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| OVG Nordrhein-Westfalen, 09.04.2008 - 1 A 2307/07 |
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Verfahrensgang
- VG Düsseldorf - 13 K 3771/05
- OVG Nordrhein-Westfalen, 09.04.2008 - 1 A 2307/07
Zeitschriftenfundstellen
- FamRZ 2008, 2128
- DVBl 2008, 1004 (Ls.)
Wird zitiert von ... (5)
- OVG Nordrhein-Westfalen, 21.03.2011 - 1 A 870/09
Eingreifen der Vorschrift über die Kürzung des Ruhegehalts erst nach Eintritt des …
Die Klage, mit welcher der Kläger von Anfang an sinngemäß und nunmehr auch ausdrücklich über das erstinstanzlich lediglich formulierte Anfechtungsbegehren hinausgehend die Verpflichtung der Beklagten zur Aussetzung der Kürzung seiner Versorgungsbezüge während des Zeitraums vom 13. September 2005 bis zum 12. September 2007 begehrt (vgl. insoweit schon den - allerdings in zeitlicher Hinsicht seinerzeit noch weiter ausgreifenden - Antrag des Klägers an den Versorgungsträger vom 26. Mai 1998), ist als Verpflichtungsklage statthaft - vgl. zur statthaften Klageart: OVG NRW, Urteile vom 23. April 2008 - 21 A 2699/05 -, FamRZ 2009, 617 = juris Rn. 30 f., und vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, FamRZ 2008, 2128 = juris Rn. 22 - und auch im Übrigen zulässig.vgl. Senatsurteil vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, a.a.O., juris Rn. 35 f., mit zahlreichen weiteren Nachweisen.
Ein Unterhaltsanspruch in diesem Sinne ist nicht nur ein gesetzlicher Unterhaltsanspruch nach Maßgabe der Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs über den nachehelichen Unterhalt (§§ 1569 ff. BGB), vgl. dazu, dass § 5 Abs. 1 VAHRG nur solche Ansprüche auf Unterhalt erfasst, die kraft Gesetzes bestehen oder sich wenigstens auf solche gesetzlichen Ansprüche zurückführen lassen (und deshalb anders als freiwillige Leistungen zu einer unvermeidbaren Härte führen können): BVerwG, Urteile vom 28. Februar 2008 - 2 C 44.07 -, a.a.O., juris Rn. 7, und vom 16. Dezember 2004 - 2 C 68.03 -, a.a.O., juris Rn. 19; vgl. ferner OVG NRW, Urteile vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, a.a.O., juris Rn. 28, und vom 16. Juni 2000 - 12 A 5115/98 -, DÖD 2001, 130 = FamRZ 2001, 1151 = juris Rn. 5 ff. (Abgrenzung zu Unterhaltsansprüchen, die über die gesetzlichen Unterhaltsansprüche hinausgehen und deshalb auf einer freiwilligen zivilrechtlichen Vereinbarung beruhen); Schmalhofer, in: Stegmüller/ Schmalhofer/Bauer, a.a.O., VAHRG § 5 Erl.
Vgl. jeweils in einem obiter dictum BGH, Urteil vom 9. Februar 1983 - IVb ZR 361/81 -, FamRZ 1983, 461 = NJW 1983, 1317 = juris Rn. 23, und BVerwG, Urteil vom 13. September 1990 - 2 C 20.89 -, FamRZ 1991, 429 = NVwZ-RR 1991, 313 = lexis nexis, LNR 1990, 12447; OVG NRW, Senatsurteil vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, a.a.O., juris Rn. 29 bis 48, m.w.N.; Gräper, a.a.O., VAHRG § 5 Rn. 28; Rehme, a.a.O., VAHRG § 5 Rn. 23; Wick, a.a.O., VAHRG § 5 Rn. 9; Hahne, a.a.O., VAHRG § 5 Rn. 8; Strötz, a.a.O., O § 57 BeamtVG Rn. 30; Wellenhofer, a.a.O., VAHRG § 5 Rn. 2; Heilemann, Erneute Eheschließung mit dem früheren Ehegatten und § 5 VAHRG, FamRZ 1999, 1039; offen gelassen vom OVG Rheinland-Pfalz in dem den Fall einer erstmals durch Wiederheirat entstandenen Unterhaltspflicht nach § 1360 BGB betreffenden Beschluss vom 31. März 2003 - 10 A 11884/02 -, NJW-RR 2003, 1157 = IÖD 2003, 150 = juris Rn. 9: "Eine andere Frage ist demgegenüber, ob dieser Anspruch auf Familienunterhalt (ausnahmsweise) dann die Voraussetzungen des § 5 Abs. 1 VAHRG erfüllt, wenn er gleichsam an die Stelle des nachehelichen Unterhalts tritt und damit diesen ersetzt (…wie in dem vom Kläger zitierten Urteil des BGH vom 9. Februar 1983, FamRZ 1983, S. 461) - mit der Folge, dass der Ausgleichsberechtigte (und neuer Ehegatte) auf die Unterhaltsleistungen 'angewiesen' bleibt.
