Rechtsprechung
| BGH, 16.10.1984 - VI ZR 205/83 |
Volltextveröffentlichungen (3)
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Beweiskraft eines Verkündungsprotokolls
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Beweiskraft eines erst nach Verkündung erstellten Protokolls für die gesetzmäßige Verlautbarung des Urteils vorbehaltlich des Nachweises einer Protokollfälschung
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1985, 1782
- ZIP 1985, 248
- MDR 1985, 396
- VersR 1985, 45
Wird zitiert von ... (37)
- BAG, 16.05.2002 - 8 AZR 412/01
Besetzung des Berufungsgerichts
Fehlt es daran, so liegt keine wirksame Verkündung vor (so zu § 311 Abs. 4 ZPO: BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783;… Stein/Jonas/Leipold ZPO 21. Aufl. § 311 [1998] Rn. 9; zustimmend Jauernig NJW 1986, 117, 118).Auch die Verlesung des Urteilstenors setzt also voraus, daß zumindest die Urteilsformel im Zeitpunkt der Verkündung schriftlich niedergelegt ist (BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783;… aA Jauernig aaO S 117, der die Verkündung des Urteils für wirksam hält, wenn die Urteilsformel nur mündlich mitgeteilt und mangels schriftlicher Fixierung nicht vorgelesen wird).
Derartige Mängel müssen aus der Protokollurkunde selbst hervorgehen (zum Vorstehenden BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783).
der wissentlich falschen Beurkundung (BGH 16. Oktober 1984 aaO), nicht erbracht.
- BGH, 23.10.1998 - LwZR 3/98
Grundlage der Verkündung der Urteilsformel; Ersetzende Sachentscheidung des …
Das folgt bereits aus der in § 160 a Abs. 2 ZPO vorgesehenen Möglichkeit, ein Protokoll mit der Beweiskraft nach § 165 ZPO nachträglich herzustellen (vgl. BGH, Urt. v. 16. Oktober 1984, VI ZR 205/83, NJW 1985, 1782, 1783 und v. 11. Oktober 1994, IX ZR 72/94, NJW 1994, 3358).Soweit dies - wie hier - nicht unverzüglich geschieht, wird dadurch die Beweiskraft nicht beeinträchtigt (vgl. BGH, Urt. v. 16. Oktober 1984, VI ZR 205/83 aaO).
Die wirksame Urteilsverkündung setzt allerdings voraus, daß zumindest die Urteilsformel im Zeitpunkt der Verkündung schriftlich niedergelegt ist, weil sie sonst weder verlesen noch in Bezug genommen werden kann (§ 311 Abs. 2 Satz 1 oder § 311 Abs. 4 Satz 2 ZPO; vgl. auch BGH, Urt. v. 16. Oktober 1984, VI ZR 205/83, NJW 1985, 1782, 1783).
Dies alles gilt auch dann, wenn das Protokoll unter Verletzung von § 160 a Abs. 2 ZPO - wie hier - nicht unverzüglich nach der Sitzung hergestellt wird und entgegen § 160 a Abs. 3 ZPO die vorläufigen Aufzeichnungen nicht zu den Prozeßakten genommen oder auf der Geschäftsstelle aufbewahrt werden (vgl. BGH, Urt. v. 16. Oktober 1984 aaO), wenngleich anzumerken bleibt, daß solche pflichtwidrige Nachlässigkeiten auf jeden Fall vermieden werden sollten.
- BAG, 19.04.2007 - 2 AZR 78/06
Außerordentliche Kündigung - Direktionsrecht
Äußere Mängel des Protokolls, die aus der Protokollurkunde selbst hervorgingen (vgl. BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783) sind nicht ersichtlich.
- BGH, 20.02.2008 - XII ZB 116/07
Verfahrensrecht - Protokollfälschung
Denn die Partei, die in aller Regel keinen hinreichenden Einblick in die internen Geschäftsabläufe des Gerichts und die Arbeitsweise des Richters hat, ist in derartigen Fällen durchweg auf bloße Indizien für den objektiven Tatbestand und auf Schlussfolgerungen für dessen subjektive Seite angewiesen (im Anschluss an BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782 und Beschluss vom 3. März 2004 - VIII ZB 121/03 - BGH-Report 2004, 979, 980).*).Denn die Partei, die in aller Regel keinen hinreichenden Einblick in die internen Geschäftsabläufe des Gerichts und die Arbeitsweise des Richters hat, ist in derartigen Fällen durchweg auf bloße Indizien für den objektiven Tatbestand und auf Schlussfolgerungen für dessen subjektive Seite angewiesen (BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782 und Beschluss vom 3. März 2004 - VIII ZB 121/03 - BGH-Report 2004, 979, 980).
