Rechtsprechung
| BFH, 25.03.1992 - I R 69/91 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Simons & Moll-Simons
HGB a. F. §§ 38 Abs. 1, 39 Abs. 2, 41, 43, 44, 44 b; HGB n. F. §§ 238 Abs. 1 Satz 1, 239 Abs. 2, 249 Abs. 1 und Abs. 3; AO 1977 §§ 140, 141, 146 Abs. 1, 379; AktG 1965 §§ 148, 152 Abs. 7; EStG § 5 Abs. 1 Satz 1; StGB § 238 b
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Rückstellung für Kosten der Verbuchung von Geschäftsvorfällen aus einem abgelaufenen Wirtschaftsjahr - Abgrenzung zur Rückstellung für Jahresabschlußkosten - Wirtschaftliche Verursachung im abgelaufenen Wirtschaftsjahr
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Eigenständige Rückstellung durch Vorjahresbuchung
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Rückstellung für rückständige Buchführungsarbeiten
Kurzfassungen/Presse
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 168, 527
- BB 1992, 1964
- DB 1992, 2170
- BStBl II 1992, 1010
Wird zitiert von ... (21)
- BFH, 19.08.2002 - VIII R 30/01
Bilanzierung - Rückstellung wegen Aufwand für Aufbewahrung von …
Dies setzt allerdings voraus, dass die öffentlich-rechtliche Verpflichtung hinreichend konkretisiert ist (BFH-Urteile vom 12. Dezember 1991 IV R 28/91, BFHE 167, 334, 337, BStBl II 1992, 600, 601; vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, 529, BStBl II 1992, 1010, 1011; in BFHE 193, 399, 400, BStBl II 2001, 570, jeweils m.w.N.).Der BFH hat auch die Kosten der Buchung der laufenden Geschäftsvorfälle eines Geschäftsjahres für rückstellungsfähig gehalten, obwohl die Verpflichtung zur vollständigen Buchung in dem im damaligen Streitjahr geltenden § 38 HGB a.F. nicht ausdrücklich normiert war (BFH-Urteil in BFHE 168, 527, 529, BStBl II 1992, 1010, 1011) und es dem Steuerpflichtigen überlassen bleibt, in welcher Form er die Verbuchung vornimmt, also z.B. manuell oder EDV-gestützt, durch Verbuchung im eigenen Unternehmen oder durch Beauftragung eines Dritten.
- BFH, 27.06.2001 - I R 45/97
Passivierung rechtlich entstandener Verbindlichkeiten
Allerdings setzt die Bildung einer Rückstellung für eine aufgrund öffentlich-rechtlicher Bestimmungen begründeten Verpflichtung voraus, dass die öffentlich-rechtliche Verpflichtung hinreichend konkretisiert ist (BFH-Urteile vom 12. Dezember 1991 IV R 28/91, BFHE 167, 334, BStBl II 1992, 600; vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010; in BFHE 172, 456, BStBl II 1993, 891, jeweils m.w.N.).Vor allem in den Urteilen vom 24. April 1968 I R 50/67 (BFHE 92, 224, BStBl II 1968, 544), vom 20. Januar 1983 IV R 168/81 (BFHE 137, 489, BStBl II 1983, 375), vom 9. Mai 1987 VIII R 327/83 (BFHE 150, 140, BStBl II 1987, 848), vom 12. Dezember 1990 I R 18/89 (BFHE 163, 157, BStBl II 1991, 485), vom 12. Dezember 1991 IV R 28/91 (BFHE 167, 334, BStBl II 1992, 600) und in BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010 hat der BFH deutlich zwischen beiden Tatbeständen und den jeweiligen Anforderungen an die Passivierung unterschieden.
