Rechtsprechung
| BGH, 17.09.1985 - VI ZR 73/84 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Jurion
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Haftung eines Steuerbevollmächtigten gegenüber einem Unternehmenskäufer
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Haftung eines Steuerbevollmächtigten als »verlängerter Arm« seines Auftraggebers
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Deliktische Haftung eines als "verlängerter Arm" seines Auftraggebers handelnden Steuerbevollmächtigten wegen leichtfertiger Mitteilung falscher Bilanzen an dessen Vertragspartner
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1986, 180
- ZIP 1985, 1506
- VersR 1986, 158
- WM 1985, 1531
- BB 1986, 25
- DB 1986, 422
Wird zitiert von ... (50)
- BGH, 18.12.2008 - IX ZR 12/05
Haftung für kostenlose telefonische Auskunft
Wie der Bundesgerichtshof mehrfach ausgesprochen hat(…Urt. v. 16. Juni 1988 - III ZR 182/87, BGHR BGB § 676 Auskunftsvertrag 1; v. 17. September 1985 - VI ZR 73/84, WM 1985, 1531, 1532), ist dieser Rechtsprechung allerdings nicht zu entnehmen, dass für das Zustandekommen eines Auskunftsvertrages ohne Rücksicht auf die Besonderheiten des jeweiligen Falles allein schon die Sachkunde des Auskunftgebers und die Bedeutung der Auskunft für den Empfänger ausreichen.Für den stillschweigenden Abschluss eines Auskunftsvertrages ist entscheidend darauf abzustellen, ob die Gesamtumstände unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung und des Verkehrsbedürfnisses den Rückschluss zulassen, dass beide Teile nach dem objektiven Inhalt ihrer Erklärungen die Auskunft zum Gegenstand vertraglicher Rechte und Pflichten gemacht haben (…BGH, Urt. v. 5. Dezember 1972 - VI ZR 120/71, WM 1973, 141, 143; v. 24. Januar 1978 - VI ZR 105/76, WM 1978, 576, 577; v. 17. September 1985 aaO).
- OLG München, 17.05.1991 - 21 U 4529/90
BGB § 328 Abs. 1, § 675
Nach der Rechtsprechung ist vom stillschweigenden Abschluß eines Auskunftsvertrages in der Regel dann auszugehen, wenn eine erteilte Auskunft für den Anfragenden erkennbar von erheblicher Bedeutung ist und er sie zur Grundlage wesentlicher Vermögensverfügungen machen will (BGH NJW 91, 352; 89, 1029; 86, 180).Die genannten Kriterien führen nämlich nicht zwingend zur Annahme eines Auskunftsvertrages, sondern sie stellen lediglich Indizien dar, die, wenn auch mit erheblichem Gewicht, in die Würdigung der gesamten Begebenheiten des konkreten Falles einzubeziehen sind (BGH NJW 86, 180, 181).
Selbst wenn man von der Schilderung des Zeugen ausgehen würde, könnte hieraus unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalls (BGH NJW 86, 180, 181) nicht auf das stillschweigende Zustandekommen eines Auskunftsvertrages geschlossen werden.
Dieses rechtfertigt nicht den Rückschluß, daß die an dem Gespräch Beteiligten die erteilten Auskünfte und Erläuterungen zum Gegenstand eigener vertraglicher Rechte und Pflichten machen wollten (BGH NJW 86, 180, 181).
Soweit sie in die Vertragsverhandlungen eingeschaltet waren, könnte eine Eigenhaftung infolge Verletzung von Sorgfaltspflichten nur dann in Betracht kommen, wenn sie ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der Beteiligung Dritter an der Firma ... gehabt oder für sich persönlich besonderes Vertrauen in Anspruch genommen hätten (BGH NJW 86, 180, 181 m.w.N.).
Insoweit kann den Beklagten auch nicht der Vorwurf eines leichtfertigen und gewissenlosen Verhaltens im Sinne eines Sittenverstoßes gemäß § 826 BGB gemacht werden, das wiederum Rückschlüsse auf das Vorliegen eines zumindest bedingten Schädigungsvorsatzes zuließe (BGH NJW 86, 180, 181; 87, 1758, 1759;… Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 826 Anm. 2 g, 3 a).