A. A., aber nicht überzeugend wohl nur - in einem obiter dictum - VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 2. August 2004 - 4 S 399/03 -, juris Rn. 24; hiergegen vgl. bereits das Senatsurteil vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, a.a.O., juris Rn. 57 bis 61.
Eine solche von Verfassungs wegen zu einer Korrektur der Folgen des Versorgungsausgleichs Anlass gebende "Doppelbelastung" liegt unabhängig von Art und Rechtsgrund des geschuldeten Unterhalts - jedenfalls im Grundsatz, zu u.U. abweichend zu beurteilenden, hier indes nicht gegebenen Fallkonstellationen vgl. Senatsurteil vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, a.a.O., juris Rn. 49 ff. - auch dann vor, wenn nach einer Wiederheirat geschiedener Eheleute dem Ausgleichsberechtigten gegen den Ausgleichsverpflichteten ein Anspruch auf Familienunterhalt nach § 1360 BGB zusteht.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 30.05.2011 - 1 A 2825/09 vgl. hierzu: BVerfG, Urteile vom 21. Mai 1952 - 2 BvH 2/52 -, BVerfGE 1, 299 = juris, Rn. 56 ff., und vom 16. Februar 1983 - 2 BvE 1/83 u.a. -, BVerfGE 62, 1 = juris, Rn. 124; BVerwG, Urteil vom 7. März 1995 - 9 C 389.94 -, NVwZ 1995, 791 = juris, Rn. 8; OVG NRW, Urteile vom 21. März 2011 - 1 A 870/09 -, juris, Rn. 54, vom 9. April 2008 - 1 A 2307/07 -, FamRZ 2008, 2128 = juris Rn. 35 f., und vom 13. Februar 2008 - 1 A 1981/07 -, juris Rn. 30; OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 20. April 2005 - 3 L 142/02 -, juris, Rn. 30 ff.
- VG Saarlouis, 24.10.2008 - 3 K 708/08 hierzu u.a. Urteile der Kammer vom 12.12.2000 - 3 K 156/00 - , vom 27.08.2002 - 3 K 45/01 - und vom 28.01.2005 - 3 K 74/03 - jeweils m.w.Nw.; zur Kürzung, wenn der Beamte nicht wegen Erreichens der Altersgrenze, sondern vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand tritt, vgl. Kammerurteil vom 18.05.2004 - K 39/03 - unter Hinweis auf Stegmüller/Schmalhofer/Bauer, BeamtVG, Komm., § 57 Rdnr. 1 a; zuletzt OVG Münster, Urteil vom 09.04.2008 - 1 A 2307/07 -, DVBl. 2008, 1004 (LS), Langtext bei juris.
ähnlich OVG Münster, Urteil vom 09.04.2008, aaO.
- VGH Bayern, 27.09.2011 - 14 ZB 11.1071
Keine ernstlichen Zweifel
Eine im Widerspruch zu den gesetzlichen Pflichten begründete vertragliche Verpflichtung genügt nicht (siehe zunächst BVerwG vom 22.7.1999 BVerwGE 109, 231 zu § 55c SVG; ferner BVerwG vom 28.2.2008 a.a.O.; BVerwG vom 16.12.2004 BVerwGE 122, 301; BayVGH vom 9.10.1996 DÖD 1997, 202; des weiteren OVG NRW 21.3.2011 Az. 1 A 870/09; OVG NRW vom 9.4.2008 FamRZ 2008, 2128; OVG NRW vom 16.6.2000 DÖD 2001, 130 = FamRZ 2001, 1151 m.w.N.; Schmalhofer in Stegmüller/Schmalhofer/Bauer, Beamtenversorgungsrecht des Bundes und der Länder, Erl. - VG Ansbach, 06.12.2011 - AN 1 K 11.00816
Kürzung der Versorgungsbezüge wegen Versorgungsausgleichs; keine Aussetzung bei …
Nachdem die Klägervertreter hiergegen Klage erhoben hatten, setzte das Landesamt für Finanzen - Dienststelle ... - Bezügestelle Versorgung - die Versorgungsbezüge des Klägers mit Bescheid vom ... 2008 unter Abänderung des Bescheides vom ... 2007 im Hinblick auf die zwischenzeitlich bekannt gewordene Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Münster (vgl. U. v. 9.4.2008, 1 A 2307/07) ab 1. April 2007 unter Aussetzung der Kürzung gemäß § 5 VAHRG ungekürzt auf monatlich 3.022,88 EUR brutto fest.