- BFH, 18.01.1995 - I R 44/94
Rückstellung für Jahresabrechnung
Diese Rückstellungen sind auch in der Steuerbilanz zu bilden, da § 249 Abs. 1 und Abs. 3 HGB insoweit einen Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung i. S. des § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG enthält (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 26. Oktober 1977 I R 148/75, BFHE 123, 547, BStBl II 1978, 97, und I R 124/76, BFHE 123, 551, BStBl II 1978, 99; vom 20. März 1980 IV R 89/79, BFHE 130, 165, BStBl II 1980, 297, und vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010).Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung ist eine Rückstellung nur zulässig, wenn der künftige Aufwand im wesentlichen bereits im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wirtschaftlich verursacht und es deshalb geboten ist, ihn als Aufwand des abgelaufenen Wirtschaftsjahrs zu behandeln (vgl. BFH in BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010 m. w. N.).
Es müssen die wirtschaftlich wesentlichen Tatbestandsmerkmale der Verpflichtung bereits im abgelaufenen Jahr erfüllt sein und das Entstehen der Verbindlichkeit nur noch von wirtschaftlich unwesentlichen Merkmalen abhängen (BFH in BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010, 1012).
Die "Wesentlichkeit" einer Verpflichtung ist nicht nach dem Aufwand für das einzelne Vertragsverhältnis zu beurteilen, sondern nach der Bedeutung der Verpflichtung für das Unternehmen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 72, 126, BStBl III 1961, 48, 49; in BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010).
- FG München, 23.05.2001 - 9 K 5141/98
Rückstellungsfähigkeit des in Zusammenhang mit der Lagerung von nach gesetzlichen …
öffentlich-rechtliche Verpflichtungen könnten nach der Rechtsprechung Grundlage einer Rückstellung sein, wenn sie hinreichend konkretisiert seien und ihre Verletzung mit Sanktionen bedroht sei (vgl. BFH-Urteil vom 25. März 1992, BStBl II 1992, 1010; R 31 c Abs. 3 Satz 2 Einkommensteuerrichtlinien - EStR - 1996).Die Vorschrift sei vom BFH im Falle der Verpflichtung zur Buchung laufender Geschäftsvorfälle des Vorjahres ausdrücklich als Sanktionsandrohung herangezogen worden (vgl. BFH-Urteil vom 25. März 1992, BStBl II 1992, 1010).
Voraussetzung für die Bildung einer Rückstellung für Ungewisse Verbindlichkeiten ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH das Bestehen einer dem Betrage nach Ungewissen Verbindlichkeit oder die hinreichende Wahrscheinlichkeit des Entstehens einer Verbindlichkeit dem Grunde nach - deren Höhe zudem ungewiss sein kann -, ihre wirtschaftliche Verursachung in der Zeit vor dem Bilanzstichtag und dass der Schuldner ernsthaft mit seiner Inanspruchnahme rechnen muss (vgl. BFH - Urteile vom 19. Oktober 1993 VIII R 14/92, BStBl II 1992, 600; vom 25. März 1992 I R 69/91, BStBl II 1992, 1010).
Dies setzt allerdings voraus, dass die öffentlich-rechtliche Verpflichtung hinreichend konkretisiert ist (BFH-Urteil vom 12. Dezember 1991 IV R 28/91, BStBl II 600; BFH-Urteil in BStBl II 1992, 1010; jeweils m.w.N.).
Das Gesetz schreibe ein inhaltlich genau bestimmtes Handeln innerhalb eines begrenzten Zeitraumes vor; denn § 146 Abs. 1 AO schreibe eine vollständige Verbuchung ausdrücklich vor (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 1992, 1010).
