Rechtsprechung
| BFH, 22.06.1990 - III R 150/85 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Simons & Moll-Simons
- DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Einstellung der Zwangsvollstreckung gegen Ratenzahlungen - Sinn und Zweck von Säumniszuschlägen - Erlaß von Säumniszuschlägen, wenn sie als Druckmittel zwecklos sind
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Sachliche Unbilligkeit der Anforderung von Säumniszuschlägen
Kurzfassungen/Presse
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
Zeitschriftenfundstellen
- BFHE 161, 4
- BB 1990, 1898
- DB 1990, 2052
- BStBl II 1991, 864
Wird zitiert von ... (22)
- BFH, 29.08.1991 - V R 78/86
Erlaß von Säumniszuschlägen aus sachlichen Billigkeitsgründen
Diese Beurteilung hat der BFH in jüngerer Zeit weiterentwickelt und angenommen, daß mit den Säumniszuschlägen auch ein zusätzlicher Zweck verfolgt werde, nämlich die Gegenleistung für das Hinausschieben der Zahlung (BFH-Urteile vom 15. März 1979 IV R 174/78, BFHE 127, 311, BStBl II 1979, 429; vom 23. Mai 1985 V R 124/79, BFHE 143, 512, 517, BStBl II 1985, 489;… vom 26. April 1988 VII R 127/85, BFH/ NV 1989, 71; vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4).Der BFH hat in diesen Fällen einen Teilerlaß als ermessensgerecht angesehen, weil dadurch berücksichtigt werde, daß neben dem Zweck, Druck auszuüben, die Säumniszuschläge dem zusätzlichen Zweck der Gegenleistung dienen und dieser Zweck unabhängig von der Stundungssituation bestehen geblieben sei (Urteile in BFHE 143, 512, BStBl II 1985, 489, unter II. 3. b am Ende;… BFH/ NV 1989, 71; BFHE 161, 4, unter 3.;… zum gleichen Ergebnis kommt der BFH im Urteil vom 2. Juli 1986 I R 5/83, BFH/ NV 1987, 684, unter 3. b, cc, mit der Begründung, ein Teilerlaß vermeide eine ungerechtfertigte Bevorzugung des Steuerpflichtigen gegenüber anderen Steuerpflichtigen, die Stundungszinsen zahlen müßten).
Als Maßstab für den Teilerlaß hat der BFH die Stundungs- oder Aussetzungszinsen (§ 238 AO 1977) herangezogen; der säumige Schuldner solle jedenfalls in der Höhe durch Säumniszuschläge belastet bleiben, in der im Falle der Aussetzung oder Stundung Zinsen angefallen wären (BFHE 143, 512, BStBl II 1985, 489; BFHE 161, 4).
- BFH, 13.01.2000 - VII R 91/98
Säumniszuschläge bei Aufrechnung
Zweck des Säumniszuschlages ist es u.a., der Finanzbehörde eine Gegenleistung für das Hinausschieben einer Steuerzahlung zu gewähren (BFH-Urteile vom 15. März 1979 IV R 174/78, BFHE 127, 311, BStBl II 1979, 429; vom 23. Mai 1985 V R 124/79, BFHE 143, 512, 517, BStBl II 1985, 489;… vom 26. April 1988 VII R 127/85, BFH/NV 1989, 71; vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4, BStBl II 1991, 864; vom 29. August 1991 V R 78/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906). - BFH, 16.09.1992 - X R 169/90 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- OVG Schleswig-Holstein, 30.09.1998 - 2 L 240/96 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist ein Erlaß von Säumniszuschlägen aus sachlichen Billigkeitsgründen geboten, wenn dem Steuerpflichtigen die rechtzeitige Zahlung von Steuern wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit unmöglich war und die Ausübung des mit der Erhebung von Säumniszuschlägen beabsichtigten Zahlungsdrucks deshalb ihren Sinn verloren hat (BFHE 161, 4, 7 m.w.N.).
Dabei ist der abgabenrechtliche Maßstab für Erlaß und Stundung anzulegen (BFHE 161, 4, 7 m.w.N.).
Dabei wird der Teilerlaß regelmäßig in der Weise zu begrenzen sein, daß der säumige Steuerschuldner jedenfalls in der Höhe durch Säumniszuschläge belastet zu bleiben hat, in der im Falle einer Aussetzung oder Stundung Aussetzungs- bzw. Stundungszinsen angefallen wären (BFHE 161, 4, 7).
