Rechtsprechung
   BFH, 26.07.1984 - IV R 10/83   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Simons & Moll-Simons

    AO 1977 § 175 Abs. 1 Nr. 2; EStG § 16 Abs. 1 Nr. 2

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Wegfall eines Besteuerungsmerkmals bei späterem Vergleich über den Veräußerungspreis

Kurzfassungen/Presse

Zeitschriftenfundstellen

  • BFHE 141, 488
  • BB 1985, 256
  • BStBl II 1984, 786



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Wird zitiert von ... (49)  

  • BFH, 19.07.1993 - GrS 2/92  

    Nachträgliche Änderung des Preises bei einer Betriebsveräußerung

    Hieran anknüpfend weist der IV. Senat des BFH in seinem Urteil vom 26. Juli 1984 IV R 10/83 (BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786) darauf hin, daß ein Vergleich nur dann zu einer rückwirkenden Berichtigung eines bestandskräftigen Steuerbescheids gemäß § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 führe, wenn erst dieser Vergleich die vertraglichen Beziehungen zwischen Verkäufer und Käufer abschließend regele.

    Als ein nachträgliches Ereignis, das die Höhe des Veräußerungs- oder Auflösegewinns beeinflußt und das gemäß § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 auf den Zeitpunkt der Veräußerung oder Auflösung zurückzubeziehen ist, hat der VIII. Senat des BFH unter Bezugnahme auf das Urteil in BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786 den Anfall nachträglicher Anschaffungskosten für die Beteiligung nach Auflösung der Kapitalgesellschaft angesehen (Urteil vom 2. Oktober 1984 VIII R 20/84, BFHE 143, 304, 308, BStBl II 1985, 428).

    So seien nachträgliche Änderungen des Veräußerungspreises auf den Veräußerungszeitpunkt zurückzubeziehen (so insbesondere Fischer in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, Rdnrn. 116 ff., 121 zu § 41 AO 1977; Gänger in Hartmann/Böttcher/Nissen/Bordewin, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, Rdnr. 113 zu § 16; Reiß in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, Rdnrn. E 83 ff., E 91 ff. zu § 16; Schmidt, a. a. O., Anm. 57 zu § 16 und Anm. 22 a zu § 17; Szymczak in Koch/Scholtz, Abgabenordnung, Kommentar, 4. Aufl., 1993, Rn. 12/2 zu § 175; Söffing in Lademann/Söffing/Brockhoff, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, Rdnr. 472 zu § 16, hinsichtlich des späteren Ausfalls der Kaufpreisforderung; Schlutz, DStZ 1990, 562; Theisen, StuW 1986, 354, 362 ff.; derselbe DStR 1988, 403; derselbe Der Betrieb - DB - 1989, 1639; derselbe DB 1991, 1858; Tismer/Feuersänger, DB 1986, 1749; Woerner, BB 1985, 256; wohl auch Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Anm. 10 am Ende zu § 175 AO 1977).

    Die Voraussetzungen des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 liegen nicht vor, wenn das FA - wie im Fall des § 173 Abs. 1 AO 1977 - lediglich nachträglich Kenntnis von einem bereits gegebenen Sachverhalt erlangt (vgl. BFH-Urteile vom 21. April 1988 IV R 215/85, BFHE 153, 485, BStBl II 1988, 863; vom 26. Juli 1984 IV R 10/83, BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786; Woerner/Grube, a. a. O., 128), oder wenn das FA den Sachverhalt lediglich anders würdigt (BFH-Urteile vom 3. August 1988 I R 115/84, BFH/NV 1989, 482; vom 26. Oktober 1988 II R 55/86, BFHE 154, 493, BStBl II 1989, 75).

  • BFH, 26.03.1991 - VIII R 55/86  

    Ereignis mit Rückwirkung auf den Zeitpunkt der Betriebsveräußerung

    In der einverständlichen Herabsetzung des Veräußerungspreises sei ein rückwirkendes Ereignis i. S. von § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO 1977) zu sehen, das zu einer Änderung des Steuerbescheides führen müsse, dem der nach dem ursprünglich vereinbarten Kaufpreis ermittelte Veräußerungsgewinn zugrunde liege (BFH-Urteile vom 7. September 1972 IV 311/65, BFHE 107, 211, BStBl II 1973, 11; vom 26. Juli 1984 IV R 10/83, BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786, und vom 23. Juni 1988 IV R 84/86, BFHE 154, 85, BStBl II 1989, 41).