- BFH, 06.12.1995 - I R 14/95
Bildung von Rückstellungen
Eine wirtschaftliche Verursachung setzt nach ständiger Rechtsprechung des BFH voraus, daß die wirtschaftlich wesentlichen Tatbestandsmerkmale für das Entstehen der Verbindlichkeit bereits am Bilanzstichtag erfüllt sind und das zivilrechtliche Entstehen der Verbindlichkeit nur noch von wirtschaftlich unwesentlichen Tatbestandsmerkmalen abhängt (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 13. November 1991 I R 102/88, BFHE 166, 222, BStBl II 1992, 336; vom 19. Mai 1987 VIII R 327/83, BFHE 150, 140, BStBl II 1987, 848; in BFHE 142, 226, BStBl II 1985, 44 m. w. N.; vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010; vom 25. August 1989 III R 95/87, BFHE 158, 58, BStBl II 1989, 893). - BFH, 19.10.2005 - XI R 4/04
Übergang auf die Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich
Buchungen seien nach § 146 Abs. 1 AO 1977 zeitgerecht vorzunehmen (BFH-Urteil vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010). - BFH, 07.11.2000 - III R 7/97
Bezeichnung der zulagenbegünstigten Wirtschaftsgüter
Nach § 238 Abs. 1 Satz 1 HGB ist zudem gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung die fortlaufende, unverzügliche Verbuchung aller Geschäftsvorfälle, längstens innerhalb eines Monats, geboten (vgl. § 239 Abs. 2 HGB, § 146 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung --AO 1977--; dazu BFH-Urteil vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010). - BFH, 08.09.2011 - IV R 5/09
Rückstellungen für Zulassungskosten eines Pflanzenschutzmittels - Rezeptur eines …
Weiterhin muss der rechtliche und wirtschaftliche Bezugspunkt der Verpflichtung in der Vergangenheit liegen, so dass die Verbindlichkeit nicht nur an Vergangenes anknüpft, sondern auch Vergangenes abgilt (BFH-Urteile vom 20. März 1980 IV R 89/79, BFHE 130, 165, BStBl II 1980, 297, unter 5. der Gründe; in BFHE 158, 58, BStBl II 1989, 893, unter II. 3. a der Gründe; vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010, unter II. 4. a der Gründe). - BFH, 19.08.1998 - XI R 8/96
Keine Rückstellung für künftige Herstellungskosten
Auch für Verpflichtungen, die sich aus dem öffentlichen Recht ergeben (Geld- oder Sachleistungsverpflichtungen), können unter diesen Voraussetzungen Rückstellungen gebildet werden, wenn die öffentlich-rechtliche Verpflichtung darüber hinaus hinreichend konkretisiert ist und ihre Nichteinhaltung mit Sanktionen bedroht ist (vgl. BFH-Urteile vom 12. Dezember 1991 IV R 28/91, BFHE 167, 334, BStBl II 1992, 600; vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010, und in BFHE 172, 456, BStBl II 1993, 891, jeweils m.w.N.). - BFH, 19.07.2011 - X R 26/10
Bildung einer Rückstellung für die Verpflichtung zur Nachbetreuung von …
Die Verpflichtung sei nicht nach dem Aufwand für das einzelne Vertragsverhältnis, sondern nach der Bedeutung der Verpflichtung für das Unternehmen zu beurteilen (BFH-Urteil vom 25. März 1992 I R 69/91, BFHE 168, 527, BStBl II 1992, 1010). - FG Baden-Württemberg, 14.10.2010 - 3 K 2555/09
Zulässigkeit der Rückstellung für die Kosten einer zukünftigen Betriebsprüfung …
- BFH, 24.01.2001 - I R 39/00
Rückstellung für Provisionsfortzahlung
- BFH, 28.06.2000 - I R 67/99
DM-Eröffnungsbilanz; Abrechnungsverpflichtung
- FG Baden-Württemberg, 01.12.1999 - 5 K 299/99
Körperschaftsteuer 1981 bis 1984
- FG Hessen, 10.05.1995 - 4 K 3361/94
- FG Münster, 15.03.2002 - 1 K 5275/00
Rückstellung für Bauschuttverarbeitung eines Recyclingunternehmens unzulässig
- FG Düsseldorf, 25.02.2003 - 6 K 6967/99
Gasversorgungsunternehmen; Erdgasspeicher; Kavernenspeicher; Rückstellung; …
- FG München, 09.11.2004 - 7 K 244/01
Bildung von Rückstellungen für die Pflicht von Rücknahme von Altbatterien; …
- FG München, 06.11.2003 - 5 K 3975/00
Mitunternehmerschaft; Mitunternehmerrisiko; Mitunternehmerinitiative; Treu und …
- FG Münster, 18.01.1996 - 9 K 1528/93
Rückstellung für Sparprämien: Abzinsung?
- FG Münster, 15.03.2002 - 1 K 5276/00
