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| BGH, 23.02.1990 - V ZR 188/88 |
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Zulässigkeit eines Rechtsmittels bei Annahme der Prozeßunfähigkeit
Zeitschriftenfundstellen
- BGHZ 110, 294
- NJW 1990, 1734
- MDR 1990, 610
- VersR 1990, 992
Wird zitiert von ... (47)
- BGH, 04.11.1999 - III ZR 306/98
Rechtsfolgen der Prozeßunfähigkeit des (Berufungs-)Klägers
Ergibt sich im Berufungsverfahren, daß der in erster Instanz sachlich unterlegene (Berufungs-)Kläger schon seit dem Zeitpunkt der Klageerhebung prozeßunfähig ist - bzw. verbleiben in dieser Richtung nicht ausräumbare Zweifel -, so ist nicht die Berufung als unzulässig zu verwerfen, sondern die Klage als unzulässig abzuweisen (Klarstellung zu BGHZ 110, 294).Denn das Rechtsmittel einer Partei, die sich dagegen wendet, daß sie in der Vorinstanz zu Unrecht als prozeßunfähig behandelt worden sei, ist ohne Rücksicht darauf zulässig, ob die für die Prozeßfähigkeit erforderlichen Voraussetzungen festgestellt werden können (vgl. BGHZ 110, 294, 295 f; BGH, Urteil vom 9. Januar 1996 - VI ZR 94/95 - NJW 1996, 1059).
Andernfalls bliebe ein an dem Verfahrensverstoß leidendes Urteil der unteren Instanz aufrechterhalten, erwüchse in Rechtskraft und könnte nur mit der Nichtigkeitsklage (§ 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO) beseitigt werden (BGHZ 110, 294, 296 m.w.N.).
Soweit sich aus dem Urteil des V. Zivilsenats in BGHZ 110, 294, 296 etwas anderes ergibt (vgl. insbesondere den dortigen Leitsatz a Abs. 1: Nehme die Partei den Erlaß eines Sachurteils als solchen hin und erstrebe sie mit der Berufung lediglich dessen inhaltliche Änderung, so sei das Rechtsmittel unzulässig, wenn dem Berufungsgericht Zweifel an der Prozeßfähigkeit der Partei verblieben), wird daran nicht festgehalten.
Eine Abweichung, die eine Vorlegungspflicht nach § 132 GVG begründen könnte, liegt darin nicht, denn die - nicht näher begründeten - Ausführungen in BGHZ 110, 294, 296, die in Widerspruch zu der hier vertretenen Auffassung stehen, betreffen einen Sachverhalt, der in jener Entscheidung gerade nicht zu beurteilen war; jene Entscheidung beruht darauf also nicht.
- BGH, 06.06.1994 - II ZR 292/91
Haftung des Geschäftsführers bei verspäteter Konkursanmeldung gegenüber …
Sie verkennt zwar nicht, daß nach der Rechtsprechung ein Verstoß des Gerichts gegen § 383 Abs. 3 ZPO - danach dürfen die in § 383 Abs. 1 Nr. 4-6 genannten Personen von vornherein nicht über offensichtlich unter die Verschwiegenheitspflicht fallende Tatsachen befragt werden - die Aussage nicht unverwertbar macht (BGH, Urt. v. 23. Februar 1990 - V ZR 188/88, NJW 1990, 1734, 1735; a.A. Gießler, NJW 1977, 1185, 1186;… Thomas/Putzo, ZPO 18. Aufl. § 383 Rdn. 11).Sie meint aber, das gelte hier deswegen nicht, weil der Zeuge durch eine verfahrenswidrige Maßnahme des Gerichts zu seiner Aussage bestimmt worden sei (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BGH, Urt. v. 23. Februar 1990 aaO.); das Berufungsgericht habe dadurch, daß es auf die Befreiungserklärung durch den Beklagten hingewirkt habe, zum Ausdruck gebracht, der Zeuge müsse, nachdem der Beklagte die Befreiung erteilt hatte, aussagen.