- BFH, 07.12.1994 - I R 7/94
Abzugsverbot für Zinsen wegen Hinterziehung von Körperschaft- und Vermögensteuer
Sie haben jedoch auch Zinscharakter (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 15. März 1979 IV R 174/78, BFHE 127, 311, BStBl II 1979, 429; vom 23. Mai 1985 V R 124/79, BFHE 143, 512, 517, BStBl II 1985, 489;… vom 26. April 1988 VII R 127/85, BFH/ NV 1989, 71; vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4, BStBl II 1991, 864, und vom 29. August 1991 V R 78/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906). - BFH, 19.04.2012 - III R 85/09
Erstattung oder Abzweigung von Kindergeld an einen Sozialleistungsträger, der von …
Insofern hätte das FG jedoch im Rahmen der nach § 102 Satz 1 FGO durchzuführenden Überprüfung feststellen müssen, ob die Familienkasse ihre Entscheidung auf der Grundlage des einwandfrei und erschöpfend ermittelten Sachverhalts getroffen und dabei die Gesichtspunkte tatsächlicher und rechtlicher Art berücksichtigt hat, die nach Sinn und Zweck der Norm, die das Ermessen einräumt, maßgeblich sind (vgl. BFH-Urteile vom 22. Februar 1972 VII R 80/69, BFHE 105, 220, BStBl II 1972, 544, und vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4, BStBl II 1991, 864; Kruse in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 102 FGO Rz 5). - BFH, 17.10.2001 - II R 67/98
Haftungsbescheid; Säumniszuschläge
Auch ohne das Vorliegen von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung kann die Anforderung von Säumniszuschlägen sachlich unbillig sein, wenn dem Steuerschuldner Ratenzahlung als Maßnahme i.S. des § 258 AO 1977 eingeräumt wurde, um auf die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit für eine längere Zeitspanne Rücksicht zu nehmen (BFH-Urteil vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4, BStBl II 1991, 864). - FG Hamburg, 08.04.2010 - 6 K 269/09
Abgabenordnung: Aufrechnung und Vollstreckungsaufschub
Zwar berührt der bloße Vollstreckungsaufschub nach § 258 AO nicht die der Vollstreckung zugrundeliegende Forderung oder deren Fälligkeit (vgl. BFH-Urteil vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4,.BStBl II 1991, 864); doch ist eine Steuerforderung, deren Vollstreckung aufgeschoben worden ist, nur nach Maßgabe des gewährten Vollstreckungsaufschubs durchsetzbar.
- BFH, 08.01.1998 - VII B 137/97 Nach ständiger Rechtsprechung des BFH ist eine vereinbarte oder durch die Finanzbehörde durch Verwaltungsakt bewilligte Ratenzahlung jedenfalls dann als Maßnahme des Vollstreckungsaufschubs i.S. des § 258 AO 1977 anzusehen, wenn die Gewährung der Ratenzahlung aus Rücksichtnahme für eine längere Zeitspanne auf die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Vollstreckungsschuldners zur Vermeidung sofortiger Vollstreckungsmaßnahmen erfolgt (BFH-Urteile vom 23. Mai 1985 V R 124/79, BFHE 143, 512, BStBl II 1985, 489 ;… vom 26. April 1988 VII R 127/85, BFH/NV 1989, 71; vom 4. Oktober 1989 V R 106/84, BFHE 158, 306, BStBl II 1990, 179 ; vom 22. Juni 1990 III R 150/85, BFHE 161, 4 , BStBl II 1991, 864).
- BFH, 24.10.1996 - VII B 122/96 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- FG Köln, 13.11.1997 - 5 K 7285/94
Erneuter Haftungsbescheid nach Aufhebung
- FG Brandenburg, 19.06.2002 - 6 K 981/01
Auszahlungansprüche der Sozialleistungsträger wegen Kindergeld; Entscheidung über …
- FG München, 31.07.2007 - 12 K 1664/06
Voraussetzungen der Abzweigung des Kindergeldes an den entsprechenden …
- FG München, 12.12.2007 - 10 K 4917/06
Abzweigung von Kindergeld an eine Unterhalt gewährende Stelle; Zahlung von …
- FG Münster, 30.11.2009 - 8 K 2812/09
Abzweigung von Kindergeld
- BFH, 05.02.1997 - V B 154/96
- FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 1098/03
Anspruch des Sozialleistungsträgers auf Erstattung des Kindergeldes von der …
- FG München, 24.04.2007 - 12 K 2543/05
Festsetzung von Kindergeld bei unterlassener Unterhaltsleistung; …
- FG Berlin-Brandenburg, 06.07.2010 - 10 K 10327/07
Abzweigung des Kindergelds bei stationärer Unterbringung des Kindes auf Kosten …
- BFH, 11.12.1996 - IV B 2/96
- FG München, 14.02.2007 - 10 K 930/06
Pflicht zur Abzweigung von Kindergeld an eine Unterhalt gewährende Stelle; …
- FG Köln, 25.08.1997 - 12 K 5489/96