- BGH, 22.06.1992 - II ZR 178/90
Sittenwidrige Schädigung und Betrug bei Verleitung Dritter zur Zeichnung von …
Danach kann ungeachtet der Vorschrift des § 676 BGB der stillschweigende Abschluß eines Auskunftsvertrages zwischen Geber und Empfänger einer Auskunft und damit eine vertragliche Haftung des Auskunftgebers für die Richtigkeit seiner Auskunft dann anzunehmen sein, wenn diese für den Empfänger erkennbar von erheblicher Bedeutung ist und er sie zur Grundlage wesentlicher Entschlüsse machen will, der Auskunftgeber ferner besonders sachkundig ist oder ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der Auskunfterteilung hat (BGHZ 7, 371, 374; 74, 103, 106; BGH, Urt. v. 17. September 1985 - VI ZR 73/84, WM 1985, 1531, 1532;… Urt. v. 11. Oktober 1988 - XI ZR 1/88, BGHR BGB § 676 - Auskunftsvertrag 3;… Urt. v. 16. Juni 1988 - III ZR 182/87, BGHR BGB § 676 - Auskunftsvertrag 1;… Urt. v. 13. Februar 1992 - III ZR 28/90, WM 1992, 1031, 1034).Als entscheidend ist es anzusehen, ob die Gesamtumstände des Falles unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung und des Verkehrsbedürfnisses den Rückschluß zulassen, daß beide Teile nach dem objektiven Inhalt ihrer Erklärungen die Auskunft zum Gegenstand vertraglicher Rechte und Pflichten gemacht haben (BGH, Urt. v. 17. September 1985 aaO;… Urt. v. 11. Oktober 1988 aaO;… Urt. v. 13. Februar 1992 aaO).
- BGH, 13.12.2005 - KZR 12/04
Anforderungen an die Substantiierung des Parteivorbringens
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der stillschweigende Abschluss eines Auskunftsvertrages zwischen Geber und Empfänger der Auskunft und damit eine vertragliche Haftung des Auskunftgebers für die Richtigkeit seiner Auskunft zwar dann anzunehmen sein, wenn diese für den Empfänger erkennbar von erheblicher Bedeutung ist und er sie zur Grundlage wesentlicher Entschlüsse machen will; dies gilt insbesondere in Fällen, in denen der Auskunftgeber für die Erteilung der Auskunft besonders sachkundig ist oder ein eigenes wirtschaftliches Interesse verfolgt (BGH, Urt. v. 17.9.1985 - VI ZR 73/84, NJW 1986, 180 unter II 1;… Urt. v. 19.3.1992 - III ZR 170/90, WM 1992, 1246 unter 1, jeweils m.w.Nachw.).Für den stillschweigenden Abschluss eines Auskunftsvertrages ist, wie das Berufungsgericht weiter zutreffend ausgeführt hat, entscheidend darauf abzustellen, ob die Gesamtumstände unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung und des Verkehrsbedürfnisses den Rückschluss zulassen, dass beide Teile nach dem objektiven Inhalt ihrer Erklärungen die Auskunft zum Gegenstand vertraglicher Rechte und Pflichten gemacht haben (BGH, Urt. v. 17.9.1985 aaO).
So hat der Bundesgerichtshof bei der rechtlichen Beurteilung von Fallgestaltungen, in denen der konkludente Abschluss eines Auskunftsvertrages angenommen oder in Erwägung gezogen wurde, außer der Sachkunde des Auskunftgebers und der Bedeutung seiner Auskunft für den Empfänger jeweils auch weitere Umstände mitberücksichtigt, die für einen Verpflichtungswillen des Auskunftgebers sprechen können, wie z.B. dessen eigenes wirtschaftliches Interesse an dem Geschäftsabschluss, ein persönliches Engagement in der Form von Zusicherungen nach Art einer Garantieübernahme, das Versprechen eigener Nachprüfung der Angaben des Geschäftspartners des Auskunftempfängers, die Hinzuziehung des Auskunftgebers zu Vertragsverhandlungen auf Verlangen des Auskunftempfängers, die Einbeziehung in solche Verhandlungen als unabhängige neutrale Person oder eine bereits anderweitig bestehende Vertragsbeziehung zwischen Auskunftgeber und Auskunftempfänger (vgl. BGH, Urt. v. 17.9.1985 aaO m.Nachw.).