- BGH, 08.02.2012 - XII ZB 165/11
Verfahrensrecht - Verkündungsmängel / Unübertragbare Aufgaben eines RA
Dem Erfordernis des § 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO ist deshalb Genüge getan, wenn der Richter lediglich protokolliert, dass die anliegende Entscheidung verkündet worden ist, selbst wenn dies zu Zweifeln über die gewählte Form der Verlautbarung Anlass geben könnte (BGH Urteile vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783 und BGHZ 10, 327, 329).Sind deren Mindestanforderungen hingegen gewahrt, hindern auch Verstöße gegen zwingende Formerfordernisse das Entstehen eines wirksamen Urteils nicht (BGHZ GSZ 14, 39, 44 ff.; BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783).
Die weiteren Verkündungsmängel sind mit der Verlautbarung der Entscheidung nicht unvereinbar und stehen einem wirksamen Urteil deswegen nicht entgegen (…vgl. Senatsbeschluss vom 19. Oktober 2011 -XII ZB 250/11 -NJW-RR 2012, 1 Rn. 14; BGH Urteile vom 12. März 2004 -V ZR 37/03 -FamRZ 2004, 1187, 1188 und vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783; BGHZ GSZ 14, 39, 44 ff.; BFHE 140, 514).
- BGH, 12.03.2004 - V ZR 37/03
Verfahrensrecht - Wirksamkeit einer Entscheidung trotz fehlender Verkündung
Sind deren Mindestanforderungen hingegen gewahrt, hindern auch Verstöße gegen zwingende Formerfordernisse das Entstehen eines wirksamen Urteils nicht (vgl. BGHZ 14, 39, 44 ff.; BGH, Urt. v. 16. Oktober 1984, VI ZR 205/83, NJW 1985, 1782, 1783). - BGH, 13.04.2011 - XII ZR 131/09
Verfahrensrecht - Protokollfrist: Beweiskraft für die "anliegende Entscheidung"
Enthält ein Protokoll die Feststellung, "anliegende Entscheidung" sei verkündet worden, so erbringt es nur dann Beweis dafür, dass ein Urteil auf der Grundlage einer schriftlich fixierten Urteilsformel verkündet worden ist, wenn das Protokoll innerhalb der Fünfmonatsfrist des § 517 ZPO erstellt worden ist (Abgrenzung zu BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782 …und Beschluss vom 12. Februar 2004 - IX ZR 350/00 - BGHR ZPO § 311 Urteilsverkündung 1).*).Fehlte es dagegen an einer wirksamen Verkündung, so hätte im Rechtssinn noch kein Urteil vorgelegen (vgl. BGHZ-GSZ-14, 39, 44), weshalb auch der Lauf der Fünfmonatsfrist nicht hätte beginnen können (vgl. BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783).
Das müsse auch dann gelten, wenn das Protokoll unter Verletzung der Vorschrift des § 160 a Abs. 2 Satz 1 ZPO nicht unverzüglich nach der Sitzung hergestellt worden sei und die vorläufigen Aufzeichnungen unter Verstoß gegen § 160 a Abs. 3 ZPO nicht zu den Prozessakten genommen oder bei der Geschäftsstelle aufbewahrt worden seien (BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783 …und Beschluss vom 12. Februar 2004 - IX ZR 350/00 - BGHR ZPO § 311 Abs. 2 Urteilsverkündung 1).
- BAG, 13.11.2007 - 3 AZN 414/07
Nachweis der Sitzungsöffentlichkeit
Damit fehlt es an der Behauptung, ein Unterzeichner des Protokolls habe wissentlich etwas Unrichtiges beurkundet, was eine Protokollfälschung darstellen würde (dazu BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, zu B II 2 c cc der Gründe).Die Beweiskraft entfällt auch nicht aus sonstigen Gründen; Hinweise darauf, dass es durch einen Unbefugten hergestellt wurde, bestehen nicht, ebenso wenig weist es äußere Mängel auf (vgl. zu derartigen Fallgestaltungen BGH 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - aaO, zu B II 2 c bb der Gründe).