- BGH, 02.06.2003 - II ZR 102/02
Gesellschaftsrecht - Publikumskommanditgesellschaft: Nachtragsliquidation
Die Revisionen sind - auch soweit es um die Klägerin zu 1 geht, deren Prozeßfähigkeit das Berufungsgericht verneint hat - zulässig, weil nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Partei, die sich mit der Revision dagegen wendet, als prozeßunfähig angesehen worden zu sein, für das Rechtsmittelverfahren als prozeßfähig behandelt wird (vgl. BGHZ 110, 294, 295 f.; BGHZ 143, 122, 123 m.w.N.).
- BGH, 08.12.2009 - VI ZR 284/08
Geltung des Grundsatzes des Freibeweises bei Vorliegen von für eine …
Darüber hinaus hat es die Beklagte abgelehnt, sich vom Sachverständigen oder einem anderen Gutachter untersuchen zu lassen; eine solche Untersuchung ist nicht erzwingbar (Senat…, Beschluss vom 5. August 2009 - VI ZR 344/08 - juris Rn. 4; BGH, Urteil vom 23. Februar 1990 - V ZR 188/88 - NJW 1990, 1734, 1736, insoweit nicht in BGHZ 110, 294 ff. abgedruckt).Andernfalls bliebe ein an dem Verfahrensverstoß leidendes Urteil der unteren Instanz aufrechterhalten, erwüchse in Rechtskraft und könnte nur mit der Nichtigkeitsklage (§ 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO) beseitigt werden (BGHZ 18, 184, 190; 86, 184, 186; 110, 294, 296;… BGH, Urteile vom 10. Oktober 1985 - IX ZR 73/85 - aaO., 158; vom 9. April 1986 - IVb ZR 10/85 - NJW-RR 1986, 1119).
Denn zur Behebung des Mangels der Prozessfähigkeit ist den Parteien grundsätzlich die nötige Zeit einzuräumen (…vgl. BGH, Urteile vom 13. Oktober 1971 - IV ZR 105/70 - aaO.;… vom 9. April 1986 - IVb ZR 10/85 - aaO.; vom 23. Februar 1990 - V ZR 188/88 - NJW 1990, 1734, 1736, insoweit nicht in BGHZ 110, 294 ff. abgedruckt; BAG, NJW 2009, 3051, 3052;… Hk-ZPO/Bendtsen, aaO., § 56 Rn. 7; Hager, ZZP 97, 174, 178;… Wieczorek/Schütze/Gerken, aaO., § 241 Rn. 1).
- BAG, 28.05.2009 - 6 AZN 17/09
Prozessfähigkeit
Für den Streit über die Prozessfähigkeit ist die davon betroffene Partei in jedem Fall als prozessfähig anzusehen (BAG 20. Januar 2000 - 2 AZR 733/98 - BAGE 93, 248, 251; BGH 23. Februar 1990 - V ZR 188/88 - zu 2 der Gründe, BGHZ 110, 294).Es hätte ihm dafür vor Erlass des Prozessurteils die nötige Zeit einräumen müssen (vgl. BGH 23. Februar 1990 - V ZR 188/88 - zu 3 b der Gründe, BGHZ 110, 294;… MünchKommZPO/Lindacher 3. Aufl. § 51 Rn. 38).
- BAG, 20.01.2000 - 2 AZR 733/98
Klärung der Prozeßfähigkeit einer Partei
Bei dieser Sachlage war nach der Beweislast zu entscheiden, denn das Gericht darf die Partei nicht zu der Untersuchung drängen oder gar zwingen (BGH 9. Mai 1962 - IV ZR 4/62 - NJW 1962, 1510 f.; BGH 23. Februar 1990 - V ZR 188/88 - NJW 1990, 1734, 1736). - OLG Köln, 27.02.1997 - 7 U 178/96
Parteifähigkeit einer Vor-GmbH
Es handelt sich insbesondere nicht um einen Zulassungsstreit, bei dem die Frage der Parteifähigkeit erst zu klären ist und demzufolge auch der Parteiunfähige zunächst als parteifähig zu fingieren ist (BGHZ 24, 91; vgl. auch BGHZ 110, 294, 296).Die Klägerin wendet sich in der Berufung auch nicht dagegen, daß sie in der Vorinstanz zu Unrecht als parteiunfähig behandelt worden sei, was der Zulässigkeit eines Rechtsmittels ebenfalls nicht entgegenstünde, wenn dies in der Sache zuträfe (BGHZ 110, 294, 296).