- BGH, 13.11.1997 - X ZR 144/94
Sachverständigenhaftung: Schutzwirkung zugunsten des Kreditgebers und des …
Damit hat er bei jedem, der das Gutachten auswertete, den Eindruck hervorgerufen, daß es auf von ihm selbst geprüften Zahlen beruhe (vgl. BGH, Urt. v. 17.9.1985 - VI ZR 73/84, NJW 1986, 180, 181 zu II 2 b aa;… Urt. v. 13.2.1992 - III ZR 28/90, NJW 1992, 2080, 2083 f. zu II 3;… Bayerlein/Roeßner a.a.O. Rdn. 3, 6, 7) und daß er die Gewähr für den von ihm zugrunde gelegten Mietertrag übernehme. - BGH, 15.06.1993 - XI ZR 111/92
Umfang der Berufungsbegründung bei mehreren prozessualen Ansprüchen - …
Das gilt insbesondere dann, wenn der Auskunftgeber für die Erteilung der Auskunft besonders sachkundig ist (…vgl. Senatsurteil vom 17. Oktober 1989 aaO) oder durch persönliches Engagement in der Form von Zusicherungen gleichsam als Garant für die Richtigkeit der Auskunft hervortritt (vgl. BGHZ 7, 371, 377; Urteil vom 17. September 1985 - VI ZR 73/84 - NJW 1986, 180, 181). - OLG Stuttgart, 28.04.2008 - 5 U 6/08
Aktiengesellschaft: Schadensersatzanspruch des Aktionärs bei Werbung für den …
Für den subjektiven Tatbestand des § 826 BGB reicht bedingter Vorsatz, ja sogar leichtfertiges oder gewissenloses Verhalten kann genügen (BGH NJW 1990, 389; NJW 1986, 180; OLG Hamburg NZG 2000, 1083).Positive Kenntnis, dass die dem Anleger erteilte Information unzutreffend ist, erfordert die Haftung nach § 826 BGB nicht (BGH NJW 1986, 180).
- BGH, 23.11.2010 - VI ZR 244/09
Umfang und Rechtsgrundlagen der Haftung eines Finanzdienstleisters wegen …
Vielmehr genügt es, wenn er dies für möglich hielt und billigend in Kauf nahm (vgl. Senatsurteile vom 17. September 1985 - VI ZR 73/84, VersR 1986, 158, 159;… vom 21. April 2009 - VI ZR 304/07, VersR 2009, 942 Rn. 24 m. w. N.;… Bamberger/ Schmidt-Kessel, BGB, 2. Aufl., § 276 Rn. 6;… Palandt/ Heinrichs, BGB, 69. Aufl., § 276 Rn. 10). - BGH, 14.05.1992 - II ZR 299/90
Anwaltshaftung bei Abfindungsvertrag über Rücknahme aktienrechtlicher …
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - BGH, 03.10.1989 - XI ZR 157/88
Schadensersatzpflicht des Geschäftsführers einer GmbH gegenüber einem …
Vorsatz ist nicht erforderlich (BGH, Urteil vom 17. September 1985 - VI ZR 73/84, WM 1985, 1531, 1533 m.w.Nachw.). - OLG Köln, 23.02.2012 - 8 U 45/11
Haftung des Steuerberaters bei Ausweis eines bilanziellen Fehlbetrages einer GmbH
- BGH, 19.03.1992 - III ZR 170/90
Verjährung bei Käuferansprüchen aus Auskunftvertrag mit Drittem
- OLG München, 13.04.1995 - 24 U 86/93
Steuerberatervertrag als Vertrags mit Schutzwirkung zu Gunsten Dritter
- OLG Düsseldorf, 01.02.2002 - 16 U 1/01
Erstattung außergerichtlich aufgewandter Rechtsanwaltskosten zur Abwehr von …
- OLG Saarbrücken, 15.05.2008 - 8 U 119/07
Bankrecht - Haftung bei unzutreffender Baufortschrittsanzeige ggü. Kreditgeber?