    Überwiegend wird die Auffassung vertreten, der spätere Ausfall der Kaufpreisforderung sei ein Ereignis mit steuerrechtlicher Wirkung für die Vergangenheit (§ 175 AO 1977) und müsse zu einer Änderung des Steuerbescheids für das Jahr der Betriebsveräußerung führen (FG Berlin in EFG 1986, 449; Niedersächsisches FG in DStR 1988, 422; Fischer in Hübschmann/ Hepp/ Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, 9. Aufl., § 41 AO 1977 Rz. 121; L. Schmidt, Einkommensteuergesetz, 10. Aufl., § 16 Anm. 57; Theisen, StuW 1986, 354, 362 ff.; ders. DStR 1988, 403; ders. DB 1989, 1639; Tipke/ Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 13. Aufl., § 175 AO 1977 Rz. 10 a. E., § 41 AO 1977 Rz. 2; Tismer/ Feuersänger, DB 1986, 1749; Woerner, BB 1985, 256).

    bb) In welchen Fällen eine Änderung des Sachverhalts "steuerliche Wirkung für die Vergangenheit" entfaltet, ergibt sich nicht aus § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977, sondern aus dem im Einzelfall anzuwendenden materiellen Steuergesetz oder aus der Generalnorm des § 41 Abs. 1 Satz 1 AO 1977 (BTDrucks VI/ 1982, 155; BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786; Fischer, a. a. O., § 41 Rz. 42; Klein/ Orlopp, a. a. O., § 175 Anm. 1; Tipke/ Kruse, a. a. O., § 175 AO 1977 Tz. 7, 10).

    cc) Auch die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und Bilanzierung schließen nach der Sonderregelung des § 41 Abs. 1 Satz 2 AO 1977 die steuerliche Rückwirkung laufender Geschäftsvorfälle weitgehend aus (BFH in BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786; Fischer, a. a. O., § 41 AO 1977 Rz. 129; Ruppe in Herrmann/ Heuer/ Raupach, a. a. O., Einf. EStG, Anm. 688, a. E.; Lauer, a. a. O., 37 ff.).

    Der BFH hat deshalb zu Recht ein Ereignis mit steuerlicher Rückwirkung angenommen, wenn der Gewinn aus der Veräußerung eines Gewerbebetriebs (§ 16 EStG) oder einer wesentlichen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (§ 17 EStG) durch nachträgliche Vorgänge verändert wird (vgl. Urteil vom 2. Oktober 1984 VIII R 20/84, BFHE 143, 304, BStBl II 1985, 428; BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786).

  • BFH, 26.03.1991 - VIII R 315/84  

    Ereignis mit Rückwirkung auf den Zeitpunkt der Betriebsveräußerung

    c) In welchen Fällen eine Änderung des Sachverhalts "steuerliche Wirkung für die Vergangenheit" entfaltet, ergibt sich nicht aus § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977, sondern aus dem im Einzelfall anzuwendenden materiellen Steuergesetz oder aus der Generalnorm des § 41 Abs. 1 Satz 1 AO 1977 (BTDrucks VI/ 1982, 155; BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786; Fischer, a. a. O., § 41 AO 1977 Rz. 42; Klein/ Orlopp, a. a. O., § 175 Anm. 1; Tipke/ Kruse, a. a. O., § 175 AO 1977 Tz. 7, 10).

    d) Auch die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und Bilanzierung schließen nach der Sonderregelung des § 41 Abs. 1 Satz 2 AO 1977 die steuerliche Rückwirkung laufender Geschäftsvorfälle weitgehend aus (BFH-Urteil in BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786; Fischer, a. a. O., § 41 AO 1977 Rz. 129; Ruppe in Herrmann/ Heuer/ Raupach, a. a. O., Einf. EStG, Anm. 688 a. E.; Lauer, a. a. O., 37 ff.).

    Der BFH hat deshalb zu Recht ein Ereignis mit steuerlicher Rückwirkung angenommen, wenn der Gewinn aus der Veräußerung eines Gewerbebetriebs (§ 16 EStG) oder einer wesentlichen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (§ 17 EStG) durch nachträgliche Vorgänge verändert wird (vgl. Urteil vom 2. Oktober 1984 VIII R 20/84, BFHE 143, 304, BStBl II 1985, 428; BFHE 141, 488, BStBl II 1984, 786).

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