Die Parteifähigkeit verliert ihre Bedeutung als Prozeß- und Prozeßhandlungsvoraussetzung in den Rechtsmittelinstanzen grundsätzlich nicht (so für den gleichgelagerten Fall der mangelnden Prozeßfähigkeit ausdrücklich BGHZ 110, 294, 296).
- BGH, 09.11.2010 - VI ZR 249/09
Verfahrensrecht - Mögliche Prozessunfähigkeit führt nicht zur Unzulässigkeit
Für den Streit über die Prozessfähigkeit ist die davon betroffene Partei als prozessfähig anzusehen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Februar 1990 - V ZR 188/88, BGHZ 110, 294, 295; BAG, Urteil vom 20. Januar 2000 - 2 AZR 733/98, BAGE 93, 248, 251).Es hätte ihm dafür vor Erlass des Prozessurteils die nötige Zeit einräumen müssen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Februar 1990 - V ZR 188/88, NJW 1990, 1734, 1736, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 110, 294 und BAG…, Beschluss vom 28. Mai 2009 - 6 AZN 17/09, aaO Rn. 6).
- OLG Dresden, 22.04.1998 - 8 U 3877/97
Zulässigkeit des Rechtsmittels einer wegen Vermögenslosigkeit gelöschten, nicht …
Das Rechtsmittel einer wegen Vermögenslosigkeit im Handelsregister gelöschten, nicht durch einen Nachtragsliquidator vertretenen GmbH, deren Klage das Ausgangsgericht in Unkenntnis ihrer vorprozessualen Löschung durch Sachurteil abgewiesen hat, kann in bestimmten Fällen als zulässig zu behandeln sein (Abgrenzung BGHZ 110, 294 = MDR 1990, 610 = NJW 1990, 1734 ).Der in der Rechtsprechung anerkannte Grundsatz, dass bei vorinstanzlichem Streit über die Prozeßfähigkeit die betroffene Partei, ggf. vertreten durch denjenigen, um dessen gesetzliche Befugnis dazu gestritten wird, im Rechtsmittelverfahren als prozeßfähig behandelt wird, wenn die Partei das Ziel verfolgt, eine andere Beurteilung ihrer Prozeßfähigkeit zu erreichen (BGH NJW 1996, 1059 unter II 1 und BGHZ 40, 197, 198f: gesetzliche Vertretung der juristischen Person; BGHZ 110, 294, 295f und BGHZ 86, 184, 186: Prozeßfähigkeit der Naturalpartei; anders im Falle gewillkürter Vertretung: BGHZ 111, 219, 220ff), greift allerdings nicht zugunsten der Klägerin ein.
Der Senat übersieht dabei nicht, dass der Bundesgerichtshof, ohne dass es freilich für jene Entscheidung darauf angekommen wäre, in einem ähnlich gelagerten Fall die Berufung eines - nach amtswegiger Prüfung durch das Berufungsgericht - nicht zweifelsfrei prozeßfähigen Beklagten, der die Bejahung der Prozeßfähigkeit durch die erste Instanz hinnehme und mit dem Rechtsmittel erneut ein Sachurteil (allerdings anderen Inhalts) erstrebe, für unzulässig gehalten hat (BGHZ 110, 294 = NJW 1990, 1734 unter 1 a).