- BGH, 18.02.1986 - X ZR 95/85
- BGH, 17.10.1989 - XI ZR 39/89
Zustandekommen eines Auskunftsvertrages zwischen einer Bank und einer …
- OLG Nürnberg, 23.12.1999 - 8 U 3364/99
Rechtsfolgen der Anfechtung eines Versicherungsvertrages wegen arglistiger …
- OLG Celle, 12.03.2008 - 14 U 108/07
Verfahrensrecht - Streitverkündung zwischen Gesamtschuldnern?
- OLG Hamm, 19.05.2009 - 28 U 9/09
Haftung des Vermittlers einer Anlage in Kapitallebensversicherungen mit einem …
- BGH, 23.11.2010 - VI ZR 245/09
Aktienrecht - "Daytrading mit Kapitalschutz" - Drittstaateneinlagenvermittlung
- BGH, 19.03.1986 - IVa ZR 127/84
Haftung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gegenüber einer Bank wegen einer …
- OLG Düsseldorf, 21.03.2006 - 24 U 141/05
Schadenersatzpflicht des Rechtsanwaltes bei Abfindungen, wenn der Anwalt zuvor …
- OLG Hamm, 10.01.2005 - 31 U 40/04
Zur Verpflichtung zum Schadensersatz wegen verschiedener Verstöße gegen …
- OLG Düsseldorf, 07.02.2006 - 3 U 23/05
Baustofflieferung - Haftet der Hersteller für Richtigkeit der Auskunft?
- OLG Düsseldorf, 06.09.2002 - 17 U 222/01
- OLG Celle, 17.05.2010 - 20 U 187/09
Pferdekauf: Haftung eines Tierarztes wegen Übersehens einer Erkrankung des Tieres
- KG, 28.10.2004 - 12 U 237/00
Bankenhaftung: Annahme eines stillschweigenden Auskunftsvertrages; Haftung der …
- OLG Zweibrücken, 11.07.1995 - 5 U 66/93
Haftung eines Architekten für in einer Bauleiterklärung gegenüber der …
- OLG Düsseldorf, 21.04.2004 - U (Kart) 7/03
Zur Unwirksamkeit eines Franchisevertrages wegen Sittenwirdrigkeit und zur …
- LG Hannover, 07.04.2006 - 13 O 217/05
Tod eines Marinesoldaten
- OLG Dresden, 19.10.2010 - 5 U 300/10
Architekten und Ingenieure - Architektenhaftung bei unentgeltlicher Beratung
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - U (Kart) 42/02
- OLG Düsseldorf, 21.04.2004 - U (Kart) 12/03
Haftung wegen Verletzung von Rechten und Pflichten eines Franchisegebervertreters …
- OLG Hamm, 01.03.2012 - 34 U 68/11
- OLG Naumburg, 22.12.1999 - 2 U 94/99
Haftung der Bank aus Finanzierungsbestätigung
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - U (Kart) 6/03
- OLG Düsseldorf, 21.04.2004 - U (Kart) 14/03
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - U (Kart) 11/03
- OLG Düsseldorf, 21.04.2004 - U (Kart) 13/03
- OLG Düsseldorf, 21.04.2004 - U Kart 13/03
Kündigung eines Franchisevertrags durch Franchisegeber wegen Zahlungsrückständen
- LG Arnsberg, 01.03.2007 - 4 O 72/06
- OLG Koblenz, 21.11.2003 - 8 U 548/03
Baustoffe - Planungsfehler oder nur ein bisschen Werbung?
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - VI U Kart 11/03
Zur Frage der persönlichen Schadensersatzverpflichtung des Verhandlungsgehilfen …
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - I U Kart 42/02
Klage auf Feststellung der Nichtigkeit eines Franchisevertrages gegen …
- OLG Düsseldorf, 18.02.2004 - VI U Kart 6/03
Zur Frage der persönlichen Schadensersatzverpflichtung des Verhandlungsgehilfen …
- OLG Düsseldorf, 30.06.2004 - U (Kart) 40/02
- BGH, 18.03.1986 - X ZR 106/85
- LG Darmstadt, 24.04.1986 - 3 O 765/82
- LG Stuttgart, 16.08.1988 - 25 O 5/87
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