 1998, S. 2205;… vom 13. April 1999 - 2 BvR 539/98 -, NJW-RR 1999, S. 1149 f.; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. September 2000 - 2 BvR 1466/00 -, EuGRZ 2000, S. 493 f.).
- LSG Hessen, 11.12.2002 - L 6 AL 1000/01
Sozialgerichtliches Verfahren - Kostenauferlegung - missbräuchliche …
In Anlehnung an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zu § 34 Abs. 2 BVerfGG ist deshalb -- nach einem objektiven Maßstab -- von "Missbräuchlichkeit" auch schon bei offensichtlich unzulässigen Rechtsbehelfen auszugehen (vgl. Berendes, "Mutwillenskosten" nach neuem Recht, in: SGb 2002, S. 315 ff., 318 unter Hinweis auf die Beschlüsse des BVerfG vom 12. September 2000 -- 2 BvR 1466/00 --, vom 17. Januar 1997 -- 2 BvR 35/97 -- und vom 8. Januar 1996 -- 2 BvR 2796/95 --). - LSG Bayern, 20.12.2006 - L 8 AL 130/05 In Anlehnung an die Rechtsprechung des BVerfG zu § 34 Abs. 2 BVerfGG (vgl. BVerfG vom 12.09.2000 - 2 BvR 1466/00 = AnwBl 2001, 120, vom 17.01.1997 - 2 BvR 35/97 und vom 08.01.1996 - 2 BvR 2796/95) ist deshalb nach einem objektiven Maßstab von Missbräuchlichkeit bei offensichtlich unzulässiger Rechtswahrnehmung auszugehen.
- LSG Niedersachsen-Bremen, 10.06.2003 - L 6 U 258/01 Eine missbräuchliche Rechtsverfolgung liegt ua dann vor, wenn das Rechtsmittel offensichtlich unbegründet ist und die Einlegung des Rechtsmittels von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (st Rspr des BVerfG, vgl zB Nichtannahmebeschluss vom 12. September 2000 - 2 BvR 1466/00 = AnwBl 2001, 120).