- BGH, 31.05.2010 - II ZB 9/09
Verfahrensrecht - Zulässigkeit der Berufung einer nicht existenten Prozesspartei
Ob auch ein Rechtsmittel zulässig ist, mit welchem sich eine parteiunfähige Partei gegen ein in der Vorinstanz ergangenes Sachurteil mit dem Ziel wendet, ein anderes, ihrem Begehren entsprechendes Sachurteil zu erreichen (verneinend OLG Köln VersR 1998, 207, 208), hat der Bundesgerichtshof - anders als für die Prozessvoraussetzung der Prozessfähigkeit (BGHZ 143, 122, 126 ff.;… Sen.Urt. v. 28. Februar 2005 - II ZR 220/03, ZIP 2005, 900, 901; a.A. BGHZ 110, 294, 296) - bislang nicht ausdrücklich entschieden. - BGH, 09.01.1996 - VI ZR 94/95
Pflicht des Klägers zum Nachweis der Prozeßfähigkeit
- BGH, 15.09.2010 - XII ZB 383/10
Sachverständige - Ärztliche Begutachtung im Unterbringungsverfahren
- BGH, 05.07.2011 - II ZR 199/10
Gesellschaftsrecht - Folgen der Auflösung einer GbR
- BGH, 03.11.1994 - LwZB 5/94
Zulässigkeit der Berufung gegen ein nicht verkündetes Urteil
- BFH, 11.12.2001 - VI R 19/01
Zulässigkeit der Klage; ladungsfähige Anschrift
- OLG Zweibrücken, 01.03.2002 - 3 W 38/02
Verfrühte Löschung einer GmbH als vermögenslos
- OLG Koblenz, 25.06.2007 - 12 U 1717/05
Internationale Zuständigkeit bei unerlaubten Handlungen von EU-Bürgern - …
- BFH, 01.09.2005 - IX B 87/05
NZB: Rüge der Prozessunfähigkeit
- OLG Stuttgart, 29.11.2005 - 8 W 310/05
Verfahrensrecht - Zustellung einer Beschwerdeentscheidung
- BGH, 05.07.2011 - II ZR 209/10
Verfahrensrecht - Zurückweisung einer Revision
- OLG München, 23.01.2002 - 7 U 4255/01
Nachtragsliquidation einer kapitalistisch strukturierten GmbH & Co. KG
- OLG Rostock, 28.11.2005 - 10 WF 254/05
Zur Anfechtung einer Anordnung, durch die das Gericht die Einholung eines …
- OLG München, 07.11.2006 - 34 Wx 79/06
Verfahrensrecht - Feststellung der Verfahrensunfähigkeit
- BGH, 05.07.2011 - II ZR 208/10
Verfahrensrecht - Zurückweisung einer Revision
- BGH, 12.01.1998 - II ZR 363/96
Sittenwidrigkeit einer Abtretung; Rechtsfolgen des Abzeichnens eines …
- OLG Köln, 18.04.2002 - 7 VA 4/01
Antrag eines möglicherweise prozessunfähigen Antragstellers
- OLG Hamm, 19.01.2004 - 15 VA 4/03
Zuständigkeit für die Entscheidung über die Gewährung von Akteneinsicht
- BGH, 15.03.2011 - II ZR 141/10
Verfahrensrecht - Unzulässige Revision, Aktienrecht
- OLG Köln, 16.09.1997 - 15 U 70/97
Keine Parteifähigkeit der Zeugen Jehovas
- BGH, 25.11.2010 - III ZB 2/10
Prozessfähigkeit eines Minderjährigen bei nachträglich erteilter Gemenhmigung …
- OLG Frankfurt, 03.09.1991 - 20 W 262/91
Weitere Beschwerde gegen Abgabe der Offenbarungsversicherung: Nicht …
- OLG Zweibrücken, 23.06.2010 - 4 U 196/09
Befugnis des Vorsitzenden des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft zur …
- OLG Koblenz, 01.04.1998 - 1 U 463/97
- OLG Düsseldorf, 29.11.1996 - 3 W 252/96
Zulässigkeit des Rechtsmittels einer prozeßunfähigen, als prozeßfähig behandelten …
- LSG Bayern, 23.05.2007 - L 2 P 51/04
- ArbG Freiburg, 29.10.2007 - 2 Ca 478/04
Bestellung eines Prozesspflegers nach § 57 ZPO
- OLG Düsseldorf, 29.12.2009 - 3 Wx 178/09
- BVerwG, 15.11.1991 - 1 B 146.91
- LAG Berlin, 29.06.1992 - 9 Sa 31/92
Betriebsverfassungsgesetz : Geltung für Betriebe der Sowjetischen …
- OLG Köln, 12.07.1993 - 17 W 198/93
Kosten Festsetzung Prozessunfähigkeit
- BayObLG, 04.06.1997 - 3Z BR 44/97
Gesetzliche GmbH-Vertreter im Amtslöschungsverfahren - Ersatzzustellung der …
- BGH, 25.06.1997 - AR (Ri) 1/97
- OLG Karlsruhe, 09.10.2007 - 8 U 63/07
- BVerwG, 15.11.1991 - 1 B 147.91
- BPatG, 21.02.2006 - 6 W (pat) 13/05
- BPatG, 02.07.2009 - 35 W (pat) 17/06
- OLG Zweibrücken, 23.06.2006 - 4 U 196/09
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