- BGH, 07.07.2004 - XII ZB 12/03
Verfahrensrecht - Schuldlose Versäumung der Berufungsfrist
Damit ist dem Erfordernis des § 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO genügt, auch wenn die Formulierung des Verkündungsprotokolls zu Zweifeln veranlassen könnte, ob der gesamte Urteilstenor verlesen worden ist (BGHZ 10, 327, 329; BGH Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782). - BGH, 11.10.1994 - XI ZR 72/94
Anforderungen an wirksame Verkündung eines Urteils; Beweiskraft des Protokolls
Wegen der Gleichwertigkeit beider Verlautbarungsformen steht es der Wirksamkeit der Verkündung auch nicht entgegen, wenn das noch nicht vollständig abgefaßte Urteil statt durch Verlesen des Tenors durch Bezugnahme auf die schriftlich vorliegende Urteilsformel verkündet worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 16. Oktober 1984 - VI ZR 205/83 - NJW 1985, 1782, 1783; BGH, Urteil vom 6. Dezember 1988 - VI ZB 27/88 - NJW 1989, 1156, 1157;… MünchKomm- ZPO /Peters, § 160 Rdn. 14).Soweit dies nicht unverzüglich geschieht, wird dadurch die Beweiskraft nicht beeinträchtigt (vgl. BGH, Urteil vom 16. Oktober 1984 aaO.;… MünchKomm- ZPO /Peters, § 160 a Rdn. 3;… Zöller/Stöber, aaO., § 160 a ZPO Rdn. 4).
- LG Düsseldorf, 07.12.2006 - 25 T 1137/06
- BGH, 06.12.1988 - VI ZB 27/88
Anwaltliche Sorgfaltspflicht bei drohendem Ablauf der Fünf-Monats-Frist
- BAG, 30.09.1987 - 4 AZR 233/87
Form der Revisionszulassung
- BGH, 02.03.1988 - IVa ZB 2/88
Wirksamkeit der Verkündung eines nicht in vollständiger Form abgefaßten Urteils
- BGH, 26.05.2010 - XII ZB 205/08
Verfahrensrecht - Erfolgreiche Rechtsbeschwerde, Verkündungsdaten
- BGH, 29.09.1993 - XII ZB 49/93
Bestimmung des Adressaten für die Zustellung des Urteils; Voraussetzungen des …
- BGH, 03.03.2004 - VIII ZB 121/03
Nachweis der Protokollfälschung; Einhaltung der Berufungsfrist bei unklarer …
- BFH, 15.07.2010 - VIII B 90/09
Entscheidung über Protokollberichtigung nur bei Mitwirkung an der protokollierten …
- BGH, 12.02.2004 - IX ZR 350/00
Beweiskraft des Verkündungsprotokolls
- OLG Hamburg, 24.03.2005 - 1 Kart U 2/04
Bankrecht - Nichtige Kündigung eines Girokonto-Vertrages durch die Postbank
- BFH, 25.10.2012 - X B 130/12
Antrag auf Terminsänderung/Protokoll über die mündliche Verhandlung
- BGH, 18.03.2003 - X ZB 31/01
- OLG Düsseldorf, 20.09.2005 - 24 W 45/05
Voraussetzung für Kostenfestsetzung gegen einen durch Teilurteil ausgeschiedenen …
- BGH, 16.02.1989 - III ZB 38/88
- OLG Rostock, 24.03.2004 - 6 U 124/02
Anforderungen an das Vorliegen eines formell ordnungsgemäßen Urteils - …
- OLG Brandenburg, 25.04.2001 - 9 UF 222/00
"Geburt" eines Urteils durch Verkündung
- FG Baden-Württemberg, 15.12.2008 - 10 K 2875/08
Erledigungserklärung als wesentliche Förmlichkeit nach § 94 FGO i.V.m. § …
- BGH, 19.12.1985 - X ZB 5/85
ZPO §§ 164, 165, 419
- BGH, 27.10.1999 - XII ZB 145/99
Versäumung der 5-Monats-Frist gem. § 516 ZPO
- OLG Brandenburg, 08.05.2003 - 9 UF 113/02
Heilung der unterbliebenen Verkündung eines Urteils; Zulässigkeit eines …
- OLG Zweibrücken, 04.12.2003 - 4 U 35/03
Umfang des Auskunftsanspruchs gegen den Aufbereiter von Saatgut
- OLG Frankfurt, 15.03.2001 - 12 U 214/99
Berufungsfrist - Urteilsverkündung "dem wesentlichen Inhalt nach" - Zustellung …
- OLG München, 20.05.2011 - 10 U 3958/10
Haftungsverteilung bei Verkehrsunfall: Kollision beim Einfahren aus einer …
- VerfGH Sachsen, 20.11.2003 - 26-IV-03
- BayObLG, 31.10.1995 - 2St RR 80/95
StGB §§ 271, 348
- OLG Hamburg, 24.03.2005 - 1 Kart U 2/04
- BGH, 28.02.1989 - VI ZB 4/89
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